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Wissenschaftlich geprüft

Almased-Diät: Was bringt das Abnehmpulver?

Von Leonie Busse

Der Speck muss weg! Und bitte möglichst schnell. Da scheint so ein Abnehm-Shake sehr verlockend – schließlich verspricht er eine komfortable und schnelle Abhilfe. So auch die Almased-Diät. Doch wie gesund ist so ein Diät-Pulver wirklich? EAT SMARTER erklärt, was an der Almased-Diät dran ist.

Almased-Diät
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Almased-Diät – Was ist das?

Die Almased-Diät basiert auf einem Shake, der beim Abnehmen und der Umstellung zu einer gesunden Ernährung helfen soll. Der Eiweiß-Drink wird als Mahlzeitenersatz verwendet und im Laufe der Diät wieder durch Mahlzeiten ersetzt. Dies soll die Fettverbrennung ankurbeln, den Blutzucker regulieren und satt machen. 

Der Slogan des Herstellers ist deutlich: "Almased – schnell und gesund abnehmen". Eigentlich widerspricht sich diese Aussage, denn laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind ein Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche gesund. Hier scheint also schon der erste Stolperstein der Almased-Diät aufzutreten.

Das Almased-Prinzip

Almased bietet zwei verschiedene Programme: Bei der „Almased quick and dirty“-Variante werden lediglich zwei Phasen durchlaufen. In Phase eins, der Startphase, werden alle drei Mahlzeiten durch einen Almased-Shake ersetzt. In der zweiten Phase, der Reduktionsphase, gibt es zweimal den Shake und eine normale Mahlzeit.

Mit diesem Programm soll auf den letzten Drücker die Bikinifigur möglich sein.

Das zweite Programm ist die Langzeit-Variante. Hier folgen nach Phase eins und zwei noch zwei weitere Phasen. Phase drei, die Stabilitätsphase, sieht zwei Mahlzeiten und einen Shake vor.

Die vierte und letzte Phase ist die Lebensphase, in der eine ausgewogene Ernährung inklusive Almased eingehalten werden soll. 

Zusätzlich zu den Alma-Shakes soll ausreichend Wasser und unterstützend Gemüsebrühe getrunken werden, um das Wunschgewicht ohne Jojo-Effekt zu erreichen. 

Merke!

Die Almased-Diät besteht aus vier Phasen – hier werden zunächst alle drei Hauptmahlzeiten durch einen Shake ersetzt. Pro Phase wird dann ein Shake wieder durch eine Mahlzeit ausgetauscht.

Almased – Was ist drin?

Der Abnehm-Shake Almased setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: Sojaprotein, Joghurt und Honig. Der Eiweißanteil bei Almased ist höher als bei vielen anderen Vitalkost-Schlankdrinks (wie z.B. bei Amapur) und liegt bei 50 Prozent.

Laut der Diätverordnung muss ein Diätdrink 25 bis 50 Prozent Eiweiß und maximal 30 Prozent Fett enthalten – für den Kohlenhydratanteil gibt es keinen Grenzwert. 

Gute 15 Gramm Zucker pro Portion liefert die Almased-Diät. Zwar weist der Hersteller daraufhin, dass es sich nicht um Industriezucker, sondern um "hochwertigen Honig" handle, aber Zucker bleibt Zucker. Der Hersteller liefert übrigens keine Angaben zum Zuckergehalt, lediglich den Wert von 25 Prozent enthaltenem Honig. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Maximalwert von 25 Gramm Zucker pro Tag (etwa sechs Teelöffel) fest. In der ersten Phase kommt man als mit drei Portionen des Almased-Shakes schon auf 45 Gramm pro Tag, also bereits fast doppelt so viel wie empfohlen!

Die restlichen 25 Prozent des Abnehmpulvers sind zu 23 Prozent das Magermilch-Joghurtpulver und zwei Prozent die zugesetzten Vitamine und Mineralien. 

Im Almased-Shake sind außerdem kaum Ballaststoffe enthalten. Dies kann langfristig die Darmgesundheit negativ beeinflussen und zu Verstopfung führen.

Die Nährwerte des Almased-Shakes im Einzelnen:

(50 Gramm Almased Pulver und zwei Teelöffel Pflanzenöl (sechs Gramm) in 200 Milliliter Wasser)

Nährwerte Pro 100 Milliliter Pro Portion (230 Milliliter)
Energie 89,84 Kilokalorien 230 Kilokalorien
Fett 2,7 Gramm 7 Gramm
davon gesättigte Fettsäuren 0,2 Gramm 0,5 Gramm
Kohlenhydrate 5,9 Gramm 15,3 Gramm
davon Zucker 5,8 Gramm 14,9 Gramm
Ballaststoffe 0,1 Gramm 0,2 Gramm
Eiweiß 10,3 Gramm 26,7 Gramm

Eiweißshakes selber machen

Prinzipiell ist bei einer ausgewogenen und proteinreichen Ernährung keine zusätzliche Einnahme von Eiweißen nötig. Dennoch kann man auch Eiweiß in flüssiger Form aufnehmen – dann aber am besten die Eiweißshakes selber machen. Nur so kann man sicher sein, dass keine versteckten Zucker oder andere Zusatzstoffe im Drink landen. 

Soll der Eiweißdrink eine Mahlzeit ersetzen oder als Proteinlieferant für Sportler eingesetzt werden, sollte die Zusammensetzung in etwa so aussehen: 

  • Eiweiß: zum Beispiel Quark oder Hüttenkäse (ca. 150 Gramm)
  • Kohlenhydrate: zum Beispiel Haferflocken oder kohlenhydratreiches Obst wie Bananen (ca. 50 bzw. 100 Gramm)
  • Fette: zum Beispiel Olivenöl, Nüsse oder Leinsamen (ca. 2 Esslöffel)

Merke!

Almased besteht zu 50 Prozent aus Sojaprotein. Eine langfristige Einnahme kann daher für die Schilddrüse bedenklich sein . In jedem Fall sollte die Einnahme mit einem Arzt abgeklärt werden.

Der Eiweißbedarf

Der Eiweißbedarf kann durch eine ausgewogene Ernährung abgedeckt werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Erwachsene täglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Bei 60 Kilogramm Körpergewicht wären dies also 48 Gramm Eiweiß pro Tag. Kraftsportlern werden sogar 1,7 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag empfohlen (1).

Proteine sind wichtig für Aufbau, Funktion und Stoffwechsel aller Gewebe im Körper sowie für die Bildung und Erhaltung der Körpermasse. Sie sättigen und können beim Abnehmen helfen: So werden bereits von 100 Gramm aufgenommenen Eiweißkilokalorien 24 Kilokalorien für die Verdauung genutzt.

Gerade abends ist eine proteinreiche Mahlzeit perfekt – so wird die die Fettverbrennung und der Regenerationsstoffwechsel während der Nacht unterstützt.

Merke!

Erwachsene sollten täglich etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen – Kraftsportler sogar 1,7 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht –, um ihren Bedarf zu decken.

Dauerhaft abnehmen mit Almased?

Zwar gelten Formula-Diäten wie die Almased-Diät für stark Übergewichtige als Einstiegshilfe, allerdings kann dies auch eine eiweißbetonte Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln (auch in Kombination mit selbst gemachten Eiweißshakes) leisten.

Zudem wird mit dem Abnehm-Shake extrem viel Zucker aufgenommen – dies widerspricht einer gesunden Ernährungsweise.

Gerade zu Beginn kann es durch den Nährstoffmangel zu Begleiterscheinungen wie verminderter Konzentrationsfähigkeit, schlechter Laune, Verdauungsproblemen, einem verstärkten Kälte-Empfinden oder Kopfschmerzen kommen.

In jedem Fall sollten Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Allergien im Vorfeld von einem Arzt ausgeschlossen werden. Der langfristige und häufige Verzehr von Eiweißshakes kann Verstopfung sowie Kreislaufbeschwerden nach sich ziehen.

Wer sich gesund und ausgewogen ernähren möchte, sollte von Formula-Diäten also lieber die Finger lassen. 

Durch den hohen Eiweißanteil in der Almased-Diät wird die Niere stark belastet – langfristig kann dies die Nieren schädigen und im schlimmsten Fall sogar zum Nierenversagen führen. 

Langfristig abnehmen mit Almased oder einem anderen Eiweißshake ist nicht möglich. Wie bei allen Diäten droht auch hier der Jo-Jo-Effekt, sobald der Shake aus dem Speiseplan verschwindet und zu alten Mustern zurückgekehrt wird.

Zwar soll die Almased-Diät langsam in eine Ernährungsumstellung führen, ohne professionelle Unterstützung durch einen Ernährungsprofi fällt dies meist jedoch schwer.

Almased weist mit Studien auf die Abnehmerfolge und die Wirkung des Abnehm-Shakes hin, gemäß denen Probanden bis zu sechs Kilo in zwei Wochen abgenommen hätten. Doch der Haken daran: Die Studien sind von Almased gesponsert.

Das ist ein Verstoß gegen die Health-Claims-Verordnung der EU, denn Ärzte dürfen nicht für Produkte werben. Somit ist fraglich, wie glaubwürdig diese Studienergebnisse überhaupt sind.

Fakt ist: Bei einer sehr geringen Kalorienzufuhr nimmt man ab – ob Schlankdrink oder nicht.

Auch die Almased-Diät ist also nicht der Wunderdrink zum Schlanksein – denn dieses Mittel gibt es nicht. Ein gesundes Gewicht erreicht man durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, gesunden Fetten, komplexen Kohlenhydraten und regelmäßiger Bewegung.

Das Almased-Pulver sollte man also lieber meiden und stattdessen auf natürliche und eiweißreiche Lebensmittel setzen.

Merke!

Eiweißshakes können als Einstiegshilfe bei stark Übergewichtigen das Abnehmen erleichtern – dann aber bitte selbst gemacht. Eine langfristige Einnahme von Proteinshakes kann zu Verdauungsproblemem führen.

Wissen zum Mitnehmen

Die Almased-Diät besteht aus vier Phasen – hier werden zunächst alle drei Hauptmahlzeiten durch einen Shake ersetzt. Pro Phase wird dann ein Shake wieder durch eine Mahlzeit ausgetauscht. In der Turbo-Variante werden nur Phase eins und zwei eingehalten.

Almased besteht zu 50 Prozent aus Sojaprotein. Eine langfristige Einnahme kann daher für die Schilddrüse bedenklich sein – auch Birkenpollenallergiker sollten vorsichtig sein. In jedem Fall sollte die Einnahme mit einem Arzt abgeklärt werden. Zudem übersteigen bereits zwei Portionen der Almased-Diät die von der WHO empfohlene tägliche Zuckerzufuhr.

Erwachsene sollten täglich etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen – Kraftsportler sogar 1,7 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht –, um ihren Bedarf zu decken.

Eiweißshakes können als Einstiegshilfe bei stark Übergewichtigen das Abnehmen erleichtern – dann aber bitte selbst gemacht. Eine langfristige Einnahme von Proteinshakes wie während der Almased-Diät kann zu Verdauungsproblemem führen. Zudem droht der Jo-Jo-Effekt, sobald der Drink nicht mehr getrunken wird. Eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung in Kombination mit Sport ist der gesündere Weg. 

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

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Bisherige Kommentare

 
Ich bekam vor Jahren ganz plötzlich eine massive Schilddrüsen-Überfunktion. Nachforschungen gemeinsam mit meiner Hausärztin führten mich auf die Spur der Almased-Kur, die ich gerade seit kurzem begonnen hatte. Ich musste Almased sofort absetzen und bekam meine Probleme gerade nochmal medikamentös in den Griff. Da auf der Almased-Packung nichts vermerkt stand, habe ich damals den Hersteller angerufen, der mir bestätigte, Almased sei für Menschen mit Neigung zur Hyperthyreose ungeeignet und gefährlich.
 
Dem Artikel stimme ich ehrlich gesagt nicht voll und ganz zu. Man kann dazu stehen wie man will, aber mit Almased bringt man z.B. den beruflichen Alltag und dem Wunsch, mal wieder ein paar Kilo abzunehmen realtiv leicht unter einen Hut. Abnehmen mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Sport etc. etc. ist ja schön und gut und vielleicht auch die bessere Wahl, aber das geht nur, wenn man sich viel Zeit nehmen kann und das ist in einer Vollzeitbeschäftigung den meisten Menschen wohl nur eingeschränkt möglich.

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