Folsäure für Schwangere | EAT SMARTER
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Für Babys Gesundheit

So wichtig ist Folsäure für Schwangere!

Folsäure für Schwangere © Fotowerk - Fotolia.com Folsäure für Schwangere © Fotowerk - Fotolia.com

Die meisten Frauen haben schon mal gehört, dass sie bei einer Schwangerschaft für ausreichend Folsäure sorgen sollten. Trotzdem wissen viele nicht: Was ist das eigentlich für ein Stoff, was bewirkt er und was für Folgen kann ein Mangel daran haben?

Sie müssen nicht zum Ernährungsexperten werden, wenn Sie Genaueres über Folsäure für Schwangere wissen möchten. Die wichtigsten Fakten sind im Prinzip einfach zu verstehen und schnell erklärt. Und vor allem: Für die richtige Menge an Folsäure zu sorgen, macht keine Mühe – lohnt sich aber unbedingt, denn Sie können damit für die Gesundheit und die gute Entwicklung Ihres Babys sorgen.

Folsäure für Schwangere: Warum ein Mangel schadet

Folsäure – früher meist Vitamin B9 oder Vitamin B11 genannt - hat entscheidende Bedeutung für Wachstum, Zellteilung und Blutbildung. Bekommen Schwangere nicht genug davon, erhöht sich das Risiko von Entwicklungsverzögerungen und leider auch schweren Missbildungen beim ungeborenen Baby. Es ist mittlerweile erwiesen, dass vor allem Herzfehler, Harnwegsdefekte und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte eine Folge von Folsäure-Mangel während der Schwangerschaft sein können.

Als besonders hoch gilt außerdem das Risiko eines sogenannten Neuralrohr-Defekts, also einer schweren und dauerhaften Schädigung des Nervensystems. Weil das „Gerüst“ dafür schon in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswoche entsteht und dann abgeschlossen wird, hat gerade die erste Zeit der Schwangerschaft ganz besondere Bedeutung.

Stimmt hier die Versorgung mit Folsäure für Schwangere nicht, lassen sich Mangelzustände nicht mehr aufholen. Umgekehrt stimmt aber auch: Zahlreiche Forschungen zeigen, dass die rechtzeitige Einnahme von genügend Folsäure für Schwangere das Risiko des Neuralrohr-Defekts um rund 70 Prozent senken kann.

Folsäure für Schwangere: Je früher, desto besser

Leider wissen wir ja keineswegs immer genau, wann es tatsächlich geklappt hat – oft merken Frauen erst nach 3-4 Wochen, dass sie ein Baby erwarten. Dann könnte es aber schlimmstenfalls schon zu spät sein, um dem Neuralrohr-Defekt vorzubeugen. Denn bereits in der 4. Schwangerschaftswoche sind die Vorbereitungen für das Nervensystem im Körper des Embryos abgeschlossen.

Studienergebnisse der Technischen Universität München (TUM) zeigen, dass in Sachen perfekter Einnahmezeitpunkt und Dosierung wenig Klarheit herrscht: Zwar hatten immerhin 85 Prozent der befragten Frauen ab Beginn der Schwangerschaft für genügend Folsäure gesorgt. Mediziner empfehlen aber dringend, schon mindestens 4 bis 6 Wochen vorher den Körper optimal für ein Kind vorzubereiten.

Folsäure für Schwangere: Doppelt hält besser

Frauenärzte raten, bei Folsäure für Schwangere zweigleisig zu fahren: Sobald ein Baby in Planung ist, sollten 400 µg der Folsäure als sogenanntes Nahrungsfolat über die Ernährung mit folsäurereichen Lebensmitteln kommen.

Zusätzlich empfehlen Mediziner Frauen mit Kinderwunsch, noch weitere 400 µg in Tablettenform einzunehmen – insgesamt also 800 µg. Mit dieser Menge können Frauen schon vor dem Beginn der Schwangerschaft eine Menge dafür tun, dass ihr Kind sich im Mutterleib gesund entwickelt.

Ist der Wunsch dann in Erfüllung gegangen und tatsächlich ein Baby unterwegs, sollten Schwangere die Folsäure-Menge noch mal erhöhen: Als perfekte Dosis für die ersten 12 bis 16 Wochen sehen Fachärzte einen Mix aus täglich 600 µg Nahrungsfolat plus außerdem 400 µg Folsäure in Tablettenform. Welche Dosierung und welches Präparat sich am besten für Sie eignet, sprechen Sie am besten mit dem Arzt ab.

Folsäure für Schwangere: Die besten Lebensmittel

Die Aufnahme der empfohlenen relativ hohen Mengen Folsäure für Schwangere über Lebensmittel ist übrigens gar nicht so schwierig. Und genießen kann man dabei außerdem. Generell gilt als Faustregel: Grün ist gut und enthält viel Folsäure.
Das B-Vitamin steckt zum Beispiel reichlich in dunkelgrünem Blattgemüse – besonders in Spinat - aber auch in Salaten. Erbsen, grüne Bohnen, Sojabohnen, Kohl, Spargel (speziell der grüne!), Möhren, Eigelb, Avocados, Kürbis, Kartoffeln, Getreide und Getreideprodukte enthalten ebenfalls viel Folsäure.

Eine gute Wahl sind außerdem Camembert (im Durchschnitt ca. 85 µg  Folsäure), Magerquark (30 µg) und Brombeeren (34 µg). Wer Lust zu knabbern hat, greift am besten zu Nüssen: Je nach Sorte stecken in 100 g durchschnittlich satte 70 µg Folsäure!

Übrigens: Folsäure zählt zu den wasserlöslichen Vitaminen und verflüchtigt sich darum relativ leicht. Halten Sie also die Garzeiten bei Gemüse möglichst kurz und dünsten Sie es in so wenig Flüssigkeit wie möglich!

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(Koe)

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