Fit mit Froböse: So finden Sie die richtige Sportart
Schwimmen? Zumba? Oder doch lieber Fußball? Die große Auswahl macht die Suche nach der richtigen Sportart nicht leichter. Dabei kann es so einfach sein – Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln verrät, worauf zu achten ist, wenn man die richtige Sportart finden möchte.
Liebe EAT SMARTER-Leser, eines vorweg: Ich alleine kann Ihnen leider nicht sagen, welche die richtige Sportart für Sie ist. Aber ich kann Ihnen helfen, es selbst herauszufinden. Denn noch wichtiger als meine Experten-Empfehlung ist, was Ihnen Ihr Kopf und Ihr Bauch sagen – die Sportsuche ist nämlich ein sehr emotionales Thema. Es bringt gar nichts, wenn ich Ihnen zum Schwimmen rate – weil das zum Beispiel zu Ihrem Alter, Ihrer Konstitution und Ihrem Trainingszustand passt – Sie aber einfach keine Freude daran haben. Dann halten Sie vielleicht ein paar Monate Ihr Training durch, doch langfristig werden Sie die Lust verlieren. Packen wir es also gemeinsam an!
Die richtige Sportart finden: Der Rahmen muss stimmen
Der erste Schritt: Legen Sie die Rahmenbedingungen fest. Wie weit darf die Sportstätte entfernt sein? Würden Sie auch regelmäßig zum Sport gehen, wenn der Weg dorthin länger als eine halbe Stunde dauert? Auch wichtig: Mit welchen Kosten ist der Sport verbunden? Kommen zu dem monatlichen Grundbetrag, zum Beispiel in einem Verein oder einem Fitnessstudio, noch Ausgaben für eine Ausrüstung dazu? Bevor Sie sich auf die Suche begeben, müssen Sie sich genau überlegen, wie viel Zeit Sie in Ihren Sport investieren können. Können Sie sicherstellen, dass es Ihnen an einem festen Tag in der Woche immer zur gleichen Uhrzeit passt? Oder erlaubt Ihnen Ihr Alltag nur eine Sportart, bei der Sie vor allem spontan und flexibel trainieren können?
Die richtige Sportart finden: Ziele setzen
Wenn Sie die Rahmenbedingungen abgesteckt haben, folgt der nächste Schritt: Was wollen Sie mit Ihrem Sportprogramm erreichen? Wollen Sie abnehmen? Dann sollten Sie Ausdauersportarten wie Joggen mit regelmäßigem Krafttraining kombinieren. Ist Muskelaufbau das Ziel? In dem Fall könnte Ihnen Gerätetraining, Boxen oder Turnen gefallen. Liegt Ihnen die soziale Interaktion mit anderen Sportlern am Herzen? Wählen Sie eine Mannschaftssportart – zum Beispiel Volleyball, Fußball, Handball oder Basketball!
Die richtige Sportart finden: Vorlieben entdecken
Wenn Sie sich unsicher sind, welche Sportart Ihnen Freude bereiten könnte, hilft ein kleiner Trick: Versetzen Sie sich in Ihre Kindheit zurück. Haben Sie in der Jugend einen Sport betrieben, der Ihnen gefallen hat? Probieren Sie diesen noch mal aus. Denn dann verbinden Sie damit positive Jugenderinnerungen – das erhöht die Freude beim Training. Bei mir ist das die Leichtathletik.
Die richtige Sportart finden: Motivation finden
Mit sechs Jahren habe ich mit Dreikampf (Laufen, Springen Werfen) angefangen – und ich genieße es noch immer, joggen zu gehen. Ein weiterer Tipp: Holen Sie Ihre Freunde an Bord! Das steigert nicht nur den Spaßfaktor, sondern Sie können sich auch gegenseitig motivieren. Noch besser: Involvieren Sie die ganze Familie – besonders Ihre Kinder. Seien Sie ein Vorbild. Denn wenn Kinder nicht lernen, sich ausreichend zu bewegen, machen sie es im Erwachsenenalter erst recht nicht. Die Folge: Übergewicht und die damit verbundenen Krankheiten, unter anderem Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem erfahren Kinder beim Sport Erfolgserlebnisse, die ihr Selbstbewusstsein stärken.
Die richtige Sportart finden: die Familie einbeziehen
Sportarten für die ganze Familie dürfen technisch nicht zu anspruchsvoll sein, kein teures Material voraussetzen und sich am besten auch für Anfänger eignen – so wie zum Beispiel Inlineskaten, Kanufahren, Schwimmen oder Tischtennis. Wenn sich Ihre Familie nicht auf eine Sportart einigen kann, machen Sie zusammen das Sportabzeichen. Dabei werden unterschiedliche Disziplinen geprüft – da kann jeder auftrumpfen: von Laufen über Werfen bis Inlineskaten. Außerdem schweißt das gemeinsame Training auf ein Ziel zusammen – das ist toll für den Familienzusammenhalt.
Die richtige Sportart finden: fit sein im Alter
Es gibt keine Altersgrenze, um mit Sport zu beginnen. Ganz im Gegenteil: Je älter Sie sind, umso mehr können Sie von regelmäßiger Bewegung profitieren – denn Sport hält fit und macht jung! Selbst im Rentenalter ist keine Muskelzelle älter als 15 Jahre. Denn Muskeln haben – im Gegensatz zu anderen Organsystemen – keine biologische Uhr. Sie können also bedenkenlos bis ins Alter belastet werden: Ich empfehle Schwimmen, Radfahren oder auch Gymnastik. Wichtig ist nur die Dosis – übertreiben Sie es nicht!
Die richtige Sportart finden: sich beraten lassen
Halten Sie sich an das Motto „Laufen ohne Schnaufen“. Übrigens: Auch ich mit meinen 56 Jahren mache regelmäßig Sport. Ich gehe jede Woche fünf- bis sechsmal joggen. Die einzige Einschränkung, die ich Ihnen mitgeben muss, bevor Sie anfangen können: Wenn Sie älter als 35 Jahre sind und schon länger keinen Sport gemacht haben, sollten Sie sich vorher mit Ihrem Arzt beraten und gegebenenfalls einen Belastungscheck durchführen. Ansonsten: Worauf warten Sie? Los geht’s!
Protokoll: Katharina Borgerding
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