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Wissenschaftlich geprüft

Blutgruppendiät: Ein Beginner's Guide

Von Lisa Fischer
Aktualisiert am 13. Sep. 2019
Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät sieht für jede Blutgruppe eine spezielle Ernährungsform vor. Wie das funktionieren soll und was genau hinter der Blutgruppendiät steckt, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Blutgruppendiät? 
  2. Wie funktioniert die Blutgruppendiät?
  3. Welche Lebensmittel können bei allen Blutgruppen auf dem Speiseplan stehen?
  4. So gelingt der richtige Einstieg
  5. Vorteile der Blutgruppendiät
  6. Nachteile der Blutgruppendiät
  7. Smarte Tipps für den Alltag
  8. Wissen zum Mitnehmen 

Laut des Erfinders der Blutgruppendiät soll aufgrund der Evaluation für jede Blutgruppe auch unterschiedliche Nahrungsmittel besser verträglich sein als andere. Doch kann man wirklich dank eines individuellen Ernährungsplans, der auf die Blutgruppe abgestimmt wurde, abnehmen?

Was ist die Blutgruppendiät? 

Die Blutgruppendiät wurde in den 90er Jahren von dem Naturheilkunde-Arzt Dr. Peter D'Adamo ins Leben gerufen. Dabei geht der Mediziner davon aus, dass jede Blutgruppe evolutionär bedingt für ganz bestimmte Lebensmittel ausgerichtet ist. Das bedeutet, eine optimale Nahrungsversorgung des Körpers wird laut dieser Theorie durch den jeweiligen Blutgruppen-Typ bestimmt und entscheidet darüber, welche Nahrungsmittel uns dick oder schlank machen. 

Insgesamt zeichnet sich die Ernährungsform durch unverarbeitete und verhältnismäßig gesunde Lebensmittel aus. Welche Lebensmittel für welche Blutgruppe gedacht sind, erfahren Sie im nachfolgenden Kapitel.

Merke!
Bei der Blutgruppendiät werden je nach Blutgruppe spezielle Lebensmittel vorgesehen, die besonders gut verträglich sein sollen.

Wie funktioniert die Blutgruppendiät?

Laut des Mediziners sind in unserem Blut verschiedene Antikörper vorhanden, die mit bestimmten Eiweißen in den Lebensmitteln reagieren. Wenn die Lebensmittel jedoch nicht zur Blutgruppe passen, soll gemäß D'Adamo das Blut „verklumpen“ und eine Abwehrreaktion die Folge sein. 

Werden jedoch die „passenden“ Lebensmittel verzehrt, soll unser Körper schlanker, vitaler und gesünder werden. Zudem bezieht der Arzt den sogenannten Sekretoren-Status mit ein, der darüber Auskunft gibt, ob Blutgruppenantigene in Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Speichel vorkommen. Für den Naturheilkunde-Arzt ist dies ein weiterer Schlüsselfaktor für die Nahrungsauswahl. 

Im Folgenden haben wir für Sie die einzelnen Ernährungsformen zusammengefasst

Blutgruppe 0: Jäger 

Diese Blutgruppe war vor allem bei den Jägern vor etwa 40.000 Jahren üblich. Zu dieser Zeit stand vor allem Fleisch im Fokus der Ernährung. So sollen Menschen mit Blutgruppe 0 sich während der Diät hauptsächlich von tierischen und somit proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Geflügel aber auch Obst und Gemüse ernähren. Hülsenfrüchte, Getreide und Milchprodukte sollten dagegen vermieden werden. Es erinnert somit stark an die Paleo-Diät

Blutgruppe A: Landwirt 

Laut der Theorie soll diese Blutgruppe speziell bei den sesshaften Menschen aufgetreten sein, die sich vor allem von pflanzlichen Lebensmitteln ernährten. Für Menschen mit Blutgruppe A heißt es daher, Obst und Gemüse satt. Hülsenfrüchte, Getreide und Meeresfrüchte sind ebenfalls erlaubt – insgesamt jedoch eher an eine vegane Ernährung angelehnt, da Kuhmilchprodukte vermieden werden sollten. Auch Weizen wird in diesem Zusammenhang nicht empfohlen. 

Blutgruppe B: Nomade 

Hier ist eine ausgewogene Ernährung zentral. Die Blutgruppe B soll anscheinend in der Zeit entstanden sein, in der sich die Menschen von Milchprodukten, Gemüse und Eiern ernährt haben. Somit stehen genannte Lebensmittel sowie Fleisch und Getreide auf dem Speiseplan. Geflügel, Weizen- und Roggenprodukte sind anscheinend nicht verträglich für den „Nomaden“. 

Blutgruppe AB: Der Rätselhafte 

Rätselhaft deshalb, weil keine spezielle Lebensmittelgruppe im Vordergrund steht. Die Blutgruppe soll dann entstanden sein, als sich die Völker von A und B vermischt haben. Gemäß der Theorie vertragen Menschen mit Blutgruppe AB, die jedoch eher selten auftritt, alle Lebensmittel gut. Somit zeichnet sich diese Ernährungsform durch Mischkost, also Fleisch, Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte aus. Der Genuss von Fleisch sollte jedoch eher in geringeren Mengen erfolgen. 

Weitere wichtige Informationen zur Diät: Täglich werden fünf Mahlzeiten eingenommen. Um einen eventuellen Nährstoffmangel vorzubeugen, werden Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Die tägliche Kalorienanzahl liegt zwischen 1500 und 1800 Kilokalorien und sollte zu einem Gewichtsverlust führen. 

Merke!
Jede Blutgruppe sieht spezielle Lebensmittel vor, an die man sich halten sollte. Unverarbeitete und gesunde Nahrungsmittel stehen im Vordergrund.

Diese Diät passt nicht zu Ihnen?
Hier geht’s zur Diät-Übersicht!

Fragen zu unseren Ernährungsplänen?
Hier wird alles erklärt! 

Welche Lebensmittel können bei allen Blutgruppen auf dem Speiseplan stehen?

Diese Lebensmittel können Sie ohne Bedenken verzehren:

Neben den jeweiligen Lebensmitteln, die je Blutgruppentyp erlaubt sind, dürfen folgende Nahrungsmittel ebenfalls verzehrt werden: 

  • frisches und unverarbeitetes Obst und Gemüse

Diese Lebensmittel sind tabu:

  • verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte 
  • kalorien- und fetthaltige Lebensmittel 
  • Weizen 
  • Bohnen 

Weizen wird im Rahmen der Blutgruppendiät als „Dickmachergetreide“ bewertet und sollte daher weitgehend bei allen Blutgruppen vermieden werden. Außerdem sind laut des Erfinders der Diät sogenannte Lektine (bestimmte Proteine), die in bestimmten Hülsenfrüchten wie Kidneybohnen, aber auch in Weizen enthalten sind, unvorteilhaft. Diese sollen anscheinend für die Verklebung der roten Blutkörperchen sorgen und verschiedene Störungen im Körper auslösen. 

Merke!
Auf verarbeitete Lebensmittel sowie fett- und kalorienreiche Nahrung sollte während der Blutgruppendiät verzichtet werden. Alle erlaubten Lebensmittel der jeweiligen Diät sowie Obst und Gemüse können verzehrt werden.

So gelingt der richtige Einstieg

Bevor Sie mit der Blutgruppendiät beginnen, ist es wichtig, einige Dinge im Vorfeld zu beachten. Das Aneignen von Hintergrundwissen der Diät ist zunächst ratsam, damit sich der Abnehmerfolg auch einstellen kann. Außerdem sollten Sie darüber informiert sein, welcher Blutgruppe Ihr Blut angehört, um die richtige Ernährungsform auszuwählen. Diese können Sie bei Ihrem Hausarzt durch eine Blutabnahme feststellen lassen. 

Als weiteren Vorbereitungsschritt ist eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Lebensmitteln zu empfehlen. So wissen Sie genau, welche Nahrungsmittel geeignet sind und welche nicht. Das Einkaufen und Zubereiten der Mahlzeiten geht dadurch leichter von der Hand. Außerdem können Sie so Zeit einsparen. Für Berufstätige ist es sinnvoll, die Speisen vorzukochen und im Büro aufzuwärmen. Essen gehen, gestaltet sich während der Blutgruppendiät aufgrund der explizit ausgewählten Lebensmittel als eher schwierig. 

Um ständiges Einkaufen zu vermeiden, kann es durchaus sinnvoll sein, die Mahlzeiten für die ganze Woche bereits vorzuplanen und somit nur einmal wöchentlich einkaufen zu gehen. So haben Sie einen genauen Überblick und sparen Zeit. 

Merke!
Vor Beginn der Blutgruppendiät ist es ratsam, die eigene Blutgruppe zu kennen und sich intensiv mit der jeweiligen Ernährungsform auseinanderzusetzen.

Vorteile der Blutgruppendiät

Jede Ernährungsform basiert auf einer Ernährung mit Obst und Gemüse und wenig verarbeiteten Produkten. Haben Sie vorher eher zu fetthaltigen und kalorienreichen Lebensmittel gegriffen, so kann die Blutgruppendiät ein sinnvoller Einstieg für eine Ernährungsumstellung darstellen.

Außerdem können die Ernährungsformen individuell angepasst werden. Zwar wird empfohlen, je nach Blutgruppe die jeweilige Nahrung auszuwählen. Da jedoch alle Ernährungsformen auf einer weitgehend gesunden Ernährung basieren, können Sie diese auch nach Belieben anpassen und tauschen. Auch die Integration von Bewegung in den Alltag ist neben der richtigen Ernährung sehr wichtig. 

Merke!
Die Blutgruppendiät basiert auf einer gesunden Ernährung und ist individuell anpassbar. Zudem eignet sich die Diät als Einstieg für eine Ernährungsumstellung.

Nachteile der Blutgruppendiät

Leider gibt es bei der Blutgruppendiät einige Punkte, die nicht unbedingt für eine Umsetzung sprechen. Zunächst gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise dafür, dass die Art der Ernährung auch tatsächlich mit der jeweiligen Blutgruppe korreliert. Ob die empfohlene Ernährung also je nach Blutgruppe tatsächlich positive Auswirkungen aufgrund der speziellen Lebensmittel auf unseren Körper hat, ist mehr als umstritten. 

Wissenschaftler haben zwar einen Zusammenhang zwischen der Diät und einem verminderten Risiko für Herzerkrankungen festgestellt, konnten diese Erkenntnis jedoch nicht auf die Blutgruppe eines Menschen zurückführen. Das bedeutet, die Grundidee der Diät wird dadurch stark infrage gestellt (1).

Ebenfalls fehlt ein wissenschaftlicher Beweis in Bezug auf genannte Lektine (Proteine), die bei „falscher“ Ernährung (nicht an die Blutgruppe angepasst) mit unserem Blut verklumpen sollen. Diese Eiweiße gelangen jedoch nur in kleinen Mengen in unser Blut und werden während der Verdauung abgebaut. Auch beim Erhitzen verlieren sie ihre Wirkung. Dies bestätigte jüngst auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2).

Ein weiterer Nachteil der Blutgruppendiät ist der recht unflexible Ernährungsplan. Da die Lebensmittel je nach Blutgruppe sehr strikt vorgeschrieben sind, ist es eher schwierig, wenn Sie gerne in Kantinen oder Restaurants Ihre Mahlzeit einnehmen möchten. Spontane Verabredungen zum Essen sind daher etwas schwierig, was das Durchhaltevermögen deutlich erschwert. 

Außerdem können durch die teilweise sehr einseitige Ernährung Nährstoffmängel auftreten. Denn nicht jede einzelne Empfehlung stellt eine gesunde und ausgewogenen Ernährung dar. So sollen Menschen mit Blutgruppe 0 und A auf Milchprodukte verzichten, weshalb ein Calciummangel möglich ist. Daher werden in diesem Zusammenhang oftmals Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.

Merke!
Es fehlen wissenschaftliche Beweise dafür, dass die jeweilige Nahrungsform mit der Blutgruppe in Verbindung gebracht werden kann. Außerdem ist die Planung äußerst unflexibel und kann Nährstoffmängel zur Folge haben.

Smarte Tipps für den Alltag

Während der Umsetzung der Blutgruppendiät ist es hilfreich, die Portionen vorzukochen und auch gegebenenfalls einzufrieren. So sparen Sie Zeit und unnötigen Stress. Auch tiefgefrorenes Obst und Gemüse kann verwendet werden. 

Außerdem ist zu empfehlen, ausschließlich unverarbeitete Produkte zu verwenden, so müssen die Zutatenlisten nicht nach genannten Lektinen durchsucht werden. 

Insgesamt ist anzumerken, dass die Blutgruppendiät eher als Einstieg für eine Ernährungsumstellung gesehen und aufgrund der Nährstoffmängel auch nicht über lange Zeit praktiziert werden soll. Für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ist diese Diät vermutlich eher weniger sinnvoll. 

Merke!
Die Umsetzung der Blutgruppendiät ist leichter, wenn einmal pro Woche vorgekocht wird. Zudem ist die Diät eher als Einstieg für eine Ernährungsumstellung zu empfehlen.

Wissen zum Mitnehmen 

Der Grundgedanke der Blutgruppendiät liegt darin, die einzelnen Blutgruppen als Grundlage für die Ernährungsform zu nutzen. Laut der Konzeption hat sich jede einzelne Blutgruppe im Laufe der Evaluation entwickelt und ist somit nur mit bestimmten Lebensmitteln kompatibel. 

Insgesamt basieren die Diäten auf viel Obst und Gemüse, sind jedoch auch einseitig, weshalb Nährstoffmängel die Folge sein können. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise zwischen einer Korrelation der Blutgruppe und der jeweiligen Ernährung. Außerdem ist eine Gewichtsabnahme nicht immer absehbar. Die Blutgruppendiät ist folglich eher als Einstieg für eine Ernährungsumstellung zu sehen.

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