Wissenschaftlich geprüft

Die richtige Ernährung bei Fettleber

Von Aaron Jöcker mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl
Aktualisiert am 04. Dez. 2019
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Durch die richtige Ernährung kann sich eine Fettleber vollständig zurückbilden und Folgeerkrankungen verhindert werden. EAT SMARTER verrät Ihnen, wie die sich bei einer Fettleber richtig ernähren.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eine Fettleber?
  2. Symptome einer Fettleber
  3. Verlauf einer Fettleber-Erkrankung
  4. Ursachen einer Fettleber
  5. Richtige Ernährung bei einer Fettleber
  6. Was darf man bei einer Fettleber trinken?
  7. Wissen zum Mitnehmen

Deutschlandweit sterben jährlich mehr als 20.000 Menschen an den Folgen einer alkoholischen Fettleber. Doch auch Nicht-Trinker sind gefährdet eine Fettleber zu entwickeln. Europaweit ist die nichtalkoholische Fettleber die Hauptursache für die Entwicklung von chronischen Lebererkrankungen.

Mit einer Erkrankungsrate von etwa 30 Prozent leidet jeder dritte Europäer an den Folgen einer Fettleber. Doch es besteht die Möglichkeit, dass sich eine Fettleber vollständig zurückbildet. Die Ernährung spielt in dieser Hinsicht eine entscheidende Rolle (1).

Was ist eine Fettleber?

Bei einer Fettleber lagern die Leberzellen vermehrt Fett ein, sodass sich tröpfchenförmige Fettablagerungen im Lebergewebe zeigen lassen. Die Aufgabe der Leber besteht darin, die Nahrung in Nährstoffe zu verwandeln und Gifte aus dem Blut zu filtern. Wenn die Leber verfettet ist, kann sie Fette aus der Nahrung nicht mehr aufspalten. Der Fettgehalt der Leber liegt normalerweise unter fünf Prozent der Leberzellen.

Diese Fettablagerungen können die lebenswichtige Entgiftungsfunktion der Leber stark einschränken und zu einer Vergrößerung sowie Vernarbung der Leber führen. Es ist somit zwingend notwendig, etwas gegen eine Fettleber zu unternehmen. Bleibt sie unbehandelt, kann dies langfristig lebensbedrohliche Konsequenzen mit sich bringen.

Merke!
Eine Fettleber äußert sich durch Fettablagerungen im Lebergewebe, welche die Funktion der Leber stark einschränken.

Symptome einer Fettleber

Die Fettleber-Symptome sind oft unspezifisch. Die Erkrankung kann über mehrere Jahre verlaufen, ohne dass Betroffene Beschwerden haben. Einige Betroffene leiden unter Müdigkeit und Konzentrationsstörungen, einem Druckgefühl im rechten Oberbauch oder unter Völlegefühl.

In den meisten Fällen haben die Patienten allerdings gar keine Symptome und erst wenn die Fettleber sich entzündet, treten Beschwerden auf. Bei einer Blutuntersuchung steigen die Leberwerte auch erst an, wenn sich eine solche Entzündung entwickelt hat; im ersten Stadium bleibt eine Fettleber oft noch unbemerkt.

Merke!
Betroffene einer Fettleber sind anfangs meist beschwerdefrei bis die Erkrankung fortgeschritten und die Fettleber entzündet ist.

Verlauf einer Fettleber-Erkrankung

Von einer Fettleber ist dann die Rede, wenn mehr als fünf Prozent der Leberzellen Fett eingelagert haben. Diese Form der Fettleber wird auch als "einfache Fettleber" bezeichnet. Sie entsteht unter anderem durch eine dauerhaft hohe Konzentration von Triglyceriden (Fettmolekülen), welche sich in der Leber ansammeln.

Durch die Oxidation der gespeicherten Fettmoleküle kann es schließlich zu einer Entzündung der Leberzellen (Fibrose) kommen. Auf diese Weise entwickelt sich die einfache Fettleber zur "nichtalkoholischen Steatohepatitis", kurz "NASH(2).

In den meisten Fällen verläuft die NASH zunächst ohne negative Symptome. Da die Leber jedoch weiterhin versucht, ihre Aufgaben vernünftig zu erledigen, kompensiert sie ihre eingeschränkte Funktionsfähigkeit, indem sie sich vergrößert (3).

Sobald Betroffene ihren Lebensstil verändern, kann sich der Körper von der Leberverfettung sowie -entzündung erholen. Bleibt dieser Lebenswandel jedoch aus, kommt es langfristig zur irreversiblen Leberzirrhose. Im Rahmen der Leberzirrhose sterben die Leberzellen ab und das Gewebe vernarbt. Zudem kann es zur Entstehung von Krebszellen kommen. Um Leberkrebs und eine Leberzirrhose zu verhindern, müssen frühzeitig Maßnahmen zum Entgegenwirken unternommen werden.

Merke!
Die übermäßige Einlagerung von Fett in den Leberzellen führt zur einfachen Fettleber. Entzünden sich die Leberzellen, kann dies langfristig zu einer Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Ursachen einer Fettleber

Eine Fettleber kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entsteht eine Fettleber durch chronischen Alkoholismus, Diabetes mellitus sowie Übergewicht und Fettsucht. Liegen die Ursachen für die Fettleber nicht im Missbrauch von Alkohol, ist von einer "nichtalkoholischen Fettleber" die Rede. Die Ursachen für die nichtalkoholische Fettleber können sowohl krankheits- als auch ernährungsbedingt sein. Die richtige Ernährung bei einer Fettleber kann diese wieder zurückbilden und Folgeerkrankungen wie eine Zirrhose, bei der Leberzellen zerstört werden, verhindern.

Die Ursache der alkoholischen Fettleber liegt in chronischem Alkoholmissbrauch. Ab einem täglichen Konsum von mehr als 20 Gramm Alkohol bei einer Frau und mehr als 30 Gramm Alkohol bei einem Mann geht die Wissenschaft davon aus, dass der Alkoholkonsum für die Entstehung der Fettleber hauptverantwortlich ist (1). Liegt der Alkoholkonsum unter den Grenzwerten kann davon ausgegangen werden, dass andere Faktoren für die Fettleber verantwortlich sind.

Zu den Lebensstilfaktoren, die zu einer nichtalkoholischen Fettleber beitragen, zählen:

  • erhöhte Kalorienzufuhr
  • Übergewicht oder Adipositas (viszerales Fett)
  • Insulinresistenz/Diabetes mellitus
  • gestörter Fettstoffwechsel/Hyperlipidämie
  • geringe körperliche Aktivität

All diese Faktoren stehen in einem engen Zusammenhang und begünstigen zum einen die Verfettung der Leberzellen sowie zum anderen den Ablauf von Entzündungsprozessen (1).

Bislang gibt es keine Medikamente, die gegen eine Fettleber vorgehen können. Die einzige Behandlungsmöglichkeit einer Fettleber ist die Ursachenbekämpfung. Hierzu muss die Ernährung umgestellt sowie mehr Sport getrieben und gänzlich auf Alkohol verzichtet werden.

Merke!
Mögliche Ursachen sind, neben Alkoholmissbrauch, auch Übergewicht, Insulinresistenz, erhöhte Blutfettwerte sowie zu wenig Bewegung. Die einzige Behandlung ist eine gesunde Ernährung mit gleichzeitigem Alkoholverzicht.

Richtige Ernährung bei einer Fettleber

Die richtige Ernährung bei Fettleber spielt eine entscheidende Rolle für die Rückbildung der Fettleber. Bei einer Fibrose oder Zirrhose stellt eine leichte Vollkost die beste Ernährungsform dar. Außerdem steht eine kalorienreduzierte Ernährung im Mittelpunkt, da die Kalorienreduktion zur Folge hat, dass sich Fetteinlagerungen in der Leber zurückbilden können.

Vollkornprodukte sollten den Weißmehlprodukten vorgezogen werden. Forscher fanden heraus, dass es vor allem die kurzkettigen Kohlenhydrate Glucose, Fructose und Saccharose sind, welche die Entstehung einer Fettleber begünstigen. Softdrinks und Süßigkeiten sind aus diesem Grund ebenfalls tabu (6).

Besonders Obst und Gemüse sollten auf den Tisch kommen. Beide liefern viele Vitamine und Mineralsstoffe und wirken so einer möglichen Mangelernährung entgegen. Das Gemüse sollte möglichst gegart oder gedämpft werden, damit es seine wertvollen Stoffe nicht verliert. Sehr empfehlenswert sind Karotten, alle Kohlsorten, Bohnen, Brokkoli, Rote Bete, Tomaten, Gurken, alle Pilze und Salatsorten, Zucchini und Spinat. Dazu kommen zuckerarme Obstsorten wie Grapefruit, Beeren, Papaya und Kiwis, auch Orangen, Äpfel, Bananen, Pfirsiche und Pflaumen sind empfehlenswert. Möglichst vermieden werden sollten: Mais und gezuckerte Obstkonserven, trockenobst und Obstmus – aufgrund des hohen Zuckerhaltes – sowie Pommes frites und Bratkartoffeln. Süßkartoffeln, Ananas, Banane, Birne, Mango und Weintrauben sind in Maßen in Ordnung. 

Sehr empfehlenswert sind außerdem eiweißreiche und fettarme Nahrungsmittel für die Ernährung bei Fettleber. Hart gekochte oder in Speisen verkochte Eier, Joghurt, Magerquark und Käse, der über 30 Prozent Fett in der Trockenmasse nicht übersteigt, sind perfekte Eiweißlieferanten. Um Ihren Eiweißbedarf zu decken, eignen sich magerer Fisch, Tofu, Hülsenfrüchte sowie Eiwei in allen Variationen und fettarme Milchprodukte ideal. Dagegen sollten sehr fetthaltige Käsesorten, gezuckerte Fruchtjoghurts sowie Milchmixgetränke nichz verzehrt werden.. 

Wie Sie Ihren Zuckerkonsum nachhaltig reduzieren können, verrät Ihnen der Zucker-Experte Dr. med. Matthias Riedl in diesem Video:

Tipp: Die richtige Ernährung bei Fettleber sollte immer in enger Zusammenarbeit mit einem Ernährungsmediziner ausgearbeitet werden. Nur so können Sie den Erfolg Ihrer Bemühungen kontrollieren und in schwierigen Situationen wertvolle Ratschläge einholen.

Merke!
Die Ernährung bei einer Fettleber sollte kalorienarm, eiweißreich, fettarm sowie reich an Nährstoffen sein. Greifen Sie bei einer Fibrose oder Zirrhose auf leichte Vollkost zurück.

Was darf man bei einer Fettleber trinken?

Zu der richtigen Ernährung bei Fettleber gehört vor allem der Verzicht auf Alkohol. Auch kleinste Mengen von Alkohol, beispielsweise in Pralinen, sind schädlich. Verzichten Sie auf Alkohol, kann sich die Fettleber innerhalb einiger Wochen vollständig zurückbilden.

Trinken Sie pro Tag mindestens zwei Liter Flüssigkeit. Bestens eignen sich Mineralwasser ohne Kohlenhydrate und milde Tees. Obstsäfte sollten aufgrund ihres hohen Gehalts an Fructose nur verdünnt getrunken oder möglichst komplett vermieden werden.

Schwarzem Filterkaffee konnte ein Schutzeffekt vor entzündlichen Lebererkrankungen nachgewiesen werden. Zwei bis drei Tassen Filterkaffee pro Tag eignen sich somit hervorragend zur Unterstützung Ihrer Ernährung bei Fettleber (7).

Merke!
Alkohol ist tabu. Trinken Sie jedoch mindestens zwei Liter Wasser oder Kräutertees pro Tag.

Wissen zum Mitnehmen

Bei einer Fettleber kommt es zu Fettablagerungen im Lebergewebe. In Folge kann es zur Vergrößerung der Leber sowie potenziell zur Entzündung des betroffenen Gewebes (Fibrose) mit einer anschließenden Vernarbung (Zirrhose) kommen.

Die Ursache der alkoholischen Fettleber ist chronischer Alkoholmissbrauch. Lebensstilfaktoren wie eine erhöhte Kalorienzufuhr und ein Mangel an körperlicher Aktivität können zu Übergewicht, Insulinresistenz sowie einem gestörten Fettstoffwechsel führen, welche sich allesamt förderlich auf die Entstehung der nichtalkoholischen Fettleber auswirken.

Die richtige Ernährung bei Fettleber sollte eiweißreich und fettarm sein sowie viel frisches Obst und Gemüse beinhalten. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Meiden Sie Alkohol, fettreiches Essen, Zucker und verarbeitete Lebensmittel. Bei Übergewicht führt die richtige Ernährung zu einem Rückgang der Fetteinlagerungen in der Leber. Liegt schon eine Fibrose oder Zirrhose vor, sollte eine leichte Vollkosternährung befolgt werden. 

Um eine optimale Nahrungsaufnahme zu erreichen, empfehlen wir, vorab mit einem Arzt zu sprechen.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Bild des Benutzers Diana Nikolai
Also einmal heißt es auf Eiweiß achten. Dann wiederum steht wie hier inn diesem Bericht, eiweißreich..... Na was denn nun??? Ansonsten ist's ähnlich zu anderen Artikeln.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Liebe Diana Nikolai, wenn Sie es schaffen, den Fettanteil Ihres Körpers zu senken und insbesondere das aktive Bauchfett zu reduzieren, dann entfettet die Leber dabei automatisch mit. Am effektivsten gelingt dies laut Studien mit einer mediterranen Low-Carb-Ernährung, bei der neben viel Gemüse und gesunden Fetten auch eine ausreichende Proteinzufuhr im Mittelpunkt steht. Wenn Sie an einer Fettleber leiden, dann rate ich Ihnen gemeinsam mit einem erfahrenen Ernährungsmediziner eine Strategie auszuarbeiten, um diese zu bekämpfen – die Fettleber ist in vielen Fällen durch Ernährung heilbar. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Nirgendwo ist zu erfahren warum (!) man bei Fettleber keine H-Milch trinken und keine Zwiebeln essen soll.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Lieber User, vielen Dank für den Hinweis. Dabei handelte es sich um einen Fehler, der nun korrigiert ist. Wir können uns auch nicht erklären, warum Zwiebeln oder H-Milch bei einer Fettlebererkrankung gemieden werden sollten und haben keine Hinweise in der Literatur dazu gefunden. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Danke für die Information

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