Rohkosternährung: Nur mit Einschränkungen empfehlenswert | EAT SMARTER
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Ernährungslehre

Rohkosternährung: nur mit Einschränkungen empfehlenswert

Rohkosternährung Rohkosternährung

Eine reine Rohkosternährung macht aus Sicht der Ernährungswissenschaft wenig Sinn. Eine gemischte Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil ist hingegen allemal gesund.

Rohkosternährung: zurück zu den Wurzeln

Bei der Rohkosternährung werden je nach Schule mehr oder weniger strikt nur Lebensmittel konsumiert, die nicht über 40 Grad erhitzt oder auch andere Weise denaturiert wurden, etwa durch Gärungsprozesse. Dabei können die Lebensmittel sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein. Nach Ansicht der Rohkostbefürworter hat sich der Mensch evolutionär noch nicht an gekochte Speisen anpassen können, so dass sie seiner Gesundheit schaden. Sie gehen davon aus, dass wir immer noch mit denselben genetischen Eigenschaften ausgestattet sind wie die Frühmenschen, die sich ihrer Ansicht nach so ernährten wie unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen. Deren Nahrung enthält durchschnittlich 52%  Früchte und Beeren, 35% Blätter, Wildpflanzen und Sprossen, 7% Wurzeln, Samen und Rinden, 5% Blüten sowie etwa 1% Kleingetier und Insekten.

Mehr Vitalstoffe, weniger Schadstoffe

Bei längerem Erhitzen werden manche Stoffe in unserer Nahrung zerstört, etwa Mikronährstoffe wie Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe oder ungesättigte Fettsäuren. Gleichzeitig entstehen beim Erhitzen vermehrt giftige Stoffe wie Acrylamid und verschiedene schädliche Fettstoffe. Die Rohkosternährung soll damit zu einer robusteren Gesundheit verhelfen.

Teils mehr als genug, teils zu wenig

Eine Studie der Universität Gießen an Rohköstlern kam zu dem Ergebnis, dass 6 von 10 Rohköstlern Untergewicht hatten und etwa ein Drittel der Frauen unter 45 keine Regel bekam - eine häufige Folge von Mangelernährung. Blutuntersuchungen zeigten, dass die getesteten Rohköstler in Bezug auf einige Vitalstoffe deutlich überversorgt waren, dass sie in Bezug auf andere Stoffe aber unterhalb der Empfehlungen lagen, etwa bei Calcium, Zink, Jod, Eisen und Vitamin D.

Kleineres Gehirn durch Rohkost?

Nach Ansicht des Biologen Richard Wrangham erhitzten bereits die Frühmenschen vor fast zwei Millionen Jahren ihre Nahrung und setzten erst dadurch die rapide Gehirnentwicklung in Gang, die den Menschen an die Spitze der Nahrungskette katapultierte und die menschliche Kultur erst möglich machte. Doch selbst wenn Wrangham unrecht hat und die gängige Meinung stimmt, der Mensch habe erst vor 250.000 Jahren zu kochen begonnen, reicht doch auch dieser Zeitraum für genetische Anpassungen vollkommen aus. An den Konsum von Milch hat sich der Mensch in weit kürzerer Zeit angepasst, innerhalb von ca. 10.000 Jahren.

In jedem Fall gut gewaschen!

Abgesehen von dem Risiko, sich mit einer reinen Rohkosternährung in Bezug auf manche Stoffe unzureichend zu ernähren, besteht bei rohen Lebensmitteln immer auch theoretisch eine Infektionsgefahr mit gefährlichen Keimen, wie das Beispiel EHEC gezeigt hat. Auf Dauer ist eine reine Rohkosternährung deshalb nur machbar, wenn man zum einen sehr darauf achtet, mit allen Nährstoffen versorgt zu werden und zum anderen alle Lebensmittel gründlich reinigt. Ganz sicher, und darauf weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hin, ist ein hoher Anteil an ungekochtem Obst und Gemüse als Ergänzung zur normalen Ernährung sehr gesund.

Befürworter halten eine reine Rohkosternährung für gesünder, da sie meinen, das die Menschen biologisch nicht an erhitzte Nahrung angepasst sind. Diese Meinung lässt sich wissenschaftlich nicht untermauern. Eine reine Rohkosternährung kann zu Mangelernährung führen und das Infektionsrisiko erhöhen. Die meisten Ernährungswissenschaftler halten eine normale Mischkost mit einem gehörigen Anteil an Rohkost (Obst, Gemüse) für optimal.

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Dieser Artikel basiert einfach auf "Wissenschaft", die das Althergebrachte zu verteidigen sucht und wo zuerst zu forschen ist, wer diese "Forschung" finanziert. Um zuverstehen, das erhitzte, konservierte und somit tote Kost den Körper und Geist langsam degeneriert, braucht es nichtmal Forschung sondern nur gesunden Menschenverstand (in bestem Sinne) und wache Wahrnehmung. Gehe man nur wachen Verstandes durch unsere Tempel des "täglichen Bedarfs" und mache sich dann bewußt, woher denn die rapide wachsende Zahl von Fettleibigkeit und diversen Krankheiten, bis hin zu Krebs etc. stammen solle. Von einer Gesunden Ernährung gemäß unserers natürlichen Ursprungs, die wie bei allen Lebewesen nicht erhitzt ist oder raffiniert, wird man weder ein kleineres Gehirn bekommen noch untergewichtig (nur im Vergleich zur inzwischen übergewichtigen Masse) auch bekommt man davon weder Artritis, Diabetis, Demenz und Krebs. Diese Krankheiten kauft man langsam und schleichend in jedem Supermarkt und Fastfoodkette und sogar Restaurant mit ein. Eines ist aber wichtig, will man zu einer völligen Rohkosternährung zurück, sollte man sich mit anderen Rohköstlern austauschen, da es eine Entgiftung des Körpers auslöst ähnlich wie beim Fasten. Da wir von der "normalen" Nahrung verschlackt und auch abhängig geworden sind, Sie werden es merken ;-) kann es zunächst neben den zahlreichen Heilungsprozessen (z.B. Verschwinden von Allergien) zuerst zu Unverträglichkeiten kommen. Diese sind aber nicht auf die Rohkost sondern die vom Körper ausgespülten Giftstoffe zuzückzuführen. Wir sollten weder einer vollkommen entarteten Nahrungsmittelindustrie länger Glauben schenken noch einer Forschung die sie finanziert. Bei den Medizinern gilt das ähnlich - fragen Sie den Arzt zunächst wie er sich selber ernährt bevor Sie ihm vertrauen ...