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Verhüten per Smartphone: zeitgemäß und sicher?

Von Maja Seimer
Aktualisiert am 21. Aug. 2019
© Unsplash/ Luke Porter
© Unsplash/ Luke Porter

Die Pille ist out – immer mehr Frauen suchen nach Alternativen. Eine Möglichkeit bieten Zyklus-Apps. Wir erklären, wie die digitalen Verhütungshelfer funktionieren, für wen sie geeignet sind und vor allem, wie sicher sie sind.

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Inhaltsverzeichnis
  1. Was bedeutet Menstruationszyklus?
  2. Wie funktioniert der weibliche Zyklus?
  3. Wie funktionieren Verhütungs-Apps?
    1. Fruchtbare Tage bestimmen
    2. Temperatur messen
  4. Wie sicher sind Verhütungs-Apps?
    1. Kein Verhütungsmittel
    2. Zyklus unterliegt Schwankungen
  5. Für wen sind Verhütungs-Apps geeignet?
    1. Paare, die Schwangerschaft nicht ausschließen
    2. Körpergefühl schulen
  6. Wissen zum Mitnehmen

Was bedeutet Menstruationszyklus?

Während manche Frauen deutlich spüren, was in ihnen vorgeht, sind die Körpersignale bei anderen weniger ausgeprägt. Grundsätzlich lässt sich sagen, das Wissen, um den weiblichen Zyklus ist erschreckend gering. Doch jede Frau, ob Sie schwanger werden möchte oder nicht, sollte verstehen, wie ihr Körper tickt und der Zyklus funktioniert. Denn dieser bereitet ihren Körper jeden Monat auf eine mögliche Schwangerschaft beziehungsweise Befruchtung vor. Er beginnt mit dem ersten Tag der Regel und endet am Tag vor der nächsten Blutung.

Merke!

Als Menstruationszyklus wird die Zeit zwischen dem ersten Tag der Monatsblutung und dem letzten Tag vor der nächsten Blutung bezeichnet.

Wie funktioniert der weibliche Zyklus?

Wichtig zu wissen: Der Menstruationszyklus unterliegt vielen Schwankungen. Es gibt keine Durchschnittsfrau mit einem 28 Tage Zyklus und einem Eisprung genau am 14. Zyklustag. Meistens dauert ein Zyklus 23 bis 35 Tage. Zunächst reift in einem der beiden Eierstöcke eine befruchtungsfähige Eizelle an. Während der Eisprungphase wird diese aus dem Eierstock freigegeben und vom Eileiter aufgenommen. Wird die Eizelle nicht befruchtet, kommt es 12 bis 16 Tage nach dem Eisprungtag zur Blutung.

Während des weiblichen Zyklus gibt es etwa sechs Tage, an denen Geschlechtsverkehr zur Befruchtung einer Eizelle befruchtet und damit zur Schwangerschaft führen kann. Zwar ist die Eizelle selbst nur etwa 24 Stunden lang befruchtungsfähig, jedoch können die Spermien des Mannes einige Tage am Leben bleiben und so quasi auf den Eisprung warten.

Merke!

Während des weiblichen Zyklus gibt es etwa sechs Tage, an denen Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft der Frau führen kann.

Wie funktionieren Verhütungs-Apps?

Apps zur Verhütung nutzen das Wissen um den weiblichen Zyklus. In den Stores tummeln sich inzwischen zahlreiche Verhütungs-Apps, die versprechen Schwangerschaften zu verhindern. Die Apps sollen eine Möglichkeit zur natürlichen Verhütung ohne Hilfsmittel wie Kondome oder Hormone sein.

Fruchtbare Tage bestimmen

Ungefähr eine Woche pro Zyklus kann eine Frau schwanger werden. Verhütungs-Apps sollen genau diese Tage anzeigen. Besonders simple Anwendungen nutzen dazu die Kalender-Methode, bei der sie die Tage bis zum nächsten Eisprung beziehungsweise der fruchtbaren Zeit schlichtweg auszählen.

Temperatur messen

Die Temperaturmethode geht einen Schritt weiter und bezieht individuelle Körpersignale mit ein. Die Anwenderin misst jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen ihre sogenannte Basaltemperatur und soll so erkennen, ob sie gerade schwanger werden kann oder nicht. Die Temperatur steigt nach dem Eisprung herum um 0,4 bis 0,6 Grad Celsius an und liefert damit einen Anhaltspunkt für die fruchtbaren Tage. Einige Apps fragen zusätzlich Körpersymptome wie die Beschaffenheit des Muttermundes und des Zervixschleims ab. Die App erstellt dann auf Basis der Messdaten und Beobachtungen ihre Prognosen.

Achtung: Manche Apps wollen neben relevanten Informationen unnötige private Daten haben. Bei seriösen Apps sollten geltende Regeln zum Datenschutz immer einsehbar sein.

Merke!

Verhütungs-Apps erstellen mit verschiedenen Methoden, wie Beobachtungen von Körpersymptomen und Messen der Körpertemperatur, Prognosen darüber, wann eine Frau ihre fruchtbaren Tage hat.

Wie sicher sind Verhütungs-Apps?

Anbieter verkaufen ihre Apps oft als Verhütungsmittel. Sie versprechen einfaches und sicheres verhüten auf ganz natürliche Weise. 

Kein Verhütungsmittel

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Apps keineswegs Mittel sind, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Wer die Apps nutzt, muss während der angezeigten fruchtbaren Tage verhüten, etwa mit Kondom, oder auf Sex mit dem Partner verzichten. Und dennoch sind die digitalen Verhütungshelfer keine sichere Methode, um nicht schwanger zu werden.

Zyklus unterliegt Schwankungen

Allgemein ist die Temperaturmessung individueller und damit zuverlässiger als die schlichte Kalendermethode. Da der weibliche Zyklus oft Schwankungen unterliegt, ist letztere Methode höchst unzuverlässig. Doch auch die Bestimmung durch die Basaltemperatur weist viele Schwierigkeiten auf. Wer sie nutzt, muss jeden Morgen exakt um dieselbe Uhrzeit aufstehen und messen – und nicht nur unterschiedliche Zeiten, sondern auch Alkohol, Stress, Fieber und sogar Sport am Vorabend können zu ungenauen Messergebnissen führen. 

Merke!

Verhütungs-Apps und die Temperaturmessung sind keine sicheren Methoden, da der weibliche Zyklus oftmals schwankt. An fruchtbaren Tagen muss trotzdem verhütet werden.

Für wen sind Verhütungs-Apps geeignet?

Experten raten Frauen, die nicht schwanger werden wollen, ganz klar davon ab, Apps als Verhütungsmethode zu nutzen. Die Wahrscheinlichkeit falscher Prognosen ist immer gegeben und das Risiko, schwanger zu werden, größer als bei vielen anderen Methoden beziehungsweise Verhütungsmitteln wie der Pille und Kondomen. 

Paare, die Schwangerschaft nicht ausschließen

Wer in einer festen Partnerschaft lebt, in der sich beide Partner auch über eine ungeplante Schwangerschaft freuen würden, kann Verhütungs-Apps als Unterstützung verwenden. Sie bieten einen Anhaltspunkt zu den Tagen, an denen Sie schwanger werden können und können umgekehrt übrigens auch hilfreich bei der Familienplanung sein. Dennoch: Hinterfragen Sie immer die Angaben stets und achten Sie auch auf Ihr Körpergefühl.

Körpergefühl schulen

Grundsätzlich sind die Apps gut geeignet, um das Gefühl zum eigenen Körper und zum Menstruationszyklus zu schulen. Häufig nehmen Frauen durch die Beschäftigung mit Ihrem Zyklus ihren Körper bewusster wahr. 

Merke!

Wenn Sie auf keinen Fall schwanger werden möchten, sollten Sie sich überlegen, welche Verhütungsmethode am geeignetsten ist. Verhütungs-Apps bringen gewisse Risiken mit sich. Am besten informieren Sie sich vorab oder sprechen mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen.

Wissen zum Mitnehmen

Nachrichten schreiben, navigieren, fotografieren – nun sollen Smartphone auch noch Schwangerschaften verhindern. Zahlreiche Apps versprechen Verhütung auf natürlichem Wege.

Indem sie den Zyklus errechnen, Beobachtungen des Körpers einbeziehen und die Körpertemperatur dokumentieren, sollen Apps die fruchtbaren Tage erkennen. Wer dann auf Sex verzichtet oder mit Kondomen oder anderen Methoden verhütet, soll eine Schwangerschaft verhindern können. Doch sicher sind diese Methoden nicht.

Die Apps helfen, den weiblichen Zyklus besser kennen und spüren zu lernen und können für Paare, die eine Schwangerschaft nicht grundsätzlich ausschließen, eine Hilfe sein. Da es jedoch zahlreiche Störfaktoren gibt und der Zyklus Schwankungen unterliegt, sind Verhütungs-Apps für Frauen, die eine Schwangerschaft sicher verhindern wollen, nicht geeignet.


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