Alte Gemüsesorten feiern ihr Comeback | EAT SMARTER
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Alte Gemüsesorten feiern ihr Comeback

Fast vergessen und das völlig zu Unrecht – alte Gemüsesorten erleben gerade ihr Comeback! Sorten, die einst zum Standard in der Küche zählten, treffen heute auf Ratlosigkeit. Das liegt vielleicht auch an den ausgefallenen Namen: Blauer Schwede, Portulak und Ochsenherztomate. EAT SMARTER zeigt Ihnen die besten alten Sorten für die Winterküche.

Alte Gemüsesorten

Was macht die Urgesteine unter den Gemüsen so besonders? Alte Gemüsesorten sind länger haltbar als ihre modernen Verwandten. Sie werden sogar mit der Zeit aromatischer. Wer glaubt das alte Gemüsesorten langweilig schmecken, der liegt falsch. Stattdessen sorgen sie für neue (alte) Geschmackserlebnisse. Wagen Sie sich selbst an die vergessenen Sorten heran und lassen Sie sich von EAT SMARTER inspirieren.

Blauer Schwede

Blauer Schwede

Die alte Kartoffelsorte verdankt ihren Namen der auffällig blau-violetten Farbe. Ihr violettes Fruchtfleisch ist von einer weißen Randschicht und der dunkelblauen Schale umgeben. Seit dem 19. Jahrhundert schätzen die Schweden die Urkartoffel vor allem wegen ihres kräftigen, nussig-süßlichen Geschmacks.

Weiterer Pluspunkt: Der Blaue Schwede schmeckt nicht nur gut, er ist auch sehr gesund! Neben dem hohen Vitamin C-Anteil liefert er antioxidative Anthocyane, die Schadstoffe und Radikale binden und aus unserem Körper schleusen. Die vorwiegend festkochende Urkartoffel eignet sich z.B. als Salat-, Back- oder Salzkartoffel.

Alte Gemüsesorten Ochsenherztomate

Ochsenherztomate

Sie ist das Schwergewicht unter den Tomaten. Nicht selten bringt eine Frucht 0,5 bis 1 Kilogramm auf die Waage. Den Namen trägt die Tomate zu Recht: Sie gleicht einem Ochsenherz nicht nur optisch, sondern auch im Gewicht und ihrem Volumen.

Ihre Konsistenz ist sehr fleischig und saftarm. Die gerippten Früchte besitzen mehrere Kammern, in denen der Samen aufbewahrt wird. Die aromatische Tomate eignet sich hervorragend zum Füllen und harmoniert mit Büffelmozzarella in einem mediterranen Caprese-Salat. Hier gibt's noch mehr Wissen über alte Tomatensorten.

Zu unseren Rezepten mit Ochsenherztomaten►

Alte Gemuesesorten: Urmöhre

Urmöhre

Die orangenfarbene Möhre von heute ist das Ergebnis einer Kreuzung zwischen der dunklen Urmöhre und einer gelben Futtermöhrensorte. Schuld an der violetten Färbung der Urmöhre: der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, dem ein natürlicher Oxidationsschutz zugeschrieben wird. Aber nicht nur deshalb wird die violette Möhre auch „Gesundheitsmöhre“ genannt.

Besonders reich an Vitamin B und C ist sie eine richtige Vitaminbombe und enthält im Vergleich zur heutigen Möhre bis zu 40 Prozent mehr Beta Carotin. Vorsicht jedoch bei der Zubereitung: das Anthocyan färbt Hände, Zunge und Lippen blau.

Doch als Rohkost, Saft oder im Salat macht sie mit ihrer intensiven Farbe und dem besonders süßen Aroma eine gute Figur. Und man muss sie praktischerweise nicht schälen. Wer die Urmöhre kochen möchte, sollte wissen, dass sie ihre Farbe an mitgegartes Gemüse abgibt. Im Handel finden Sie die Urmöhre als Rückkreuzung unter „BetaSweet“ oder „Purple Haze“.

Alte Gemuesesorten: Pastinake

Pastinake

Bis die Pastinake von der Kartoffel abgelöst wurde, galt das Wurzelgemüse in Deutschland als Grundnahrungsmittel. Das typische Herbst-/Wintergemüse hat einen sehr aromatischen, leicht süßlichen Geschmack und wird in England und den USA als Delikatesse verzehrt.

Aber die Pastinake ist nicht nur köstlich, sondern auch außerordentlich gesund: Jede Menge Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Zink sowie Folsäure stecken in dem kegelförmigen Gemüse. Pastinaken können vielseitig zubereitet werden.

Sie können sie roh im Salat, gekocht als Beilage, püriert in der Suppe oder gebacken genießen. Pastinakenbrei ist aufgrund seiner guten Verträglichkeit besonders beliebt für Babybrei. VIDEO: Wie man eine Pastinake vorbereitet

Zum Pastinaken-Kochbuch►

Alte Gemuesesorten: Winterportulak

Winterportulak

Nachdem der Winterportulak von Nordamerika nach Deutschland gekommen war, verbreitete er sich aufgrund seiner geringen Ansprüche an Klima und Boden rasch. Alle oberirdisch wachsenden Teile des Portulaks sind genießbar.

Geschmacklich erinnern die dickfleischigen saftigen Blätter an Spinat. Was ihn so gesund macht, sind die bemerkenswerten Gehalte an Kalzium und Vitamin C. Auch Magnesium und Eisen enthält das auch Tellerkraut genannte Gemüse reichlich. Um im Winter die Nitrataufnahme zu verringern, schneiden Sie einfach die Stiele, in denen das Nitrat gespeichert wird, ab.

Am besten genießt man Winterportulak roh in einem gemischten Salat oder im Kräuterquark auf dem Brot. 

Zum Portulak-Kochbuch►

(osw/drö/lebu)

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Wer den Portulak wieder loswerden möchte findet im Weltnetz reichlich Tipps gegen das Unkraut.
 
Toller Artikel!! Sogar mir als Gemüsefanatiker waren nicht alle Sorten bekannt. Ich hab mir schon die Uhrmöhren besorgt und werde einige Experimente starten. Danke für den Tipp
 
Ein schöner schöner Fundus für mich um endlich mal wieder auf neue, ausgefallene Ideen zu kommen! Ich werde mich direkt morgen mal auf den Weg zum Gemüsehändler machen, kann es kaum erwarten, mehr davon!