Low Carb Ernährungsplan – Sinn oder Unsinn? | EAT SMARTER
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Sophie Thiel
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Low Carb Ernährungsplan – Sinn oder Unsinn?

Low Carb Ernährungsplan Low Carb Ernährungsplan

Sie stecken in Nudeln, Reis und Brötchen: Kohlenhydrate. Der Duft nach frisch gebackenem Kuchen hat sicherlich schon so manchen Diätplan zerstört. Experten streiten darüber, ob Kohlenhydrate unersetzliche Energielieferanten des Körpers sind – oder aber zu Krankheiten führen. Mit einem Low Carb Ernährungsplan versuchen viele Menschen, sich vor Übergewicht und anderen möglichen Risiken zu schützen. EAT SMARTER klärt über das Für und Wider auf.

Low Carb“ ist die englische Abkürzung für eine Kohlenhydrat-Minimierung. „Low“ heißt wenig, „Carb“ steht für das Kohlenhydrat. Bei dieser Art von Ernährung reduziert man den täglichen Anteil der Kohlenhydrate. Das Ziel ist es, Gewicht zu verlieren, eine Erkrankung des Stoffwechsels zu behandeln oder die Gesundheit präventiv zu schützen.

Der Low Carb Ernährungsplan

Im Bereich „Low Carb“ gibt es verschiedene Theorien über die sinnvollste Ernährungsweise: Der Atkins-Diät zufolge muss man zu Beginn zum Beispiel fast ganz auf Kohlenhydrate verzichten. Bei Anwendungen wie der Logi-Methode hingegen ist nur die Zufuhr von Kohlenhydraten mit hohem glykämischen Index zu meiden. Dieser misst, ob der Blutzucker ansteigt – je höher der Wert, desto höher ist der Blutzuckerspiegel. Grundsätzlich trifft folgendes bei jedem Low Carb Ernährungsplan zu: Die täglichen Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Gemüse, Milchprodukten, Fisch und Fleisch. Kohlenhydrate fallen ganz oder teilweise weg, dafür kommen Fette und Proteine wie zum Beispiel Butter und fettes Fleisch zum Zug.

Variante I: Essen nach Zahlen

Bei diesem Low Carb Ernährungsplan ist die Kohlenhydratmenge begrenzt, zum Beispiel auf maximal 70 bis 110 Gramm pro Tag. Die tägliche Kost besteht vorzugsweise aus tierischen Nahrungsmitteln. Fett ersetzt Kohlenhydrate, Zucker und Stärke fallen zum großen Teil weg.

Variante II: Blutzucker im Fokus

Bei dieser Form der Low Carb-Ernährung ist neben der Menge der Kohlenhydrate auch die Geschwindigkeit, mit der sie den Blutzucker erhöhen, ausschlaggebend. Grund dafür ist die Tatsache, dass ein schneller Anstieg Forschungen zufolge zu einer starken Ausschüttung von Insulin führt. Deswegen sinke der Blutzuckerspiegel schnell wieder – und ein neues Hungergefühl entstehe. Grundlage dieses Low Carb Ernährungsplans sind Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und Öle. Die Kost ist sehr eiweißreich und integriert unter anderem Fisch, Soja oder Eier.

Kohlenhydrate in der Nahrung

Kohlenhydrate zählen zu den Grundnährstoffen des Menschen und kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor: zum Beispiel in Reis, Weizen, Hirse, Roggen oder Hafer. Damit bestehen Leckereien wie Kuchen und Nudeln vor allem aus Kohlenhydraten. Auch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen weisen einen hohen Gehalt auf.

Findige Leute haben deshalb zum Beispiel das Low Carb Brot entwickelt – doch es gibt auch Kritik!

Energielieferant oder Fettpolster?

Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten für den menschlichen Körper – besonderer Bedeutung sind Glukose, Fructose und Galaktose. Glukose aus Traubenzucker ist zum Beispiel der wichtigste Energieträger. Warum also sollte man auf diesen Stoff verzichten? Experten sagen, es kommt darauf an, wie viele und vor allem welche Kohlenhydrate man zu sich nimmt: Die einen nimmt der Körper nämlich sehr schnell auf – deshalb fühlt der Mensch kaum ein Sättigungsgefühl. Es kommt zu starken Blutzuckerschwankungen. Andere Kohlenhydrate aber wirken Studien zufolge sogar schützend gegen Übergewicht, denn der Körper braucht für ihre Verdauung viel Zeit.

Kohlenhydrat ist also nicht gleich Kohlenhydrat. Vollkornprodukte etwa enthalten „gute“, weil ballaststoffreiche Kohlenhydrate, stark gezuckerte Limonaden, Weißmehl und Kuchen hingegen lassen den Blutzucker in die Höhe schnellen.

Low Carb in der Kritik

Ernährungspläne mit dem Fokus auf Low Carb sind in der Ernährungswissenschaft umstritten. Manche Experten kritisieren die Methode als Fehlernährung, unter anderem solche der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). In der Kritik stehen dabei die vermeintlich einseitige Ernährung aufgrund der Vermeidung von Kohlenhydraten und die gesteigerte Aufnahme von Fetten und Eiweißen. Ärzte berichten, dass stressanfällige oder depressive Menschen ihr Stimmungsbild durch eine kohlenhydratreiche und eiweißarme Diät positiv beeinflussen können. Für Solche ist ein Low Carb Ernährungsplan ihrer Ansicht nach nicht zu empfehlen.

Rezepte für den Low Carb Ernährungsplan

Viele Anwender aber schwören auf die kohlenhydratarme Kost und betonen, sich besser und aktiver zu fühlen. Wer es selbst einmal probieren möchte, findet hier Anregungen für einen exemplarischen Low Carb Tag.

Frühstück: Avocado-Smoothie, dazu Hagebutten-Chili-Tee mit Rooibos

Lunch: Gefüllte Putenröllchen mit Sellerie-Apfel-Salat auf Avocado oder Fischfilets mit Mandelkruste

Snack: Schnelle Fischsuppe

Dinner: Mariniertes Lammrückenfilet mit Kräutern und Lavendelblüten

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Bild des Benutzers silbertuerkis
Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen. Da ich dazu neige, schnell zuzunehmen, habe ich mir angewöhnt, bei allen Produkten, die ich kaufe, die Nährstoffliste zu lesen und danach zu wählen. So kommen keine Weißmehlerzeugnisse oder welche mit hohem Fett- und Zuckeranteil in meinen Einkaufswagen. Außerdem nutze ich jede Möglichkeit, alles selber zu machen, wodurch ich selbst entscheiden kann, wieviel Fett oder Zucker in meinen Gerichten ist. Zudem umgehe ich die Aufnahme von Zusatzstoffen jeglicher Art, worauf der Körper nun wirklich verzichten kann.
 
Danke, das Thema finde ich hier gut angerissen, jedoch muss, wie so häufig, wesentlich mehr differenziert werden. Es gibt kein einfaches Gut oder Schlecht. Fakt ist jeodch, dass viel zu viele zuckermanipulierte Lebensmittel verkauft werden. Man muss sich nur anschauen, wer eigentlich hinter den führenden Organisationen, wie DLG oder DEG stecken, die Empfehlungen und Gütesiegel für Lebensmittel verteilen. Das sind die "Vereine" der Lebensmittelindustrie, die sich mit ihren "Gütesiegeln und -plaketten" hochjubeln, sich also gegenseitig prämieren und unserer Gesellschaft in den Zuckerwahn treiben. Das ist Marketing auf Kosten der Volksgesundheit ! Das unausgesprochene Ziel dieser Lobby ist ganz klar: Viel Zucker = Hoher Insulinspiegel = Hunger = Kaufen = Umsatz und Noch mehr Zucker = noch mehr Umsatz ! In Nordamerika und ähnlichen Hyper-Junkfood-Regionen ist die Nahrungsmittelindustrie schon sehr weit gekommen damit. Schaut Euch nur die durchschnittlichen BMI-Statistiken an. Alles klar !? Mein pers. Fazit: Wir nehmen soviel versteckten Zucker zu uns, dass eine Low-Carb-Ernährung nicht schlecht sein kann. Und ich meine ausdrücklich Low-Carb nicht etwa No-Carb ala Atkins...
 
Ich, selber Ernährungsberaterin, bin der Meinung,dass solange man sich mit seinem Körpergewicht wohl fühlt, man keine Abmagerungs-Diät sollte. Eine andere Sache ist, wenn Krankheits-Symptome sich zeigen (sei es Zölliakie, Diabetes, Gicht, oder Adipositas etc. etc.) dann ist eine Diät sicher angezeigt. Was nutzt eine optimale Figur, wenn manden ganzen Tag schlechte Laune hat und sein Umfeld mit der "Laune" tyrannisiert, nur weil manein paar Pfunde mehr mit sich rumträgt? Wenn man den ganzen Tag über nuran das Essen denken muss! Dann doch lieber die paar Pfunde mit sich rumschleppen, gute Laune verbreiten und mit sich zufrieden sein, vorallem wenn schon ein älteres Semester sein. Übrigens ich habe mein "Wohlfühlgewicht" (Gr.163 cm bei 60 kg) und ich esse was mir schmeckt ausser Fleisch.
 
"Ärzte berichten, dass stressanfällige oder depressive Menschen ihr Stimmungsbild durch eine kohlenhydratreiche und eiweißarme Diät positiv beeinflussen können. Für Solche ist ein Low Carb Ernährungsplan ihrer Ansicht nach nicht zu empfehlen." Das ist widersprüchlich.
 
Warum widersprüchlich ? Angeblich sorgen mehr Kohlehydrate und weniger Eiweiß für eine bessere Stimmungslage bei den Betroffenen. Low carb bedeutet aber das Gegenteil...

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