Grünkohl

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 25. Mai. 2020
Grünkohl - der König der Kohlsorten
Grünkohl - der König der Kohlsorten

Von wegen typisch deutsch: Schon die alten Römer kannten und schätzten den Urahnen vom Grünkohl. Kaum verwunderlich, wenn man weiß, dass dieses auch Braunkohl genannte Gemüse sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich einige Besonderheiten zu bieten hat. Welche das sind, erfahren Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Infografik zu Grünkohl
  2. Das sollten Sie über Grünkohl wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Grünkohl-Rezepte
  4. Wie gesund ist eigentlich Grünkohl?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Grünkohl
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Das könnte Sie auch interessieren
  7. Zubereitungstipps für Grünkohl
  8. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Darf ich Grünkohl erneut erwärmen?
    2. Wieso sollte gegarter Grünkohl nicht wieder aufgewärmt werden?
    3. Was hilft gegen den bitteren Geschmack von Grünkohl?
    4. Welche Gewürze passen zu Grünkohl?

Infografik zu Grünkohl

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Grünkohl...

  • ...bietet viel Vitamin C: In Sachen Vitamin C liegt Grünkohl weit vorn: Mit 210 mg deckt schon eine 200-g-Portion unseren Tagesbedarf mehr als doppelt! Damit möglichst viel von dem Fitmacher-Vitamin auf dem Teller landet, ist es am besten, den Kohl nur kurz zu garen oder sogar roh zu essen.
  • ...ist gut für die Augen: Grünkohl liefert nicht nur eine besonders üppige Portion Vitamin A, das für gutes Sehvermögen eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftler der Universität Jena fanden außerdem heraus: Das in Grünkohl enthaltene Lutein kann sogar die Augen vor altersbedingten Schäden schützen.
  • ...wirkt sanft entwässernd: Mit fast 500 mg Kalium pro 100 g liegt Grünkohl auf den vordersten Plätzen für den Mineralstoff - er reguliert den Flüssigkeits- haushalt im Körper und beugt Störungen der Herztätigkeit vor.
  • ...fördert die Blutbildung: Grünkohl gehört zu den Gemüsesorten mit hohem Eisengehalt: Knapp 2 mg des für die Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper zuständigen Mineralstoffs stecken in 100 g.
  • ...stärkt die Knochen: Die in Grünkohl vorhandene Kombi aus gut 210 mg Calcium und 87 mg Phosphor macht das Wintergemüse ideal für den Aufbau und den Erhalt gesunder, fester Knochen und guter Zähne.
  • ...CO2 Bilanz gut: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Grünkohl gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...schützt die Körperzellen: Grünkohl immer mit etwas Fett zuzubereiten, ist nicht nur aus Geschmacks- gründen eine gute Idee: Das darin enthaltene Vitamin E kann so auch vom Körper optimal aufgenommen werden. Vitamin E gehört zu den Zellschutz- vitaminen, schützt also die Zellen vor schädlichen Stoffen vor allem den freien Radikalen.
  • ...tut Schwangeren besonders gut: Etwa 375 Mikrogramm Folsäure stecken in nur 200 g Grünkohl - das macht ihn zu einem perfekten Gemüse für werdende Mamas, die pro Tag 450 - 550 Mikrogramm dieses Vitamins aus der B-Gruppe brauchen. Denn es hat besonders großen Einfluss auf die gesunde Entwicklung des Ungeborenen.

Das sollten Sie über Grünkohl wissen

Als „Sabellinischer Kohl“ galt Grünkohl im alten Rom als Delikatesse und war derart begehrt, dass Bauern, die ihn anbauten, dadurch zu Reichtum kamen. Bis heute genießt ein enger Verwandter des Kreuzblütler-Gewächses unter dem Namen „Cavolo Nero“ einen guten Ruf in Italien. Dennoch ist es wahr, dass der Grün- oder auch Braunkohl längst das restliche Europa erobert hat und speziell im Westen und Norden besonders gern aufgetischt wird. Um das Prädikat „Hauptanbaugebiet“ streiten sich seit geraumer Zeit die Bremer und die Oldenburger. Fest steht aber immerhin, dass Chronisten den ersten offiziellen Grünkohlschmaus im Jahre 1545 verzeichnet haben. Dafür verdankt der Grünkohl den um die Vorherrschaft ringenden Oldenburgern den schönen Namen „Friesische Palme“.

Echte Fans scheuen keine Mühen und lassen es sich nicht nehmen, frischen Grünkohl zu verwenden. Das ist ein kleines Opfer, denn das Putzen, waschen und vorbereiten nimmt Zeit in Anspruch, da sich zwischen den krausen Blättern gern reichlich Sand versteckt. Weniger puristisch Veranlagte greifen darum lieber zum Kohl aus der Dose, der sich geschmacklich auch nicht allzu sehr von frischem unterscheidet und fertig vorbereitet wurde. Auch tiefgefrorener Grünkohl ist eine super Alternative für Eilige. Bei frischem oder solchem aus der Konserve hat das bereits die Natur beziehungsweise der Winterfrost erledigt.

Herkunft

Auch wenn Grünkohl als typisch norddeutsch gilt – seine ursprüngliche Heimat liegt nicht im kalten Norden, sondern im östlichen Mittelmeerraum.

Saison

Frisch vom Feld kommt Grünkohl etwa von Ende September bis in den Februar hinein. In der übrigen Zeit des Jahres kann man auf tief gefrorenen Grünkohl oder auf Grünkohl aus der Konserve zurückgreifen. Guter Grünkohl wird nach dem ersten Frost geerntet, weil sich durch die Kälte sein Zuckergehalt erhöht und so der Geschmack noch intensiviert wird. 

Geschmack

Typisch für Grünkohl ist der reizvolle Kontrast aus würzig-herbem und mild-süßlichem Geschmack.

Unsere liebsten Grünkohl-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Grünkohl-Rezepten.

Wie gesund ist eigentlich Grünkohl?

Unter den Kohlsorten ist Grünkohl der König, was seinen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen angeht: Sowohl in Sachen Eiweiß als auch beim Vitamin C liegt er ganz vorn. Schon 100 g Grünkohl genügen, um uns mit mehr als den täglich empfohlenen 100 mg Vitamin C zu versorgen! Darüber enthält diese Mini-Portion fast die gleiche Menge an knochenstärkendem Kalzium wie 200 ml Milch. Besonders reichlich stecken in Grünkohl außerdem die Vitamine E (genial gegen freie Radikale und frühzeitiges Altern) und A (wichtig für Haut und Augen).

Das Gemüse selbst ist übrigens keineswegs ein Dickmacher, erst fettreiche Beilagen und Zutaten machen daraus eine Kaloriensünde: Grünkohl enthält wenige Kalorien und nicht mal 1 g Fett pro 100 g, bietet aber dafür einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, die lange und nachhaltig satt machen.

Nährwerte von Grünkohl pro 100 Gramm  
Kalorien 37
Eiweiß 4,2 g
Fett 0,9 g
Kohlenhydrate 2,5 g
Ballaststoffe 4,2 g

Einkaufs- und Küchentipps für Grünkohl

Einkauf

Lassen Sie frischen Grünkohl mit welken, trockenen Blattspitzen links liegen – seine gekrausten Blätter sollen satt-grün leuchten und schön knackig aussehen.

Lagerung

Wer den vollen Gehalt an Vitamin C möchte, lässt Grünkohl besser nicht länger als höchstens 4-5 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. Sie können frischen Grünkohl natürlich auch einfrieren.

Vorbereitung

Die Vorbereitung von frischem Grünkohl macht etwas Arbeit, ist aber unkompliziert: Entfernen Sie eventuell welke Blätter und waschen Sie die übrigen mehrmals sehr gründlich in frischem Wasser, damit alle Reste von Sand und Erde entfernt werden. Anschließend den Grünkohl gut abtropfen lassen, harte Stiele entfernen und die Blätter mit einem großen Messer in schmale Streifen schneiden. Falls Sie frischen Grünkohl einfrieren möchten, sollten Sie das so vorbereitete Gemüse vorher 1-2 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren.

Am schnellsten ist Grünkohl zubereitet, wenn man ihn aus der Dose verwendet. Trotzdem lohnt sich auch hier eine kleine Extra-Mühe: Entfernen Sie auch bei Dosen-Grünkohl am besten alle dickeren und harten Stiele.

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Zubereitungstipps für Grünkohl

Im Winter hat das robuste Gemüse mit dem herb-süßlichen Geschmack im Oldenburger Land geradezu Kultstatus. Dort wie auch in fast ganz Niedersachsen bitten diverse Vereine zu Tisch und laden zu Grünkohlfahrten ein. Dabei darf Pinkel nicht fehlen, eine ausgesprochen fette Kochwurst. In Hamburg und Umland, einer weiteren Hochburg, isst man hingegen Grünkohl am liebsten mit Kasseler und/oder Kohlwurst und Kartoffeln. Rund um Braunschweig wiederum heißt das Gemüse Braunkohl und kommt mit Bregenwurst auf den Teller. Klar, dass solche traditionellen Grünkohl-Gelage nicht gerade Schonkost für die Figur bedeuten. Es geht aber auch anders, wie unsere smarte Version des Klassikers Grünkohl mit Kassler beweist!

Viele kennen Grünkohl nur in seiner von fettreichen Würsten begleiteten Version; in reichlich Schmalz geschmort und mit fettigen Bratkartoffeln aufgetischt. Oder wussten Sie schon, dass dieses Wintergemüse auch dann hervorragend schmeckt, wenn man es „abgespeckt“ zubereitet und nur ganz kurz gart? Probieren Sie es einfach mal aus – zum Beispiel mit einer klaren Grünkohlsuppe oder mit dem raffiniert gewürzten Asia-Grünkohl aus dem Wok! Grünkohl ist aber deutlich vielseitiger als man denken würde.

FAQs – die häufigsten Fragen

Darf ich Grünkohl erneut erwärmen?

Grünkohl, aber auch Spinat und Mangold sind natürlicherweise reich an Nitrat. Nitrat selbst ist ungefährlich, im Körper entsteht daraus allerdings Nitrit, aus dem während der Verdauung Nitrosamine gebildet werden. Im Tierversuch gelten Nitrosamine als krebserregend.

Nitratreiches Gemüse sollten Sie daher nicht warmhalten. Reste schnell abkühlen, kühl und nicht zu lange lagern. Sonst setzen Bakterien Nitrat in Nitrit um. Für Babys sollten Sie nitratreiches Gemüse nicht aufwärmen, ansonsten kann Grünkohl am folgenden Tag aber problemlos ein zweites Mal aufgewärmt und gegessen werden.

Wieso sollte gegarter Grünkohl nicht wieder aufgewärmt werden?

Da sich beim Aufwärmen von Grünkohl Nitrit bildet, sollte der Kohl dann nur noch von Erwachsenen und nicht von Kindern verzehrt werden. Bei einem moderaten Verzehr von aufgewärmten Grünkohl schadet das enthaltene Nitrit dann nicht.

Was hilft gegen den bitteren Geschmack von Grünkohl?

Um dem Grünkohl seine Bitterkeit zu nehmen, können Sie ihn vor dem Kochen kurz in einem Topf in etwas Salzwasser blanchieren. Das Wasser sollte dann unbedingt verworfen werden.

Welche Gewürze passen zu Grünkohl?

Der klassische Grünkohl verträgt sich auch am besten mit den klassischen Gewürzen: Mit etwas Salz, Pfeffer und Zucker wird der leckere Eigengeschmack des Kohls noch unterstützt. Außerdem passen Muskat, Piment und Kümmel sehr gut zu dem grünen Gemüse.

 
es ist nicht richtig, dass man Grünkohl durch einen Frostschock im Gefrierschrank den begehrten "Zuckergeschmack" verpassen kann, da hierfür unbedingt Licht benötigt wird und im Gefrierfach ist es d u n k e l , sehr dunkel. Bitte berichtigen Sie Ihre fehlerhafte Darstellung.
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo W. Klähr, wir haben die betroffene Textpassage umgeschrieben, damit es keine Missverständnisse mehr gibt. Viele Grüße EAT SMARTER
 
Interessant! Aber warum müssen Sie immer auf die Konserven hinweisen. Urks.
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