Rotkohl

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 22. Jun. 2020
Schmeckt in vielen Variationen: Rotkohl
Schmeckt in vielen Variationen: Rotkohl

Nichts gegen Rotkohl zum Enten-, Gänse- oder Schweinebraten – aber mit seiner Nebenrolle als „Sättigungsbeilage“ ist das Gemüse eindeutig unterfordert. Rotkohl kann nämlich noch eine ganze Menge mehr und macht auch in der Hauptrolle eine gute Figur. Alles Wissenswerte über Rotkohl lesen Sie in unserer Warenkunde.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Rotkohl
  2. Das sollten Sie über Rotkohl wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Rotkohl-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Rotkohl?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Rotkohl
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung 
  6. Zubereitungstipps für Rotkohl

Infografik zu Rotkohl

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Infografik Rotkohl

Rotkohl...

  • ...hat viele Vitalstoffe: Was immer der Körper an Mineralstoffen braucht – Rotkohl hat so ziemlich alle zu bieten. Selen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Zink und Eisen stecken zwar nicht in Mega-Mengen darin, tragen aber auf jeden Fall zur Rundum-Versorgung einiges bei.
  • ...schützt die Zellen: Rotkohl enthält große Mengen sogenannter Radikalenfänger wie Flavonoide und Phenole – alles Stoffe, die nachweislich unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen und den Alterungsprozess verzögern können. Vor allem der natürliche Farbstoff Anthocyan steckt reichlich in Rotkohl. Er kann nachweislich der Entstehung von Krebserkrankungen vorbeugen und bereits entstandene Zellschäden entschärfen.
  • ...hilft dem Herzen: Mit 100 Gramm Rotkohl kann man rund ein Drittel des Tagesbedarfs an Vitamin K decken – gut für Herz und Kreislauf, denn das Vitamin macht das Blut dünnflüssiger und beugt Gerinnseln vor.
  • ...kann die Stimmung heben: Der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, von dem Rotkohl besonders viel enthält, ist super gesund. Das war Experten schon bekannt – neu ist aber das Ergebnis einer Studie, nach der Anthocyane anscheinend sogar Depressionen lindern können.
  • ...CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Rotkohl gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...hält in Form: Wer Rotkohl nicht zu Gans, Ente oder Schweinebraten isst, tut definitiv seiner Figur etwas Gutes. Von Haus ist Rotkohl nämlich mit seinem niedrigen Kalorien- und Fettgehalt ein echter Schlankmacher! Die enthaltenen Ballaststoffe machen uns lange satt und fördern zudem unsere Verdauung.
  • ...regt die Verdauung an: Mit seinen vielen lange sättigenden Ballaststoffen kann Rotkohl nicht nur beim Abnehmen und schlank bleiben unterstützen – die unverdaulichen Fasern bringen außerdem eine müde Verdauung in Schwung und verbessern die Darmflora.
  • ...sollte frisch sein: Wer möglichst viel von seinen gesunden Inhaltsstoffen haben möchte, der genießt Rotkohl am besten roh oder zumindest frisch und kocht ihn nur gerade weich. Vor allem der Vitamin-C-Gehalt sinkt bei langem Garen stark ab; auch Rotkohl aus dem Glas enthält kaum noch Vitalstoffe.

Das sollten Sie über Rotkohl wissen

Blaukraut, Rotkraut, Rotkohl – auch wenn der beliebte Kohl je nach Region ein bisschen anders heißt: immer steckt im Namen der deutliche Hinweis auf seine typische Farbe, die je nach Bodenbeschaffenheit und Zubereitung von rot bis violett reicht. Vereinfacht kann man sagen: Süße Zutaten färben den Rotkohl ins Blauviolette, säurereiche Zutaten dagegen machen ihn rötlicher. Grund sind die natürlichen Farbstoffe namens Anthocyane im Kohl, die auf das Säure-Base-Verhältnis mit Veränderungen reagieren.

Herkunft

Rotkohl gehört vor allem in Nord- und Ost-Europa zu den kulinarischen Hits im Herbst und Winter. Das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet in ganz Europa liegt allerdings an Deutschlands Nordseeküste in Dithmarschen. Seine ursprüngliche Heimat hat der Rotkohl im Mittelmeerraum und in Kleinasien.

Saison

Frischen Rotkohl kann man das ganze Jahr über kaufen, denn frühe Sorten werden schon ab Juni geerntet. Trotzdem startet die Hauptsaison für Rotkohl im Herbst: Von September bis November kommt der sogenannte Dauerkohl von den Feldern, der eingelagert wird und bis in den Sommer hinein zu haben ist.

Geschmack

Große und kleine Genießer lieben an Rotkohl besonders seinen süßlichen, milden Geschmack.

Unsere liebsten Rotkohl-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Rotkohl-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Rotkohl?

Schon 200 Gramm Rotkohl decken mit 100 Milligramm den Tagesbedarf an Vitamin C! Damit nicht genug: Es stecken auch bis zu 400 Prozent (!) der von Ernährungs-Experten empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K darin, außerdem reichlich Selen, Magnesium und Kalium. Auch sein hoher Gehalt an Ballaststoffen spricht für Rotkohl, denn dadurch hält er nicht nur lange satt, sondern bringt auch eine müde Verdauung auf Trab.

Besonders bemerkenswert ist der hohe Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, die dem Rotkohl seine typische Farbe und jede Menge gesundheitlichen Nutzen geben: sogenannte Radikalenfänger wie Bioflavonoide, Chlorophyll, Indole und Phenole und der natürliche Farbstoff Anthozyan wirken nachweislich zellschützend und können darum sowohl der Entstehung von Krebs vorbeugen als den Alterungsprozess verzögern.

​Mit seiner besonders festen Zellstruktur wird Rotkohl von Menschen mit sensiblem Magen nicht immer gut vertragen, da er zu Blähungen führen kann. Schuld an den unangenehmen Darmgasen sind Faserstoffe, die in dem Gemüse enthalten sind, denn diese können vom menschlichen Darm schwer verdaut werden.

Wer empfindlich reagiert, isst Rotkohl darum besser nicht roh oder legt den rohen Rotkohl vor der Verwendung für 24 Stunden ins Tiefkühlfach legen. Wenn Sie ihn mit Gewürzen wie Kümmel, Ingwer oder Fenchel kochen, machen diese ihn außerdem bekömmlicher.

Nährwerte von Rotkohl pro 100 Gramm  
Kalorien 21
Eiweiß 1,5 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 3,2 g
Ballaststoffe 2,5 g

Einkaufs- und Küchentipps für Rotkohl

Einkauf

Ein Kohlkopf kann zwischen 500 Gramm und gut 2 Kilogramm wiegen. Heller Belag auf den äußeren Blättern ist kein Zeichen für mangelnde Qualität, sondern typisch bei Rotkohl. Die Blätter sollten aber schön knackig und fest sein. Häufig wird Rotkohl auch ohne diese Außenblätter verkauft, dann hilft ein sanfter Drucktest: Fühlt sich das Gemüse fest an, stimmt die Frische.

Lagerung

Frischer Rotkohl im Ganzen hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks problemlos bis zu drei Wochen. Auch angeschnittene Köpfe bleiben wochenlang frisch, wenn man sie mit Frischhaltefolie abdeckt, allerdings verlieren sie dann relativ schnell ihren hohen Vitamin-C-Gehalt, darum ist langes Aufbewahren von angeschnittenem Rotkohl nicht sinnvoll. Lagern Sie Rotkohl nicht zusammen mit Äpfeln oder Tomaten, denn beides enthält ein Gas namens Ethylen, das ihn schneller welken lässt.

Vorbereitung 

Entfernen Sie zuerst die dicken äußeren und alle nicht mehr ganz frischen Blätter. Anschließend den Rotkohl halbieren oder vierteln, kurz abspülen, abtropfen lassen und mit einem möglichst schweren Messer den dicken Strunk und die dicken Blattrippen herausschneiden.  Jetzt lässt sich der Rotkohl gut in Streifen schneiden – ganz dünn für Salate, ein wenig dicker zum Garen. Besonders schnell und einfach geht das Schnippeln natürlich mit einer Aufschnitt- oder Küchenmaschine!

Die schöne Farbe, der Geschmack und die Vitamine bleiben bei Rotkohl am besten erhalten, wenn man ihn so knapp wie möglich gart. Die Farbe können Sie übrigens noch verstärken: Geben Sie beim Kochen oder Schmoren etwas Zitronensaft oder einen kleinen gewürfelten Apfel dazu – die Säure intensiviert das kräftige Rot zusätzlich.

Zubereitungstipps für Rotkohl

Ob mit Zwiebeln, Äpfeln, Ananas, Maronen oder Esskastanien: Rotkohl ist der Klassiker zu herbstlichen und winterlichen Braten wie Ente, Gans, Wild und Bratwurst. Damit ist aber sein Repertoire noch längst nicht ausgeschöpft, denn Rotkohl passt auch prima in die vegetarische Küche und lässt sich zum Beispiel wunderbar für knackige Salate, Gratins und sogar für einen vitaminreichen, schlanken Saft einsetzen. Kurz gesagt: Rotkohl schmeckt roh genauso toll wie gedünstet oder geschmort.

Kombiniert man Rotkohl mit typischen Zutaten wie Äpfeln, Maronen oder Backpflaumen, kann man sein süßliches Aroma noch unterstreichen. Interessante Kontraste, Frische und mehr Leichtigkeit schaffen Sie, wenn Sie zusätzlich mit etwas Säure würzen – sehr gut  bekommt dem Rotkohl zum Beispiel die Kombination mit Orange oder Zitrone! Auch die aromatische Schärfe von exotischen Gewürzen wie Ingwer gibt Rotkohlgerichten das gewisse Etwas.

Durch langes Kochen werden die Nährstoffe des Kohls teilweise zerstört, daher sollte er auch öfter roh genossen werden – zum Beispiel ist er als leckerer Salat in Kombination mit Apfel oder Mango, Bulgur und Feta ein Genuss!

 
Guten Tag, könnten Sie mir mitteilen, ob meine Gesundheit auch noch eine Chance hat, wenn ich fertigen Rotkohl aus dem Glas esse? Ich erhitzte ihn kurz und kombinierte ihn mit frischem Porree... vielen Dank und viele Grüsse
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Herr Ott, da das meiste Gemüse direkt nach dem Ernten schonend verarbeitet wird, bleiben die Vitamine meist erhalten. Sie können weiterhin den Rotkohl aus dem Glas essen, besonders, wenn Sie diesen noch mit frischen Zutaten aufpolieren. Viele Grüße von EAT SMARTER
 
möchte wissen ob man rotkohl aufwärnmen darf
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