Wacholder | EAT SMARTER
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Wacholder

Wacholder gehört in viele klassische Gerichte Wacholder gehört in viele klassische Gerichte

Wacholder ist bei uns etwas aus der Mode, aber eine Wiederentdeckung absolut wert. Denn die fast schwarzen Beeren geben vielen klassischen Gerichten wie zum Beispiel dem Sauerbraten erst den typischen Geschmack.

Das sollten Sie über Wacholder wissen

Wenn wir von Wacholder sprechen, sind meistens die tiefblauen Beeren eines auch bei uns heimischen Zypressengewächses gemeint. Besonders die Skandinavier lieben Wacholderbeeren, aber auch hierzulande hat das Würzen mit Wacholder seit Jahrhunderten Tradition. Aus alten Zeiten stammen viele heute fast vergessene Zweitnamen für Wacholderbeeren wie z.B. die Bezeichnungen Machandel- oder Kaddigbeeren.

Wobei Wacholderbeeren genau genommen und botanisch gesehen gar keine Beeren sind: Korrekter bezeichnet man sie als sogenannte Scheinbeeren, und ganz korrekt handelt es sich um Beerenzapfen.

In einigen Ländern kommt Wacholder nicht nur in den Koch- oder Schmortopf, sondern bevorzugt in die Flasche: Die Beeren dienen als Basis zum Brennen von Hochprozentigem wie dem englischen Gin, holländischem Genever, belgischem Péquet, französischem Genèvre oder deutschem Wacholderschnaps wie Steinhäger oder Doornkaat.

Zum Verwenden als Gewürz trocknet man die Beeren; wer im Garten einen Wacholderstrauch hat, der kann seine Früchte aber auch frisch einsetzen.

Saison: Getrocknete Beeren von Wacholder gibt es das ganze Jahr über zu kaufen.

Geschmack: Die Früchte von Wacholder schmecken angenehm herb mit süßer Note, dabei etwas harzig und leicht bitter. Frische Wacholderbeeren haben ein nicht ganz so intensives Aroma.

Herkunft: Wacholder wächst als Strauch oder Baum bis zu 10 m Höhe in ganz Europa, ist aber auch in Ländern wie Ägypten oder Syrien seit Jahrhunderten heimisch. Botaniker schätzen, dass es bis zu 70 verschiedene Arten gibt – ganz genau weiß das niemand.

Hierzulande wächst Wacholder speziell in der Lüneburger Heide besonders üppig, ansonsten findet man das zu den Zypressen gehörende Nadelholz vor allem in Wäldern und in Gärten.

Wie gesund ist eigentlich Wacholder?

Früher sagte man dem Wacholder magische Kräfte nach: Die Sträucher und ihre Früchte sollten angeblich das Böse fernhalten, weil Jesus an ein Kreuz aus Wacholderholz geschlagen worden sein soll. Ob das nun stimmt oder nicht, fest steht: Wacholder hat heilsame Effekte. Das liegt vor allem an dem reichlich enthaltenen ätherischen Wacholderöl, das den Beeren auch ihr typisches Aroma gibt.

Wacholder als Gewürz sorgt für eine bessere Bekömmlichkeit von sonst schwer verdaulichen Gerichten, kann Magen- und Darmbeschwerden lindern und wirkt harntreibend. Die leicht desinfizierend wirkenden Stoffe in den Beeren kannten schon die alten Ägypter, die daraus unter anderem Mundwasser herstellten.

Wacholder - gut zu wissen:

Wer die Beeren selbst pflücken möchte, muss aufpassen und sich gut auskennen. Es gibt einen engen Verwandten von Wacholder namens Sadebaum, auch Stink-Wacholder genannt, bei dem alle Teile giftig sind und sogar lebensgefährliche Wirkung haben können.

Nährwerte von Wacholder pro 100 g
Kalorien 42
Eiweiß 3,5 g
Fett 0,8 g
Kohlenhydrate 5 g
Ballaststoffe 3 g

Einkaufs- und Küchentipps für Wacholder:

Einkauf: Getrocknete Beeren von Wacholder können Sie in Tütchen oder Gewürzdosen in jedem Supermarkt kaufen.

Lagerung: Wacholder hält sich ohne Kühlung bis zu drei Jahre. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie die Beeren immer gut verschlossen und eher kühl aufbewahren.

Vorbereiten: Wer nicht auf die ganzen Beeren beißen mag, der kann Wacholder vor dem Einsatz zerkleinern. Am besten geht das in einem Mörser – Sie können aber auch den Blitzhacker einsetzen.

Stattdessen kann man aber auch die Beeren vor dem Servieren einfach aus dem jeweiligen Gericht nehmen.

Zubereitungstipps für Wacholder

Wacholder ist das klassische Gewürz für Sauerkraut, Sauerbraten, sauer eingelegten Fisch und für den Sud von Kochfisch bzw. pochiertem Fisch. Grundsätzlich kann man mit Wacholder aber auch andere eher deftige oder fette Gerichte würzen. Sehr gut passt der typische Geschmack beispielsweise zur Gans, zu Ente oder zu Wildgerichten.

Rezepte mit Wacholder:

Rezepte mit Wacholder finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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