Wissenschaftlich geprüft
Ernährung bei Krankheiten

Ernährung bei Reflux

Von Maren Baumgarten mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl
Aktualisiert am 02. Mär. 2021
Exklusive Tipps vom Ernährungs-Experte Dr. Matthias Riedl.
Exklusive Tipps vom Ernährungs-Experte Dr. Matthias Riedl.

Etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland leidet an der Refluxerkrankung. Noch deutlich mehr kennen das Leitsymptom Sodbrennen. Die richtige Ernährung bei Reflux kann die Beschwerden lindern und eine weitere Schädigung der Speiseröhre verhindern. Alles, was Sie zum Thema Reflux-Ernährung wissen müssen, erfahren Sie hier.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist Reflux?
  2. Was kann man mit einer smarten Ernährung erreichen?
  3. Wie sieht eine Reflux-Ernährung aus?
  4. Ernährungs-Tabellen für Reflux
  5. Die Zubereitung macht den Unterschied
  6. Die 3 besonders guten Lebensmittel bei Reflux
  7. Die 3 besonders schlechten Lebensmittel bei Reflux
  8. Die besten 6 Hausmittel gegen Reflux

Exklusiv bei EAT SMARTER
mit Dr. med. Matthias Riedl
Dr. med. Matthias Riedl ist Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe sowie in der Ernährungsmedizin tätig. Als ärztlicher Direktor leitet er das medizinische Versorgungszentrum medicum Hamburg. Außerdem ist er Autor mehrerer Fachbücher und als TV-Arzt in der NDR-Sendung "Die Ernährungs-Docs" bekannt.

Was genau ist Reflux?

Bei der Refluxkrankheit findet ein Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre statt. Die Ursache ist meist der erschlaffte Muskel zwischen Speiseröhre und Magen. Symptome wie Sodbrennen, Husten, Heiserkeit, Kopfschmerzen oder Probleme im HNO-Bereich (Hals-Nasen-Ohren) als Folge durch die aufsteigende Magenflüssigkeit treten oftmals unmittelbar nach dem Essen oder im Liegen auf. Meistens werden die Erkrankten von einem sauren Aufstoßen geplagt. Diese Symptome treten mindestens einmal pro Woche auf.

Reflux sollten Sie ernst nehmen, denn der aufsteigende Mageninhalt kann das Gewebe in der Speiseröhre schädigen: Es kommt dann zu einer Entzündung, die zu schwerwiegenden Folgen wie dem Barrett-Ösophagus (Veränderungen des Gewebes in der Speiseröhre) oder sogar Speiseröhrenkrebs führen kann.

Diese Komplikationen treten besonders häufig beim sogenannten stillen Reflux auf. Der aufsteigende Mageninhalt löst bei den Patienten kein Sodbrennen aus und die Erkrankung kann so lange unentdeckt oder falsch diagnostiziert bleiben. Die richtige Ernährung bei stillem Reflux unterscheidet sich nicht von der Reflux-Ernährung mit Symptomen, daher können auch hier unsere Tipps und unsere Ernährung-bei-Reflux-Tabellen genutzt werden.

Was kann man mit einer smarten Ernährung bei Reflux erreichen?

Durch eine besondere Reflux-Ernährung können die Beschwerden vermindert werden und so auch die Lebensqualität der Betroffenen steigen. Eine Ernährungsumstellung kann zudem das Risiko für Folgeerkrankungen herabsetzen. Bei bestehendem Übergewicht unterstützt eine smarte Ernährung die Gewichtsreduktion, wodurch der Magendruck verringert wird.

Sie möchten mehr über das Thema erfahren?
Das sind die beliebtesten Artikel: 

> Ernährung bei Sodbrennen
>
 7 Tage Ernährungsplan gegen Sodbrennen
> 8 Tipps, wie Sie Sodbrennen vermeiden

Dr. Riedl klärt über die 10 wichtigsten Fragen zu Reflux auf:

Wie sieht eine Reflux-Ernährung aus?

Eine einfache Regel lautet: Esse nicht zu viel Süßes, nicht zu scharf, nicht zu fettig oder gar frittiert, nichts zu stark Angebratenes und nicht zu viel auf einmal. Zudem wird empfohlen, dass Essen gut zu kauen sowie fünf kleine Mahlzeiten anstatt nur zwei bis drei großer zu sich zu nehmen.

Eine mit Eiweiß und Ballaststoffen angereicherte Vollkost (ausgewogene Mischkost) erweist sich als empfehlenswert. Dazu gehören Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (am besten püriert), Fisch und Milchprodukte. Fette Fleisch- und Wurstwaren, scharfe Gewürze, Zwiebeln und Knoblauch bereiten dem Geplagten oftmals Probleme und sollten vom Speiseplan gestrichen werden.

Eine eiweißreiche Ernährung stärkt den Muskel zwischen Speiseröhre und Magen und kann so einen Reflux verhindern. Daher sollte jede Mahlzeit eine Eiweißquelle enthalten. Proteine aus pflanzlichen Quellen sind hierbei zu bevorzugen.

Für eine richtige Ernährung bei Reflux sollte viel Flüssigkeit zugeführt werden, um die Magensäure zu verdünnen. Milde Tees aus Fenchel, Malve oder grüner Tee sind wohltuend. Säurehaltige Getränke wie Kaffee und Getränke mit Kohlensäure sind hingegen eher ungeeignet. Auch saures Obst kann Beschwerden begünstigen und sollte daher weitestgehend gemieden werden. 

Auch die richtige Temperatur von Speise und Getränken ist bei einer Ernährung bei Reflux zu beachten. Ist die Nahrung zu heiß, kann dies auf Dauer die Speiseröhre schaden. Alles über 65 Grad Celsius begünstigt die Entstehung von Speiseröhrenkrebs – dies trifft übrigens nicht nur bei Reflux zu. Kalte Speise und Getränke können hingegen bestehendes Sodbrennen verstärken, da der Rücktransport des Speisebreis aus der Speiseröhre beeinträchtig wird.

Nicht jeder Magen reagiert gleich auf bestimmte Lebensmittel, daher gibt es nicht die eine unantastbare Reflux-Ernährung. Testen Sie aus, welche Lebensmittel Sie individuell vertragen.

Ernährungs-Tabellen für Reflux

Was kann man bei Reflux essen und was nicht? Viele sind verunsichert, welche Lebensmittel bei Sodbrennen Linderung verschaffen und welche die Magensäureproduktion steigern. Zum Teil werden Lebensmittel auch unterschiedlich gut vertragen, daher können Sie unsere Ernährungs-Tabellen für Reflux als Orientierung nutzen. Hören Sie auf Ihren Körper und testen Sie, was Ihnen bekommt und was nicht.

 
Diese Lebensmittel sind bei Reflux empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Amaranth, Buchweizen, Dinkel-Vollkornnudeln, Dinkelgrieß, Graupen, Haferflocken, Hirse, Kokosmehl, Leinsamenmehl, Mandelmehl, Müsli ohne Zuckerzusatz, Quinoa, Vollkornbrot (fein geschrotet, vom Vortag), Vollkornbrötchen (fein geschrotet, vom Vortag), Vollkornreis (Naturreis) und Parboiled Reis
Gemüse
Gemüse (frisch oder tiefgekühlt, z.B. Artischocke, Aubergine, Kürbis, Möhre, Pastinake, Rote Bete, Salatgurke, Spargel, Spinat, Zucchini), Salat (alle Sorten, z.B. Chicorée, Eichblatt, Eisberg, Endivie, Feldsalat, Kopfsalat, Lollo Rosso, Löwenzahn, Romana, Rucola)
Obst (säurearme und reife Sorten wählen)
Apfel (Jonagold, Cox, Gala, Gloster, Golden Delicious), Banane, Melone (Honig- und Wassermelone), Papaya
Nüsse, Kerne & Samen
nach individueller Verträglichkeit: Cashewkerne, Chiasamen, Flohsamen(schalen), Hanfsamen, Haselnuss, Kürbiskernen, Leinsamen, Mandel, Mohn, Pinienkernen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Walnuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Buttermilch, Eier (weichgekocht oder fettarm zubereitet; ca. 5 pro Woche), Käse bis 40 % Fett i. Tr. (z.B. Feta, Frischkäse, Harzerkäse, körniger Frischkäse), Magerquark, Milch 1,5 Fett, Naturjoghurt, pflanzliche Milchalternativen (z.B. Haferdrink, Hanfdrink, Mandeldrink, Sojadrink)
Fleisch & Wurstwaren (Zubereitung beachten)
Corned Beef, Hühnerfleisch ohne Haut, mageres Wildfleisch (Hirsch, Reh, Wildkaninchen, Wildgeflügel), Putenbrustauschnitt, Putenfleisch ohne Haut
Fisch & Meeresfrüchte (Zubereitung beachten)
Meeresfrüchte (z.B. Garnelen, Hummer, Krabben, Muscheln wie Miesmuschel), naturbelassener Fisch (frisch oder TK, z.B. Barbe, Barsch, Forelle, Hecht, Heilbutt, Kabeljau/ Dorsch, Pangasius, Plattfisch, Saibling, Sardine, Scholle, Seelachs, Steinbeißer, Waller/ Wels, Zander)
Fette & Öle
Butter, pflanzliche Öle mit hohem Omega-3-Gehalt (Hanföl, Kürbiskernöl, Leinöl, Olivenöl, Rapsöl, Traubenkernöl, Walnussöl, Weizenkeimöl)
Getränke (Temperatur beachten)
ungesüßter Tee (z.B. Kräuter-, Roobostee), stilles Wasser
Aufstriche (Brot dünn bestreichen)
Hummus, Nussmus (ohne Zucker, ohne zusätzliche Fette, z.B. Erdnussmus, Mandelmus)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
alle getrockneten oder tiefgefrorenen Kräuter; Anis, Fenchelsamen, Kardamom, Kümmel, Kurkuma, Nelken, Vanille Zimt
Fertigprodukte
Tiefgekühltes Gemüse ohne Zusätze, fermentierte Sojaprodukte (Tofu, Miso, Natto oder Tempeh)

 
Diese Lebensmittel sind bei Reflux nicht empfehlenswert
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Brötchen (z.B. Dinkelbrötchen, Mehrkornbrötchen, Roggenbrötchen, Weizenbrötchen), Burgerbrötchen, Cornflakes, Croissant, frisches Brot (auch Vollkorn), geschälter Reis, Gebäck (z.B. Keks, Kuchen, Milchbrötchen), gesüßtes Müsli, Kartoffelprodukte, Mischbrot, Panini, Pommes, Toast, Tortilla, Weißmehl, Weißmehlbrot, Wraps, Zwieback
Gemüse
nach individueller Verträglichkeit: Bärlauch, Frühlingszwiebel, Gemüsemischungen mit Butter oder Sahne, Knoblauch, Konserven (Champignons, Cornichons, Gewürzgurken, Paprikaschoten, etc.), Meerrettich, Rhabarber, Sauerkraut, Zwiebel
Obst
gezuckerte Konserven, kandierte Früchte, Obstmus, Smoothies (Fertigprodukt), Trockenobst
Nüsse, Kerne & Samen
gesalzene Nüsse, Nüsse im Teigmantel, Nüsse mit Schkoladenglasur
Eier, Milch & Milchprodukte
Crème fraîche, Frischkäse, Frischkäsezubereitungen, Fruchtbuttermilch, Joghurtprodukte (z.B. Fruchtjoghurt, Joghurtdrink), Kakao mit Zucker, Käse über 45 % Fett i. Tr. (z.B. Brie, Butterkäse, Camembert, Cheddar, Gorgonzola, Gouda), Pudding, Sahnequark, Schlagsahne, Schmand
Fleisch & Wurstwaren
Bockwurst, Bratwurst, Geflügel mit Haut, geräuchertes und gepökeltes Fleisch (z.B. Salami, Schinken), Leberkäse, Leberwurst, Mettwurst, paniertes Fleisch (z.B. Schnitzel), scharf angebratenes oder gegrilltes Fleisch, Schinkenspeck, Schweinefleisch, Streichwurst, Weißwurst
Fisch & Meeresfrüchte
Aal, Fisch in Sahne oder Mayonnaise, Fischkonserve (z.B. Hering in Tomatensauce), geräucherter Fisch (z.B. geräucherter Aal), Makrele, Matjes (echten Matjes), Ölsardine, panierter Fisch (z.B. Fischstäbchen, panierte Tintenfischringe), Salzhering, Schillerlocke, Stremellachs, Surimi, Thunfisch in Öl (Konserve)
Fette & Öle
Distelöl, Gänseschmalz, gehärtete Back- und Bratfette, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl
Getränke
alkoholische Getränke (z.B. Bier, Schnaps, Sekt, Wein), Energy-Drinks, Fruchtnektar, Fruchtsäfte, Fruchtsaftgetränke, gezuckerte Getränke, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke (Cola, Limonade, Mineralwasser mit Kohlensäure), Light-Getränke, Softdrinks
Aufstriche
Erdnussbutter, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Sandwich-Creme, Schmalz
Kräuter, Gewürze, Saucen & Würzmittel
Balsamicocreme, Grillsaucen, Ketchup
Fertigprodukte
Fast Food, Feinkostsalate, fertige Salatsaucen, Mayonnaise, Rotkohl im Glas, Suppen- und Saucenpulver, TK-Pizza
Süßes & salzige Snacks
Chips, Eiscreme, Flips, Nachos, Salzgebäck, Süßigkeiten (z.B. Gummitiere, Schokolade)
Süßungsmittel
Ahornsirup, Kandis, Obstdicksaft (z.B. Apfeldicksaft), Puderzucker, Reissirup, Rübensirup, Vanillezucker, Zucker

 
Diese Lebensmittel sind bei Reflux in Maßen geeignet
Mehl, Brot, Getreide & Beilagen
Kartoffeln (frisch gestampfter Kartoffelbrei, Pell- oder Salzkartoffeln), Nudeln aus Hülsenfrüchten (Kichererbsen, Linsen, etc.), Vollkorn-Laugengebäck, Vollkorntaost,
Gemüse
Blumenkohl, Brokkoli, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, Sojabohnen, Weiße Bohnen), Mais, Paprikaschote, Pilze (z.B. Austernpilze, Champignons, Pfifferlinge, Shiitake, Steinpilze), Spitzkohl, Tomaten, Weißkohl
Obst
Nach individueller Verträglichkeit: Avocado, Ananas, Beeren (z.B. Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren), Feige, Kiwi, Mirabelle, Nektarine, Pflaume, Sauerkirsche
Nüsse, Kerne & Samen
Erdnüsse, Macadamianuss, Paranuss, Pekannuss
Eier, Milch & Milchprodukte
Milch 3,5 % Fett, Naturjoghurt 3,5 % Fett, Saure Sahne, Sojacreme
Fleisch & Wurstwaren (Zubereitung beachten)
mageres Kalbfleisch, mageres Lammfleisch, mageres Rindfleisch, Wildschwein
Fisch & Meeresfrüchte (Zubereitung beachten)
nach individueller Verträglichkeit in kleinen Mengen: Hering, Lachs (Salm), Makrele, Thunfisch, Schwarzer Heilbutt, Sardine
Fette & Öle
Butterschmalz, natives Kokosöl
Getränke
säurearmer Früchtetee
Aufstriche
pflanzliche Brotaufstriche ohne Zuckerzusatz (z.B. Rote-Bete-Aufstrich)
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
nach Verträglichkeit: Pfeffer, Senf, Chili, Ingwer
Süßes & salzige Snacks
Zartbitterschokolade (70% Kakao)
Süßungsmittel
Birkenzucker (Xylith), Erythrit, Honig, Rohrohrzucker, Stevia, Vollrohrzucker, Zuckerrübensirup

Die Zubereitung macht den Unterschied

Nicht nur die Lebensmittelauswahl ist bei der Ernährung bei Reflux wichtig, sondern auch deren Zubereitungsart. Hier kommen einige Tipps, wie Sie Lebensmittel bei Reflux bekömmlich machen:

  • Leichte Würze: Chili, Peperoni, Knoblauch und Co. sind normalerweise supergesund. Leider kann ihre Schärfe die Säureproduktion verstärken und ist daher ungünstig bei Reflux. Würzen Sie Ihre Speise daher lieber mit milden Kräutern. Hat sich Ihr Magen nach einiger Zeit etwas beruhigt, dann können Sie diese Gewürze wieder sparsam einsetzen.
  • Schonende Zubereitung: Frittieren, grillen oder scharf anbraten ist zwar lecker, aber reizt den Magen. Fleisch und Fisch lassen sich zum Beispiel auch dünsten oder sanft anbraten. Gemüse und Obst sind verträglicher, wenn Sie dieses dämpfen, dünsten oder blanchieren. Rohkost kann hingegen zu Problemen führen.
  • Fein geschrotet: Brot und Brötchen sind bei Reflux besser verträglich, wenn das Getreide sehr fein geschrotet ist. Auch Vollkorngetreide lässt sich fein schroten. Ähnlich ist es mit Nüssen, entweder verwenden Sie gemahlene Nüsse oder kauen diese sehr gut. 
  • Schälen: Unter der Schale liegen die meisten Vitamine, daher ist es gesünder, diese bei vielen Obst- und Gemüsesorten mitzuessen. Bei einem sowieso schon gereizten Magen kann zum Beispiel die Paprikaschale schwer verdaulich sein. Machen Ihnen Gurke, Paprika und Co. zu schaffen, dann probieren Sie das Gemüse mal ohne Schale. 

3 besonders gute Lebensmittel bei Reflux

  1. Banane: Das Obst enthält viele Schleimstoffe, die sich nach dem Verzehr wie ein Schutzschild auf die Magenschleimhaut legen. Überschüssige Säuren werden so neutralisiert und lassen Sodbrennen erst gar nicht entstehen.
  2. Goldene Leinsamen: Am besten als Leinsamen-Aufguss verwenden. Die Leinsamen bilden einen schützenden Schleim, der die Speiseröhre und den Magen überzieht. Zudem wird der saure Magensaft abgepuffert. 
  3. Kamille: Ein Tee aus Kamillenblüten beruhigt den Magen und kann die Säureproduktion regulieren. Zudem wirken die ätherischen Öle aus dem Tee antientzündlich, was einer gereizten Speiseröhre zu Gute kommen kann.

3 besonders schlechte Lebensmittel bei Reflux

  1. Alkohol: Das Getränk hat gleich mehrere negative Effekte bei Reflux. Da Alkohol den Muskel zwischen Speiseröhre und Magen entspannt, kann Mageninhalt viel leichter in die Speiseröhre gelangen und Sodbrennen verursachen. Zudem sind viele alkoholische Getränke kohlensäurehaltig. Dies fördert die Gasbildung im Magen und so auch den Magendruck. Auch der pH-Wert der meisten alkoholischen Getränke ist sauer, wodurch die Speiseröhre gereizt wird.
  2. Vollmilch-Schokolade: Enthaltener Zucker fördert die Magensäureproduktion. Der hohe Fettanteil in der Schokolade führt dazu, dass der Speisebrei länger im Magen gehalten wird, beide Faktoren begünstigen die Entstehung von Reflux.
  3. Minze: Pfefferminze ist für seinen wohltuenden Effekt bei Magen-Darm-Beschwerden bekannt. Trotzdem sollten Sie die Heilpflanze bei Sodbrennen lieber meiden, denn Minze führt auch zu einer Entspannung des Muskels, der den Magen zur Speiseröhre hin abdichtet. Die Folge: Der Mageninhalt kann bei entspanntem Muskel noch leichter in die Speiseröhre gelangen.

6 Hausmittel gegen Reflux

Neben der alleinigen Reflux-Ernährung gibt es noch einige Tricks, die Ihnen dabei helfen, das lästige Sodbrennen loszuwerden:

1. Richtig schlafen

Bei Sodbrennen ist es sinnvoll mindestens drei Stunden vor dem Schlafen nichts mehr zu essen. Hilfreich ist es auch, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen (z. B. auf mehreren Kissen oder das Kopfteil des Bettes höher stellen). Durch die Hochlage kann die Magensäure nicht so leicht in die Speiseröhre fließen. 

2. Viel bewegen

Menschen, die öfter Sport machen, leiden sehr viel seltener an Sodbrennen. Sie müssen dafür keine Marathon-Strecken laufen, es reicht schon ein längerer Spaziergang mit schnellem Schritt, um das Auftreten von Sodbrennen zu verringern. 

3. Bequeme Kleidung tragen

Ja, enge Jeans sehen gut aus, wenn Sie deswegen aber den ganzen Tag eingezwängt sind, ist das auch nicht gut für Sie. Gerade zu enge Hosen oder eng geschnürte Gürtel drücken auf die Bauchgegend und fördern so Sodbrennen. Also: Öfter mal die bequeme Hose wählen oder im Sitzen den Gürtel ein wenig weiter machen. 

4. Mit dem Rauchen aufhören

Auch wenn dieser Trick nur für bisherige Raucher funktioniert, kann er diesen hilfreich sein, denn Rauchen fördert die Produktion von Magensäure und lässt den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlaffen. Schadstoff aus Rauch gehen zudem in den Speichel über und reizen dann die Schleimhäute der Speiseröhre. Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab und eine Ursache für Sodbrennen ist beseitigt. 

5. Stress abbauen und entspannen

Stress verursachte eine Ausschüttung von Stresshormonen, welche wiederum Reflux begünstigen. Daher sollten Sie neben der richtigen Ernährung bei Reflux bei einem stressigen Lebensstil auch Zeit für Entspannung einplanen.

6. Leinsamen-Aufguss trinken

Leinsamen sind echter Balsam für die Speiseröhre. Am besten wirken sie als Aufguss. Hierfür ein Esslöffel goldene Leinsamen in ein Teebeutel geben, mit etwa 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und 20 Minuten quellen lassen. Dann Leinsamen entfernen und den Aufguss über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
 
Hallo, auch ich habe eine Frage zum stillen Reflux:soll ich hagebuttenpulver meiden? Auch Alkohol Nikotin u Kaffee komplett raus, stimmt's?
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Liebe Veeoniki, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten, empfiehlt sich in jedem Fall. Auch Kaffee wirkt sich ungünstig aus, hier bietet sich Lupinenkaffee als schonende Alternative an. Für Hagebuttenpulver sind uns keine Gründe bekannt, die gegen den Verzehr sprechen. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Danke für diese Seite, die Infos und auch für die Kommentare! Ich habe erat vor kurzem erfahren, dass ich an Reflux leide, nachdem ich mich lange „nur“ mit meiner chronischen Nebenhöhlengeachichte beschäftigt habe. Ich sehe nun, dass diese Sache wirklich ernst zu nehmen ist und auch, dass ich wirklich auf Alkohol und Nikotin verzichten sollte. Ich denke, ich habe schon lange genug diese Form der „Lebensqualität“ genossen (???). Ganz ehrlich: Wieviel Blödsinn hat man ernährungstechnisch in seinem Leben schon betrieben, um dann nicht mal auch was Vernünftiges zu machen? Wichtig finde ich außerdem noch zu erwähnen, dass das so beliebte, immer mehr gesellschaftskonforme (Fast-food) Essen auf der Couch vor der Glotze schlecht ist! Weil: Keine gute, gerade Körperhaltung —> Magensaft kommt leichter hoch. Besinnt euch (auch ich!!) wieder einer schönen Esskultur- selber Gutes kochen, am Tisch essen, langsam und genussvoll! Alles Gute und liebe Grüße! Marita
 
Hallo liebes EatSmarter Team Ich habe nach mehreren Monaten verschiedenen Untersuchungen vor einer Woche einen stillen Reflux diagnostiziert bekommen. Meine Symptome waren vorallem Schleim im Hals, Kloss im Hals, Heiserkeit, Reizhusten und zusätzlich (jetzt ist mir auch klar wieso) komischer unangenehmer Geschmack im Mund also auch Mundgeruch. Ich habe viel gelesen finde es aber sehr schwierig da es vom stillen Reflux zum üblichen Reflux (Sodbrennen) Unterschiede gibt und es auch effektiv nicht das gleiche ist. Was ich aber stark raus lese ist, dass man viel mit der Ernährung und vorallem dem PH Wert der Nahrungsmittel arbeiten kann. Nebst dem Kaffe und Nikotin Verzicht was ich schon dran bin. Meine Symptome sind sehr stark und es schränkt mich ein und macht mich aber auch unsicher. Wie und was soll ich denn jetzt essen. Es ist nicht eine klassische säuren Basen Ernährung. Und was mich am meisten verunsichert ist es wie ich genau die Nahrungsmittel mit der PH Wert Liste verstehen soll. Es steht, alles unter Ph Wert 4 verbannen, ist aber unter vier nicht basisch? Über 4 und höher ist doch sauer? Vielleicht können sie mir da weiter helfen, das wäre wirklich mega mega toll. Ich danke ihnen. Liebe Grüsse M.R
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Liebe Moniloula, danke für Ihre Nachfrage. Je niedriger der pH-Wert einer Substanz, desto saurer ist sie, je höher desto basischer. Etwa Magensäure hat einen pH-Wert von 1-2, Natronlauge von 14. Die Nummer 7 befindet sich in der Mitte der pH-Skala und ist neutral. Liebe Grüße von EAT SMARTER
Schreiben Sie einen Kommentar