Ernährung bei Neurodermitis & Allergien: 3 smarte Tipps
Entzündete, gereizte und juckende Haut – das sind typische Anzeichen der Neurodermitis. Oft geht die chronisch-entzündliche Hauterkrankung auch mit Begleiterkrankungen wie z. B. Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien einher. In einigen Fällen kann die Ernährung zur Linderung bestimmter Symptome beitragen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie man Neurodermitis erkennt und worauf Betroffene bei der Ernährung achten können.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Neurodermitis?
- Wie erkennt man Neurodermitis?
- Neurodermitis kommt oft nicht allein: Begleiterkrankungen
- Neurodermitis & Ernährung
-
Top 3 Ernährungstipps bei Neurodermitis
- Tipp 1: Bewusst ernähren
- Tipp 2: Antientzündlich essen
- Tipp 3: Auf saisonale und regionale Lebensmittel setzen
- Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
- Hilfe für Betroffene
Wussten Sie, dass in Deutschland circa 3,8 Millionen Menschen von Neurodermitis betroffen sind?1 Darunter befinden sich etwa 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche.2 Aber wie äußert sich die chronisch-entzündliche Hauterkrankung genau, wie erkennt man sie und mit welchen Maßnahmen können sich Betroffene Linderung verschaffen? Wir verraten es Ihnen
Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Obwohl die genauen Ursachen komplex sind und wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt werden konnten, scheinen genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle zu spielen. Die Erkrankung tritt meist in Schüben auf und kann Betroffene erheblich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigen.
Wie erkennt man Neurodermitis?
Häufig leiden Betroffene unter einem belastenden Juck-Kratz-Kreislauf. Dieser beginnt mit einer gestörten Hautbarriere, welche zu Wasserverlust und damit zu chronisch trockener Haut führt. So können auch Bakterien und Schadstoffe leichter eindringen. Aus all dem resultiert ein starker Juckreiz. Kratzen Betroffene sich, fügen sie damit der Haut kleine Verletzungen zu und es entsteht eine Entzündungsreaktion. Die Haut ist gerötet und geschwollen, kann Bläschen und offene Stellen bilden sowie nässen, verkrusten und schmerzen. Die freigesetzten Botenstoffe erzeugen wiederum Juckreiz, was zu erneutem Kratzen führt. Auch emotionale Belastungen oder Stress können den Juckreiz verstärken und diesen Kreislauf weiter fortsetzen. Neben den körperlichen Symptomen bringt die Erkrankung oft auch Schlafstörungen, negative Gefühle wie Scham und psychische Belastungen wie Depressionen mit sich.
Auch wenn klassische Anzeichen wie trockene und schuppige Haut, Rötungen und verdickte Hautstellen dominieren, können die Symptome der Neurodermitis vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Die Kenntnis der eigenen Haut und ihrer Reaktionen ist also der erste Schritt zur Identifizierung möglicher Anzeichen der Neurodermitis. Stellen Sie Veränderungen fest, suchen Sie zeitnah ärztlichen Rat, denn die Diagnose der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung sollte nur von Dermatolog*innen gestellt werden.
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Neurodermitis kommt oft nicht allein: Begleiterkrankungen
Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung betrifft oft nicht nur die Haut – sie gehört zu den Erkrankungen des sogenannten atopischen Formenkreises. Als „Atopie“ versteht man die erbliche Veranlagung, empfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt zu reagieren. Das können zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare sein. Zu den Erkrankungen gehören unter anderem allergisches Asthma, Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündungen oder auch Nahrungsmittelallergien.
Etwa drei Viertel der Erwachsenen und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis haben mindestens eine andere atopische Begleiterkrankung.3 Die Erkrankungen sind eng miteinander verbunden und treten oft gemeinsam oder auch nacheinander auf. Auch Kinder sind betroffen: Mehr als neun von zehn Kindern und Jugendlichen mit schwerer Neurodermitis haben zusätzlich atopische Begleiterkrankungen, wobei Heuschnupfen und Asthma besonders häufig auftreten.4 Dabei macht sich Neurodermitis oft als erstes bemerkbar, häufig bereits in den ersten Lebensmonaten. Diese Mehrfachbelastung stellt Familien vor immense Herausforderungen im Umgang mit der Erkrankung.
Generell gilt: Eine gut kontrollierte Neurodermitis kann das Risiko für das Auftreten von Allergien und Asthma verringern. Haben Betroffene den Eindruck, dass ihre Neurodermitis nicht gut unter Kontrolle ist, lohnt es sich, das Gespräch mit einem Dermatologen bzw. einer Dermatologin zu suchen und auch über weitere atopische Erkrankungen zu sprechen – denn so kann die Neurodermitis ganzheitlich und langfristig behandelt werden. Betroffene sollten sich nach passenden Therapieoptionen erkundigen, sodass das Risiko für zusätzliche atopische Begleiterkrankungen durch eine frühzeitige Behandlung verringert werden kann.
Auf der Plattform leben-mit-neurodermitis.info können Sie sich umfassend über Neurodermitis und die Verbindung zu anderen atopischen Erkrankungen informieren. Im Downloadbereich finden Sie hilfreiche Broschüren, die Sie zum Beispiel auf das Arztgespräch vorbereiten.
Neurodermitis & Ernährung
Neurodermitis-Bloggerin Anja erklärt: "Die Ernährung bei Neurodermitis ist vor allem eines: individuell. Was dem einen hilft, hilft dem anderen noch lange nicht. Jeder muss den eigenen Weg und seine triggernden Lebensmittel herausfinden, die zu Hautverschlechterungen führen können. Auf der Suche nach Triggern kann ein Symptomprotokoll hilfreich sein. In diesem Protokoll werden alle Lebensmittel, die man isst und jedes Symptom, welches man bemerkt, notiert."
Ein Neurodermitis-Tagebuch zum Download finden Sie hier.
Top 3 Ernährungstipps bei Neurodermitis
Der genaue Zusammenhang zwischen Ernährung und Neurodermitis ist noch nicht endgültig erforscht. Leider gibt es keine allgemeingültigen Lebensmittelvorgaben, die allen Betroffenen helfen, da die Krankheit und ihre jeweiligen Ausprägungen individuell sind. Lebensmittel, die von einer Person gut vertragen werden, können bei einer anderen Person wiederum die Symptome verschlimmern – umso wichtiger ist eine individuelle Herangehensweise.
Aber gezielte Maßnahmen wie ein Ernährungstagebuch können dazu beitragen, die beste Ernährung für die eigene Hautgesundheit zu finden. Wir haben die drei besten Ernährungstipps für Sie zusammengestellt.
Tipp 1: Bewusst ernähren
Auch Lebensmittelallergien können Neurodermitis-Schübe auslösen oder Symptome verstärken. Wer den möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und den eigenen Neurodermitis-Schüben erkennen möchte, führt am besten ein Ernährungstagebuch. In diesem notieren Sie ganz einfach, was Sie essen und vermerken, wie Ihre Haut darauf reagiert. Bei Verdacht auf eine Lebensmittelallergie sollten Sie darüber mit Ihren Ärzt*innen sprechen, damit gegebenenfalls weitere Tests durchgeführt werden können. Eine bewusste Ernährung und das Führen eines Ernährungstagebuchs helfen Ihnen somit, sich auf den nächsten Besuch bei Ihrem Dermatologen oder Dermatologin vorzubereiten.
Zusätzlich kann es vor allem im Zusammenhang mit Neurodermitis und möglichen weiteren Begleiterkrankungen wie Allergien hilfreich sein, verstärkt auf Lebensmittel zu setzen, die allgemein als gut verträglich gelten. Dazu gehören beispielsweise:
- Gemüse wie Zucchini, Karotten, Brokkoli, Blumenkohl oder Gurken: Sie liefern wichtige Vitamine und Antioxidantien, die die Hautgesundheit unterstützen.
- Obstsorten wie geschälte Äpfel, Birnen, Blaubeeren und Bananen: Sie enthalten wertvolle Ballaststoffe und Antioxidantien und sind oft gut verträglich.
- Glutenfreie Getreidesorten wie Reis, Hirse, Quinoa und Buchweizen: Da Gluten bei empfindlichen Personen entzündliche Prozesse fördern kann, sind diese Getreide eine bekömmliche Alternative.
Tipp 2: Antientzündlich essen
Wussten Sie, dass es Lebensmittel gibt, die antientzündliche Eigenschaften haben? Aufgrund ihres hohen Anteils an wertvollen Omega-3-Fettsäuren zählen dazu beispielsweise Fisch und Leinsamen. Aber auch Beeren und grünes Blattgemüse haben dank ihres hohen Anteils an Antioxidantien eine leicht antientzündliche Wirkung, was sich wiederum positiv auf Ihre Hautgesundheit auswirken kann.
Auch hochwertige Fette spielen hier eine Rolle. Olivenöl, Leinöl, Rapsöl und Avocados sowie einige Fischsorten enthalten gesunde ungesättigte Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und die Hautbarriere stärken können.
Neugierig geworden? Hier finden Sie unsere Kochideen bei Neurodermitis:
Tipp 3: Auf saisonale und regionale Lebensmittel setzen
Es kann sich außerdem lohnen, beim Einkauf auf saisonale und regionale Lebensmittel zu achten. Diese sind oft reich an wichtigen Nährstoffen und enthalten weniger künstliche Inhaltsstoffe. Auch hier kann ein Ernährungstagebuch helfen, verdächtige Lebensmittel zu identifizieren. Ihre Aufzeichnungen aus dem Ernährungstagebuch sollten Sie dann mit Fachärzt*innen besprechen. Diese können Ihnen anhand Ihrer Aufzeichnungen sagen, was Sie bei zukünftigen Einkäufen ggf. berücksichtigen sollten. Zudem geben Ihnen selbst zubereitete Mahlzeiten die Kontrolle über die Zutaten, die Sie verwenden.
Sie möchten noch tiefer in das Thema Ernährung bei Neurodermitis einsteigen? Auf der Lernplattform von www.leben-mit-neurodermitis.info finden Sie ein ganzes Modul, durch das Sie sich durcharbeiten können.
Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
Generell gelten die Ernährungstipps auch für die Kleinen. Zu beachten ist, dass etwa jedes zweite bis dritte Kind mit Neurodermitis allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, doch nur bei etwa jedem dritten mittelschwer bis schwer betroffenem Kind führt dies auch tatsächlich zu sichtbaren Symptomen.5 Auch verschwinden Nahrungsmittelallergien manchmal wieder, sodass es vorkommen kann, dass einzelne Nahrungsmittel nach ein oder zwei Jahren Pause wieder vertragen werden. Achten Sie auf ein gesundes und abwechslungsreiches Essen mit möglichst wenig Einschränkungen und besprechen Sie Anpassungen in der Ernährung Ihres Kindes immer zuerst mit ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin.
Hilfe für Betroffene
Die Kontrolle über die eigene Hautgesundheit zurückzugewinnen und Beschwerden zu lindern, kann für Betroffene eine gesteigerte Lebensqualität bedeuten. Zwar lässt sich Neurodermitis nicht heilen, jedoch hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Neurodermitis-Therapie viel getan. Gezielte Therapieoptionen können direkt an der zugrundeliegenden Entzündung ansetzen, um so die Neurodermitis langfristig zu kontrollieren.
Wenn Betroffene den Eindruck haben, dass ihre Neurodermitis nicht gut unter Kontrolle ist, lohnt es sich, das Gespräch mit dem Dermatologen bzw. der Dermatologin zu suchen und auch über weitere atopische Begleiterkrankungen zu sprechen, sodass die Neurodermitis ganzheitlich und langfristig behandelt werden kann. Das gleiche gilt auch für Kinder: Wenn Eltern den Eindruck haben, dass die Neurodermitis ihres Kindes nicht gut unter Kontrolle ist, sollte auch hier frühzeitig das Gespräch mit dem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin oder dem Dermatologen bzw. der Dermatologin gesucht werden.
Neben einer passenden Therapie ist eine ganzheitliche Herangehensweise im Umgang mit der Neurodermitis sinnvoll, dabei sind neben der Ernährung vor allem die Hautpflege und der Lebensstil wichtig. Betroffene sollten einen Dermatologen oder eine Dermatologin aufsuchen, um eine umfassende Beratung und auf die persönliche Situation zugeschnittene Behandlungspläne zu erhalten.
Auf der Informationsplattform www.leben-mit-neurodermitis.info finden Betroffene und Interessierte neben wichtigen Informationen zu Neurodermitis auch ein Tagebuch und einen Ärztefinder. Zusätzlich bietet der Instagram-Kanal @leben_mit_neurodermitis.info wertvolle Ressourcen und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen.
Dieses Advertorial wurde mit freundlicher Unterstützung von Sanofi und Regeneron erstellt.
MAT-DE- 2604007-1.0-09/2026
Referenzen
1 https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressearchiv/immer-mehr-neurodermitis-faelle-1245212 (zuletzt geöffnet 01.09.2026)
2 Augustin M et al. (2021) Neurodermitisreport. Prävention, Versorgung und Innovation.
3 Calzavara-Pinton P et al. Adv Ther 2023; 40:5366–5382
4 Weidinger S et al. Br J Dermatol 2024; 190:846–857
5 S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem]; https://register.awmf.org/ assets/guidelines/013-027l_S3_Atopische-Dermatitis-AD-Neurodermitis-atopisches-Ekzem_2024-01.pdf; (abgerufen im September 2026). Eigenmann PA et al. Pediatrics 1998; 101:e8

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