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Wie Intervallfasten das Immunsystem stärkt

Von Helena Jacoby mit Expertenrat von Dr. med. Petra Bracht
Aktualisiert am 31. Jul. 2020
© Pexels/ THE 5TH
© Pexels/ THE 5TH

Die bewährte Abnehmmethode liegt voll im Trend – aber wussten Sie, dass Intervallfasten auch helfen kann, Krankheitserreger wie Viren zu bekämpfen? Im Live Smarter-Blog erklären wir Ihnen, wie das funktioniert und wie Sie Ihr Immunsystem aktiv unterstützen können.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Fit durch Esspausen
  2. Viren hemmen mithilfe der Ernährung
  3. Die Genesung fördern
    1. Heilfasten als Soforthilfe
    2. Geheimwaffe Gemüse 
  4. Wissen zum Mitnehmen

Mit Expertenrat von
Dr. med. Petra Bracht
Die Allgemeinärztin und Bestsellerautorin Dr. med. Petra Bracht ist Spezialistin im Bereich Schmerzen und befasst sich seit über 30 Jahren mit Ernährung bei bestimmten Krankheiten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist auch das Thema Immunsystem in aller Munde. Denn unsere körpereigenen Abwehrkräfte spielen sowohl eine Rolle, wenn es um die Ansteckung mit Infektionskrankheiten geht, als auch für die schwere einer Erkrankung sowie die Genesung. Wie aber kann ich mein Immunsystem bestmöglich unterstützen? 

Die Allgemeinmedizinerin Dr. Petra Bracht empfiehlt: „Intervallfasten, am besten nach der bewährten 16:8-Methode in Kombination mit einer gesunden, vorwiegend pflanzlichen Ernährung ist hier eine echte Geheimwaffe.“ 

Fit durch Esspausen

Die oben genannte Intervallfasten-Methode beruht auf dem Prinzip, innerhalb von acht Stunden zwei bis drei Mahlzeiten zu sich zu nehmen – und die restlichen 16 Stunden des Tages zu verzichten. „Meiner Einschätzung nach kann das Immunsystem des Menschen auf keine andere Art so effektiv gestärkt werden“, motiviert die Medizinerin.

Denn nach etwa zwölf bis 14 Stunden fasten beginnt der Autophagieprozess, der in unserem Körper bis auf die allerkleinste Ebene hinunter jede einzelne Zelle entmüllt, repariert, regeneriert und recycelt. Für diese Wiederverwendung nutzt er etwa ausrangierte Eiweiße. Sie werden in die einzelnen Aminosäuren zerlegt und stehen dem Körper dann beispielsweise für den Aufbau von Antikörpern, Hormonen sowie Muskelmasse zur Verfügung. 

Viren hemmen mithilfe der Ernährung

Intervallfasten stärkt nicht nur unsere Schutzschilde, sondern kann sogar direkt auf Krankheitskeime Einfluss nehmen. „Völlig neu ist die Erkenntnis der Forschung, dass der Autophagieprozess auch in der Lage ist, Viren bei der Zellreinigung zu erkennen und dann zu entsorgen, also abzutöten“, berichtet Dr. Bracht.

Wer diesen Autophagieprozess bestmöglich nutzen möchte, kann sein Andauern maximieren. Dr. Bracht erklärt: „Beim 16:8-Intervallfasten beträgt die Autophagiedauer für Frauen drei bis vier, für Männer zwei bis drei Stunden. Wenn Sie die Fastenzeit auf 20 Stunden erhöhen, dann hält das Reinigungsprogramm für Frauen sieben bis acht, für Männer sechs bis sieben Stunden an.“ Lassen Sie einen ganzen Tag das Essen ausfallen, verlängert sich dieser Effekt für Frauen auf 28 bis 29 und für Männer auf 27 bis 28  Stunden.  

Merke!
Das Immunsystem profitiert von der Autophagie, dem Reinigungsprogramm der Zellen, das beim Intervallfasten aktiviert wird. Bei diesem Vorgang können Viren aber auch direkt erkannt und abgetötet werden.

Auch interessant: Ernährungsplan Intervallfasten 16:8-Methode

Die Genesung fördern

Laufende Nase, Halskratzen und Husten – was tun, wenn es Sie erwischt hat? Wenn Sie sich krank fühlen, ist die erste Anlaufstelle ihr Hausarzt. Er kann feststellen, was Sie sich eingefangen haben und falls nötig Medikamente verschreiben.

Darüber hinaus ist das Wichtigste, die Bedürfnisse des eigenen Organismus wahrzunehmen. „Zu Beginn eines Infektes haben wir oft keinen Hunger“, weiß Dr. Bracht. „Der Körper zeigt damit eigentlich genau, was er benötigt, um wieder gesund zu werden. Er sehnt sich nach Ruhe und hat Durst, sehr häufig auf frische Säfte wie Orangensaft.“ Die Ärztin rät: „Wir sollten uns gerade in diesen Zeiten wieder angewöhnen, auf den Körper zu hören.“  

Heilfasten als Soforthilfe

Die extremste, aber wirkungsvollste Fastenvariante bei Infekten: ein Heilfasten von drei bis sieben Tagen. „Durch ein Heilfasten steht ihm neben der Autophagie seine Kraft für die Genesung zur Verfügung und er muss seine Energie nicht in die Verdauung stecken.“ Daher macht es laut Dr. Bracht absolut Sinn, beim geringsten Krankheitsanzeichen, egal ob Erkältungsinfekt oder normale Grippe, direkt drei Tage Heilfasten zu absolvieren, also nur frische Säfte und sehr warme Gemüsebrühe zu sich zu nehmen.

„Besser können Sie sich in einem solchen Fall nicht aufstellen“, meint die Fachfrau. „Ich bin davon überzeugt, dass ein gesundes Immunsystem des Menschen der beste Schutz gegen das Auftreten von schweren Verlaufsformen und Symptomen bei der Infektion mit dem Corona-Virus ist.“ 

Geheimwaffe Gemüse 

Wenn es darum geht, was auf dem Teller landen soll, setzt die Ärztin auf Power aus pflanzlicher Kost. „Da wir genetisch dafür geschaffen sind, uns größtenteils von Pflanzen zu ernähren, ist es logisch, dass bei solch einer Essweise auch das Immunsystem seine höchste Leistungsbereitschaft erhält“, schlussfolgert Dr. Bracht. Eine große Rolle spielt hierbei der Darm, in dem sich rund 70 bis 80 Prozent des Immunsystems befinden. „Die Darmbakterien sind dabei Hauptakteure. Je größer die Artenvielfalt des Mikrobioms ist, desto besser arbeitet das Abwehrsystem“, weiß die Expertin.

„Das erreichen Sie, indem Sie sich vielfältig, aber zum größtmöglichen Teil pflanzlich ernähren. Denn nur diese Lebensmittel enthalten die Ballaststoffe, von denen sich Ihre nützlichen Mitbewohner ernähren“. Obst, Gemüse, Nüsse und insbesondere Hülsenfrüchte liefern uns davon reichlich.

„Ich hoffe, dass viele Menschen die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, ihre Ernährung zu überdenken“, regt Dr. Bracht an. „Es gibt nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Nämlich neben – wenn überhaupt – nur schwachen oder gar keinen Symptomen durch das Virus auch generell mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit.“ 

Merke!
Heilfasten entfaltet bei der Bekämpfung von Viren eine besonders starke Wirkung. Geht es um die langfristige Ernährung, ist eine gemüsereiche, pflanzenbasierte Kost das beste Futter fürs Immunsystem.

Wissen zum Mitnehmen

Intervallfasten, etwa nach der 16:8-Methode, unterstützt nicht nur eine fitte Figur und ein starkes Immunsystem, sondern unterstützt den Körper auch konkret beim Ausschalten von Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren. Dabei werden innerhalb von acht Stunden zwei bis drei Mahlzeiten verzehrt, die restlichen 16 Stunden des Tages wird hingegen nichts gegessen.

Verantwortlich für die positiven Effekte des Intervallfastens ist die sogenannte Autophagie, das Selbstreinigungsprogramm der Zellen, das erst nach zwölf bis 14 Stunden Esspause aktiv wird. Es ist dafür zuständig, alte Zellbestandteile und Müll zu entsorgen oder wiederzuverwerten Zellschäden zu reparieren und zu regenerieren. Dabei können auch krankmachende Keime unschädlich gemacht werden.

Zu Beginn eines Infektes kann zusätzlich ein mehrtägiges Heilfasten sinnvoll sein – oft bemerken wir schon selbst, was uns guttut, wenn wir beim Anflug einer Erkältung zum Beispiel kaum Hunger, dafür aber vermehrt Durst verspüren. Abgesehen davon fördert eine pflanzenbasierte Ernährung mit viel Gemüse die Abwehrkräfte sowie die Genesung, falls es einen doch mal erwischt hat.


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