Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Diabetes mellitus

Von EAT SMARTER mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl
Aktualisiert am 23. Okt. 2020
Mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl zum Thema Diabetes mellitus.
Mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl zum Thema Diabetes mellitus.

Wie sieht eine Ernährung bei Diabetes Typ 2 aus? Was dürfen Diabetiker essen und was nicht? Die gute Nachricht ist, dass mit der richtigen Diabetes-Ernährung der Blutzucker wieder gesenkt werden kann. Wie das geht und weitere Infos zur Krankheit, erfahren Sie bei EAT SMARTER.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist Diabetes Typ 2?
  2. Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?
  3. Wie sieht eine Diabetes Typ 2-Ernährung aus?
  4. Ernährungs-Tabellen für Diabetes Typ 2
  5. Diabetes-Rezepte selber filtern
  6. Was dürfen Diabetiker essen?
  7. 3 besonders gute Lebensmittel bei Diabetes
  8. Welches Obst dürfen Diabetiker essen?
  9. Was sollte man bei Diabetes nicht essen?
  10. 3 besonders schlechte Lebensmittel bei Diabetes
  11. Verschiedene Diabetes-Typen
  12. So kommt es zu einer Insulinresistenz
  13. Diabetes Symptome erkennen
  14. Was Sie bei Diabetes tun können
  15. Step by step schlank werden

Mit Expertenrat von
Dr. med. Matthias Riedl
Dr. med. Matthias Riedl ist Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe sowie in der Ernährungsmedizin tätig. Als ärztlicher Direktor leitet er das medizinische Versorgungszentrum medicum Hamburg. Außerdem ist er Autor mehrerer Fachbücher und als TV-Arzt in der NDR-Sendung "Die Ernährungs-Docs" bekannt.

Was genau ist Diabetes Typ 2?

Bei Gesunden bildet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin, welches über die Nahrung aufgenommene Glukose vom Blut in die Zellen befördert. Bei beginnendem Diabetes reagieren die Zellen immer weniger auf Insulin – Mediziner sprechen von einer Insulinresistenz.

Die Folge ist, dass die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produziert, bis sie irgendwann erschöpft ist und es zu einem Insulinmangel kommt. Der daraus resultierende erhöhte Blutzuckerspiegel ist schädlich für die Gefäße.

Mögliche Folgen können unter anderem ein Herzinfarkt, Schlaganfall, Probleme mit den Nieren oder Augen, und ein Diabetikerfuß sein. Die Erkrankung unterscheidet sich in ihrer Ursache und Behandlung von Diabetes Typ 1. Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1, 2, 3? Hier erfahren Sie mehr. 

Was kann man bei Diabetes Typ 2 mit einer smarten Ernährung erreichen?

Die Ernährungstherapie ist bei Diabetes Typ 2 von großer Bedeutung, denn durch einen gesunden Lebensstil kann die Insulinresistenz und somit auch der Diabetes an sich rückgängig gemacht werden.

Ziel der Therapie ist ein normaler Blutzuckerspiegel (Nüchternblutzucker < 110 mg/dl, HbA1C < 6,5 %), die Vermeidung bzw. das Reduzieren von Medikamenten und insgesamt eine verbesserte Lebensqualität. Erreicht werden kann diese durch eine Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und insbesondere die Reduzierung des stoffwechselaktiven Bauchfettes. Wie Sie Schritt für Schritt Gewicht verlieren – lesen Sie hier.

Sie möchten mehr über das Thema erfahren?
Das sind die beliebtesten Artikel: 

Blutzuckerwerte: Alles, was Sie wissen sollten
Darf man bei Diabetes Sport machen?
> Ist Stevia für Diabetiker geeignet?

Dr. Riedl klärt über die 10 wichtigsten Fragen zu Diabetes auf:

Wie sieht eine Diabetes Typ 2-Ernährung aus?

Das Wichtigste vorweg: Sie brauchen weder zu hungern noch auf Dauer eine Diät einzuhalten. Stattdessen geht es bei der Ernährung bei Diabetes darum, mit einer cleveren Auswahl von Lebensmitteln und Getränken für gute Lebensqualität und einen besseren Stoffwechsel zu sorgen.

Ein möglicher Ansatz bei einer Diabetiker-Ernährung ist die LOGI-Methode, die für Low Glycemic and Insulinemic (niedriger Blutzucker- und Insulinspiegel) steht. Im Alltag bedeutet dies, dass Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel stark beeinflussen, gemieden werden sollen.

Umsetzen lässt sich das mit einer gemäßigten Low-Carb-Ernährung, sprich die Kohlenhydratzufuhr soll reduziert werden und insbesondere Weißmehlprodukte und Zucker wie Nudeln, Toastbrot oder Kuchen sollen möglichst selten gegessen werden.

Zudem werden Lebensmittel mit gefäßschützender Wirkung bevorzugt, wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren. Auch soll mit reichlich Gemüse und Vollkornprodukten der Ballaststoffanteil erhöht werden.

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Unsere besten Rezepte 
bei Diabetes

Eine Auswahl dieser Rezepte ist Teil der wissenschaftlichen Studie P-SUP der Uniklinik Köln und Deutschen Sporthochschule Köln. Erfahren Sie hier mehr zur Studie.

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Rezepten bei Diabetes nach Ihren persönlichen Vorlieben filtern.
 


Ernährungs-Tabellen für Diabetes Typ 2

Wenn Sie ganz genau wissen möchten, zu welchen Lebensmittel Sie bei einer Diabetes-Ernährung greifen können, welche Sie lieber meiden und welche Sie in Maßen genießen können, helfen Ihnen dabei diese Tabellen, die von EAT SMARTER-Ernährungsexperten zusammengestellt wurden. 

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Amaranth, Graupen, Haferflocken, Kichererbsennudeln, Kokosmehl, Konjak Nudeln, Kürbiskernmehl, Leinsamenmehl, Linsennudel, Low-Carb-Brot, Low-Carb-Brötchen, Mandelmehl, Müsli ohne Zuckerzusatz, Quinoa, Sojamehl, Süßlupinenmehl, Vollkorn-Getreideflocken, Vollkornmehl (z.B. Dinkel-, Roggen- und Weizen-Vollkornmehl) Vollkornnudeln, Vollkornreis
Gemüse (mindesten 3 Portion/Tag)
Gemüse (frisch oder TK, z.B. Artischocke, Aubergine, Bärlauch, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kürbis, Möhre, Paprika, Pastinake, Radieschen, Rote Bete, Rotkohl, Salatgurke, Spargel, Spinat, Spitzkohl, Tomate, Topinambur, Weißkohl, Zucchini), Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, Sojabohnen, Weiße Bohnen), Pilze (z.B. Austernpilze, Champignons, Pfifferlinge, Shiitake, Steinpilze), Salat (alle Sorten, z.B. Chicorée, Eichblatt, Eisberg, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Romana, Rucola)
Obst (1–2 Portion/Tag)
Apfel, Aprikose, Beeren (z.B. Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren), Kiwi, Pfirsich, Pflaume, Sauerkirschen, Wassermelone, Zitrusfrüchte (z.B. Limette, Orange, Zitrone), Zwetschge
Nüsse, Kerne & Samen
Cashewkerne, Chiasamen, Flohsamen(schalen), Hanfsamen, Haselnuss, Kürbiskernen, Leinsamen, Mandel, Mohn, Pinienkernen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Walnuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Buttermilch, Eier (ca. 5 pro Woche), Käse bis 45 % Fett i. Tr. (z.B. Bergkäse, Camembert, Edamer, Feta, Harzerkäse, Maasdamer, Mozzarella, Parmesan, Ricotta, Tilsiter), Kochsahne, körniger Frischkäse, Milch, Naturjoghurt, Omelette, pflanzliche Milchalternativen (z.B. Haferdrink, Hanfdrink, Mandeldrink, Sojadrink), Quark (bis 20 %), saure Sahne
Fleisch & Wurst
Aspik, Corned Beef, Hase, Huhn, Kassler, Koch- und Lachsschinken, Pute, Putenbrustaufschnitt
Fisch & Meeresfrüchte
Meeresfrüchte (z.B. Garnelen, Hummer, Krabben, Muscheln wie Miesmuschel), naturbelassener Fisch (frisch oder TK, z.B. Aal, Barbe, Barsch, Forelle, Hecht, Heilbutt, Hering, Kabeljau/ Dorsch, Lachs, Makrele, Pangasius, Plattfisch, Saibling, Sardine, Scholle, Seelachs, Steinbeißer, Thunfisch, Waller/ Wels, Zander)
Fette & Öle
pflanzliche Öle mit hohem Omega 3 Gehalt (z.B. Hanföl, Kürbiskernöl, Leinöl, Olivenöl, Rapsöl, Traubenkernöl, Walnussöl, Weizenkeimöl)
Getränke
schwarzer Kaffee, ungesüßter Tee (z.B. Kräuter-, Früchte-, Roobostee), Wasser
Aufstriche
Guacamole, Hummus, Nussmus (ohne Zucker, ohne zusätzliche Fette, z.B. Erdnussmus, Mandelmus)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Apfelessig, Bockshornklee, Curry, Ingwer, Kräuter (z.B. Basilikum, Salbei, Schnittlauch, Petersilie), Pfeffer, Kreuzkümmel, Kurkuma, Nelken, Senf, Vanille, Zimt
Fertigprodukte
Tiefgekühlte Gemüsemischungen ohne Zuckerzusatz
Süße & salzige Snacks
Nüsse und Samen

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes nicht empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Brötchen (z.B. Dinkelbrötchen, Mehrkornbrötchen, Roggenbrötchen), Burgerbrötchen, Cornflakes, Gebäck (z.B. Keks, Kuchen, Milchbrötchen), geschälter Reis, gesüßtes Müsli, Kartoffelprodukte, Laugengebäck (Brezel, Laugenbrötchen), Mischbrot, Nudeln (z.B. gefüllte Nudel wie Maultaschen, Pasta), Panini, Pommes, Toast, Tortilla, Weißmehl, Weißmehlbrot, Wraps, Zwieback
Gemüse
Mais, Süßkartoffel
Obst
gezuckerte Konserven, kandierte Früchte, Obstmus, Smoothies (Fertigprodukt), Trockenobst
Nüsse, Kerne & Samen
Nüsse im Teigmantel (z.B. Wasabinüsse), Nüsse mit Schokoladenglasur
Eier, Milch & Milchprodukte
Frischkäsezubereitungen, Fruchtbuttermilch, Joghurtprodukte (z.B. Fruchtjoghurt, Joghurtdrink), Kakao mit Zucker, Pudding
Fleisch & Wurst
Bockwurst, Bratwurst, geräuchertes und gepökeltes Fleisch (z.B. Salami, Schinken), Leberkäse, Leberwurst, Mettwurst, paniertes Fleisch (z.B. Schnitzel), Schinkenspeck, Schweinefleisch, Streichwurst, Weißwurst
Fisch & Meeresfrüchte
Fisch in Sahne oder Mayonnaise, Fischkonserve (z.B. Hering in Tomatensauce), panierter Fisch (z.B. Fischstäbchen, panierte Tintenfischringe), Surimi
Fette & Öle
Distelöl, Gänseschmalz, gehärtete Back- und Bratfette, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl
Getränke
alkoholische Getränke (z.B. Bier, Schnaps, Sekt, Wein), Energy-Drinks, Fruchtnektar, Fruchtsäfte, Fruchtsaftgetränke, gezuckerte Getränke, Light-Getränke, Limonaden, Softdrinks
Aufstriche
Erdnussbutter, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Sandwich-Creme, Schmalz
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Balsamicocreme, Grillsaucen, Ketchup
Fertigprodukte
Fast Food, Feinkostsalate, fertige Salatsaucen, Mayonnaise, Rotkohl im Glas, Suppen- und Saucenpulver, TK-Pizza
Süße & salzige Snacks
Chips, Flips, Nachos, Salzgebäck, Süßigkeiten (z.B. Gummitiere, Schokolade)
Süßungsmittel
Ahornsirup, Kandis, Obstdicksaft (z.B. Apfeldicksaft), Puderzucker, Reissirup, Rübensirup, Vanillezucker, Zucker

 
Diese Lebensmittel sind bei Diabetes in Maßen geeignet
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Buchweizenflocken, Getreide (z.B. Dinkel, Emmer, Gerste, Roggen), Haferkleie, Kartoffeln, Pumpernickel, Vollkornbrot, Vollkornbrötchen, Vollkorntoast
Gemüse
Gemüsekonserven (z.B. Erbsen, Kidneybohnen)
Obst
Ananas, Banane, Birne, Feige, Honigmelone, Kaki, Mango, Maracuja, Mirabelle, Nektarine, Süßkirsche, Weintraube
Nüsse, Kerne & Samen
Erdnüsse, Kokosnuss, Macadamianuss, Maronen, Paranuss, Pekannuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Crème fraîche, Frischkäse, Käse über 45 % Fett i. Tr. (z.B. Brie, Butterkäse, Camembert, Cheddar, Gorgonzola, Gouda), Sahnequark, Schlagsahne, Schmand
Fleisch & Wurst
Karree, Keule, Lammfilet, Lende, Rinderfilets, Rinderhackfleisch, Rippchen, Schweinefilet, Schweinerücken, Wild
Fisch & Meeresfrüchte
geräucherter Fisch (z.B. geräucherter Aal), Matjes (echten Matjes), Ölsardine, Salzhering, Schillerlocke, Stremellachs, Thunfisch in Öl (Konserve)
Fette & Öle
Butter, Butterschmalz, Kokosöl, Sesamöl, Sojaöl
Getränke
Gemüsesaft, Fruchtsaftschorle (Mischung 1 zu 3)
Aufstriche
Fruchtaufstrich, pflanzliche Brotaufstriche ohne Zuckerzusatz (z.B. Tomatenaufstrich)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Gewürzmischungen (ohne Zuckerzusatz), Salz, Balsamessig, süßer Senf, Weinessig
Fertigprodukte
vollbilazierte Eiweißshakes
Süße & salzige Snacks
Zartbitterschokolade
Süßungsmittel
Birkenzucker, Erythrit, Honig, Rohrohrzucker, Sorbitpulver, Stevia, Streusüße, Süßstoff, Vollrohrzucker, Xylith


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Wissenschaftliche Studien zu Diabetes

Ständig erscheinen neue Studien zu Diabetes und die Forschung geht immer weiter. EAT SMARTER hat für Sie die interessantesten Studien zusammengefasst und bewertet. 

Was dürfen Diabetiker essen?

1. Mineralwasser

Ob still oder mit leichtem Prickeln – bei Mineralwasser sollten Sie so oft wie möglich nachschenken. Und zwar besonders bei Wasser mit einem Magnesiumgehalt von mindestens 100 mg pro Liter, gerne auch mehr. Heilwässer können sogar bis zu 300 mg Magnesium pro Liter enthalten. Diesen Mineralstoff braucht der Körper, um Zucker-Bausteine in die Zellen zu transportieren – fehlt er, wird mehr Insulin benötigt.

Extra-Tipp: Mineralwasser hat noch einen weiteren Pluspunkt für Diabetiker: Wer davon täglich mindestens zwei Liter trinkt, baut Übergewicht schneller ab und hat weniger Appetit. Forscher konnten nachweisen, dass viele Menschen ein Hungergefühl spüren, wenn sie in Wahrheit eigentlich Durst bzw. Flüssigkeitsbedarf haben.

2. Gemüse

Gemüse ist generell gesund, bei Diabetes aber ganz besonders. Denn es hat den unschlagbaren Vorteil, sehr wenige Kohlenhydrate zu enthalten, sodass Sie es praktisch in unbegrenzten Mengen essen können. Auch der Kaloriengehalt liegt durchweg niedrig, was ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, da Übergewicht ja für Diabetiker besonders hohe Risiken birgt.

Außerdem enthält Gemüse viele wichtige Vitamine und bioaktive Stoffe. Sie helfen dabei, den Körper vor Folgeschäden wie Herz- und Kreislauferkrankungen zu schützen.

Extra-Tipp: Kartoffeln sind sozusagen ein Sonderfall. Sie haben zwar einen relativ hohen Kohlenhydratanteil – trotzdem sind sie in Maßen auch bei einer Ernährung bei Diabetes kein Tabu. Wichtig: Essen Sie ausschließlich Pellkartoffeln, evtl. auch Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei mit wenig Butter und fettarmer Milch. Pommes, Rösti und andere fettreiche Zubereitungsarten aber lieber meiden!

3. Pflanzenöle

Ob aus Oliven, Raps, Nüssen oder Samen: Die meisten Pflanzenöle stecken voller einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren. Das ist deshalb wichtig, weil diese super gesunden Stoffe nachweislich die Blutgefäße frei von schädlichen Ablagerungen und den Blutdruck auf einem niedrigen Level halten können. Pflanzenöle können also den bei Diabetes leider nicht seltenen Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen.

Extra-Tipp:
Kochen, braten und backen Sie möglichst nur noch mit Raps- oder Olivenöl. Das muss keineswegs die eher kostspielige kalt gepresste native Variante sein – im Gegenteil: Wenn man Pflanzenöle hoch erhitzen möchte, nimmt man dafür generell die raffinierte Version, weil sie nicht so leicht verbrennt. Kostbare kalt gepresste Öle sollten Sie dann für Salate oder zum Verfeinern von fertig gegarten Gerichten nehmen.

4. Nüsse, Kerne und Samen

Was für die daraus gepressten Öle gilt, gilt für Nüsse, Kerne und Samen erst recht – sie sind geradezu unverschämt gesund. Auch und besonders bei Diabetes, denn sie enthalten ebenfalls reichlich günstige Fettsäuren. Darüber hinaus liefern sie aber auch reichlich Magnesium, wertvolle Proteine, B-Vitamine und Ballaststoffe. Nüsse können außerdem Studien zufolge bei Diabetes Typ 2 den Blutzuckerspiegel um bis zu 20 Prozent senken.

Extra-Tipp: Für den kleinen Hunger zwischendurch sind Nüsse bei einer Ernährung bei Diabetes der perfekte Snack: Sie versorgen den Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen und machen schon in kleineren Mengen nachhaltig satt.

5. Vollkorngetreide

Es stimmt, dass Getreide generell sehr viele Kohlenhydrate enthält. Trotzdem empfehlen Ernährungsexperten und Mediziner auch und gerade bei Diabetes immer wieder Vollkornprodukte. Die Erklärung für diesen scheinbar paradoxen Rat ist einfach: Da in Vollkornmehl noch alle Bestandteile des ganzen Getreidekorns stecken, verarbeitet der Körper es ganz anders als Weißmehl.

Um diese sogenannten komplexen Kohlenhydrate in Vollkornbrot oder Vollkornpasta aufzuspalten und für die Energiegewinnung verfügbar machen zu können, muss er sie nämlich erst mal wieder in alle Einzelteile zerlegen. Das dauert relativ lange und hat eine sehr positive Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt entsprechend langsam an und ebenso langsam auch wieder ab.

Ein weiterer Pluspunkt: Vollkornprodukte bieten jede Menge Ballaststoffe, die lange sättigen, die Verdauung verbessern und den Cholesterinspiegel senken helfen.

Extra-Tipp: Bei Nudeln aus Vollkornmehl können Sie mit einem Trick den positiven Effekt noch steigern: Kocht man sie nur wirklich bissfest, sodass sie einen deutlich festen Kern behalten, braucht der Körper nämlich noch mal einige Zeit mehr, um die Kohlenhydrate in der Pasta aufzuspalten.

6.  Hülsenfrüchte

Für Bohnen, Linsen und Kichererbsen gilt das gleiche Prinzip wie bei Vollkorngetreide:  Auch die darin sehr üppig enthaltenen Kohlenhydrate zählen zu den vom Körper nur langsam verarbeiteten komplexen Kohlenhydraten. Hülsenfrüchte haben außerdem ebenfalls einen sehr hohen Ballaststoffanteil, der einerseits für gute Sättigung und eine gute Verdauung sorgt sowie andererseits häufigen Folgeerkrankungen bei Diabetes (wie vor allem hoher Blutdruck, ein hoher Blutfettspiegel und Herzproblemen) vorbeugt.

Extra-Tipp: Um das Beste an Benefit aus Hülsenfrüchten rauszuholen, verzichten Sie besser auf traditionell übliche Beilagen wie Wurst, Speck oder fettes Fleisch. Solche Begleiter von Linsen oder Bohnen würden nicht nur Ihr Kalorienkonto stark belasten – sie enthalten zudem gesättigte Fettsäuren, die sich ungünstig auf Herz und Gefäße auswirken.

7. Knoblauch und Co.

Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten möglichst oft mit Knoblauch und Zwiebeln aller Art zu. Das schmeckt nicht nur klasse, es kann beim Diabetes Typ 2 auch helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Verantwortlich für diesen positiven Effekt sind vor allem die in Zwiebelgewächsen (zu denen auch Knoblauch zählt) reichlich vorkommenden Schwefelstoffe.

Diese Methylsulfonylmethane, auch kurz MSM genannt,  sind unter anderem Bestandteil von körpereigenem Insulin und verbessern die Durchlässigkeit der Zellmembrane. Die Folge: die Bauchspeicheldrüse wird entlastet und der Blutzuckerspiegel sinkt. Eine US-Studie ergab sogar, dass MSM bei Diabetes nicht nur die Insulinproduktion steigern sondern sogar die notwendige Insulindosis reduzieren kann.

Extra-Tipp: Die günstigen MSM stecken auch in Bärlauch sowie in Meerrettich, Rettich (hier finden Sie unsere besten Rettich-Rezepte) und Radieschen. Es macht also Sinn, bei einer Ernährung bei Diabetes in Salaten möglichst oft Zwiebeln mit Knoblauch und z.B. Radieschen zu kombinieren!

(*) Vorsicht, wenn Sie Antidepressiva, Asthma- oder Herzmedikamente nehmen: Grapefruits enthalten Stoffe, welche die Wirkung solcher Mittel auf unvorhersehbare und schlimmstenfalls lebensbedrohliche Art verändern können. Also unbedingt den behandelnden Arzt fragen, ob Grapefruit erlaubt ist oder nicht!

3 besonders gute Lebensmittel bei Diabetes

  1. Zimt: Verfeinern Sie häufiger süße und auch herzhafte Speisen mit Zimt, denn das Gewürz hat eine ausgleichende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, indem es die Zuckeraufnahme in unseren Zellen erleichtert.
  2. Apfelessig: Gerade zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten empfiehlt es sich, Apfelessig zu verzehren, denn dieser kann die Insulinsensitivität verbessern. Sprich der Blutzuckerspiegel steigt trotz Kohlenhydraten nicht so stark an.
  3. Leinsamen: Kleine Samen mit großer Wirkung: Geschrotete Leinsamen können helfen, den Blutzucker zu regulieren. Zudem punkten sie mit Omega-3-Fettsäuren, welche eine antientzündliche Wirkung haben und so unsere Gefäße schützen.

    Welches Obst dürfen Diabetiker essen?

    Von einigen Obstsorten weiß man inzwischen, dass sie bei einem Diabetes Typ 2 den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen können. Bei Äpfeln z.B. verzögert der lösliche Ballaststoff Pektin die Aufnahme von Zucker im Blut; außerdem schützt Pektin die Blutgefäße.

    Auch Bananen sind für die Diabetes-Ernährung eine gute Wahl – vorausgesetzt, sie sind noch leicht unreif. Dann nämlich enthalten sie weniger Zucker und mehr Stärke und können so den Blutzuckerspiegel im Lot halten.  

    Extra-Tipp: Ganz besonders empfehlenswert sind Zitrusfrüchte. Grapefruits z.B. enthalten reichlich Naringin. Der Bitterstoff hat einen ähnlichen Effekt wie Medikamente zur Senkung des Blutzucker- und des Blutfettspiegels.

    (*) In Zitronen stecken große Mengen Rutin – dieser sekundäre Pflanzenstoff kann neueren Studien zufolge ebenfalls günstig auf den Blutzuckerspiegel wirken.

    Was sollte man bei Diabetes nicht essen?

    1. Zucker

    Seinen schlechten Ruf hat Zucker leider zu Recht: Um ihn zu verarbeiten, benötigt der Körper so große Mengen Insulin, dass die bei Diabetes ohnehin aus dem Takt geratene Produktion der Bauchspeicheldrüse völlig überfordert wird. Die Folge: Durch den Mangel an Insulin wird der Großteil des Zuckers nicht zur Energiegewinnung in die Körperzellen weiter transportiert, sondern bleibt im Blut „stecken“. Der Blutzuckerspiegel steigt also sehr schnell enorm an, was nicht zuletzt fatale Folgen für Herz und Gefäße haben kann.

    Extra-Tipp: Vorsicht Falle: Leider sind Honig, Agavensirup und Co. keine günstigen Alternativen, denn sie bestehen ebenfalls überwiegend aus Zucker! Der Gehalt an Kohlenhydraten bzw. Broteinheiten unterscheidet sich also kaum von dem von purem Zucker.

    2. Süßigkeiten

    Wie der Name schon andeutet – Süßigkeiten enthalten reichlich Zucker. Aber nicht nur das macht sie problematisch: Erschwerend kommt hinzu, dass in vielen Naschereien dazu noch erhebliche Mengen an Fett stecken können. Für das bei Diabetes besonders wichtige Normalgewicht eine böse Falle, denn die Kombi aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten (Zucker) und Fett ist ein Garant für Übergewicht.

    Extra-Tipp: Wer mag schon ganz auf Süßes verzichten! Muss auch gar nicht sein, denn es gibt durchaus smarte Alternativen, die auch bei Diabetes okay sind. Trockenfrüchte wie Datteln und Feigen z.B. stillen die Lust auf Süßes mit reinem Fruchtzucker; dazu liefern sie viele wertvolle Mineralstoffe und Ballaststoffe, die schnell und nachhaltig sättigen.

    Und wenn es mal unbedingt Schoki sein muss? Dann greifen Sie am besten zu Bitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil – sie enthält überhaupt keinen Zucker (Fett allerdings schon!). Wer es süßer mag, der kann mit Stevia oder einem anderen Zuckeraustauschstoff gesüßte Milchschokolade nehmen. Aber auch ein selbst gekochter Kakao aus reinem Kakaopulver und fettarmer Milch stillt die Lust auf Schokolade wunderbar.

    3.  Weißmehl

    Ob aus Weizen oder aus Dinkel: Je heller das Mehl, desto ungünstiger seine Wirkung bei Diabetes. Das liegt daran, dass weißes bzw. sehr helles Mehl so stark ausgemahlen wird, dass es keine Schalenanteile mehr enthält. Dadurch kann der Dünndarm die Stärke sehr schnell in Zucker aufspalten; der Blutzuckerspiegel schießt ähnlich rasch in die Höhe wie beim gewöhnlichen Haushaltszucker.

    Extra-Tipp: Zu den ungünstigen Produkten aus Weißmehl, die Diabetiker nicht essen sollten, zählen Weißbrot, Brötchen, Croissants, helles Mischbrot, Graubrot, Fladenbrot, Pitabrot, Hefegebäck, Tacos, Blätterteig, Filoteig, Kekse, Kuchen, Torten – aber auch Knabbergebäck, Pizza, Flammkuchen, Cracker etc.

    4. Fertigprodukte

    Gerade bei einer Ernährung bei Diabetes lohnt es sich, selbst zu kochen: Sie können genau einschätzen, was in Topf und Pfanne kommt, und weder Gesundheit noch Genuss kommen zu kurz. Bei Fertigprodukten heißt es aufpassen: In fast allen ist Zucker enthalten, und zwar oft erstaunlich viel. Hätten Sie z.B. gedacht, dass in einer Fertigpizza 15 g oder in einem Pasta-Fertiggericht 11-16 g Zucker stecken? (Lesen Sie auch: Versteckter Zucker: Hier lauern fiese Fallen) Hinzu kann ein hoher Fettgehalt mit gleichzeitig hohem Anteil von ungünstigen gesättigten Fettsäuren kommen. Und auch der Salzgehalt ist meistens hoch – alles keine gute Wahl für Herz und Gefäße von Diabetikern!

    Extra-Tipp: Falls Sie nicht immer und völlig auf Fertiges verzichten wollen: Lesen Sie auf jeden Fall immer die Zutatenliste sehr kritisch und wählen Sie konsequent Varianten mit möglichst niedrigem Zucker- und Fettgehalt.

    5. Diät-Produkte

    Sogenannte Diät-Lebensmittel für Diabetiker gab es früher in großer Auswahl von diversen Herstellern; heute dagegen ist das Sortiment sehr überschaubar. Und das aus gutem Grund: Längst haben Forschungen gezeigt, dass diese Spezial-Produkte unnötig sind. Mehr noch – die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) warnt, dass Lebensmittel mit der Aufschrift „für Diabetiker geeignet“ nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu empfehlen sind und Diabetikern sogar schaden können.

    Extra-Tipp: Wenn Sie Übergewicht abbauen wollen, verlassen Sie sich lieber nicht auf Light-Lebensmittel. Für sie gilt nämlich ebenfalls: Damit Geschmack und Sättigung stimmen, haben sie oft zwar wenige Kalorien, enthalten aber trotzdem insgesamt zu viel Fett – und meistens auch noch von der ungünstigen Sorte, also mit gesättigten Fettsäuren. Außerdem verführen sie dazu, mehr davon zu essen und so die vermeintlich gesparten Kalorien wieder „reinzuholen“.

    6. Tierische Fette

    Butterschmalz, Gänse- und Schweineschmalz enthalten genau null Kohlenhydrate. Warum sie trotzdem auf der roten Liste der Diabetes-Ernährung stehen? Ganz einfach: Diese tierischen Fette enthalten auch sonst keinerlei Nährstoffe, und sie bestehen fast ausschließlich aus den ungünstigen gesättigten Fettsäuren, die bei Diabetes die generell gefährdeten Gefäße und damit das Herz belasten. Außerdem gelten sie zu Recht als echte Dickmacher.

    Extra-Tipp: Wenn Sie Normalgewicht haben, können Sie in Maßen zu Butter greifen. Als einziges tierisches Fett ist sie nämlich reich an wertvollen Nährstoffen wie vor allem Vitamin A und E, Kalzium und Kalium.

    7. Alkohol

    Abgesehen von Likören und Süßweinen enthalten auch alkoholische Getränke keine Kohlenhydrate. Trotzdem raten Experten, Alkohol möglichst selten und nur in sehr geringen Mengen zu trinken. Denn mit Wein, Wodka und Co. steigt das Risiko einer Unterzuckerung, weil die Leber das Blut nicht mit Zucker versorgen kann, wenn sie Alkohol abbauen muss.  

    Hinzu kommt die Gefahr, dass Alkohol diabetische Nervenschäden verstärken und hohe Blutfettwerte fördern kann. Für alle mit Typ-2-Diabetes, die auf ihr Gewicht achten müssen, spielt außerdem der hohe Kaloriengehalt eine negative Rolle.

    Extra-Tipp: Alkohol zu besonderen Gelegenheiten – das verbieten selbst die wenigsten Mediziner ganz. Mal ein Glas zum Anstoßen ist nicht das Problem, und auch das Viertel Wein zum Festessen muss Ihnen kein schlechtes Gewissen machen. Wichtig ist nur: Trinken Sie Alkohol ausschließlich zu besonderen Gelegenheiten und essen Sie dabei immer eine Kleinigkeit, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

    8. Softdrinks und Co.

    Dass Cola und Limonade nicht gerade gesund sind, weiß eigentlich jedes Kind. Für Diabetiker gilt das natürlich erst recht, denn diese prickelnden Softdrinks sind extrem reich an Zucker. Was viele aber nicht wissen: Dasselbe gilt auch für vermeintlich gesunde Getränke wie Fruchtsaft oder gar sogenannten Fruchtnektar, der kaum Frucht und dafür umso mehr Zucker enthält.

    Extra-Tipp: Selbst gepresster Orangen- oder Grapefruitsaft, Fruchtsäfte direkt aus dem eigenen Entsafter sowie Direktsäfte mit 100 Prozent Fruchtgehalt und ohne Zusatz von Zucker sind in moderaten Mengen bei einer Ernährung bei Diabetes mellitus okay.

    Zum Durstlöschen sollten Sie aber auch diese gesünderen Varianten nur mit Mineralwasser verdünnt als Schorle trinken, weil sie relativ viel Fruchtzucker und Kalorien enthalten. So können z.B. in 200 Milliliter Apfelsaft ohne Zusatz von Zucker immerhin trotzdem bis zu 20 Gramm Fruchtzucker stecken!

    3 besonders schlechte Lebensmittel bei Diabetes

    1. Cornflakes: Auch wenn auf der Verpackung ein gesundes Frühstück suggeriert wird, sollten Sie die Frühstücksflocken aus Mais lieber im Regal stehen lassen, denn sonst landen viele Kohlenhydrate, Zucker und kaum Mineralstoffe in der Müslischale. Die Folge ist ein schnell steigender Blutzuckerspiegel.
    2. Fruchtnektar: Hier ist kaum mehr etwas vom eigentlichen Fruchtsaft enthalten. Zucker und Wasser stehen hier weit oben auf der Zutatenliste. Schnell nehmen wir durch das Getränk viele Kalorien ohne Vitalstoffe zu uns. Der Blutzuckerspiegel steigt direkt an und fällt genauso schnell wieder ab. Für Diabetiker daher eher weniger geeignet.
    3. Tiefkühlpizza: Schnell, einfach und lecker, jedoch voller leerer Kohlenhydrate, Salz und gesättigter Fettsäuren. Dies fördert Entzündungen und einen zu hohen Blutzucker. Wie bei allen Fertigprodukten können Sie auch hier nicht kontrollieren, was in Ihr Essen kommt, daher lieber darauf verzichten und eine noch köstlichere Vollkornpizza selbst backen.

    Verschiedene Diabetes-Typen

    Diabetes mellitus wird in vier verschiedene Typen unterteilt. Dabei lassen sich etwa fünf bis zehn Prozent der Diabetiker in den westlichen Industriestaaten Typ 1 zuordnen – unabhängig der ethischen Gruppe. Die übrige Prozentzahl entfällt auf Typ-2-Diabetiker sowie ein verschwindend geringer Anteil auf Betroffene von Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes. 

    Diabetes mellitus Typ 1

    Als insulinabhängiger Diabetes mellitus wird Typ 1 bezeichnet. Er ist eine Autoimmunerkrankung, die oft schon im Kindes- und Jugendalter auftritt. Hierbei zerstört das Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, wodurch der Blutzuckerstoffwechsel nicht mehr einwandfrei funktioniert. Es liegt hier also ein absoluter Insulinmangel vor. Betroffene von Typ-1-Diabetes sind daher auf das lebenslange Spritzen von Insulin angewiesen.

    Warum die Autoimmunerkrankung entsteht, ist bislang noch nicht geklärt. Bestimmte Genveränderungen und andere Risikofaktoren, wie Infektionen werden jedoch vermutet.

    Wird die Stoffwechselerkrankung nicht behandelt, kann es zu einem Verhungern der Zellen im Überfluss kommen, da der Blutzucker (Glukose) nicht in die Zellen aufgenommen werden kann. Hieraus kann sich daraufhin eine Ketose entwickeln, die mit dem Übergang in das ketoazidotische Koma zum Tode führen kann.

    Diabetes mellitus Typ 2

    Diabetes mellitus Typ 2 ist eine variabele Stoffwechselerkrankung. Zu Beginn probiert der Körper den zu viel aufgenommen Zucker durch eine vermehrte Insulinproduktion vom Blut in die Körperzellen zu verlagert. Es kann eine Insulinresistenz entstehen, sprich die Wirkung von Insulin nimmt ab. Ein relativer Insulinmangel liegt somit vor. Die Bauchspeicheldrüse produziert infolgedessen immer mehr Insulin, um den Blutzuckerspiegel abzusenken, bis ihre Zellen erschöpft sind und kaum mehr Insulin produzieren können.

    Bislang trat dieser Typ hauptsächlich bei älteren Menschen auf und wurde daher umgangssprachlich auch als Altersdiabetes bezeichnet. Obwohl die Neigung zu Diabetes Typ 2 erblich bedingt ist, wird dieser Typ aus gutem Grund auch „erworbener Diabetes“ genannt, denn ob und wann die Krankheit ausbricht, ist vom Lebensstil abhängig: Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung gelten als höchste Risikofaktoren für die Erkrankung.

    Heutzutage entwickeln bereits immer mehr Kinder und Jugendliche die Stoffwechselerkrankung, da sich zu wenig bewegen, zum Teil übergewichtig sind und zu viel Zucker zu sich nehmen. Eine weitere These für diesen Trend ist, dass die Kinder während der Pubertät Wachstumshormone ausschütten, die bewirken, dass die Zellen unempfindlich auf Insulin regieren. Merkmale von Diabetes mellitus Typ 2.

    Ein Bewegungsmangel begünstigt die Entstehung von Diabetes Typ 2, da die Muskeln so kaum Blutzucker als Energie verbrauchen, und dies die Insulinresistenz schnell voranschreiten lässt. 

    Auch Übergewicht kann die Krankheit vorantreiben, denn Betroffene von Adipositas im Allgemeinen haben eine geringe Glukosetoleranz und einen erhöhten Insulinspiegel zu beklagen. Ist Letzterer über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht, entwickelt sich eine Insulinresistenz, wodurch die Empfindlichkeit der Zellen für den Botenstoff nachlässt. Eine vermehrte Insulinausschüttung ist die Folge: Die Bauchspeicheldrüse wird permanent beansprucht und dennoch können die Zellen den Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig aufnehmen. 

    Die gute Nachricht bei Diabetes mellitus Typ 2 ist, dass selbst die genetische Vorbelastung kein unabwendbares Schicksal ist. Es ist nie zu spät, bei Diabetes Typ 2 gegenzusteuern und den aus dem Lot geratenen Stoffwechsel wieder in eine bessere Balance zu bringen. Und das Beste: Die richtige Ernährung bei Diabetes ist dabei mindestens die halbe Miete!

    Diabetes mellitus Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes

    Die große unbekannte Gruppe bildet Diabetes mellitus Typ 3. Hierunter werden verschiedene Formen zusammengefasst, die früher als "andere spezifische Typen" bezeichnet wurden. Inzwischen unterscheidet man acht Varianten bei Diabetes Typ 3:

    • Typ 3A: genetische Schädigung der Betazellfunktion
    • Typ 3B: genetische Defekte der Insulinwirkung
    • Typ 3C: Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
    • Typ 3D: hormonelle Störungen
    • Typ 3E: Diabetes durch Drogen oder Chemikalien
    • Typ 3F: infolge von Infektionen
    • Typ 3G: seltene, immunologisch bedingte Formen von Diabetes
    • Typ 3H: andere genetische Syndrome

    Die häufigste Variante ist Typ 3A, der auch MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young = Erwachsenendiabetes, der bei Jugendlichen auftritt) genannt wird. Zehn Varianten dieses speziellen Diabetes Typ 3 sind zurzeit bekannt. Allerdings werden die Betroffenen, je nach Mody-Variante, oft fälschlicherweise als Typ 1 und 2 diagnostiziert. Ein Gentest verschafft hier Gewissheit.

    Während einer Schwangerschaft spielt vieles im Körper verrückt. Durch hormonelle Veränderungen wird die Insulinwirksamkeit herabgesetzt. Im Normalfall kann der Körper durch einen  erhöhte Insulinproduktion gegensteuern. Gelingt dies nicht, spricht man vom Schwangerschaftsdiabetes, auch Typ 4 genant. Üblicherweise verschwindet dieser zwar nach der Geburt des Kindes, sollte aber dennoch als Warnzeichen gesehen werden, da fast die Hälfte aller betroffenen Schwangeren im Laufe von zehn Jahren nach der Geburt einen Typ-2-Diabetes entwickeln.

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    So kommt es zu einer Insulinresistenz

    Wenn die Körperzellen nicht mehr auf das Hormon Insulin reagieren, wird von einer Insulinresistenz gesprochen. Vor allem Diabetes Typ 2 ist durch diese Resistenz gekennzeichnet, aber auch bei Schwangerschaftsdiabetes und Typ 3 kann die Wirkung des Hormons verringert sein. In besonderen Fällen von Diabetes Typ 1 kann zusätzlich eine Insulinresistenz entstehen.

    So entsteht typischerweise eine Insulinresistenz der Körperzellen:

    • Wenn das Blut zu viel Glucose (Einfachzucker) enthält, muss die Bauchspeicheldrüse vermehrt das Hormon Insulin produzieren.
    • Das Insulin hat die Aufgabe, den schnell verfügbaren Einfachzucker ins Zellinnere zu transportieren, damit der Körper ihn als Energiequelle nutzen kann.
    • Je schneller der Blutzuckerspiegel ansteigt, desto schneller und desto mehr Insulin schüttet die Bauchspeicheldrüse aus.
    • Wird das zum Dauerzustand (weil man überwiegend schnell verfügbare Kohlenhydrate und Zucker isst), streiken die Körperzellen. Sie reagieren immer weniger auf das Insulin und nehmen immer weniger Glucose auf – das heißt, sie werden resistent.

    Diabetes Symptome erkennen

    Diabetes zu erkennen ist nicht immer leicht, denn je nach Typ kommt die Erkrankung schleichend und Symptome bleiben aus beziehungsweise treten erst sehr spät auf. 

    Allgemein gilt: Ein klinisch manifester Diabetes liegt dann vor, wenn der im Blut gemessene Nüchternblutzucker 126 Milligramm pro Deziliter übersteigt – zwei Stunden nach einer Glukosebelastung gilt ein Wert von über 200 Milligramm pro Deziliter als Indikator. Diabetes Typ 1 wird anhand von bestimmten Antikörpern diagnostiziert und bei Schwangerschaftsdiabetes führt man üblicherweise ein oGTT (75-g-oralen-Glukosetoleranztest) durch. 

    Diabetes mellitus führt bei Betroffenen oft zur Verengung der Blutgefäße, zu Nervenschädigungen sowie zu Netzhauterkrankungen. Folgende Symptome können ebenfalls auf eine Erkrankung von fast allen Diabetes-Typen hinweisen:

    • erhöhte Urinausscheidung (Polyurie)
    • starker Durst (Polydipsie)
    • Wachstumsstörungen, Gewichtsabnahme (bei Kindern)
    • Verschlechterung der Sehkraft
    • Muskelkrämpfe
    • Menstruationsstörungen
    • Psychische Veränderungen (Aggressivität)
    • schlechte Wundheilung

    Typische Symptome bei Diabetes Typ 1

    Die Symptome zeigen sich meist innerhalb von Tagen bis Wochen, denn die insulinbildenden Zellen werden durch einen Autoimmundefekt zerstört. Der Blutzuckerspiegel steigt daher in kurzer Zeit an. Es kommt zu einem sehr ausgeprägten Durst, der daher rührt, dass der Körper den erhöhten Blutzuckerspiegel ausgleichen will und den Zucker über den Urin ausscheidet. Der Körper trocknet aus, die Patienten nehmen extrem an Gewicht ab, fühlen sich schwach und müde.

    Wird jetzt zum Beispiel nicht mit einer Lebensstilanpassung und Diabetes Typ 1-Ernährung reagiert, können die Diabetes-Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Azetongeruch des Atems und schließlich Bewusstlosigkeit Anzeichen für den Beginn eines diabetischen Komas (coma diabeticum; Blutzucker weit über 250 mg/dl) sein.

    Typische Symptome bei Diabetes Typ 2

    Bei Diabetes Typ 2 sind die Symptome meist nur schwer zu erkennen, dennoch lohnt es sich, auf den Körper zu hören und Blutwerte regelmäßig checken zu lassen, um Diabetes so früh wie möglich zu entdecken. Großer Durst, häufiges Wasserlassen und Müdigkeit sind wohl die bekanntesten Symptome, die man bei sich selbst leicht bemerken kann. Bleiben Symptome aus, wird Diabetes Typ 2 meist erst durch die Folgeerkrankungen, wie Gefäßschäden oder Durchblutungsstörungen erkannt.

    Was Sie bei Diabetes tun können

    Eine bedarfsgerechte Therapie von Diabetes mellitus umfasst die Diagnostik, Überwachung und Behandlung der Stoffwechselerkrankung durch einen Facharzt. Es gibt drei Therapieformen, die zur Behandlung der Stoffwechselstörung angewandt werden:

    • Lebensstiländerung (Basistherapie)
    • Lebensstiländerung und orale Antidiabetika (Pharmakotherapie)
    • Lebensstiländerung und Insulin (Pharmakotherapie)

    Bei Diabetes Typ 2 gilt, dass rund 40 Prozent der neu Erkrankten mit einer Lebensstiländerung, sprich Ernährungsumstellung, Bewegung, Nichtrauchen und Stressbewältigungsstrategien, allein behandelt werden können. Weitere 30 Prozent können mit oralen Antidiabetika sowie die übrigen 30 Prozent mit Insulin behandelt werden. Oralen Antidiabetika fördern die noch vorhandene körpereigene Insulinproduktion oder führen zu einer Verbesserung der Wirkung des körpereigenen Insulins. Die Therapieformen sind übrigen keine Einbahnstraße. Je nach aktuellen Werten kann diese in beide Richtungen angepasst werden.

    Bei den anderen Diabetes-Typen treffen die drei Therapieformen nur bedingt zu. Diabetes Typ 1 wird lebenslang mit Insulin behandelt, eine gesunde Ernährung und ein aktives Leben sollten gepflegt werden. Bei Schwangerschaftsdiabetes ist die Basistherapie oder falls nötig die Insulintherapie gängig. Der Einsatz von Antidiabetika ist bisher nicht üblich. Es gibt jedoch Hinweise, dass in besonderen Fällen der Einsatz von Metformin hilfreich sein kann. Diabetes Typ 3 wird je nach Ursache behandelt, jedoch ist auch hier ein gesunder Lebensstil, für den Sie selbst etwas tun können, hilfreich.

    Eine Ernährungstherapie soll die Zufuhr aller wichtigen Nährstoffe sicherstellen sowie die Stoffwechselstörung ausgleichen. Hierbei werden den Diabetikern keine speziellen Lebensmittel empfohlen: Sie bedienen sich der gleichen Lebensmittelauswahl wie stoffwechselgesunde Menschen.

    Step by step schlank werden

    Übergewicht gilt als eine von mehreren Hauptursachen für den Typ-2-Diabetes. Sie können eine bestehende Insulinresistenz darum entscheidend verbessern, wenn Sie überzählige Pfunde abbauen.

    Der beste Weg zur Normalfigur und damit zu einem gesünderen Stoffwechsel ist aber keine radikale oder einseitige Diät, sondern eine Ernährungsumstellung in Kombination mit Bewegung.

    • Essen Sie alles, was wir grundsätzlich hier bei Typ-2-Diabetes empfehlen – aber in Maßen.
    • Im Klartext heißt das: Reduzieren Sie die tägliche Kalorienmenge um ca. 500 bis 600, sodass Sie auf etwa 1.500 Kalorien am Tag kommen. Damit nimmt man langsam, aber sicher ab, ohne den Stoffwechsel oder den Kreislauf übermäßig zu belasten. Vor allem tricksen Sie so auch den zu Recht gefürchteten Jojo-Effekt aus und haben gute Chancen, das einmal erreichte Gewicht dann auch zu halten.
    • Sie haben seit der Schule keinen Sport mehr getrieben oder haben nur wenig Zeit übrig? Macht nichts: Fangen Sie einfach klein an. Bewegung muss nicht unbedingt Sport sein bzw. im Fitnessstudio stattfinden. Auch Spazierengehen, Tanzen, Fahrradfahren, Schwimmen Haus- und Gartenarbeit verbrauchen Kalorien, steigern den Grundumsatz und bringen den Stoffwechsel auf Touren. Wenn Sie viele Jahre keinen Sport gemacht oder eine weitere Erkrankung haben: Lassen Sie sich vom Arzt grünes Licht geben, bevor es mit richtigem Training losgeht!
    • Besprechen Sie auch mit Ihrem Arzt, dass Sie abnehmen möchten. Das ist deshalb sehr wichtig, weil sich mit sinkendem Gewicht meist die Wirkung des Insulins verbessert und der Arzt Ihre Tabletten- bzw. Insulin-Dosis entsprechend anpassen muss.

    Bitte beachten: Es kommt ziemlich häufig vor, dass Menschen mit Diabetes außerdem auch an einer Fettstoffwechselstörung und/oder einer Herz-Kreislauferkrankung leiden. Falls Sie dazu gehören, gelten selbstverständlich nicht nur die Ernährungsregeln für Diabetes, sondern außerdem die für solche weiteren Erkrankungen!

    Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
     
    Hallo, ich bin seit 25 Jahren Diabetiker Typ1. Es wäre mal ganz schön, auch mal Rezepte für Diabetiker bei Ihnen zu finden!!!! Ich lese regelmäßig ihre Rezepte und Kommentare.
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