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Ernährung bei Gicht

Von Wenke Gürtler
Aktualisiert am 26. Jun. 2020
Ernährung bei Gicht

Eine smarte Ernährung ist der beste Ansatz, um Gicht in den Griff zu bekommen. Im Fokus steht die Senkung des Harnsäurespiegels, um erneute Gichtanfälle vorzubeugen und Langzeitschäden zu vermeiden. Allerdings sind viele Betroffene mit Empfehlungen wie „kein Fleisch, kein Alkohol, Gewicht reduzieren“ überfordert. Wir klären auf und zeigen, was bei Gicht guttut und was nicht.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Die neue Sicht auf Gicht
  2. Was ist Gicht?
  3. Symptome der Gicht
  4. Clever zubereiten bei Gicht
  5. Abnehmen bei Gicht? Ja, aber richtig!
  6. Bewegung bei Gicht
  7. Die 5 besten Lebensmittel bei Gicht
  8. Die 5 schlechtesten Lebensmittel bei Gicht
  9. Die große EAT SMARTER-Harnsäuretabelle
    1. Milch, Milchprodukte und Ei
    2. Gemüse, Salate und Pilze
    3. Obst und Trockenfrüchte
    4. Nüsse, Kerne und Samen
    5. Hülsenfrüchte und Tofu
    6. Fleisch, Geflügel und Wurstwaren
    7. Fisch und Meeresfrüchte
    8. Getreide und Getreideprodukte
    9. Getränke
    10. Fette und Öle
    11. Sonstiges
  10. Wissen zum Mitnehmen

Die neue Sicht auf Gicht

Seit der Antike ist die Gicht als eine Wohlstandskrankheit bekannt; wer sich regelmäßig Wein und Fleisch genehmigt, ist an den stechenden Schmerzen in den Gelenken selber schuld. Auch heute ist diese Ansicht weit verbreitet. So vertraten in einer britischen Studie nicht nur Betroffene, sondern sogar die teilnehmenden Ärzte und Krankenschwestern ohne Ausnahme diese Ansicht (1)

Tatsächlich liegt die Ursache in einer Stoffwechselstörung, die genetische Veranlagung dazu wird vererbt. Allerdings spielt der Lebensstil für den Ausbruch eine gewisse Rolle. Übergewicht, Bewegungsmangel und übermäßiger Fleischkonsum leisten der Gicht somit Vorschub. 

Und nun die gute Nachricht: Mit einer Ernährungsumstellung lässt sich eine Gicht ganz einfach in den Griff bekommen; ganz ohne strikte Diät. Genuss ohne Reue und vor allem ohne Beschwerden – wie das geht, verrät Ihnen EAT SMARTER!

Was ist Gicht?

Bei einer Gicht (Arthritis urica) lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab und verursachen dort schmerzhafte Entzündungen. Die Ursache ist eine Störung des Harnsäurestoffwechsels, bei der sich die Harnsäurekonzentration im Blut erhöht. Medizinisch heißt das Hyperurikämie. Eine erhöhte Purinzufuhr über die Nahrung verstärkt den Überschuss weiter.

Aber was ist Harnsäure? Die Harnsäure entsteht im Körper aus dem Abbau von Purinen. Die sind Bausteine von Körperzellen, zum Beispiel in der DNA. Aber auch in der Nahrung kommen sie vor. Insbesondere Innereien, Fleisch und Wurst sind purinreich; daher tritt ein Gichtanfall gerne nach einem deftigen Grillgelage auf.

Überschüssige Harnsäure wird vor allem über die Nieren und nur zu einem kleinen Teil über den Darm ausgeschieden. Durch einen angeborenen Stoffwechseldefekt scheidet die Niere weniger Harnsäure aus, als nötig wäre. Eine Hyperurikämie kann aber auch durch Nierenerkrankungen, bestimmte Medikamente oder als Folge einer Leukämie auftreten.

Ist der Harnsäurespiegel dauerhaft erhöht, fördert das das Risiko für Arterienverkalkung und infolgedessen, die Entstehung eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts. Wird die Gicht nicht behandelt, können zudem chronische Gelenkentzündungen und -deformierungen, Nierensteine, Nierenschwäche oder sogar Nierenversagen drohen (2).

Merke!
Voraussetzung für eine Gicht ist ein Zuviel an Harnsäure im Blut (Hyperurikämie). Ab einer bestimmten Konzentration lagert sich die Harnsäure als Kristalle in Gelenken oder Geweben ab. Die Folge sind schmerzhafte Gelenkentzündungen.

Symptome der Gicht

Bei mehr als 6,4 Milligramm Harnsäure pro Deziliter im Blut beginnen sich Harnsäurekristalle zu bilden und abzulagern. Ob die Gicht dann ausbricht, ist dann zum größten Teil von der Ernährung abhängig.

Die Harnsäurekristalle lagern sich in Gelenken, Schleimbeuteln, Sehnen, Ohrknorpel und Nieren ab. Auch in der Haut kommt es manchmal zu Kristallansammlungen, die als weißliche Knoten sichtbar werden (Gicht-Tophi). 

Oft macht sich die Gicht wie aus heiterem Himmel bemerkbar: Betroffene klagen über einen stechenden Schmerz in den Gelenken. Solche Gichtanfälle treten häufig am Großzehengrundgelenk auf, aber auch Mittelfuß, Sprunggelenk, Knie- oder Fingergelenke können es treffen. Der Schmerz fühlt sich wie tausend Nadelstiche an. Je nach Schwere des Anfalls können auch Rötungen, Schwellungen und Fieber hinzukommen (3).

Merke!
Patienten klagen über einen stechenden Schmerz in den Gelenken; häufig fängt es in den Zehen an, aber auch Knie- oder Fingergelenke kann es treffen. Dazu kommen Rötung, Schwellung und Überwärmung des betroffenen Gelenks.

Lesen Sie mehr: Gicht: Schnell handeln schützt vor Langzeitschäden

Clever zubereiten bei Gicht

Grundsätzlich können Sie Ihre bevorzugten Lebensmittel so zubereiten wie bisher auch. Dünsten, Dämpfen, Kochen, Braten, Backen – alles kann, nichts muss. Wenn Sie Geflügel oder Fisch braten, sollten Sie aber unbedingt die Haut entfernen. Sie enthält besonders viele Purine und lässt Ihre Harnsäure-Bilanz rasant in den roten Bereich klettern.

Ebenfalls wichtig: Falls Sie Fleisch oder Geflügel kochen, die entstehende Brühe lieber nicht verwenden. Auch wenn es etwas Überwindung kostet, sie wegzuschütten – sie strotzt nur so vor Purinen und würde Ihnen nicht guttun.

Merke!
Viele Lebensmittel können Sie wie gehabt kochen, allerdings sollten Sie aufgrund des hohen Purin-Gehalts bei Fleisch und Fisch aufpassen.

Abnehmen bei Gicht? Ja, aber richtig!

Eins vorweg: Selbst sehr schlanke Menschen können von Gicht geplagt werden. Trotzdem kann Übergewicht das Entstehen der Erkrankung begünstigen und bestehende Beschwerden verstärken. Es macht also auf jeden Fall Sinn, überflüssige Kilos abzubauen.

Eine Radikaldiät wäre allerdings gar keine gute Idee; bei Gicht muss das Abnehmen langsam erfolgen. Ein rapider Gewichtsverlust, zum Beispiel durch Fasten oder Extremdiäten, baut körpereigene Proteine ab, die Harnsäurekonzentration steigt an. Verstärkt wird dieser Effekt durch die vermehrte Bildung von Ketonkörpern, da sie die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren hemmen (4).

Aus diesem Grund nehmen Sie sich Zeit, um Ihr Normalgewicht zu erreichen. Eine gute Faustformel sind 500 Kilokalorien, die Sie täglich einsparen. Bleiben Sie am Ball. Es nützt nichts, unter der Woche Diät zu halten, um am Wochenende oder an Feiertagen richtig zuzuschlagen. Ein fetter Braten mit Haut, Bratensauce und Hochprozentiges lassen den Harnsäurespiegel schnell nach oben schießen.

Übrigens: Eine hohe Fettzufuhr führt zur Entstehung von Ketonkörpern, die wiederum die renale Harnsäureausscheidung hemmen. Mehr als etwa 30 Prozent sollte der Fettanteil Ihrer täglichen Mahlzeiten nicht betragen. 

Merke!
Übergewicht kann Gicht verstärken, weswegen Sie im besten Fall durch eine geringere tägliche Kalorienmenge und mehr Bewegung überschüssige Pfunde loswerden sollten. Achten Sie außerdem auf den Fettanteil und Purin-Gehalt der Lebensmittel.

Bewegung bei Gicht

Neben einer ausgewogenen Ernährung bei Gicht, sollte außerdem auf regelmäßige Bewegung gesetzt werden. Sport im Alltag hilft, das Normalgewicht zu erreichen und zu halten; gleichzeitig werden Muskeln und Gelenke gestärkt.

Als Minimum an Bewegung wird etwa tägliches zügiges Gehen für etwa 30 Minuten empfohlen. Die Bewegung beim Sport sollte so intensiv sein, dass sie für den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System einen Reiz darstellt – etwa bei einem Puls von 100 oder leicht darüber.

Erlaubt ist, was Spaß macht! Wie wäre es mit tanzen, schwimmen, wandern oder joggen? Wichtig ist bei jeder Bewegung vor allem die Regelmäßigkeit der sportlichen Aktivität, um gesundheitliche Benefits zu erzielen. Sprechen Sie hierzu mit einem Facharzt, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

Merke!
Neben der purinarmen Ernährung ist regelmäßige Bewegung bei Gicht wichtig. So lässt sich das Normalgewicht leichter erreichen und die Muskeln werden gestärkt.

Die 5 besten Lebensmittel bei Gicht

Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Gicht ist eine purinarme Ernährung das Erfolgsrezept, denn je mehr ein Lebensmittel davon enthält, desto mehr Harnsäure reichern sich bei der Umwandlung im Körper an. Maximal 500 Milligramm Harnsäure pro Tag sollten Sie Ihrem Körper zumuten. Mit diesen Lebensmitteln bleibt alles im grünen Bereich.

1. Wasser

Auch wenn Getränke keine Lebensmittel sind, Wasser ist für Gichtpatienten immens wichtig. Sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht, lassen Sie sich täglich mindestens zwei Liter Wasser schmecken, um die Ausscheidung der Harnsäure zu erleichtern. Neben Wasser sind auch Infused Water, ungesüßte Früchte- und Kräutertees geeignet. So hat der Aufguss von Brennnesseln eine harntreibende Wirkung.

2. Milchprodukte

Während bei Fleisch und Fisch Zurückhaltung geboten ist, können Sie bei Milch, Joghurt oder Käse zugreifen. Die Milchprodukte sind purinarm und liefern viel Eiweiß, das die Harnsäureausscheidung über die Nieren anregt. Der Effekt kommt dabei durch die enthaltende Proteine Casein und Lactalbumin zustande. Wichtig: Bevorzugen Sie die fettarme Version, um Übergewicht zu vermeiden (5).

3. Paprikaschote

Vitamin C kann in Dosierungen ab 500 Milligramm pro Tag die Harnsäureausscheidung über die Nieren fördern; zwar liefern Paprikaschoten nicht ganz so viel, trotzdem leistet das Gemüse einen wertvollen Beitrag! Zudem liefern die Schoten viele Mineralien, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Nicht nur Paprika ist eine tolle Wahl: Von Auberginen bis Zucchini sind fast alle Gemüsesorten erlaubt (5)!

4. Kaffee 

Lange wurde Gichtpatienten von Kaffee abgeraten. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass dies nicht notwendig ist, im Gegenteil: Kaffee kann den Harnsäurespiegel senken. Studien deuten darauf hin, dass für die Wirkung Chlorogensäure verantwortlich ist. Und wie viel darf es sein? Drei bis vier Tassen Kaffee (auch entkoffeiniert) ist hier die goldene Mitte (5).

5. Sauerkirsche

Seit Längerem wird vermutet, dass Sauerkirschen Gichtpatienten guttun. So haben die Früchtchen, insbesondere die Montmorency-Sauerkirsche, eine milde harnsäuresenkende Wirkung. Für diesen günstigen Effekt werden die Anthocyane verdächtigt; diese sekundären Pflanzenfarbstoffe verleihen den Früchten ihre rote, bläuliche oder schwarze Farbe. Sie wirken (ähnlich wie Vitamin C) antioxidativ und auch entzündungshemmend. 

Auch andere Obstsorten sind geeignet und bereichern den Speiseplan. Aber Vorsicht: Trotz der wertvollen Inhaltsstoffe enthalten Früchte auch Fruchtzucker. Versuchen Sie deshalb, ein gesundes Maß zu finden; täglich zwei Portionen Obst genügen vollauf (8), (9).

Merke!
Mit fettarmen Milchprodukten, Gemüse und Obst wird eine purinarme Ernährung bestimmt nicht langweilig. Auch Kaffee ist erlaubt und eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern ist ideal.

Die 5 schlechtesten Lebensmittel bei Gicht

Keine Angst, Sie müssen bei Gicht keine strenge Diät einhalten oder hungern. Wenn Sie aber um die Purinbomben wissen, wird Ihre Gesundheit sicherlich profitieren.

1. Innereien

Ob von Geflügel, Kalb oder Rind: Innereien wie Leber, Herz, Hirn oder Niere enthalten extrem viele Purine und sind darum geradezu Garanten für einen schmerzhaften Gichtanfall. So werden durch 100 Gramm Rinderleber bereits 554 Milligramm Harnsäure gebildet. Das sind bereits 110 Prozent der empfohlenen Harnsäurehöchstmenge (500 Milligram), die Sie Ihrem Körper täglich zumuten sollten. Also unbedingt vermeiden!

2. Bier

Alkohol kurbelt die Bildung von Harnsäure an und hemmt ihre Ausscheidung über die Nieren. Besonders kritisch ist das Bier, denn es enthält selbst Purine. Hier sind Hefeweizen und ähnliche Sorten eine denkbar schlechte Wahl. Daher ist auch alkoholfreies Bier keine Alternative, denn es enthält ebensoviele Purine wie normales; Wein dagegen ist purinfrei. Daher sollten Betroffene ihren Alkoholkonsum stark einschränken oder lieber ganz auf Alkohol verzichten (5)

3. Fleisch

Große und häufige Fleischportionen führen dem Körper Unmengen von Purinen zu, die den Harnsäurespiegel in die Höhe treiben. Insbesondere die knusprig gebratene Haut von Fisch und Geflügel ist eine echte Purinbombe. Zusätzlich liefert Fleisch reichlich gesättigte Fettsäuren. Diese beeinflussen den Fettstoffwechsel negativ, was zu einer gesteigerten Insulinresistenz beiträgt, die die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere behindert (5).

4. Fruchtjoghurt

Auch wenn Milchprodukte wie Joghurts eine prima Wahl bei Gicht ist; der Teufel steckt im Detail. So sind viele Fruchtjoghurts oft stark gesüßt. Oftmals wird fettreduzierten Produkten im Vergleich zu der Vollfettvariante Fruktose zugefügt. Doch dieser Zusatz macht den günstigen Effekt der Milchproteine zunichte. Denn der Fruchtzucker steigert die körpereigene Purinsynthese und behindert die Harnsäureausscheidung (5).

5. Zuckerbomben

Gichtpatienten sollten auf zuckerhaltige Softdrinks und Limonaden verzichten, ebenso auf Fruchtsäfte, Obst-Smoothies oder Multivitaminsäfte. Meiden Sie Trockenobst wie Rosinen und Feigen. Durch die Trocknung ist der Fruchtzucker stark konzentriert und liefert ähnlich viel Zucker wie Gummitiere. Aber auch in Keksen, Eiscreme oder sogar in Fertigpizza steckt Fruktose. Doch wie lässt sich der Übeltäter enttarnen? Folgende Angaben weisen auf Fruktose hin: Fruchtzucker, Fruktosesirup, Fruktose-Glukosesirup, Glukose-Fruktosesirup, Maissirup, Fruchtsüße (13).

Merke!
Besonders Innereien und die Haut von Fisch und Geflügel sind sehr purinreich. Alkohol und alkoholfreies Bier sind eine schlechte Wahl. Durch den Zusatz von Fruktose sind Fertigprodukte ungeeignet. Achten Sie auf die Zutaten, um den Gichtförderer zu enttarnen.

Die große EAT SMARTER-Harnsäuretabelle (14)(15)

Die Harnsäuretabelle gibt Aufschluss über den resultierenden Harnsäuregehalt der einzelnen Lebensmittel. Eine purinarme Ernährung bedeutet also nicht Verzicht, sondern rechnen. Maximal 500 Milligramm Harnsäure pro Tag sollten Sie Ihrem Körper zumuten.

Einige Lebensmittel erscheinen auf den ersten Blick ungeeignet, das betrifft beispielsweise oxalsäurehaltiges Gemüse, wie Mangold, Rhabarber, Spargel oder Spinat. Das Problem: Die Oxalsäure kann die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren hemmen. Allerdings muss niemand auf Spargel verzichten, gelegentlich eine kleine Portion ist okay (16).

Auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Sojabohnen waren früher verboten, da sie purinreich sind. Nach heutigem Wissensstand stellt ein maßvoller Genuss aber kein großes Risiko da, den die gesundheitlichen Vorzüge dieser Lebensmittel überwiegen. Dasselbe gilt auch für Pilze und Kohl (16).

Milch, Milchprodukte und Ei

Bevorzugen Sie fettarme Milchprodukte und Käse (bis 45 % Fett i. Tr.); Crème fraîche, Schlagsahne und Schmand nur in Maßen verzehren.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Brie (50 % Fett i. Tr.) 7
Buttermilch 0
Camenbert ( 45 % Fett i. Tr.) 30
Crème fraîche 0
Dickmilch 0
Doppelrahmfrischkäse 0
Ei, 1 Stück 9
Emmentaler (45 % Fett i. Tr.) 8
Feta (45 % Fett i. Tr.) 30
Harzer Käse (10 % Fett i. Tr.) 20
Milch, alle Fettstufen 0
Mozzarella 10
Naturjoghurt < 10
Parmesan (37 % Fett i. Tr.) 10
Saure Sahne, Sauerrahm 0
Schlagsahne, Rahm 0
Quark, alle Fettstufen 0
Tilsitter (30 % Fett i. Tr.) 10

Gemüse, Salate und Pilze

Fast alle Gemüse sind bei Gicht ideal. Lassen Sie sich täglich drei Portionen schmecken. Mangold und Spinat liefern Oxalsäure; auch verschiedene Kohlsorten und Champignons sind recht purinreich. Halten Sie sich hier zurück.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Afalfasprossen 15
Aubergine 22
Austernpilz 50
Bambussprossen 29
Blumenkohl 45
Bohnen (grün) 43
Brokkoli 50
Champignon 92
Chicorée 15
Chinakohl 26
Eisbergsalat 11
Endiviensalat 11
Fenchelknolle 16
Frühlingszwiebel, Lauchzwiebel 15
Gartenkresse 30
Gurke 8
Kartoffeln 20
Knoblauch 15
Kohlrabi 30
Kopfsalat 10
Kürbis 7
Linsensprossen 12
Mangold 57
Möhre, Karotte 15
Okraschote 9
Oliven (grün, schwarz) 27–31
Pak Choi 25
Paprikaschote (gelb, grün, rot) 10–15
Petersilienblätter 40
Petersilienwurzel 32
Pfifferling 17
Radicchio 10
Radieschen 10
Rettich 10
Römersalat 10
Rosenkohl 56
Rote Bete 21
Rotkohl 40
Sauerkraut 20
Schalotte 15
Schnittlauch 30
Sellerie (Knolle) 30
Staudensellerie 70
Steinpilz 92
Steinpilz (getrocknet) 488
Spinat 57
Tomate 10
Weißkohl 20
Zucchini 24
Zwiebel 25

Obst und Trockenfrüchte

Sie können täglich bis zu zwei Portionen Obst verzehren. Bei Übergewicht sind zuckerreiche Obstsorten in Maßen okay; auf Trockenobst sollten Sie lieber verzichten.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Ananas 19
Apfel 19
Aprikose 20
Aprikose (getrocknet) 73
Avocado 30
Banane 25
Birne 17
Brombeere 15
Cranberry 15
Dattel (getrocknet) 54
Erdbeere 26
Feige (frisch) 15
Grapefruit 15
Heidelbeere 22
Himbeere 18
Holunderbeere 33
Honigmelone 25
Johannisbeere (rot, schwarz, weiß) 17
Kaki 15
Kirsche (süß, sauer) 17
Kiwi 19
Kochbanane 27
Kumquat 15
Limette 20
Orange 19
Physalis 15
Pfirsich 21
Pflaume 20
Pflaume (getrocknet) 64
Preiselbeere (frisch) 13
Quitte 30
Rosinen (getrocknet) 107
Stachelbeere 15
Wassermelone 20
Weintraube (blau, grün) 25–30
Zitrone 20
Zwetschge 24

Nüsse, Kerne und Samen

Täglich eine Handvoll (20 Gramm) können Sie essen. Sonnenblumenkerne und Mohnsamen liefern viele Purine, besser meiden. Erdnusskerne, Kürbiskerne, Leinsamen und Sesam liefern zwar auch viele Purine, ein gelegentlicher Verzehr ist aber in Ordnung.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Erdnusskerne 70
Haselnusskerne 42
Kürbiskerne 85
Leinsamen 105
Mandeln 41
Mohnsamen 170
Paranusskerne 23
Sesamsamen 88
Sonnenblumenkerne 157
Walnusskerne 26

Hülsenfrüchte und Tofu

Hülsenfrüchte liefern allgemein viele Purine. Allerdings stellt ein gelegentlicher und maßvoller Verzehr kein großes Risiko dar.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bohnen (weiß, getrocknet) 180
Bohnen (weiß, Dose) 45
Erbsen (grün, getrocknet) 544
Kichererbsen (getrocknet) 356
Linsen (getrocknet) 198
Sojabohnen (getrocknet) 356
Sojafleisch (getrocknet) 355
Tempeh 110
Tofu 68

Fleisch, Geflügel und Wurstwaren

Maximal zwei Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Bevorzugen Sie magere Sorten und immer ohne Haut. Innereien, Schweinefleisch und Wurstwaren aus Schweinefleisch sind ungeeignet.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bierschinken 85
Bockwurst 110
Brathähnchen (im Durchschnitt) 115
Corned Beef 57
Gänsefleisch (mit Haut) 170
Gänsefleisch (ohne Haut) 120
Hähnchenbrust (mit Haut) 175
Hähnchenbrust (ohne Haut) 120
Hasenfleisch (im Durchschnitt) 105
Kalbfleisch (im Durchschnitt) 150
Lachsschinken 184
Leberwurst 165
Putenbrust (ohne Haut) 120
Putenkeule (ohne Haut) 120
Rehrücken 105
Rinderbrust 90
Rinderschulter 110
Rinderhüfte (Hüftsteak) 120
Rindergulasch (mager) 105
Rinderhackfleisch 108
Rinderleber 554
Rinderzunge 160
Salami 104
Schinkenspeck (roh, durchwachsen) 127
Schweineherz 530
Schweineleber 515
Schweinemilz 516

Fisch und Meeresfrüchte

Maximal zwei Portionen pro Woche sind in Ordnung; eine Portion entspricht 125 Gramm Rohgewicht. Wählen Sie immer ein Fischfilet. Insbesondere Sprotten, Thunfisch, Jakobsmuscheln und Venusmuscheln sind sehr purinreich; besser verzichten.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Aal (frisch) 65
Aal (geräuchert) 78
Auster 90
Bückling (ohne Haut) 146
Flunder 120
Flusskrebs 60
Forelle (mit Haut) 311
Garnele, Speiskrabbe 147
Hering (mit Haut) 317
Hering (ohne Haut) 178
Hummer (gegart) 120
Jakobsmuschel 330
Kabeljau (Dorsch) 109
Kaviarersatz, falscher Kaviar 18
Kaviar (echter, russischer) 144
Krabben, Shrimps 147
Lachs (Salm) 170
Languste 60
Limande (Rotzunge) 120
Makrele (frisch, mit Haut) 186
Makrele (geräuchert) 153
Rotalge (getrocknet) 351
Rotbarschfilet 130
Schlei 80
Scholle 140
Schwarzer Heilbutt 100
Seehecht 120
Seelachs (Köhler) 163
Seewolf (Steinbeißer) 110
Seezunge 131
Steinbutt 120
Spirulina (getrocknet) 506
Sprotte (geräuchert) 804
Thunfisch 257
Thunfisch in Öl (ganzer Doseninhalt) 290
Tintenfisch, Sepia 110
Venusmuschel 330
Wels 110
Zander 110

Getreide und Getreideprodukte

Bevorzugen Sie die Vollkornvariante, auch wenn sich hier mehr Purine befinden. Etwas Vorsicht sollten Sie bei Haferflocken, Vollkornreis und Müsli walten lassen. Lieber nur in Maßen verzehren. Nicht empfehlenswert sind geschälter Reis, Weizenkeime, Brot mit Weizenkeimen oder Sonnenblumenkernen sowie allgemein Weißmehlprodukte.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Amaranth 66
Baguette 44
Brötchen, Semmel 74
Bulgur 69
Cornflakes 80
Croissant 42
Glutenfreies Brot (im Durchschnitt) 25
Haferflocken 100
Hirseflocken 85
Maisgrieß (Polenta) 29
Maismehl 29
Mischbrot 49
Müsli (im Durchschnitt) 105
Nudeln aus Hartweizengrieß (roh) 60
Nudeln aus Vollkorn (roh) 80
Pumpernickel 57
Quinoa 66
Reis (geschält, weiß) 87
Reis (ungeschält, Naturreis)  134
Roggen (Flocken, Körner) 70
Roggenvollkornmehl 70
Roggenvollkornbrot 77
Speisestärke (alle Sorten) 0
Toastbrot 104
Vollkornbrot (im Durchschnitt) 85
Weißbrot 73
Weizengrieß 80
Weizenkeime 843
Weizenmehl (Type 405) 40
Weizenvollkornmehl 82

Getränke

Bevorzugen Sie neben Wasser ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Nehmen Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag sind auch in Ordnung. Ungeeignet sind alkoholfreies Bier, Bier, alle übrigen alkoholischen Getränke (ohne Ausnahme), Fruchtsäfte und Softdrinks.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Apfelsaft 16
Alkoholfreies Bier 8
Früchtetee 5
Gewürztee 0
Grüner Tee 0
Kaffee 0
Milchmixgetränk mit Kakao 3
Limonade 2
Möhrensaft 5
Orangensaft 21
Schwarzer Tee 0
Tomatensaft 5
Traubensaft 21
Wasser (still, mit Kohlensäure) 0
Weißer Tee 0
Weizenbier 15

Fette und Öle

Beschränken Sie die Verwendung auf zwei Esslöffel pro Tag. Bevorzugen hochwertige pflanzliche Fette. Top sind zum Beispiel Lein-, Oliven- und Rapsöl. Gelegentlich Butter ist auch okay. Hingegen sind Schweineschmalz, Distel- und Sonnenblumenöl nicht empfehlenswert, da sie ein schlechtes Fettsäureprofil aufweisen.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Butter 0
Leinöl 0
Margarine 0
Nussöle (alle Sorten) 0
Olivenöl 0
Rapsöl 0
Sesamöl 0

Sonstiges

Allgemein sind gesüßte Fertigprodukte wie Milchreis, Fruchtjoghurt oder Kakaozubereitungen nicht zu empfehlen. Vorsicht bei Hefe, insbesondere in der veganen Küche werden Hefeflocken verwendet. Würzen Sie Ihre Speisen nicht Hefeflocken! Zum maßvollen und gelegentlichen Naschen bietet sich Zartbitterschokolade mit mindestens 70 Prozent Kakaoanteil an.

 
Lebensmittel (100 Gramm) Gebildete Harnsäure (Milligramm)
Bäckerhefe 450
Butterkeks 26
Eiscreme 10
Fruchtjoghurt 8
Hefeflocken  1794
Hefegebäck (im Durchschnitt) 30
Honig, Marmelade 0
Lakritze 20
Löffelbiskuit 15
Marzipan 70
Marmorkuchen 13
Müsliriegel 95
Milcheis 0
Nougat 27
Obstkuchen (im Durchschnitt) 0
Rührkuchen (im Durchschnitt) 20
Schokolade (Vollmilch) 60
Zwieback (ohne Ei) 60

Wissen zum Mitnehmen

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Bei zu hoher Konzentration entstehen Harnsäurekristalle, die sich mitunter an den Gelenken anlagern. Dort verursachen sie dann eine heftige Entzündung, den Gichtanfall. Der Gichtanfall taucht sehr überraschend auf, häufig nachdem viel Fleisch gegessen und viel Alkohol getrunken wurde.

Um erneute Anfälle zu vermeiden, steht eine Ernährungsumstellung im Fokus. Ziel ist die dauerhafte Senkung des Harnsäurespiegels im Körper. Das gelingt mit einer purinarmen Ernährung, bei der gleichzeitig die Fruktose im Auge behalten wird. Für Betroffene mit Übergewicht gilt: runter von den Pfunden.

Allerdings sind strenge Regeln überholt; lediglich am Alkoholverzicht lässt sich nicht rütteln. Vermeiden Sie Innereien, Fisch und Fleisch, denn sie liefern viele Purine. Auch gezuckerte Getränke und fruktosehaltige Lebensmittel sind eine schlechte Wahl. Damit es nicht langweilig wird, sind fettarme Milchprodukte, drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst eine gute Wahl. Das versorgt den Körper mit vielen Vitalstoffen (zum Beispiel Anthocyane aus Montmorency-Sauerkirschen)! Auch Kaffee ist erlaubt und eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern ist ideal. Bei Grenzfällen wie Hülsenfrüchte, Kohl oder Spinat hilft ein maßvoller Umgang.

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