Warenkunde:Der Eat Smarter-Einkaufsführer

Kartoffeln

 

Die in den USA gern als Dickmacher verpönten Knollen sind tatsächlich echte Schlankmacher, sozusagen natürliche "Light-Produkte". Ohne Fett zubereitet liefern sie wenig Kalorien und sättigen trotzdem angenehm und anhaltend. Ihr Eiweiß ist so hochwertig, dass es in Kombination mit Milch oder Eiern den Wert von Fleisch bei Weitem übersteigt. Die Mischung verschiedener Ballaststoffe macht die stärkereichen Knollen zum optimalen modernen Lebensmittel. Kartoffeln liefern keine Risikostoffe wie Cholesterin oder Purine, dafür aber umso mehr Vitamin C und ansehnliche Mengen von B-Vitaminen. Sie sind außerdem eine gute Kaliumquelle und leicht verdaulich.


Gut zu wissen

Ein natürliches Nervengift, Solanin, findet sich in den Keimen und in grünen Stellen der Knolle. Die Kartoffelknollen selbst weisen nur unschädliche Mengen von 0,002 bis 0,1 Prozent auf; der Gehalt steigt jedoch bei zu heller Lagerung schnell an. Dann färbt das Licht die Kartoffeln grün. Und in den grünen Stellen der Knolle verhundertfacht sich der Anteil des Gifts. Solche Mengen verursachen Übelkeit, Brechdurchfall und Kopfschmerzen. Vorsicht bei kleinen Kindern. Leichte Vergiftungen äußern sich so: kratzendes Gefühl im Hals, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Erbrechen.
Konventionelle Kartoffelhändler verwenden bei der Lagerung pulverförmige und flüssige Herbizide und unterdrücken damit das natürliche Auskeimen der Kartoffel. Die Mittel sind keineswegs harmlos und gehen zu einem kleinen Teil von der Schale ins Fruchtfleisch über.

EatSmarter Empfehlung

Kartoffeln sind unentbehrliche Grundnahrungsmittel, so wichtig wie das tägliche Brot. Lagern Sie die Knollen dunkel und kaufen Sie lichtgeschützte Ware in Papierbeuteln oder aus abgedunkelten Behältern. Kleine grüne Stellen an den Kartoffeln sollten Sie großzügig abschneiden, stark verfärbte Exemplare wegwerfen, denn durchs Kochen lässt sich das nervenschädigende Solanin nicht entfernen. Eventuelle Rückstände von Keimhemmungsmitteln vermeiden Sie, wenn Sie Kartoffeln aus der Produktion der traditionellen Bioverbände kaufen: Diese Organisationen erlauben ihren Mitgliedern die Benutzung solcher Mittel nicht. Auch nach EU-Richtlinien  dürfen für Kartoffeln aus ökologischem Anbau keine Keimhemmer benutzt werden. Falls Sie Seelenkummer haben und Trost beim Essen suchen: Kartoffelbrei ist genauso weich und mild wie Pudding und Nudeln, aber viel kalorienärmer!

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