Krebsschutz durch Gemüse und Obst | EAT SMARTER
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Krebsschutz durch Gemüse und Obst

Januar 2005 - Senat der Bundesforschungsanstalten BMVEL, Braunschweig

Für Brustkrebs stellt der Verzehr von Gemüse und Obst keinen Schutz da. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. Manche Medien haben daraus verallgemeinernd abgeleitet, dass die Ernährung generell keine Rolle bei der Entstehung von Krebs spiele und der Verzehr von Gemüse und Obst nicht vor Krebs schütze. Solche Schlussfolgerungen treffen nach Ansicht der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) nicht zu. Bereits vor der Veröffentlichung der neuen Studienergebnisse wurde die Evidenz für einen krebssenkenden Effekt von Gemüse und Obst speziell bei Brustkrebs als unzureichend bewertet. Deshalb stellen die Ergebnisse der EPIC-(European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)Studie keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse dar. Hervorzuheben ist, dass Schutzeffekte von Lebensmitteln je nach Krebsart unterschiedlich sein können. Für Dickdarmkrebs ist eine hohe Aufnahme ballaststoffreicher Lebensmittel, zu denen auch Gemüse und Obst zählen, mit einem erhöhten Schutz assoziiert. Dies konnte im Rahmen der EPIC-Studie festgestellt werden. Neben den spezifisch pflanzlichen Inhaltsstoffen mit möglichen Schutzwirkungen geht eine hohe Aufnahme an Gemüse und Obst mit einer insgesamt verringerten Aufnahme von Nahrungsenergie und solchen Lebensmitteln einher, die die Entstehung von Krebs fördern können. Letztendlich beeinflusst das gesamte Ernährungsmuster und nicht allein eine Lebensmittelgruppe das Krebsrisiko, betont die BFEL.

Darüber hinaus zeigen epidemiologische Studien, dass eine hohe Aufnahme an Gemüse und Obst mit einer Schutzwirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes einhergeht. Auch hier muss davon ausgegangen werden, dass insgesamt das Ernährungsmuster das Krankheitsrisiko am stärksten beeinflusst. Zusätzlich stellen Gemüse und Obst wichtige Quellen für essenzielle Nährstoffe wie z. B. Folsäure dar und senken das Risiko für Übergewicht.

Der Verzehr von Gemüse ist in Deutschland weiterhin niedrig. Der Ernährungsphysiologe Dr. Bernhard Watzl von der BFEL am Standort Karlsruhe rät daher: "Aufgrund der Vielzahl an ernährungswissenschaftlichen Fakten ist es höchst sinnvoll, mehr Gemüse und Obst zu sich zu nehmen.“ Auch die World Health Organization (WHO), der Ernährungsbericht 2004 und die Kampagne "5-am-Tag" propagieren einen hohen Verzehr von Obst und Gemüse als gesundheitspräventive Maßnahme. Mehr: Senat der Bundesforschungsanstalten BMVEL
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