Kümmel | EAT SMARTER
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Kümmel

Geliebt oder verhasst – Kümmel! Geliebt oder verhasst – Kümmel!

Was man über Kümmel wissen muss und warum das Gewürz Kümmel so gesund ist.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – die einen lieben Kümmel über alles, die anderen hassen es, auf seinen Früchten kauen zu müssen. Dabei muss man das gar nicht, denn Kümmel gibt es auch gemahlen. Warum es sich definitiv lohnt, dem Kümmel eine kulinarische Chance zu geben, verraten wir hier.

Das sollten Sie über Kümmel wissen

Wertvolles vom Wegesrand: Kümmel wächst in ganz Europa sowie in Asien und Nordafrika wild und verschönert mit seinen zwischen Mai und Juli weiß-rosa blühenden Dolden zahllose Wiesen. Begehrt sind allerdings ausschließlich die braunen Früchte dieser bis 1 m hoch wachsenden Pflanze. Sie sehen länglich-elliptisch aus, setzen sich aus zwei Teilstücken zusammen und bestehen aus mehreren Rippen. Um den Bedarf zu decken, würde natürlich wild gesammelter Kümmel bei weitem nicht ausreichen und das Gewürz außerdem extrem verteuern. Längst baut man Kümmel also auch in großen Kulturen an. Als der beste gilt Kümmel aus Holland, der mit dem Qualitätssiegel „Amsterdamer Qualität“ auf den Markt kommt. Bedeutende Anbaugebiete für Kümmel liegen aber auch in Polen und bei uns in Deutschland vor allem in Ostfriesland.
Bei den magischen Effekten, die man dem Kümmel im Mittealter zusprach, fehlen Beweise. Damals galt Kümmel als probates Mittel, um Dämonen zu vertreiben und Hexerei zu bannen. Die heilsamen und wohltuenden Wirkungen von Kümmel auf den Körper allerdings bestätigen auch moderne Mediziner und Naturheilkundler.

Herkunft & Geschichte: Archäologen fanden bei der Untersuchung von Überresten von Siedlungen aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. in der Schweiz  unter anderem Spuren von Kümmel; auch in den noch etwa 1000 Jahre älteren Schriften aus Mesopotamien wurde Kümmel bereits erwähnt.

Geschmack: Sein charakteristisches, intensives Aroma verdankt Kümmel den darin reichlich enthaltenen Ölen. Geschmacklich erinnert er entfernt an Anis und Fenchel, mit denen er botanisch verwandt ist.

Wie gesund ist eigentlich Kümmel?

Die ätherischen Öle in Kümmel bringen gleich mehrere wohltuende Effekte, besonders für Magen und Darm: Sie regen den Appetit leicht an, sorgen für die Ausschüttung von mehr Magensäure, entspannen die Muskulatur im Verdauungstrakt und wirken außerdem antibakteriell, bekämpfen also krankmachende Keime. Tee aus Kümmel gilt – pur oder mit Anis und Fenchel gemischt – als ausgesprochen hilfreich bei Magen- und Darmbeschwerden aller Art; traditionell kommt Kümmeltee aber auch oft zum Einsatz, um bei Stillenden die Milchbildung anzuregen. In der Naturheilkunde hat Kümmel außerdem Bedeutung als bewährtes Hausmittel bei Husten.

Tee aus Kümmel können Sie in der Apotheke kaufen, aber auch ganz einfach selbst machen: Einfach 1/2  TL Kümmel im Mörser etwas zerdrücken, mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend durch ein Teesieb gießen und warm schlückchenweise trinken.

Kümmel - wichtig zu wissen:

Die Samen von Kümmel sehen den giftigen Früchten des Schierlings zum Verwechseln ähnlich. Sammeln Sie darum Kümmel im Sommer nur selbst, wenn Sie sich wirklich genau auskennen. In manchen Fällen kann Kümmel übrigens bei Menschen mit Asthma zu Problemen führen; andere allergische Reaktionen kommen sehr selten vor.

Einkaufs- und Küchentipps für Kümmel:

Einkauf: Wer nicht gern auf den ganzen Samen herum beißt, bekommt Kümmel auch gemahlen in kleinen Metalldöschen.

Lagerung: Die ätherischen Öle, die dem Kümmel seinen intensiven Duft und sein typisches Aroma geben, verfliegen schnell. Bewahren Sie darum Kümmel immer gut geschützt vor Licht und Luft auf. Falls Sie gemahlenen Kümmel lose bzw. in Tüten verpackt kaufen, sollten Sie das Pulver nach Anbruch der Packung in eine fest verschließbare Metalldose oder in ein Schraubglas umfüllen und dunkel aufbewahren.

EAT SMARTER Empfehlung für Kümmel:

Ganze Kümmelfrüchte geben allen Gerichten ein besonders intensives Aroma. Wer diesen Effekt nutzen, aber die relativ harten Samen nicht im Essen haben möchte, kann zu einem Trick greifen: Geben Sie den Kümmel in ein kleines Mullsäckchen, das Sie mitgaren. Vor dem Servieren können Sie es dann einfach herausnehmen. Eine andere Methode klappt ebenfalls gut: Überbrühen Sie Kümmel mit wenig kochendem Wasser, lassen ihn 10 Minuten ziehen und gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb an das jeweilige Gericht.

Zubereitungstipps für Kümmel:

Wo es Kraut gibt, ist auch Kümmel nicht fern! Im Süden Deutschlands spielt Kümmel daher eine besonders große kulinarische Rolle: Dort liebt man zwar auch Brot und Brötchen mit seinem typischen Geschmack, würzt damit aber vor allem Spezialitäten wie Bayerisch Kraut, Schweinebraten, gebratene Haxe, Obatzten oder Gulasch. Aber auch in anderen Regionen sowie in anderen Ländern kommt Kümmel vor allem bei deftigen und gehaltvollen Gerichten zum Zug. Aus guten Gründen: Das Gewürz gibt einerseits einen kräftigen Geschmack und macht andererseits sonst Schwerverdauliches gut bekömmlich. Das macht Kümmel zum Favoriten bei vielen  Klassikern mit Kohl und Kraut wie zum Beispiel unseren smarten Kohlrouladen, dem vitaminreichen und kalorienarmen Weißkrautsalat, den köstlichen vegetarischen Krautnudeln oder Schupfnudeln mit Weißkraut.

Unverzichtbar ist Kümmel für viele außerdem beim Kochen von Pellkartoffeln, denen er geschmacklich einen kleinen Extra-Kick verleiht. Auch in der österreichischen, ungarischen und überhaupt in der osteuropäischen Küche kommt Kümmel gern und oft in die Töpfe, beispielsweise gehört er zwingend in ein gutes Szegediner Gulasch oder in eine deftige Gulaschsuppe.

Rezepte mit Kümmel:

Rezepte mit Kümmel finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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