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Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Reizdarm

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 17. Okt. 2018
Ernährung bei Reizdarm

Viele Menschen in Deutschland leiden unter dem Reizdarmsyndrom und werden von Schmerzen im Bauchraum geplagt. Für Betroffene ist das sehr belastend, deshalb ist eine richtige und gezielte Ernährung sehr wichtig und kann die Beschwerden im besten Fall sogar um ein Minimum senken.

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Inhaltsverzeichnis

Richtig essen und genießen bei Reizdarm
Gibt es eine spezielle Diät bei RDS?
So finden Sie die perfekte Ernährungsform
Die 8 besten Lebensmittel bei Reizdarm
Die 8 schlechtesten Lebensmittel bei Reizdarm
Wissen zum Mitnehmen

Richtig essen und genießen bei Reizdarm

Menschen mit einem Reizdarm werden von Schmerzen im Bauchraum geplagt. Aber was genau ist ein Reizdarm? Unter einem Reizdarm versteht man im Allgemeinen eine Funktionsstörung des Verdauungstraktes. Es gibt bestimmte Lebensmittel die diese Schmerzen oftmals auslösen und im besten Fall vermieden werden sollten. 

Die Symptome äußern sich oftmals in Stuhlunregelmäßigkeiten, also in einem Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Auch Blähungen, Übelkeit, Völlegefühle bis hin zu krampfartigen Schmerzen können auftreten – mindestens 14 Millionen Deutsche (also etwa jeder Sechste) haben solche Beschwerden dauerhaft und gehen damit früher oder später zum Arzt. Meistens lautet dann die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ (RDS). Das ist zwar kein Grund zur Freude, aber immerhin ein Lichtblick. Denn vor noch gar nicht so langer Zeit hieß es in solchen Fällen meistens lapidar „das sind die Nerven, machen Sie mal Urlaub“.

Die Diagnose RDS bringt also mehr Klarheit und ist der erste Schritt für Betroffene, etwas gegen ihre Beschwerden tun zu können. Man weiß zwar bis heute nicht genau, was hinter einem Reizdarm steckt. Was man aber inzwischen sehr genau weiß: Mit der richtigen Ernährung lassen sich die oft sehr belastenden Probleme ziemlich gut in den Griff bekommen und auf ein Minimum senken.

Merke!

Blähungen, Durchfall, Verstopfungen, Übelkeit und Bauchkrämpfe sind die häufigsten Symtome bei Reizdarm. Mit der richtigen Ernährung können Sie Beschwerden drastisch minimieren.

Gibt es eine spezielle Diät bei RDS?

Wenn Sie auch endlich Ruhe in Ihren Bauch bekommen wollen, sollten Sie allerdings eins wissen: So wenig es „das“ immer gleiche Reizdarmsyndrom gibt, so unterschiedlich können auch die Wege sein, ihm mit der Ernährung beizukommen.

Denn dabei kommt es darauf an, wie Sie ganz persönlich auf bestimmte Lebensmittel reagieren. Viele Mediziner raten beispielsweise RDS-Patienten dazu, möglichst viel Vollkorn zu essen – und das kann tatsächlich in vielen Fällen helfen. In anderen Fällen aber verschlimmern sich beim Verzehr von Vollkornprodukten die unangenehmen Symptome sogar noch weiter.

Ähnliches gilt übrigens oft auch umgekehrt: Wenn z.B. andere Menschen mit Reizdarm auf „Verbotenes“ wie etwa Hülsenfrüchte oder Zwiebeln mit Bauchschmerzen reagieren, kann es durchaus sein, dass diese Nahrungsmittel Ihnen sogar sehr gut bekommen. Vielleicht vertragen Sie dafür etwas schlecht, das anderen Betroffenen kaum Probleme macht.

Merke!

Sowohl die Symptome als auch die beste Ernährungsform sind bei einem RDS so individuell verschieden wie auch die Betroffenen. Eine bestimmte Diät mit genau als „gut“ oder „nicht gut“ eingeordneten Lebensmitteln kann es darum also gar nicht geben.

So finden Sie die perfekte Ernährungsform

Trotzdem weiß man natürlich, dass es bestimmte Stoffe gibt, die besonders häufig für die Symptome beim RDS verantwortlich sind. Wissenschaftler nennen solche Stoffe FODMAPS (Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyolen). Gemeint sind damit vor allem kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole – also Stoffe, die von Natur aus in Nahrungsmitteln vorkommen und an sich völlig harmlos sind. Bei einem Reizdarmsyndrom reagieren aber Betroffene auf einen oder mehrere dieser FODMAPs mit heftigen Verdauungsbeschwerden.

Eine Liste mit Lebensmitteln, in denen solche FODMAPS besonders oft und in größeren Mengen vorkommen, finden Sie hier. Es kann gut sein, dass sich Ihre Beschwerden deutlich bessern, wenn Sie alle oder bestimmte der dort genannten Nahrungs- und Genussmittel einschränken oder vermeiden.

Viele andere Lebensmittel dagegen gelten bei Ärzten und Wissenschaftlern als günstig für Reizdarm-Patienten, weil sie wenig oder gar keine bekannten FODMAPS enthalten und von den meisten Betroffenen gut vertragen werden. Einen Überblick über die wichtigsten dieser Lebensmittel bekommen Sie hier.

Wenn Sie sich an diesen beiden Übersichten orientieren, können Sie relativ einfach herausfinden, was Ihnen gut tut und was nicht. Aber bitte dabei nicht vergessen: Nicht jede Einordnung muss auch unbedingt für Sie persönlich zutreffen!

Bei einigen Lebensmitteln wissen Sie vielleicht schon, dass sie Ihnen nicht gut bekommen. Bei anderen ist das eventuell keineswegs so klar. Um Ihre perfekte Ernährungsform zu finden, probieren Sie also am besten aus, was auf Ihre ganz individuelle „rote Liste“ kommen soll.

Hilfreich ist dabei ein Ernährungstagebuch. Notieren Sie sich einige Wochen lang jeden Tag genau, was und zu welcher Zeit Sie essen und wie Sie sich danach fühlen. So fällt es leichter herauszufinden, welche Nahrungsmittel Probleme bereiten und welche nicht. Oftmals sind auch Stress und seelische Konfliktsituationen als Ursachen anzusehen. Essen unter Zeitdruck und unzureichendes Kauen der Speisen sollten ebenfalls berücksichtigt werden. 

Ganz wichtig: Manche Nahrungsmittel brauchen sehr lange, bis sie endgültig ausgeschieden werden. Es kann darum durchaus sein, dass Sie in einigen Fällen erst nach zwei oder sogar drei Tagen die Beschwerden spüren!

Merke!

Es gibt bestimmte Lebensmittel sogenannte FODMAPS, die sich besonders ungünstig auf einen Reizdarm auswirken. Finden Sie heraus, was Ihnen gut tut und was nicht; ein Ernährungstagebuch kann Ihnen dabei helfen.

Die 8 besten Lebensmittel bei Reizdarm

1. Reis und Reisprodukte

Sie mögen Reis? Dann essen Sie ihn ruhig möglichst häufig! Er gilt nämlich zu Recht als Schonkost für Magen und Darm: Reis kann Giftstoffe „aufsaugen“, ist frei von Stoffen wie unter anderem Gluten, die bei Reizdarm häufig Beschwerden auslösen, und leicht verdaulich.

Den gleichen Vorteil haben auch Produkte aus Reis wie z.B. Glasnudeln, Reiswaffeln sowie Milchalternativen aus Reis.

Extra-Tipp: Vollkornreis enthält mehr Nährstoffe als geschälter Reis, kann aber bei sehr Empfindlichen Beschwerden bringen. Probieren Sie, ob Ihnen Vollkornreis ganz weich gekocht bekommt – falls nein: Parboiled Reis ist eine gute Alternative, denn er ist so leicht verdaulich wie weißer Reis und enthält dank eines speziellen Verfahrens bei der Herstellung ebenfalls mehr Mineral- und andere Nährstoffe als dieser.

Lesen Sie auch: Brauner oder weißer Reis: Was ist gesünder?

Merke!

Reis eignet sich bei Reizdarm sehr gut und gilt als Schonkost für den Magen, da er glutenfrei und leicht verdaulich ist.

2. Haferflocken

Ob im Müsli, als Porridge, im Brot oder in Kuchen und Keksen: Haferflocken eignen sich geradezu perfekt bei Reizdarm. Das liegt zum einen daran, dass der Körper sie leicht verdauen kann und dass sie keine Reizstoffe enthalten. Zum anderen liefern Haferflocken viele wertvolle Inhaltsstoffe wie vor allem B-Vitamine, Mineralstoffe und bekömmliche Ballaststoffe.

Extra-Tipp: Menschen mit Reizdarm vertragen auch die kernige Variante von Haferflocken oft sehr gut. Falls Sie aber darauf empfindlich reagieren, nehmen Sie lieber zarte Haferflocken: Sie belasten Magen und Darm garantiert nicht und bieten dieselben Pluspunkte für den Körper.

Merke!

Haferflocken kann der Körper leicht verdauen. Zarte Haferflocken belasten den Magen noch weniger.

3. Dinkel und Co.

Wer von Weizen- und Roggenbrot oder Pasta Bauchweh bekommt, sollte es mal mit Brot und Nudeln aus Dinkel probieren. Dieses Getreide ist zwar eng mit dem Weizen verwandt, enthält aber weniger Reizstoffe und ist darum bei Reizdarm oft gut verträglich. Das gilt erst recht ebenso für Pasta, Brot oder Brötchen und süßes Gebäck aus Buchweizenmehl.

Extra-Tipp: Brot und Brötchen selber backen kann sich lohnen! Eine Studie kam nämlich zu dem verblüffenden Ergebnis: Es kommt weniger auf das verwendete Getreide an als auf die Zeit, die man dem Teig zum Gehen gibt. Schon nach mehr als 1 Stunde sinkt der Anteil der für Reizdarm-Beschwerden verantwortlichen Stoffe in Teigen aus Weizen; nach 4,5 Stunden beträgt er sogar nur noch 10 Prozent (1).

Das Problem bei gekauftem Brot: Mehr als eine Stunde geht der Teig für Brot oder Brötchen selten. Es macht also gerade bei Reizdarm Sinn, selbst zu backen. Sie brauchen nur die Gehzeiten jeweils auf 4-5 Stunden zu erhöhen. Dann könnte Ihnen selbst Weizengebäck gut bekommen.

Merke!

Wer bei Weizen- und Roggenbrot Beschwerden bekommt, sollte Dinkelprodukte ausprobieren, diese sind oft gut verträglich.

4. Sojaprodukte

Sie müssen nicht auf Fleisch verzichten, aber besonders gut tun bei Reizdarm vor allem vegane Alternativen aus Soja wie z.B. Tofu oder Tempeh.

Extra-Tipp: Vorsicht bei Soja-„Milch“: Aus Sojaprotein hergestellt, bekommt sie auch bei Reizdarm problemlos. Sehr oft dienen aber Sojabohnen als Basis – in diesem Fall kann die Milch-Alternative Beschwerden machen!

Merke!

Fleisch müssen Sie nicht komplett von Ihrem Speiseplan streichen, aber Sojaprodukte wie Tofu und Tempeh sind oft bekömmlicher.

5. Gemüse und Obst

Sehr viele Gemüse- und Obstsorten sind leicht verdaulich und belasten auch einen Reizdarm deshalb kaum; andere wieder sorgen leicht für Blähungen und andere Beschwerden.

Natürlich kann die Bekömmlichkeit individuell verschieden sein: Vielleicht vertragen Sie die eine oder andere Sorte super, andere wieder weniger gut – obwohl sie allgemein als günstig gelten. Da hilft nur ausprobieren!

Auf jeden Fall sollten Sie täglich mindestens 5 Portionen Früchte und Gemüse essen, damit Ihr Körper ausreichend Vitamine und andere wichtige Nährstoffe bekommt.

Extra-Tipp: Wenn Sie unsicher sind, was Ihnen gut bekommt, kann eine Faustregel helfen: Das meiste, was man auch Babys, kleinen Kindern und Kranken traditionell zu essen gibt, tut auch Ihnen gut. Typisch für solche „Bauchschmeichler“ sind z.B. Bananen, Mandarinen und süße Melonen bzw. bei Gemüse u.a. Möhren, Kohlrabi, Fenchel, Kürbis und andere.

Merke!

Essen Sie täglich viel Obst und Gemüse, um Ihren Körper gut zu versorgen. Welche Sorten Sie weniger gut und welche Sie besser vertragen, probieren Sie am besten selbst aus.

6. Milch und Milchprodukte

Man muss keine Laktoseunverträglichkeit haben, wenn Kuhmilch Beschwerden macht: Bei Reizdarm kommt das ebenfalls häufig vor. Falls Sie feststellen, dass Sie nach dem Genuss von Milchprodukten Bauchweh, Blähungen und andere Probleme haben, brauchen Sie trotzdem nicht auf Ihr Glas Milch oder den Joghurt zu verzichten: Weichen Sie dann einfach auf die jeweilige laktosefreie Variante aus!

Extra-Tipp: Wer gerne Käse mag, darf sich freuen: Fast alle Sorten sind auch bei Reizdarm gut bekömmlich. Eine Ausnahme von dieser Regel sind nur Quark, Mozzarella, Frischkäse jeder Art (auch körniger Frischkäse!) sowie Schmelz- und Streichkäse. Aber keine Panik: Auch hier gibt fast immer eine Version ohne Laktose, die Sie problemlos essen können.

Merke!

Bei Reidarm führt die Kuhmilch und auch andere Milchprodukte oft zu Beschwerden. Hier können Sie auf laktosefreie Milch zurückgreifen. Käse hingegen ist gut bekömmlich.

7.  Fisch und Meerestiere

Dass Fisch gesund ist, weiß jedes Kind. Bei Reizdarm bietet er aber einen besonders großen Vorteil: Fisch liefert hochwertige Proteine (Eiweiß), die obendrein sehr leicht verdaulich sind.

Das Gleiche gilt auch für Meerestiere wie z.B. Garnelen oder Shrimps.

Extra-Tipp: Grundsätzlich macht auch geräucherter Fisch kaum Probleme. Aber auch das kann individuell unterschiedlich sein – probieren Sie aus, ob Ihnen z.B. Räucherlachs oder Räucherforelle gut bekommen.

Merke!

Fisch und Meerestiere sind sehr leicht verdaulich und liefern zudem hochwertiges Eiweiß.

8.  Kräuter und Gewürze

Was Kräutern und Gewürzen den tollen Geschmack und das wunderbare Aroma gibt, sorgt auch dafür, dass sie dem Bauch Gutes tun: Es sind die ätherischen Öle, die bei Reizdarm wie Balsam wirken.

Das gilt ganz generell und für fast alle Sorten. Allerdings helfen einige Kräuter und Gewürze nachweislich ganz besonders effektiv bei Reizdarm-Beschwerden. Allen voran sind das Pfefferminze, Kümmel, Kardamom, Fenchelsamen, Anis und Kamillenblüten.

Extra-Tipp: Setzen Sie Gewürze und frische Kräuter möglichst oft beim Kochen ein. Sie können aber außerdem rezeptfreie Kapseln einnehmen, die Pfefferminz- und Kümmelöl in hoher Dosierung enthalten. Sie lösen sich im Darm auf, sodass die ätherischen Öle an Ort und Stelle wirken und Reizdram-Beschwerden lindern können.

Merke!

Die ätherischen Öle in Kräutern und Gewürzen sind gut für Magen und Darm. Bei Reizdarm sind unter anderem Pfefferminze, Kümmel, Kardamon und Anis wohltuend. Beim Kochen sollten Sie möglichst oft frische Kräuter und Gewürze verwenden.

Die 8 schlechtesten Lebensmittel bei Reizdarm

1. Hülsenfrüchte

Es stimmt zwar, dass Linsen, Bohnen und Kichererbsen vor allem wegen ihrer vielen Ballaststoffe und des hohen Eiweißgehalts super gesund sind – leider vertragen Menschen mit Reizdarm sie aber meistens nicht besonders gut.

Woran liegt das? Das liegt vor allem an den blähenden Eigenschaften von Hülsenfrüchten. Experten raten darum, sie nur ab und zu auf den Tisch zu bringen.

Extra-Tipp: Wenn Sie Hülsenfrüchte besonders gern essen und Ihnen der Verzicht schwer fällt, probieren Sie, ob sie Ihnen püriert eventuell besser bekommen. Beim Zerkleinern wird die besonders schwer verdauliche Schale „geknackt“, sodass der Darm weniger arbeiten muss.

Merke!

Hülsenfrüchte führen oft zu Blähungen und werden bei Reizdarm meist nicht gut vertragen, weswegen sie nicht allzu oft auf dem Speiseplan stehen sollten.

2.  Getreideprodukte

Immer wieder bekommen Reizdarm-Patienten vom Arzt den Rat, möglichst viel Vollkornbrot und andere Produkte aus Vollkorngetreide zu essen. Dahinter steckt die völlig richtige Annahme, dass Vollkorn unsere Darmflora günstig beeinflusst und darum bei Beschwerden heilend wirken kann. Doch das stimmt eben leider nicht immer bzw. für jeden: Wer unter Reizdarm-Beschwerden leidet, verträgt sehr häufig gerade Brot und Nudeln aus Vollkornmehl gar nicht gut.

Das kann zum einen daran liegen, dass der Darm einfach empfindlich auf die an sich gesunden groben Faserteile aus Vollkorn reagiert. Es kann aber auch sein, dass Ihnen das Klebereiweiß (Gluten) in Getreide nicht bekommt. Das muss nicht bedeuten, dass Sie eine Gluten-Unverträglichkeit haben: Neuere Studien zeigen, dass die sensible Reaktion auf Gluten offenbar sehr häufig „nur“ ein Symptom für Reizdarm ist (1).

Extra-Tipp: Probieren Sie aus, ob es Ihnen besser geht, wenn Sie eine Weile auf Brot und Nudeln aus Weizen und Co. verzichten. Falls Sie feststellen, dass dadurch die Beschwerden geringer werden, steigen Sie am besten auf glutenfreie Alternativen aus Mais-, Reis- Buchweizenmehl oder aus Amaranth und Quinoa um.

Merke!

Betroffene vertragen Brot und Nudeln aus Vollkornmehl oft nicht gut. Ist dies der Fall, probieren Sie am besten glutenfreie Alternativen.

3. Knoblauch und Co.

Sie gelten als gesund, weil ihre Inhaltsstoffe Herz und Immunsystem stärken – bei Reizdarm allerdings können Knoblauch, Zwiebeln und Schalotten für Beschwerden sorgen und sie erheblich verstärken. Das gilt leider auch für Porree (Lauch) sowie Lauch- und Frühlingszwiebeln.

Besonders unverträglich sind all diese Zwiebelgewächse dann, wenn Sie vor allem unter Blähungen, Krämpfen und Durchfall leiden.

Extra-Tipp: Es gibt auch eine gute Nachricht: Die für Reizdarm-Patienten ungünstigen Inhaltsstoffe in Knoblauch und Co. stecken nur in den Knollen selbst. Die grünen Teile z.B. von Frühlingszwiebeln und Porree sind dagegen gut verträglich und bringen ebenfalls den typischen Geschmack ans Essen. Auch Knoblauchöl gilt als gut verträglich.

Merke!

Knoblauch, Zwiebeln und Schalotten können Ihre Beschwerden erheblich verstärken. Vor allem wenn Sie unter Krämpfen, Durchfall und Blähungen leiden, sollten Sie auf Zwiebelgewächse besser verzichten.

4. Bestimmte Gemüsesorten

Ohne Gemüse kann man sich nicht wirklich gesund ernähren. Muss man natürlich auch nicht – sehr viele Sorten bekommen auch Menschen mit Reizdarm hervorragend. Es gibt aber neben Zwiebeln und Zwiebelgewächsen sowie Hülsenfrüchten noch weitere Ausnahmen.

Für Beschwerden können vor allem Kohl (inklusive Sauerkraut) und Pilze sorgen; auch Schwarzwurzeln, Rote Bete, Chicorée und Radicchio sind bei Reizdarm meistens keine gute Wahl.

Extra-Tipp: Wer auf den Kohlgeschmack nicht völlig verzichten mag, sollte probieren, was bekommt. Manche Reizdarm-Geplagte vertragen z.B. Blumenkohl und Brokkoli in Maßen ohne Probleme. Eine gut bekömmliche Alternative sind übrigens auch Chinakohl, Paksoi und sogar Grünkohl!

Merke!

Einige Gemüsesorten darunter Kohl, Rote Bete, Chicorée und Radicchio sollten Sie besser meiden und zu Alternativen greifen.

5. Süßes

Ob der Löffel Zucker im Tee oder Kakao Ihnen schadet, ist weniger die Frage. In kleinen Mengen können sich auch Reizdarm-Patienten Zucker leisten – es sei denn, Sie stellen fest, dass es Ihnen damit schlechter geht.

Auf Süßstoffe, Honig, Sirupe oder andere Zuckeralternativen (z.B. Birkenzucker oder Xylit) umzusteigen, ist bei Reizdarm meist keine Lösung. Viele dieser vermeintlichen Alternativen verschlimmern die Beschwerden eher, als sie zu lindern.

Bei Süßigkeiten und Naschereien ist besondere Vorsicht geboten. Sie enthalten je nach Art oft große Mengen an Stoffen, die bei Reizdarm alles andere als günstig wirken. Das gilt auch und besonders für zuckerfreie Süßigkeiten, die z.B. Bauchkrämpfe und Durchfall zusätzlich fördern können.

Extra-Tipp: Wenn Sie einfach ab und zu mal etwas Süßes brauchen, greifen Sie zu Schokolade: Je dunkler sie ist, desto besser tut sie bei Reizdarm. Übrigens enthält Schokolade viele wertvolle Pflanzenstoffe, die allgemein günstig auf Körper und Gesundheit wirken. Das Gleiche gilt auch für Kakao aus reinem Kakaopulver.

Wer erfahrungsgemäß Milchzucker (Laktose) schlecht verträgt, verzichtet besser auf Milchschokolade bzw. nimmt für den selbst gekochten Kakao laktosefreie Milch oder eine pflanzliche Milch-Alternative.

Merke!

Zucker und Zuckeralternativen sowie Süßigkeiten führen bei Reizdarm oft zu Beschwerden. Aber auch die Menge ist hier entscheidend. Wer Süßes braucht: Je dunkler die Schokolade, desto besser tut sie bei Reizdarm.

6.  Bestimmte kalte Getränke

Ob Mineralwasser, Cola oder Limo – alle Softdrinks mit viel Kohlensäure belasten einen Reizdarm zusätzlich und können z.B. für noch mehr Bauchweh und Blähungen sorgen. Ähnliches gilt für reine Fruchtsäfte und für Fruchtsaftgetränke, aber auch für ACE-Säfte und Fruchtnektare.

Extra-Tipp: Frisch gepresster Saft aus Orangen, Grapefruits, Clementinen und anderen Zitrusfrüchten gilt bei bis zu ¼ Liter pro Tag als meistens gut verträglich. Auch Säfte aus selbst entsaftetem Gemüse wie Tomaten, Möhren oder Spinat bekommen bei Reizdarm in der Regel gut.

Uneingeschränkt empfehlenswert bei Reizdarm sind aber vor allem stilles Mineralwasser oder aromatisiertes stilles Mineralwasser.

Merke!

Trinken Sie im besten Fall stilles Wasser und versuchen Sie  auf reine Fruchtnektare zu verzichten. Selbstgepresst und in geringen Mengen sind Säfte aus Zitrusfrüchten meist unbedenklich, genauso wie Säfte aus Gemüse.

7.  Bestimmte warme Getränke

Schadet Kaffee bei Reizdarm oder nicht? Darüber können sich selbst Experten nicht wirklich einigen. Kein Wunder: So, wie einer nach Kaffee nervös wird und der andere cool bleibt, reagieren auch Reizdarm-Patienten ganz unterschiedlich. Hier bleibt Ihnen als Lösung nur, es bewusst auszuprobieren: Verstärken sich Ihre Beschwerden nach dem Kaffeetrinken? Dann lieber drauf verzichten oder es bei einer Tasse lassen.

Auf Kaffeeersatz wie z.B. Malz- oder Zichorienkaffee ausweichen sollten Sie aber besser nicht: Sie können Stoffe enthalten, die einen Reizdarm zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen.

Extra-Tipp: Wenn Sie Kaffee und Espresso gut vertragen, trinken Sie ihn ruhig. Als problemlos bei Reizdarm gelten auch alle Teesorten sowie Kakao aus Kakaopulver und Milch (evtl. laktosefrei). Allerdings sollten Sie Tee (auch Kräuter- und Früchtees) nur kurz ziehen lassen.

Merke!

Ob Kaffee Ihnen gut tut oder eher Probleme bereitet, sollten Sie bewusst ausprobieren.

8. Alkohol

Wer Sorgen hat, hat auch Likör? Stimmt oft, ist aber leider bei Reizdarm besonders problematisch. Denn speziell süße Liköre und andere zuckerhaltige alkoholische Getränke wie z.B. süßer Portwein, Sherry, Likörwein, Sekt, Prosecco oder lieblicher Wein tun bei Reizdarm gar nicht gut.

Extra-Tipp: Als bekömmlich bei einem Reizdarm gelten trockener Wein, Sherry, Portwein, Sekt und anderer Schaumwein sowie Spirituosen (außer Rum). Genießen Sie aber auch diese Varianten möglichst nur in kleinen Mengen und nur gelegentlich – in größeren Mengen können auch grundsätzlich verträgliche alkoholische Getränke den Darm noch mehr reizen und die Beschwerden verschlimmern.

Merke!

Alkohol, vor allem zuckerhhaltige alkoholische Getränke können Ihre Beschwerden verschlimmern. 

Wissen zum Mitnehmen

Menschen, die vom Reizdarmsyndrom (RDS) betroffen sind, leiden unter Bauchkrämpfen, Übelkeit, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall. Mit der richtigen individuell angepassten Ernährung können die lästigen Beschwerden auf ein Minimum gesenkt werden.

Die Symptome der Betroffenen sind sehr unterschiedlich genauso wie die Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Lebensmitteln, was es schwer macht, die eine ideale Ernährung zu definieren. Betroffene müssen selbst herausfinden, wie sie auf bestimmte Lebensmittel reagieren.

Allerdings gibt es Lebensmittel, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sehr häufig zu Beschwerden führen. Eine Liste dieser, finden Sie hier. Außerdem gibt es Lebensmittel, die in den meisten Fällen sehr bekömmlich sind. Die 8 besten Lebensmittel bei Reizdarm finden Sie hier. Aber auch hier haben diese Listen keine allgemeine Gültigkeit, weil jeder Mensch anders auf sie reagiert. 

Wichtig für die Nahrungsaufnahme ist, dass gut gekaut und langsam gegessen wird. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

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Bisherige Kommentare

 
Hallo, kann es sein dass durch einen Reizdarm auch Wunden, zb. an der Nase nicht mehr abheilen. Keine Verletzung die Ursache, sondern irgendwann mal offen geworden und mag nicht mehr verheilen. Vielleicht gibt's Jemanden mit Erfahrungswerten, würd mich freuen 😊

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