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Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse
09. August 2016

Herzinfarkt: Symptome erkennen & schnell handeln

Von EAT SMARTER

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Nicht immer sind die Symptome eindeutig; vor allem Frauen sollten auch die eher untypischen Anzeichen kennen und ernst nehmen, denn für sie endet ein Infarkt öfter tödlich als bei Männern.

Herzmassage bei einem Herzinfarkt
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280.000 Menschen erleiden laut Statistik in Deutschland einen Herzinfarkt – das sind so viele, wie die Stadt Augsburg Einwohner hat. 60.000 von ihnen sterben an den Folgen des Infarktes.

Was ist ein Herzinfarkt?

Wenn die Innenwände unserer Arterien verkalken, steigt das Risiko eines Herzinfarktes. Denn diese Wandverkalkungen können plötzlich aufreißen, und das nun frei liegende Gewebe verursacht die Bildung eines Blutgerinnsels. Es kommt zu einem Gefäßverschluss, woraufhin das durch dieses Gefäß versorgte Gewebe zugrunde geht.

Sehr viel seltener entsteht ein Herzinfarkt durch eine Embolie. Dabei wird das Gefäß zwar ebenfalls durch ein Blutgerinnsel blockiert, doch ist dieses nicht an Ort und Stelle, sondern in einem anderen Körperteil entstanden und mit dem Blut in die Herzgefäße transportiert worden.

Meist ist der Herzinfarkt Folge der sogenannten koronaren Herzerkrankung (KHK), daher begünstigen die Risikofaktoren der KHK auch die Entstehung des Herzinfarktes. Zum Teil können Sie diese Risikofaktoren nicht beeinflussen, zum Beispiel Veranlagung, Lebensalter und Geschlecht. Andere Faktoren haben Sie selbst in der Hand: Fettstoffwechselstörungen zum Beispiel, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Rauchen.

So erkennen Sie einen Herzinfarkt

Typische Alarmzeichen sind plötzlich auftretende, anhaltende und eventuell auch rasch zunehmende Schmerzen im Brustbereich, die in den linken Arm, in den Oberbauch oder in den Kiefer ausstrahlen können. Seltener kommt es zu Beschwerden im Bereich des Rückens, Unterbauches oder Nacken. Die Schmerzen können sehr stark ausgeprägt und mit einem Engegefühl verbunden sein; oft empfinden die Betroffenen ein starkes Angstgefühl.

Aber Achtung: Ein Teil der Herzinfarktpatienten, etwa 15 bis 20 Prozent, hat keine Schmerzen. Das betrifft besonders Frauen, Diabetiker und ältere Patienten. Man nennt dies einen stummen Infarkt. Betagte Patienten leiden mitunter nur an einer Luftnot.

Weitere plötzlich auftretende Symptome, die mit oder ohne Schmerzen vorkommen können, sind Bewusstseinsverlust, Herzrhythmusstörungen, Schwäche oder Blutdruckabfall. Daneben sind Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen oder Schwitzen mögliche Beschwerden.

Oft treten die Symptome nach schwerer körperlicher Anstrengung oder in psychischen Stresssituationen auf, aber auch Ruhephasen können den Beschwerden vorausgehen. So kommt es nicht selten zu Herzinfarkten in den frühen Morgenstunden, kurz nach dem Aufwachen.

Herzinfarkt bei Frauen: Seltener, aber gefährlicher

Frauen erleiden zwar seltener einen Herzinfarkt als Männer, aber sie sterben häufiger daran: 38 Prozent der Frauen, aber nur 25 Prozent der Männer sterben im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt.

Der Grund: Nur bei etwa der Hälfte der Frauen äußert sich ein Herzinfarkt mit den typischen Symptomen. Häufig äußern sich die Schmerzen nicht linksseitig, sondern in der rechten Schulter, im Rücken, im Oberbauch oder Unterkiefer.

Die Schmerzen können sogar ganz ausbleiben; dann leiden Frauen nur unter Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Bei Frauen wird ein Herzinfarkt häufiger nicht als solcher erkannt; daher ist ihr Risiko höher.  Eine weitere Ursache der höheren Sterblichkeit könnte auch das Alter zum Zeitpunkt des Herzinfarkts sein: Frauen erleiden den ersten Herzinfarkt etwa acht bis zehn Jahre später als Männer. Je älter die Patienten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Erkrankungen vorliegen, die die Überlebenschancen verschlechtern.

Auch in der medizinischen Versorgung bestehen Unterschiede. Beispielsweise nehmen Ärzte bei Frauen seltener Herzkatheteruntersuchungen und Bypass-Operationen vor als bei Männern. Außerdem bekommen Frauen seltener Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer und Lipidsenker verordnet.

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Bisherige Kommentare

 
"280.000 Menschen erleiden laut Statistik in Deutschland einen Herzinfarkt – das sind so viele, wie die Stadt Augsburg Einwohner hat. 60.000 von ihnen sterben an den Folgen des Infarktes." Am Tag, im Monat, im Jahr?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Fury, bei der Angabe handelt es sich um eine jährliche Hochrechnung, also 280.000 Menschen im Jahr. Herzliche Grüße, Ihr EAT SMARTER-Team

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