Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Hashimoto

Von Beeke Hedder mit Expertenrat von Dr. med. Matthias Riedl
Aktualisiert am 03. Feb. 2021
Exklusive Tipps vom Ernährungs-Experte Dr. Matthias Riedl.
Exklusive Tipps vom Ernährungs-Experte Dr. Matthias Riedl.

Sie kommt schleichend und macht sich oft erst spät bemerkbar: Die Autoimmunerkrankung Hashimoto ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse und nicht heilbar. Wir erklären, wie Sie mit der richtigen Ernährung trotzdem etwas Gutes tun können.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist Hashimoto?
  2. Was kann ich mit einer smarten Ernährung erreichen?
  3. Wie sollte ich mich bei Hashimoto ernähren?
  4. Ernährungs-Tabellen bei Hashimoto
  5. Die 3 besonders guten Lebensmittel bei Hashimoto
  6. Die 3 besonders schlechten Lebensmittel bei Hashimoto
  7. Ernährung umstellen bei Hashimoto

Exklusiv bei EAT SMARTER
mit Dr. med. Matthias Riedl
Dr. med. Matthias Riedl ist Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe sowie in der Ernährungsmedizin tätig. Als ärztlicher Direktor leitet er das medizinische Versorgungszentrum medicum Hamburg. Außerdem ist er Autor mehrerer Fachbücher und als TV-Arzt in der NDR-Sendung "Die Ernährungs-Docs" bekannt.

Was genau ist Hashimoto?

Hashimoto-Thyreoiditis (kurz: Hashimoto) ist eine Autoimmunerkrankung und führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Der Körper bildet dabei Antikörper (Abwehrstoffe), die sich gegen die eigene Schilddrüse richten und die Entzündung auslösen. Hashimoto ist die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung. Frauen leiden weitaus öfter an der Erkrankung als Männer: Sie erkranken etwa neunmal häufiger (1).

Die Folge der chronisch entzündeten Schilddrüse durch Hashimoto ist langfristig eine Zerstörung des Organs und damit einhergehend eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die wichtigen Hormone können dadurch nicht mehr in der ausreichenden Menge produziert werden.

Bei den meisten Betroffenen ist der Krankheitsverlauf schleichend – Beschwerden wie Schmerzen am Hals bleiben aus oder sind so leicht, dass der Zusammenhang nicht erkannt wird. Auch weitere Symptome wie Erschöpfung, Müdigkeit oder Schlafstörungen sind eher unspezifisch und dem Hashimoto nicht immer leicht zuzuordnen. Mögliche Symptome sind außerdem Verdauungsbeschwerden, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Gewichtszunahme. In manche Fällen können akute Entzündungsphasen dazu führen, dass die Zellzerstörung eine passive Hormonfreisetzung auslöst und temporär eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit sich bringt (2).

Was kann ich bei Hashimoto mit einer smarten Ernährung erreichen?

Hashimoto ist nicht heilbar, weshalb Betroffene sich auch nicht mit einer abgestimmten Ernährung von der Krankheit befreien können. Dennoch ist eine smarte Ernährung bei Hashimoto durchaus sinnvoll: Damit können Sie einige Symptome wie eine mögliche Gewichtszunahme in den Griff bekommen. Selen und Omega-3-Fettsäuren können Entzündungsprozesse im Körper abmildern. Auch Lebensmittel für ein starkes Immunsystem sind sinnvoll: Probiotische Lebensmittel unterstützen eine gesunde Darmflora, die wiederum für ein intaktes Immunsystem unverzichtbar ist. 

Da Hashimoto oftmals mit einer Glutenunverträglichkeit einhergeht, ist es sinnvoll, hier genauer hinzuschauen und sich vorab testen zu lassen. Den Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel sollten Sie bei einem positiven Test ernst nehmen, um Beschwerden abzumildern.

Sie möchten mehr über das Thema erfahren?
Das sind die beliebtesten Artikel: 

Hashimoto erkennen und behandeln
Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion
> Glutenfreie Ernährung bei Hashimoto

Dr. Riedl klärt über die 10 wichtigsten Fragen zu Hashimoto auf:

Wie sollte ich mich bei Hashimoto ernähren?

Zu viel Jod kann einen schlechten Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Meiden Sie daher sehr jodreiche Lebensmittel, z. B. Schellfisch, Seelachs, Algen und Algenprodukte oder Krabben. Sie müssen aber nicht komplett verzichten: Eier, Milchprodukte und viele Fischarten sind auch jodhaltig und können in Maßen Ihren Speiseplan bereichern. Geeignete Fischarten, z. B. Lachs, Barsch oder Karpfen können ein- bis zweimal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. 

Achten Sie auch auf Ihren Salzkonsum: Speisesalz wird oft mit Jod angereichert. Bereiten Sie Ihre Speisen stets selbst zu, können Sie diese nach wie vor in Maßen mit Jodsalz zubereiten. Essen Sie viel auswärts oder fertige Produkte, dann haben Sie weniger Kontrolle über den (Jod-)Salzgehalt und sollten beim Kochen auf Speisesalz ohne Jod zurückgreifen. 

Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften und sollten auf Ihrem Speiseplan nicht fehlen. Sie stecken unter anderem in fettreichem Seefisch (Hering, Lachs) und in bestimmten Pflanzenölen (Leinöl, Walnussöl, Rapsöl). Auch das Spurenelement Selen wirkt entzündungshemmend und antioxidativ und kommt in Paranüssen, Eiern, Kohl oder Zwiebeln vor (3).

Auch interessant:

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Ernährungs-Tabellen bei Hashimoto

Wenn Sie ganz genau wissen möchten, zu welchen Lebensmitteln Sie bei einer Hashimoto-Ernährung greifen können, welche Sie lieber meiden und welche Sie in Maßen genießen sollten, dann helfen Ihnen folgende Tabellen, die von unseren EAT SMARTER-Ernährungsexperten zusammengestellt wurden.

 
Diese Lebensmittel sind bei Hashimoto empfehlenswert
Brot, Getreide & Beilagen
Amaranth, Buchweizen, Dinkel, Gerste, Hafer, Haferflocken, Hirse, Kartoffeln, Kichererbsenmehl, Kokosmehl, Mandelmehl, Pellkartoffeln, Quinoa, Roggen, ungezuckertes Müsli, Weizen (Vollkorn)
Gemüse
Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Champignons, Chilischote, Eisbergsalat, Erbsen, Feldsalat, grüne Bohnen, Grünkohl, Ingwer, Kichererbsen, Knoblauch, Kohlrabi, Kürbis, Linsen, Mangold, Möhre, Pak Choi, Paprika, Pastinake, Peperoni, Pfifferlinge, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Rucola, Salatgurke, Sellerie, Spinat, Spitzkohl, Steinpilze, Tomaten, Zucchini, Zuckerschoten, Zwiebeln
Obst
Apfel, Aprikose, Marille, Brombeeren, Clementine, Erdbeeren, Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kiwi, Papaya, Nektarine, Orange, Pflaume, Sauerkirschen, Stachelbeeren, Wassermelone, Zwetschge
Nüsse, Kerne & Samen
Cashewkerne, Chia-Samen, Haselnüsse, Kürbiskerne, Leinsamen, Macadamia, Mandeln, Pinienkerne, Pistazien, Walnüsse
Eier, Milch & Milchprodukte
Buttermilch, Eier (2–3 pro Woche), Magerquark, Naturjoghurt (1,5 % Fett)
Fleisch & Wurstwaren (2–3 Portionen pro Woche)
Hähnchenbrustfilet, Hühnerfleisch, magerer Aufschnitt, Putenbrust, Putenfleisch, Wild (mager)
Fisch & Meeresfrüchte (1–2 Portionen pro Woche)
Flusskrebs, Forelle, Hecht, Karpfen, Lachs, Schleie, Zander
Fette & Öle
Hanföl, Leinöl, Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl
Getränke
Fencheltee, Kamillentee, Löwenzahntee, Salbeitee, Schafgarbentee, ungezuckerter Tee, Wasser
Aufstriche
Cashewmus, Haselnussmus, Mandelmus
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Anis, Balsamessig, Basilikum, Chiliflocken, Currypulver, Fenchel, Ingwer, Kreuzkümmel/Cumin, Kümmel, Kurkuma, Lorbeer, Muskat, Nelke, Oregano, Paprikapulver, Pfeffer, Rosmarin, Thymian, Weinessig
Fertigprodukte
Sojaschnetzel, Tempeh, Tofu
Süße und salzige Snacks
selbstgemachter, ungezuckerter Obstmilchskake (aus geeignetem Obst)

 
Diese Lebensmittel sind bei Hashimoto nicht empfehlenswert
Brot, Getreide & Beilagen
Croissant, Fast Food, Fertiggerichte, Hartweizennudeln, Kartoffelbrei (Fertigprodukt), Kartoffelpuffer (Fertigprodukt), Kroketten, Milchbrötchen, Pommes frites, Reis geschält, Weißbrot, Weißmehlprodukte, Weizenbrötchen, Zwieback
Gemüse
Algen und Algenprodukte wie Chlorella, Nori-Algen, Spirulina
Obst
gezuckerte Obstkonserven, gezuckertes Obstmus, kandiertes Trockenobst
Nüsse, Kerne & Samen
gesalzene Nüsse
Eier, Milch & Milchprodukte
Fruchtbuttermilch, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Mayonnaise, Milchreis, Mozzarella, Pudding
Fleisch und Wurstwaren
alle fetten Wurstwaren, Bauchspeck, Blutwurst, Bockwurst, Bratwurst, Fleischkäse/Leberkäse, Fleischwurst, Gekochte, Kassler, Leberwurst, Mettwurst, Mortadella, Nackenfleisch, Salami, Schinkenspeck, Schweinefleisch, Weißwurst
Fisch & Meeresfrüchte
Bückling, Fisch in Mayonnaise, Fisch in Ölkonserven, Fisch in Sahne, Fischsalate, Flunder geräuchert, Garnelen, Kabeljau, Matjes, Meeräsche, Miesmuschel, Ölsardinen, panierter und frittierter Fisch, Schellfisch, Schellfisch geräuchert, Schillerlocken, Scholle, Seelachs, Steckmuschel, Thunfisch in Öl
Öle & Fette
Butterschmalz, Distelöl, Gänseschmalz, Palmfett, Schweineschmalz, Sonnenblumenöl
Getränke
Alkohol, Fruchtsaft, Kakao, Limonade, Softdrinks
Aufstriche
Fruchtaufstriche, Konfitüre, Marmelade, Nuss-Nougat-Aufstrich
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Fertigdressings, Fertigsaucen
Fertigprodukte
Fertiggerichte (z.B. TK-Pizza), Fertigsaucen, Fertigsuppen
Süße und salzige Snacks
Chips, Erdnussflips, Salzstangen, süße Backwaren, Süßigkeiten
Süßungsmittel
Agavendicksaft, Fruktose (Fruchtzucker, Fruktosesirup, Glucose-Fruktose-Sirup, Maissirup, Fruchtsüße), Zucker (Haushaltszucker, Raffinade, Puderzucker)

 
Diese Lebensmittel sind bei Hashimoto in Maßen geeignet
Brot, Getreide & Beilagen
Dinkel-Vollkornbrot, Roggen-Vollkornbrot, Weizen-Vollkornbrot
Gemüse
Mais
Obst
Ananas, Banane, Birne, Honigmelone, Kaki, Mango, Sharon, Süßkirschen, Weintrauben
Nüsse, Kerne & Samen
Erdnüsse, Sonnenblumenkerne
Eier, Milch & Milchprodukte
Appenzeller, Bel Paese, Bergkäse, Brie, Cheddar, Crème fraîche, Emmentaler, Feta, Frischkäse, Gouda, Gruyère, Harzer Käse, körniger Frischkäse, Limburger, Milch, Naturjoghurt (3,5 % Fett), Parmesan, Sahne, Schmand, Speisequark (20 % Fett), Speisequark (40 % Fett), Tilsiter
Fleisch & Wurstwaren
Lamm (mager), Rindfleisch (mager)
Fisch & Meeresfrüchte
Heilbutt, Hering, Katfisch (Steinbeißer), Makrele, Rotbarsch, Seehecht, Seezunge, Thunfisch, Tintenfisch (Sepia)
Fette & Öle
Butter, Kokosöl, Weizenkeimöl
Getränke
Kaffee, schwarzer Tee
Aufstriche
Erdnussmus
Kräuter, Gewürze & Würzmittel
Jodsalz (im Auge behalten), Ketchup, Salz (insgesamt max. 6 g/Tag), Senf
Fertigprodukte
Agar-Agar, Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Kartoffelstärke, Tapioka
Süße und salzige Snacks
Zartbitterschokolade
Süßungsmittel
Ahornsirup, Honig, Reissirup, Zuckerrübensirup

3 besonders gute Lebensmittel bei Hashimoto

  1. Leinöl: Die im Leinöl enthaltene Alpha-Linolensäure wirkt entzündungshemmend und kann den Körper dabei unterstützen, die chronische Entzündung der Schilddrüse einzudämmen. Nutzen Sie kaltgepresstes Leinöl und achten Sie darauf, dieses dunkel sowie kühl zu lagern und es rasch zu verbrauchen.
  2. Paranüsse: Aufgrund des hohen Gehalts an Selen sind Paranüsse eine super Ergänzung Ihres Speiseplans – das Spurenelement kann Entzündungen hemmen und wirkt antioxidativ. Die Verzehrsmenge sollte nicht allzu groß sein: zwei Paranüsse täglich reichen, um den Bedarf an Selen zu decken. Zudem sind Paranüsse natürlicherweise radioaktiv und sollten nicht in zu großen Mengen verzehrt werden.
  3. Sauerkraut: Rohes Sauerkraut ist besonders gutes Futter für die Darmflora; das liegt einerseits an den reichlich enthaltenen Ballaststoffen, andererseits stecken Milchsäurebakterien im Kraut. Sie fördern die Gesundheit der Darmflora und unterstützen dadurch das Immunsystem.

3 besonders schlechte Lebensmittel bei Hashimoto

  1. Schellfisch: Der Meerwasserfisch enthält besonders viel Jod und ist bei Hashimoto daher nur mit großer Vorsicht zu genießen. Besser meiden Sie diesen Fisch, da eine hohe Jodzufuhr vermutlich den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Bereiten Sie alternativ ab und zu mal Lachs zu: Dieser enthält weniger Jod und kann zusätzlich mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren überzeugen.
  2. Schweinefleisch: Lassen Sie Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte besser außen vor: Das Fleisch enthält recht viel Arachidonsäure. Diese ungesättigte Fettsäure fördert Entzündungen im Körper und ist bei Hashimoto daher kontraproduktiv. Greifen Sie bei Fleisch lieber auf Hähnchenbrustfilet oder auf magere Aufschnitte wie Corned Beef zurück.
  3. Softdrinks (Limonade): Zuckerreiche Getränke sollten Sie besser ganz aus Ihrer Ernährung streichen. Mit einer zu hohen Zuckeraufnahme riskieren Sie eine Gewichtszunahme und damit einhergehend eine Erhöhung des viszeralen Fettes, welches die inneren Organe umschließt. Zu viel viszerales Fett fördert Entzündungen im Körper und sollte durch eine Gewichtsreduktion abgebaut werden.

Ernährung umstellen bei Hashimoto

Neben der Jodzufuhr und den entzündungshemmenden Lebensmitteln kann es hilfreich sein, weitere Punkte im Rahmen der Ernährung bei Hashimoto zu beachten:

  • Die smarte Ernährung bei Hashimoto lässt sich durch Intervallfasten und eine moderate Low-Carb-Ernährung unterstützen; das kann auch bei einer Gewichtsreduktion helfen.
  • Gemüse sollte die Basis Ihrer Ernährung darstellen; wählen Sie saisonale Gemüsesorten und achten Sie auf Vielfalt.
  • Genießen Sie 1–2 Portionen Obst am Tag. Legen Sie dabei den Fokus auf zuckerarme Obstsorten, beispielsweise Beeren. Zuckerreiches Obst (Banane, Ananas, Mango, Weintrauben) sollten Sie hingegen in Maßen zu sich nehmen.
  • Hashimoto geht häufig mit einer Glutenunverträglichkeit einher. Wurden Sie positiv auf eine Glutenunverträglichkeit getestet, sollten Sie zusätzlich auf glutenhaltige Lebensmittel (Roggen, Weizen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Urgetreide und teilweise Hafer) verzichten (4). Haben Sie keine Glutenunverträglichkeit, können Sie weiterhin glutenhaltige Produkte zu sich nehmen. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Glutenfreie Ernährung bei Hashimoto Thyreoiditis.
  • Probiotische Lebensmittel tragen zu einer gesunden Darmflora bei und können einem schwachen Immunsystem helfen. Dazu gehören zum Beispiel Sauerkraut, Kefir, Kimchi, Miso oder Joghurt.
  • Ausreichend Eiweiß, sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen gehört zu jeder Mahlzeit dazu. Eiweiß sättigt gut und kann beim Abnehmen unterstützen. 
  • Bitterstoffe können als Appetitzügler die Lust auf Süßes ausbremsen und dabei helfen, Essenspausen durchzuhalten. Natürliche Bitterstoff-Lieferanten sind zum Beispiel Chicorée, Grapefruit, Aubergine und Radicchio.
Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
 
Wichtig sei noch zu erwähnen, dass Soja und sämtliche Sojaprodukte bei Hashimoto gemieden werden sollten. Soja fördert durch seine schilddrüsenhemmende Wirkung die chronische Schilddrüsenentzündung.
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Liebe Maria Truckenbrodt, danke für Ihren Hinweis. Derzeit ist die Studienlage diesbezüglich noch unklar. Deshalb sprechen wir uns hier nicht gegen Sojaprodukte aus. Liebe Grüße von EAT SMARTER
 
Hallo Eat Smarter, es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass man bei Hashimoto auf eine bestimmte Ernährung achten sollte, allerdings möchte ich zu manchen Empfehlungen hier, insbesondere vor dem Hintergrund der Versicherung "wissenschaftlich geprüft" einige Anmerkungen machen. Vorab: Ich selbst habe seit mehr als 30 Jahren Hashimoto. Nachdem ich in den letzten Jahren vermehrt Beschwerden bekommen habe, habe ich mich umfassend damit beschäftigt und mir viel Wissen angeeignet. Dass (stark) Jodhaltige Lebensmittel grundsätzlich gemieden werden sollen, entspricht - nach dem was ich gelernt und selbst erfahren habe - nicht mehr dem aktuellsten Stand der Wissenschaft, zumindest nicht in dieser verallgemeinerten Absolutheit! Dieser Rat kann Hashimoto-Patienten sogar schaden. Denn im Gegenteil, haben eine Reihe von Betroffenen sogar einen Mangel an Jod, der sich negativ auswirkt, da Jod gerade bei Hashimoto für die Schilddrüse essentiell wichtig ist. Ich selbst hatte einen solchen Mangel und habe eine zeitlang, ärztlich verordnet, hochdosiert Jod eingenommen und reduziere nun meine Dosis, bin aber weit davon entfernt, Jod meiden zu müssen. Insofern wäre ein guter Rat an dieser Stelle, sich einen Arzt zu suchen, der hier auf aktuellem Wissensstand agiert, den individuellen Jodstatus testen zu lassen und darauf basierend, Jod entweder extra aufzufüllen, nur mit Nahrungsnmitteln zu sich zu nehmen oder - falls tatsächlich nötig - zu meiden. Nur so wird die "gebeutelte" Schilddrüse entlastet und kann zur Besserung beitragen. Zudem werden hier glutenhaltige Getreide (Dinkel, Gerste, Hafer) empfohlen oder erlaubt, wenn auch in Form von Vollkornprodukten, solange keine Unverträglichkeit nachgewiesen ist. Auch dieser Rat ist meines Erachtens zumindest bedenklich und nicht auf der Höhe der Zeit. Ich selbst habe in der Vergangenheit immer die hier empfohlenen Vollkornprodukte gegessen, denn eine Glutenunverträglichkeit hatte ich nicht. Diese Ernährung hat mir im Laufe der Zeit ein "Leaky Gut" beschert, mit einfachen Worten einen löchrigen, also sehr angegriffenen, Darm, verbunden mit vielfältigen Beschwerden. Seit ich auf Gluten verzichte, ist es wieder besser. Sicher kann ich meinen Fall nicht verallgemeinern. Doch der Rat, Gluten nur zu meiden, wenn eine Unverträglichkeit vorliegt, ist zu kurz gegriffen. Hier wird die Tatsache vernachlässigt, dass dauerhafte glutenhaltige Ernährung bei Hashimoto-Patienten, wenn nicht sofort, dann doch mit der Zeit, den Darm zumindest schädigen kann, vorsichtig ausgedrückt. Es gibt eine, wie auch immer geartete, Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, wenn auch erst nach Jahren. Insofern wäre man mit einem Glutenverzicht (oder weitestgehender Vermeidung) auf der sicheren Seite, wenn man langfristig denkt. Eine solche Information und dahingehender Rat wäre förderlicher für die Gesundheit von Betroffenen, die ja ein Leben lang mit Hashimoto auskommen müssen. Nicht jeder informiert sich in der Tiefe mit seiner Krankheit, besonders wenn die Beschwerden nicht so groß sind und folgt daher Empfehlungen, wie sie hier gemacht werden. Daher wäre eine wissenschaftliche Prüfung auf der Höhe der Zeit angesagt, erstrecht, wenn es extra betont wird.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Zykabela, vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback. Wir verstehen natürlich, dass bei sensiblen Themen, wie die Ernährung bei bestimmten Erkrankungen, oft Fragen aufkommen oder sich die Empfehlungen nicht immer mit den eigenen Erfahrungen decken. Hinzu kommt natürlich auch, dass die Reaktion eines jeden Betroffenen sehr individuell sein kann, was sich wiederum auf die Ernährungsempfehlungen auswirkt. Eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt und eventuell eine zusätzliche Ernährungsberatung sollte selbstverständlich sein. Zum Thema Jod lässt sich sagen: Es tut uns leid, wenn die Formulierung missverständlich ist. Die Empfehlung zielt keinesfalls auf die grundsätzliche Vermeidung jodhaltiger Lebensmittel ab, sondern auf die Vermeidung stark jodhaltiger Lebensmittel, in Hinblick auf eine potentielle Überdosierung. Auch das Thema Gluten muss individuell betrachtet werden. Unser Wissensstand ist, dass Zusammenhänge zwar beobachtbar sind und das Weglassen glutenhaltiger Lebensmittel in Einzelfällen durchaus zum Rückgang von Symptomen führen kann, dieses aber noch nicht eindeutig belegbar ist. Wir wollen natürlich, dass unsere Informationen auf aktuellem Stand und richtig sind. Wir sind daher immer sehr dankbar für Hinweise und Anregungen, gerne auch in Form von guten Quellen und aktuellen Studien. Viele Grüße von EAT SMARTER!
 
Hallo Eat-Smarter-Team, die Liste mit den Lebensmitteln finde ich super. Jedoch stellt sich mir die Frage, warum Garnelen und Kabeljau nicht empfehlenswert sind? Dachte immer, diese wären gesund. Über eine Antwort würde ich mich freuen. Vielen Dank!
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