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Wissenschaftlich geprüft

Ernährung bei Gicht

Von Katrin Koelle und Jessica Bolewski
Aktualisiert am 22. Okt. 2018
Ernährung bei Gicht

An stechenden Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken an Fuß, Knie oder Hand leiden Betroffene eines Gichtanfalls. Die Ursache eines Anfalls liegt in der Fehlfunktion des Harnsäurestoffwechsels. Die richtige Ernährung bei Gicht kann den Harnsäurespiegel im Körper dauerhaft senken und einem erneuten Anfall vorbeugen.

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Inhaltsverzeichnis

Die neue Sicht auf Gicht
Was ist Gicht?
Gicht: Wie man sie erkennt
So essen Sie richtig bei Gicht
Bewusst genießen bei Gicht
Clever zubereiten bei Gicht
Abnehmen? Ja, aber richtig!
Bewegung bei Gicht
Die 5 besten Lebensmittel bei Gicht
Die 5 schlechtesten Lebensmittel bei Gicht
Die große EAT SMARTER-Lebensmitteltabelle: Was bei Gicht gut tut und was nicht
Wissen zum Mitnehmen

Die neue Sicht auf Gicht

Mal ehrlich: Glauben Sie etwa auch, dass Sie an Ihrer Gicht zumindest zum Teil „selbst schuld“ sind? Da sind Sie nicht allein - bis heute halten sich hartnäckig alte Vorurteile, nach denen von Gicht Geplagte angeblich bloß zu üppig schlemmen.

In einer britischen Studie vertraten nicht nur Betroffene, sondern sogar die teilnehmenden Ärzte und Krankenschwestern ohne Ausnahme diese Ansicht.

Richtiger wird dieses Ammenmärchen davon trotzdem nicht. Die tatsächliche Ursache für Gicht liegt keineswegs in einer falschen Ernährungsweise, sondern in einer Harnsäure-Stoffwechselstörung, die durch erbliche Vorbelastung oder durch langfristig eingenommene Medikamente entsteht.

Und nun die gute Nachricht: Mit einer Ernährungsumstellung lässt sich eine einmal bestehende Gicht ganz einfach in den Griff bekommen!

EatSmarter hilft Ihnen dabei. Genuss ohne Reue und vor allem ohne Beschwerden – wie das geht, verrät Ihnen dieser umfassende Artikel rund Ernährung bei Gicht.

Was ist Gicht?

Bei einer Gicht, in der Fachsprache auch Arthritis urica genannt, lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab und verursachen dort schmerzhafte Entzündungen.

Der Erkrankung liegt eine erblich bedingte Harnstoffwechselstörung in Kombination mit einer Fehlernährung zugrunde – ein erhöhter Verzehr von Fisch- und Fleischprodukten sowie Übergewicht lassen das Risiko für Gicht außerdem weiter ansteigen.

Harnsäure entsteht im Körper aus Purinen. Diese wiederum kommen in den Eiweißanteilen der Nahrung vor und sind somit in fast allen Lebensmitteln enthalten. Überschüssige Harnsäure wird normalerweise über Nieren und Darm ausgeschieden.

Doch ist dieser Ablauf gestört und wird entweder zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig ausgeschieden, erhöhen sich die Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie) und Kristalle lagern sich in den Gelenken und im Gewebe ab.

Ein übermäßiger Fleisch- oder Alkoholkonsum sowie ein hoher Zuckerverzehr können dann einen plötzlichen Gichtanfall auslösen – meist im großen Zeh.

Ist der Harnsäurespiegel dauerhaft erhöht, fördert das Risiko für Arterienverkalkung und infolgedessen, die Entstehung eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts. Wird die Gicht nicht behandelt, kann es zu Deformierungen und einer verminderten Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gelenke führen.

Die richtige Ernährung bei Gicht ist in Anbetracht dessen umso wichtiger.

Merke!

Ein Gichtanfall wird durch einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut und falscher Ernährung ausgelöst.

Gicht: Wie man sie erkennt

Veränderungen in Form von Deformierungen an den Gelenken von Füßen, Knien oder Fingern können auf einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut hinweisen.

Auch in der Haut kann es infolgedessen zu Veränderungen in Form von weißlicher Knotenbildung durch die Kristallansammlungen kommen.

Gichtpatienten klagen oft über einen stechenden Schmerz in den Gelenken – je nach Schwere des Anfalls können auch Rötungen, Schwellungen und Fieber können hinzukommen.

 

Merke!

Deformierungen an den Gelenken von Füßen, Knien oder Fingern können auf einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut hinweisen.

So essen Sie richtig bei Gicht

Nur weil es für die Entstehung der Gicht kaum eine Rolle spielt, was Sie essen, ist die Ernährung keineswegs Nebensache. Ganz im Gegenteil: Je nachdem, was Sie essen und trinken, steigt der chronisch erhöhte Harnsäurespiegel im Körper weiter an – oder aber er sinkt und bleibt auf einem Level, bei dem Sie keine Beschwerden bekommen.

Der Schlüssel dazu liegt bei den sogenannten Purinen: Je mehr ein Lebensmittel davon enthält, desto mehr Harnsäure reichern sich bei der Umwandlung im Körper an.

Umgekehrt gilt aber auch: Je bewusster Sie Lebensmittel und Getränke mit einem möglichst niedrigen Purin-Gehalt auf den Speisezettel setzen, desto größer die Chance, die Gicht auszutricksen und beschwerdefrei leben zu können.

Merke!

Die Ernährung bei Gicht ist keineswegs Nebensache. Vor allem Lebensmittel und Getränke mit einem niedrigen Purin-Gehalt sollten auf Ihrer Einkaufsliste stehen.

Bewusst genießen bei Gicht

Das klingt gut, aber irgendwie auch nach Verzicht? Stimmt, ganz ohne geht es tatsächlich nicht. Aber Sie brauchen weder zu hungern noch auf Dauer eine Diät einzuhalten. Stattdessen geht es darum, mit einer cleveren Auswahl von Lebensmitteln und Getränken für gute Lebensqualität zu sorgen. Und so geht's:

  • Bevorzugen Sie Lebensmittel mit einem niedrigen Harnsäuregehalt (maximal 100 mg pro 100 g).
  • Essen Sie Lebensmittel mit einem mittleren Harnsäuregehalt (150 – 200 mg pro 100 g) nur in kleinen Mengen und nicht öfter als einmal pro Tag.
  • Vermeiden Sie konsequent alle Lebensmittel mit einem hohen Harnsäuregehalt (über 250 mg pro 100 g).
  • Trinken Sie möglichst gar keinen Alkohol oder höchstens 1 Glas am Tag.
  • Gönnen Sie sich täglich mindestens 2 Liter kalorienfreie oder-arme Flüssigkeit.

Merke!

Keine Angst, Sie müssen keine strenge Diät einhalten oder hungern, aber von einer optimalen Auswahl an Lebensmitteln wird Ihre Gesundheit sicherlich profitieren.

Clever zubereiten bei Gicht

Grundsätzlich können Sie Ihre bevorzugten Lebensmittel so zubereiten wie bisher auch. Dünsten, Dämpfen, Kochen, Braten, Backen – alles kann, nichts muss.

Wenn Sie Geflügel oder Fisch braten, sollten Sie aber unbedingt die Haut entfernen. Sie enthält besonders viele Purine und lässt Ihre Harnsäure-Bilanz rasant in den roten Bereich klettern.

Ebenfalls wichtig: Falls Sie Fleisch oder Geflügel kochen, die entstehende Brühe lieber nicht verwenden. Auch wenn es etwas Überwindung kostet, sie wegzuschütten – sie strotzt nur so vor Purinen und würde Ihnen nicht gut tun.

Merke!

Viele Lebensmittel können Sie kochen wie immer, allerdings sollten Sie aufgrund des hohen Purin-Gehalts bei Fleisch und Fisch aufpassen.

Abnehmen? Ja, aber richtig!

Eins vorweg: Selbst sehr schlanke Menschen können von Gicht geplagt werden. Trotzdem kann Übergewicht das Entstehen der Erkrankung begünstigen und bestehende Beschwerden verstärken. Es macht also auf jeden Fall Sinn, überflüssige Kilos abzubauen.

Eine Radikal-Diät wäre allerdings gar keine gute Idee. Denn Fasten, Low Carb, Eiweißdiät oder andere einseitige Ernährungskonzepte können zur Bildung von sogenannten Keton-Körpern führen, die zusätzlich die Ausscheidung der Harnsäure im Körper blockieren.

Aus diesem Grund raten Mediziner bei Gicht zu einer nur leichten Reduzierung der Kalorienmenge (ca. 500 kcal weniger am Tag) und dafür zu umso mehr Bewegung. Lassen Sie keine Mahlzeit aus: Eine Studie hat gezeigt, dass z.B. beim Verzicht aufs Frühstück die Harnsäurewerte im Blut ansteigen und den ganzen Tag über erhöht bleiben! Nehmen Sie als Ziel, pro Monat maximal ein Kilogramm abzunehmen.

Bevorzugen Sie dazu die empfehlenswerten Lebensmittel mit niedrigem und höchstens mittlerem Purin-Gehalt von der EAT SMARTER-Liste und achten Sie darauf, jeweils die fettarmen Varianten zu essen.

Übrigens: Mehr als etwa 30 Prozent sollte der Fett-Anteil Ihrer täglichen Mahlzeiten nicht betragen. Das gilt auch bei Idealgewicht, denn Fett im Übermaß fördert die Bildung der schon erwähnten Keton-Körper und hemmt dadurch den Abbau von Harnsäure.

Wichtiger Hinweis: Es kommt ziemlich häufig vor, dass Menschen mit Gicht außerdem auch an Diabetes und/oder einer Fettstoffwechselstörung leiden. Falls Sie dazu gehören, gelten für selbstverständlich nicht nur die Ernährungsregeln für Gicht, sondern außerdem die für eventuelle andere Erkrankungen!

Merke!

Übergewicht kann Gicht verstärken, weswegen Sie im besten Fall durch eine geringere tägliche Kalorienmenge und mehr Bewegung überschüssige Pfunde loswerden sollten. Achten Sie außerdem auf den Fettanteil und Purin-Gehalt der Lebensmittel.

Bewegung bei Gicht

Neben einer ausgewogenen Ernährung bei Gicht, sollte außerdem auf regelmäßige Bewegung gesetzt werden. Da ein Normalgewicht angestrebt werden sollte, hilft Sport im Alltag bei der Gewichtsreduktion und stärkt gleichzeitig die Muskeln um die Gelenke.

Als Minimum an Bewegung wird etwa tägliches zügiges Gehen für etwa 30 Minuten empfohlen. Die Bewegung beim Sport sollte so intensiv sein, dass sie für den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System einen Reiz darstellt – etwa bei einem Puls von 100 oder leicht darüber.

Erlaubt ist, was Spaß macht! So können beispielsweise tanzen, schwimmen, wandern oder joggen ausprobiert werden.

Wichtig ist bei jeder Bewegung vor allem die Regelmäßigkeit der sportlichen Aktivität, um gesundheitliche Benefits zu erzielen. Sprechen Sie hierzu mit einem Facharzt, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

Merke!

Zusätzlich zur richtigen Ernährung bei Gicht, ist regelmäßige Bewegung wichtig, um ein Normalgewicht zu erreichen und die Muskeln um die Gelenke herum zu stärken.

Die 5 besten Lebensmittel bei Gicht

1. Wasser:

Wer täglich 2 - 3 Liter stilles Wasser trinkt, sorgt dafür, dass die Harnsäure im Körper stark „verdünnt“ und außerdem schneller ausgeschieden wird. Studien zeigen: Schon bei 2 Litern Wasser am Tag sinkt das Risiko eines Gichtanfalls um fast die Hälfte!

Extra-Tipp: Wasser hilft Ihnen dabei, Übergewicht abzubauen und kann Ihren Appetit auf weniger günstige Lebensmittel senken.

2. Milch und Milchprodukte:

Ob Milch, Joghurt oder Käse – hier können Sie Ihren Bedarf an Calcium decken, ohne dabei Harnsäure bzw. Purine aufzunehmen. Bevorzugen Sie aber immer die fettarme Version, um Übergewicht zu vermeiden.

Extra-Tipp: Gerade wenn Sie weitgehend auf Fleisch und Fisch verzichten, helfen Milch und besonders Käse Ihnen dabei, trotzdem genug Eiweiß zu bekommen.

3. Gemüse:

Mit wenigen Ausnahmen (siehe Lebensmittelliste) dürfen Sie bei Grünzeug zugreifen, so oft Sie mögen. Der Harnsäuregehalt liegt ganz besonders niedrig, und Sie versorgen Ihren Körper mit wichtigen Vitalstoffen sowie gesunden sekundären Pflanzenstoffen.

Extra-Tipp: Einige Gemüsesorten sind reich an Folsäure. Dieses B-Vitamin kann die Ablagerung von Harnsäure im Körper bremsen. Besonders viel Folsäure steckt in grünem Blattgemüse (Salat), Brokkoli, Porree und Paprikaschoten.

4. Früchte:

Die meisten Früchte enthalten besonders viel Kalium. Dieser Mineralstoff hilft dem Körper dabei, Harnsäure schneller auszuscheiden. Nur wenn Sie Übergewicht haben, bremsen Sie Ihre Lust auf Obst besser etwas, denn je nach Sorte hat es relativ viele Kalorien.

Extra-Tipp: Obstsorten mit hohem Vitamin-C-Gehalt sollten Sie besonders oft essen, denn Vitamin C bremst die Ablagerung von Harnsäure ebenfalls. Super-Lieferanten sind vor allem Erdbeeren, Kiwis, Guaven, Papayas , Zitronen und andere Zitrusfrüchte.

5. Sanft entwässernde Tees:

Frisch gebrühter Tee aus Kräutern schmeckt nicht nur klasse – er kann auch dazu beitragen, dass Ihr Körper Harnsäure schneller ausscheidet. Das gilt besonders für Tee mit entwässernder bzw. harntreibender Wirkung, wie z.B. aus Brennesseln, Birkensprossen, Brombeerblättern oder Lindenblüten.

Extra-Tipp: Falls Sie ein Nierenleiden haben, sollten Sie unbedingt mit dem Arzt besprechen, ob Sie harntreibende Tees trinken dürfen!

Merke!

Wasser, Milch und Milchprodukte, Gemüse, Früchte und sanft entwässernde Tees sollten im besten Fall bei Ihnen auf dem Speiseplan stehen.

Hier finden Sie leckere Rezepte, die sich bei Gicht eignen.

Die 5 schlechtesten Lebensmittel bei Gicht

1. Innereien:

Ob von Kalb, Geflügel oder Rind: Leber und andere Innereien enthalten extrem viel Harnsäure und sind darum geradezu Garanten für einen schmerzhaften Gichtanfall. Also unbedingt komplett vom Speisezettel streichen!

# Extra-Tipp: Schon in nur 100 g Leber steckt mit durchschnittlich 520 mg Harnsäure mehr als die gesamte empfohlene Tagesaufnahme. Besonders hoch ist mit 918 mg der Harnsäuregehalt in Kalbsbries (Hirn)!

2. Hülsenfrüchte:

Obwohl Hülsenfrüchte an sich wegen ihres hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalts zu Recht als gesund gelten, sollte man sie bei Gicht links liegen lassen. Denn leider liefern Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Co. mit bis zu 544 mg/ 100 g auch große Mengen an Harnsäure.

# Extra-Tipp: Wenn Sie mal Heißhunger auf Hülsenfrüchte haben, sind getrocknete weiße Bohnen oder Linsen mit jeweils rund 190 mg Harnsäure pro 100 g noch eine halbwegs vertretbare Alternative. Nehmen Sie aber höchstens 50 g pro Tag davon – da Hülsenfrüchte aufquellen, ergibt das trotzdem eine gute Portion.

3. Fisch & Fleisch:

Beides hat von Natur aus mehr oder minder hohe Harnsäurewerte. Es gibt einige Ausnahmen (siehe Lebensmittelliste), aber grundsätzlich gilt: Bei Fisch und Fleisch sollten Sie sehr zurückhaltend sein bzw. möglichst verzichten.

# Extra-Tipp: Auch wenn sie lecker sein mag: Die knusprig gebratene Haut von Fisch und Geflügel ist pures Gift bei Gicht! Wer sie z.B. bei der in Maßen günstigen Hähnchenbrust oder beim Zander mitisst, erhöht den Harnsäureanteil seiner Mahlzeit um 50 Prozent oder mehr.

4. Sojaprodukte:

Alle aus Sojabohnen hergestellten Lebensmittel enthalten um die 355 mg Harnsäure pro 100 g – also entschieden zu viel bei Gicht. Eine rühmliche Ausnahme ist Tofu mit 68 mg: Hier können Sie in Maßen (siehe Lebensmittelliste) unbesorgt zugreifen.

# Extra-Tipp: Wer vegan isst, kann Sojaprodukte inzwischen problemlos ersetzen. Gute Alternativen sind z.B. Mandelmilch, Reismilch und daraus hergestellte Produkte.

5. Alkohol:

Auch wenn Alkohol nur im Ausnahmefall Ursache für einen zu hohen Harnsäurespiegel im Körper ist und keine Harnsäure bzw. Purine enthält – meiden sollten Sie ihn trotzdem. Denn weil der Körper vorrangig daran arbeitet, Alkohol abzubauen und auszuscheiden, wird die Ausscheidung der Harnsäure stark behindert.

# Extra-Tipp: Falls Sie nicht völlig auf Alkohol verzichten mögen und ansonsten „gicht-freundlich“ essen, bevorzugen Sie auf jeden Fall Wein. Lassen Sie es aber unbedingt bei höchstens 1 Glas pro Tag oder noch besser: Trinken Sie nur zu besonderen Gelegenheiten.

Merke!

Innereien, Hülsenfrüchte, Fisch & Fleisch, Sojaprodukte und Alkohol sollten Sie bei Gicht besser vermeiden, um Ihre Lebensqualität nicht zu verschlechtern.

Die große EAT SMARTER-Lebensmitteltabelle: Was bei Gicht gut tut und was nicht

In der Tabelle finden Sie auf einen Blick alle günstigen Lebensmittel mit dem jeweiligen Harnsäuregehalt. Die Faustregel für ein genussvolles Leben ohne Gicht lautet: Je niedriger der Harnsäuregehalt, desto besser!

Bei einigen Lebensmitteln kommt es auf die Menge an, die Sie täglich davon essen – wir geben jeweils an, wie viel es davon sein darf.

Alle fettgedruckten Lebensmittel sollten Sie völlig meiden, wenn Sie einen hohen Harnsäurespiegel bzw. Gicht haben.

Eier, Milch & Milchprodukte* (Kuh, Schaf, Ziege):

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Eier 5
Wachteleier 5
Milch 0
Crème fraîche ** 0
Dickmilch 0
Joghurt 0
Käse 0
Quark 0
Sahne ** 7 – 30 (je nach Sorte)
Saure Sahne 0
Schmand ** 0
Skyr 0

* mit und ohne Laktose
** in Maßen wegen Fettgehalts

Ganz meiden: „Milch“ und „Milchprodukte“ aus Soja

 

Gemüse, Kräuter, Salat & Sprossen:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Afalfasprossen 15
Aubergine 22
Bambussprossen 29
Blumenkohl 45
Bohnen (grün) 43
Brokkoli 50
Chicorée 15
Chinakohl 26
Eisbergsalat 11
Endiviensalat 11
Fenchelknolle 16
Frühlingszwiebel/ Lauchzwiebel 15
Gartenkresse 30
Gurke 8
Kartoffeln 20
Knoblauch 15
Kohlrabi 30
Kopfsalat 10
Kürbis 7
Linsensprossen 12
Mangold ** 57
Möhre 15
Okraschote 9
Oliven (grün) 27
Oliven (schwarz) 31
Pak Choi/ Paksoi 25
Paprika (gelb, grün) 10
Paprika (rot) 15
Petersilie 40
Petersilienwurzel 32
Porree (Lauch) 40
Radicchio 10
Radieschen 10
Rettich 10
Römersalat 10
Rosenkohl * 56
Rote Bete 21
Rotkohl 40
Sauerkraut 20
Schalotte 15
Schnittlauch 30
Sellerie (Knolle) 30
Staudensellerie ** 70
Spinat ** 57
Tomate 10
Weißkohl 20
Zucchini 24
Zwiebel 25

* maximal 100 g am Tag!
** enthält auch Oxalsäure, darum möglichst selten essen!

Ganz meiden: Alle Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Sojabohnen.

Pilze:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Austernpilz * 50
Morchel 30
Pfifferling 17
Shiitake * 50

* maximal 150 g pro Tag!

Ganz meiden: Champignons, Steinpilze und alle Trockenpilze.

 

Obst:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Ananas 19
Apfel 19
Aprikose 20
Avocado 30
Banane 25
Birne 17
Brombeere 15
Cranberry 15
Erdbeere 26
Feige (frisch) 15
Grapefruit 15
Heidelbeere 22
Himbeere 18
Holunderbeere 33
Honigmelone 25
Johannisbeere (rot, schwarz, weiß) 17
Kaki 15
Kirsche (süß, sauer) 17
Kiwi 19
Kochbanane 27
Kumquat 15
Limette 20
Orange 19
Physalis 15
Pfirsich 21
Pflaume 20
Preiselbeere (frisch) 13
Quitte 30
Stachelbeere 15
Trockenobst (im Durchschnitt) * 70
Wassermelone 20
Weintraube (blau) 25
Weintraube (grün) 30
Zitrone 20
Zwetschge 24

* möglichst selten essen bzw. meiden

 

Nüsse & Kerne:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Erdnüsse * 70
Haselnuss 42
Mandel 41
Paranuss 23
Walnuss 26

* maximal 50 g am Tag

Ganz meiden: Leinsamen, Mohn, Sesam und Sonnenblumenkerne.

 

Vegane Fleischalternativen:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Tempeh * 110
Tofu 68

* maximal 100 g am Tag!

Ganz meiden: Fleischalternativen aus Soja.

 

Fleisch, Geflügel & Wild:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Brathähnchen (ohne Haut) * 115
Hähnchenbrust (ohne Haut) * 120
Kalbfleisch (im Durchschnitt) * 150
Putenbrust (ohne Haut) * 120
Putenkeule (ohne Haut) * 120
Rinderbrust * 90
Rinderschulter * 110
Rinderhüfte (Hüftsteak) * 120
Rindergulasch (mager) * 105
Rinderhack * 108
Roastbeef (ohne Fettrand) * 110
Hasenfleisch (im Durchschnitt)* 105
Rehrücken * 105

* maximal 80 - 100 g am Tag!

Ganz meiden: Alle anderen Fleischsorten, besonders auch Innereien, Schweinefleisch, Ente, Gans!

 

Fleischwaren & Wurst: *

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Corned Beef 57
Geflügel-Fleischwurst 78
Frühstücksfleisch 70

* maximal 50 - 100 g am Tag!

Ganz meiden: Alle anderen Wurstsorten und Fleischwaren.

 

Fisch & Meeresfrüchte: (immer ohne Haut)

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Aal (frisch) 65
Aal (geräuchert) 78
Kabeljau *** 109
Kaviar-Ersatz, falscher Kaviar 18
Limande (Rotzunge)* 120
Makrele (frisch) ** 145
Makrele (geräuchert) ** 153
Schlei 80
Scholle ** 140
Schwarzer Heilbutt *** 100
Seehecht * 120
Seewolf (Steinbeißer) * 110
Seezunge * 131
Steinbutt * 120
Tintenfisch * 110
Wels * 110
Zander * 110

* maximal ca. 125 g am Tag!
* * maximal 100 g am Tag!
*** maximal 150 g am Tag!

Ganz meiden: Alle übrigen Fisch- und Räucherfischsorten, besonders auch Sprotten, Thunfisch, Sardinen!

Außerdem ungünstig: Krusten- und Schalentiere wie Garnelen, Krabben, Hummer und Muscheln.

 

Getreide & Getreideprodukte:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Amaranth * 66
Baquette 44
Brötchen (Semmel) 74
Bulgur ** 69
Croissant 42
Glutenfreies Brot (im Durchschnitt) 25
Hafer (ganze Körner) ** 102
Haferflocken (Vollkorn) *** 100
Hirseflocken ** 85
Leinsamenbrot 45
Maisgrieß (Polenta) 29
Maismehl 29
Mischbrot 49
Müsli (im Durchschnitt) *** 100
Nudeln aus Hartweizengrieß * 60
Nudeln aus Vollkornmehl ** 80
Quinoa * 66
Pumpernickel 57
Reis (geschält, weiß) ** 87
Reis (ungeschält, braun) *** 134
Roggen (ganze Körner) 70
Roggenmehl (im Durchschnitt) 65
Roggenvollkornbrot 77
Speisestärke (alle Sorten) 0
Vollkornbrot (im Durchschnitt)** 85
Vollkornpasta (im Durchschnitt)** 80
Weizen (ganze Körner) ** 90
Weizengrieß ** 80
Weizenmehl 45
Weizenvollkornmehl ** 82

* maximal 150 g am Tag!
** maximal 100 g am Tag!
*** maximal 50 g am Tag!

Ganz meiden:

Alle Brotsorten mit Weizenkeimen
Alle Brotsorten mit Sonnenblumen- oder anderen Kernen
Buchweizen und Produkte daraus
Dinkel und Produkte daraus
Grünkern und Produkte daraus
Hafergrieß, -grütze und –mehl
Hirse
Roggenkeime
Roggenknäcke mit Ballaststoffen

 

Getränke:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Früchtetee 5
Gemüsesaft 5
Gewürztee 0
Grüner Tee 0
Kaffee 0
Kakao 0
Schwarzer Tee 0
Wasser (still, mit Kohlensäure, aus der Leitung) 0
Weißer Tee 0

Ganz meiden:

Alkoholfreies Bier
Bier
Alle übrigen alkoholischen Getränke (ohne Ausnahme)
Fruchtsäfte (*)
Softdrinks
Sojadrinks
Rotalgen
Spirulina

(*) Bis vor kurzem galt Fruchtsaft als bekömmlich bei Gicht. Eine kanadische Langzeitstudie erhärtet aber den Verdacht, dass der hohe Fruktosegehalt in Säften den Harnsäurespiegel negativ beeinflusst. Schon 1 Glas Saft täglich kann demnach das Risiko für Gicht verdoppeln.

 

Fette:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Butter * 0
Leinöl 0
Margarine * 0
Nussöle 0
Olivenöl 0
Rapsöl 0
Sesamöl 0

* in Maßen!

Ganz meiden: Schmalz, Distel- und Sonnenblumenöl.

 

Sonstiges *:

 
Lebensmittel (100 g/ml) Harnsäure in MG
Gewürze (alle Sorten) 0
Hefegebäck (im Durchschnitt) 30
Löffelbiskuit 15
Milcheis 0
Obstkuchen (im Durchschnitt) 0
Rührkuchen (im Durchschnitt) 20
Schokolade (Vollmilch) 15
Schokolade (Halbbitter, Zartbitter) 0

* maximal 150 g pro Tag!

Wissen zum Mitnehmen

Die Ursache für Gicht liegt nicht in der falschen Ernährung, sondern in einer Harnsäure-Stoffwechselstörung. Trotz allem können Sie durch eine gezielte Ernährung die Krankheit in den Griff bekommen.

Wichtig bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel ist der Purin-Gehalt, der möglichst niedrig sein sollte. Bevorzugen Sie Lebensmittel mit einem niedrigen Harnsäuregehalt, Lebensmittel mit einem mittleren Harnsäuregehalt sollten Sie nur in kleinen Mengen und nur einmal am Tag essen. Vermeiden Sie außerdem alle Lebensmittel mit einem hohen Harnsäuregehalt und versuchen Sie weitestgehend auf Alkohol zu verzichten. Auch alkoholfreies Bier enthält Purine, weshalb darauf weitestgehend verzichtet werden sollte.

Gute Lebensmittel für Sie sind: Wasser, Milch und Milchprodukte, Gemüse, Früchte und sanft entwässernde Tees.

Schlechte Lebensmittel für Sie sind: Innereien (von Kalb, Geflügel oder Rind), Hülsenfrüchte, Fisch und Fleisch, Sojaprodukte und Alkohol.

Weißmehl und daraus hergestellte Produkte sowie Zucker, Fruchtzucker, Fertigprodukte und Geschmacksverstärker sollten auf dem Speiseplan ebenfalls minimiert werden.

In unserer großen EAT-Smarter-Lebensmitteltabelle (siehe oben) finden Sie eine umfassende Liste, welche Lebensmittel bei Gicht gut tun und welche nicht.

Die richtige Ernährung bei Gicht kann Langzeitschäden vorbeugen und erneute Anfälle verhindern. Zusätzlich zur richtigen Ernährung bei Gicht, ist regelmäßige Bewegung wichtig, um ein Normalgewicht zu erreichen und die Muskeln um die Gelenke herum zu stärken.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

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