Bulgur

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 17. Apr. 2020

Bulgur boomt – der etwas gröbere Vetter vom feinen Couscous wird nicht nur bei Veggies immer beliebter, seit türkische Einwanderer ihn bei uns bekannt gemacht haben. Und das aus gutem Grund, denn der Getreideschrot schmeckt klasse, lässt sich vielseitig verwenden und ist dazu noch gesund.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Interaktive Infografik zu Bulgur
  2. Das sollten Sie über Bulgur wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Rezepte mit Bulgur
  4. Wie gesund ist eigentlich Bulgur?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Bulgur
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Bulgur
  7. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Wieso sollte Bulgur vor dem Quellen abgewaschen werden?
    2. Was ist der Unterschied zwischen Bulgur und Couscous?
    3. Welche Gewürze passen zu Bulgur?

Interaktive Infografik zu Bulgur

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik.

Bulgur...

  • ... liefert viel Magnesium:
    Mit circa 140 Milligramm je 100 Gramm enthält Bulgur rund 40 Prozent der täglich empfohlenen Menge Magnesium. Der Mineralstoff unterstützt die Muskel- und Nervenfunktionen und kann in Stressphasen für mehr innere Ruhe sorgen.
  • ... bringt viel Eisen:
    Bulgur ist für Veggies und speziell für Veganer ein heißer Tipp: 100 Gramm enthalten immerhin rund 37,5 Prozent des Tagesbedarfs an Eisen und helfen so dabei, Mangelzuständen vorzubeugen. Kombinieren Sie den Bulgur mit etwas Vitamin-C-reichem wie Paprika, Orange oder Kiwi. So kann der Körper das pflanzliche Eisen besser aufnehmen.
  • ... bietet viele Ballaststoffe:
    Mit nur 100 Gramm Bulgur lässt sich schon beinahe ein Drittel des täglichen Bedarfs an Ballaststoffen (30 Gramm) aufnehmen. Das kurbelt eine müde Verdauung an – aber wichtig: Viel trinken, sonst quellen die Fasern nicht genügend auf.
  • ... hat reichlich B-Vitamine:
    Ebenfalls günstig für die Nerven und auch fürs Gehirn: Bulgur liefert von allen Vitaminen aus der B-Gruppe nennenswerte Mengen.
  • ... schützt vor Osteoporose:
    Bulgur ist relativ reich an Vitamin K: 100 Gramm erfüllen schon gut 24 Prozent unseres Tagessolls. Kombiniert man Bulgur mit grünem Gemüse, das ebenfalls viel Vitamin K enthält, kann man die Aufnahme gut erhöhen! Das ist besonders für Frauen wichtig, um einer Osteoporose vorzubeugen.
  • ... punktet mit Proteinen:
    Nicht nur der hohe Eisengehalt, auch der Eiweißanteil in Bulgur macht ihn zur perfekten Alternative für Vegetarier und Veganer: In 100 Gramm stecken immerhin 9 Gramm Proteine.
  • ...hat eine gute CO2-Bilanz:
    Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Bulgur gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ... enthält Gluten:
    Wer auf Kleber-Eiweiß mit Unverträglichkeiten reagiert oder an Zöliakie leidet, muss auf Bulgur leider verzichten. Er wird aus Weizen hergestellt und gilt daher als glutenreich.

Das sollten Sie über Bulgur wissen

Im Orient gehört Bulgur zu den wichtigsten nahrhaften und sättigenden Grundnahrungsmitteln. Ähnlich wie bei uns Kartoffeln kommt der grobe Schrot aus Getreide, der meistens aus Weizen besteht, zu vielen Gerichten als Beilage auf den Tisch.  Bulgur ist übrigens grundsätzlich vorgekocht.

Überhaupt ist seine Herstellung ziemlich aufwendig: Man weicht die Getreidekörner ein und dämpft sie. Anschließend werden sie an der Luft getrocknet und dann zu mehr oder weniger grobem Schrot zerbrochen. Für hellen, fast weißen Bulgur sorgt das Bleichen mit Natronlauge. So vorbereitet, braucht man Bulgur nicht einmal mehr zu kochen oder zu dämpfen. Für den klassischen Salat namens Tabouleh oder für die Vorspeise Kibbeh, die mit Lammhack zubereitet wird, genügt es, die groben Getreidestückchen einfach in heißem Wasser quellen zu lassen. Die Zubereitung in kaltem Wasser funktioniert auch, allerdings beträgt die Quellzeit dann zwischen acht und 12 Stunden.

Durch das eben beschriebene Parboiled-Verfahren wandern die Nährstoffe des Bulgurs aus den äußeren in die inneren Schichten, so gehen beim Schälen der Körner nur wenige Nährstoffe verloren.

Herkunft

Bulgur stammt aus dem Vorderen Orient.

Saison

Bulgur gibt es das ganze Jahr über.

Geschmack

Bulgur schmeckt herzhaft-nussig und angenehm nach Getreide.

Unsere liebsten Rezepte mit Bulgur

Hier gelangen Sie zu allen Bulgur-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Bulgur?

Als echtes Getreideprodukt kann Bulgur mit seinen Nährwerten jede Menge Pluspunkte sammeln: Der grobe Grieß enthält sehr viel pflanzliches Eiweiß, pro 100 Gramm fast ein Drittel des täglichen Ballaststoffanteils und hat dazu einen verschwindend geringen Fettgehalt. Das alles macht Bulgur besonders für Vegetarier und Veganer zu einer interessanten Bereicherung auf dem Tisch.

Für alle, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, ist Bulgur allerdings ungeeignet und auch Diabetiker oder Low-Carb-Fans halten sich bei Bulgur wegen des hohen Anteils an Kohlenhydraten besser zurück.

Nährwerte von Bulgur pro 100 Gramm  
Kalorien 345
Eiweiß 12 g
Fett 2 g
Kohlenhydrate 65 g
Ballaststoffe 9 g

Einkaufs- und Küchentipps für Bulgur

Einkauf

Bulgur bekommen Sie in türkischen Geschäften oder in gut sortierten Supermärkten. In der Regel stammt der Rohstoff dafür aus konventionellem Weizenanbau. Helle Sorten sind mit Natronlauge gebleicht. In Bioläden und Reformhäusern gibt es Bulgur aus ökologischem Anbau, der nicht gebleicht wird. Dort finden Sie außerdem Bulgur aus anderen Getreidesorten wie Dinkel, Gerste oder Buchweizen.

Lagerung

Da Bulgur aus zerkleinertem Getreide besteht, sollten Sie angebrochene Packungen gut verschließen oder – noch besser – in fest schließende Dosen umfüllen und möglichst bald verbrauchen. Das pflanzliche Fett aus dem Getreide kann ranzig werden und schmeckt dann entsprechend unangenehm. Bewahren Sie Bulgur maximal ein halbes Jahr trocken und kühl auf .

Vorbereitung

Bulgur ist schon vorgegart. Wenn Sie ihn roh essen möchten – zum Beispiel im arabischen Salat Tabouleh – sollten Sie ihn aber trotzdem vor dem Zubereiten 10-20 Minuten in frischem Wasser einweichen, damit er leichter verdaulich wird.

Zubereitungstipps für Bulgur

Mit Bulgur kann man nicht nur türkische, orientalische und arabische Gerichte kochen, sondern auch alte Bekannte wie Reis ersetzen. Der grobe Weizenschrot hat nämlich den großen Vorteil, sowohl zu Süßem wie zu Salzigem zu passen, da sein Geschmack relativ neutral ist.

Das macht Bulgur natürlich extrem vielseitig: Er schmeckt pur als Beilage zu Fleisch, Fisch, Geflügel und Gemüse , aber Sie können damit auch Hauptgerichte und Salate zubereiten. Eine tolle Möglichkeit, Bulgur einzusetzen, sind unter anderem Suppen: Einfach einstreuen und quellen lassen!

FAQs – die häufigsten Fragen

Wieso sollte Bulgur vor dem Quellen abgewaschen werden?

Im Herstellungsprozess und Transport können Verunreinigungen und Mehlreste an die Weizenkörner gelangen. Indem Sie den Bulgur vor der Verwendung unter kaltem Wasser abspülen, bis das Wasser klar ist, können Sie Verklumpungen und Schmutz vermeiden.

Was ist der Unterschied zwischen Bulgur und Couscous?

Während Bulgur durch das Schroten von ungeschälten Weizenkörnern entsteht, wird der Weizen für Couscous klein gemahlen und anschließend aufgeweicht und zu kleinen Kügelchen geformt. Durch diese Zubereitung enthält der Couscous weniger Nährstoffe und mehr Wasser als Bulgur.

Welche Gewürze passen zu Bulgur?

Für den typisch orientalischen Geschmack eignen sich Gewürze wie Kardamom, Kreuzkümmel und auch Zimt. Besonders würzig wird der Bulgur, wenn Sie ihn in heißer Gemüsebrühe quellen lassen.

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