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Küssen macht gesund, schlank und schön

Von Wenke Gürtler
Aktualisiert am 17. Mai. 2021
© Unsplash/ freestocks
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Knutschen gehört definitiv zu den schönsten Nebensachen der Welt. Es schafft Nähe, Intimität und macht einfach Spaß. Erfahren Sie, warum Küssen gesund ist, so wahnsinnig gute Laune bereitet – und worauf Sie derzeit achten sollten.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Hallo Wohlbefinden
  2. Kostenloses Schönheitsmittel
  3. Training für das Immunsystem
  4. Mini-Workout
  5. Dämpft allergische Reaktionen 
  6. Wissen zum Mitnehmen

Ein Bussi ist ein Zeichen der Hingabe, des Vertrauens und der Zuneigung. Doch aktuell macht die Pandemie vielen Menschen einen Strich durch die Rechnung: Abstand halten und Kontakte beschränken sind die Gebote der Stunde. Auf der anderen Seite ist die Sehnsucht nach Nähe groß, insbesondere wenn wir allein sind.  

Zwar ist Dating generell nicht verboten. Allerdings sollten Singles persönliche Treffen möglichst gering halten, um das Ansteckungsrisiko für sich und für andere zu minimieren. Ebenso sollten Alleinstehende es sich zweimal überlegen, ob sie ihre Lippen auf Fremde drücken oder nicht. Einfacher ist es in einer festen Beziehung: Paare können sich ruhig häufiger körperlich nahe kommen – schließlich ist Küssen gesund. 

Hallo Wohlbefinden

Unsere Lippen gehören zu den empfindlichsten Teilen unseres Körpers. Kaum haben sich die Münder zweier Liebenden berührt, werden mehr als 100 Milliarden Nervenzellen angeregt, Botenstoffe ins Gehirn geleitet und ein wahrer Hormon-Cocktail im Körper freigesetzt: Oxytocin, Dopamin, Serotonin, Adrenalin und Endorphine. Wie fühlen uns entspannt und wohl, aber warum eigentlich?

Oxytocin baut Ängste ab, schafft Nähe sowie Vertrautheit und stärkt die zwischenmenschliche Bindung. Kein Wunder, dass es den Beinamen Kuschelhormon oder Bindungshormon trägt. Die Glückshormone Serotonin und Dopamin bereiten gute Laune, während Adrenalin uns geradezu achterbahnmäßig berauscht: Das Herz schlägt schneller, der Puls kommt in Fahrt, Blutdruck und Körpertemperatur steigen. Mitunter zittern die Knie, wir bekommen Gänsehaut oder Schmetterlinge im Bauch.

Endorphine stimmen euphorisch und können sogar Schmerzen lindern: Ihr Name leitet sich von der Wortkreuzung endogene Morphine ab, was so viel wie körpereigenes Morphin bedeutet – so wie das berühmte Schmerzmittel. 

Merke!
Beim Küssen wird der Körper von einer Vielzahl an Hormonen überflutet. Sie stärken das Vertrauen in die Partnerschaft, bauen Stress sowie Schmerzen ab und bereiten ein wohliges Kribbeln im Bauch.

Kostenloses Schönheitsmittel

Über die Liebkosungen freut sich auch die Haut: Beim Knutschen sind mehr als 30 Gesichtsmuskeln im Einsatz, sodass die Haut intensiver durchblutet wird. Das schenkt Wangenröte, sorgt für einen frischen Teint und mildert Falten. Nicht zuletzt werden ebenso die Lippen besser durchblutet, wodurch das natürliche Lippenrot betont wird. 

Übrigens, der Musculus orbicularis oris ermöglicht uns, die Lippen zu spitzen. Das ist derselbe Muskel, mit dem sich ein Neugeborenes an der Mutterbrust festsaugt.

Merke!
Die Mund-zu-Mund-Akrobatik erhöht die Durchblutung im Gesicht mit der Folge, dass der Teint erstrahlt und die Lippen sich röten.

Training für das Immunsystem

Der Wisschenschaft zufolge wirkt das Zungenspiel wie eine Art Schluckimpfung, da mit dem Speichel unzählige Bakterien und Viren ausgetauscht werden. Das Immunsystem reagiert und aktiviert Abwehrzellen, welche die vermeintliche Bedrohung unschädlich machen sollen. Setzt sich der Körper mit den neuen Keimen auseinander, kann das ein wirkungsvoller Schutz vor zukünftigen Erkrankungen sein, vor allem wenn die eigene Partnerin beziehungsweise der eigene Partner die Mikroben spendet. 

Aber nicht immer sind die Bakterien und Viren harmlos. Das betrifft nicht nur das neue Coronavirus, sondern ebenfalls das Herpes-simplex-Virus Typ I (Lippenherpes) sowie das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber). Letzteres befällt besonders gern das Drüsengewebe, vor allem die Speicheldrüse. Und so erfolgt auch die Übertragung oft über den Speichel. Viele stecken sich schon als Kinder an – oder später beim Knutschen, was dem Infekt den Spitznamen Kusskrankheit einbrachte.

Auch interessant: Grippe, Erkältung oder Corona?

Dennoch, wer keine Symptome hat oder an Covid-19 erkrankt ist, profitiert in einer Partnerschaft von der Zuwendung. Was gibt es Schöneres, als nach einem anstrengenden Tag mit einem liebevollen Kuss empfangen zu werden? Das Wohlgefühl überwiegt ein mögliches Ansteckungsrisiko.

Merke!
Küssen ist gesund, denn mit dem Speichel werden Bakterien und Viren ausgetauscht. Sie sind in der Regel harmlos und stärken sogar unsere Abwehrkräfte.

Mini-Workout

Mit dem intensiven Zungenspiel können Sie sogar etwas für die schlanke Linie tun. Bei einem dreiminütigen, intensiven Kuss verbrauchen wir etwa 12 Kilokalorien. Um allerdings ein Stück Schokolade (20 Gramm) zu verbrennen, müssten Sie etwa eine halbe Stunde busseln.

Merke!
Ein intensiver Kuss verbraucht etwa 12 Kalorien.

Dämpft allergische Reaktionen 

Zur Zeit ist Hochsaison für Heuschnupfen, allerdings kann Betroffenen auf sehr angenehme Weise geholfen werden, wie eine kleine Studie berichtet: Der Forscher ließ Heuschnupfengeplagte 30 Minuten lang zu sanfter Musik ihre Liebsten küssen. Diese Zärtlichkeit reduzierte die Bildung eines Antikörpers namens Immunglobulin E (IgE) und erhöhte bestimmte Botenstoffe (Zytokine) (1).

Der IgE-Wert gibt Auskunft darüber, wie hoch die allergische Aktivität des Körpers gerade ist. Ebenso wirken die sogenannten T-Helferzellen (TH-Zellen) im Geschehen mit. Sie werden in Subgruppen unterschieden, die wiederum ihre eigenen Zytokine freisetzen. 

TH2-Zellen schütten übermäßige Mengen von entzündungsfördernden Botenstoffen aus. Ihre Gegenspieler sind die Zytokine der TH1-Zellen, die nach der Kuss-Session bei den Teilnehmenden gestiegen waren.

Merke!
Knutschen kann sogar bei Heuschnupfen helfen, indem es die Ausschüttung von IgE senkt und das Zytokinmuster in Richtung TH1-Typ verschiebt.

Wissen zum Mitnehmen

Von dem Coronavirus SARS-CoV-2 und den damit verbundenen Änderungen sind viele Bereiche betroffen – auch das Dating. Zwar sind Ren­dez­vous nicht verboten, allerdings tun Singles gut daran, persönliche Treffen zu minimieren und sollten bedenken, dass jeder Kuss ein Ansteckungsrisiko birgt.

Aber: In der Regel werden bei der Zärtlichkeit lediglich harmlose Viren und Bakterien ausgetauscht, die unser Immunsystem stimulieren. Gleichzeitig wird ein Feuerwerk an Botenstoffen losgetreten. Die Hormone Oxytocin, Dopamin, Serotonin, Adrenalin und Endorphine überfluten uns regelrecht. Sie stärken die zwischenmenschliche Bindung, bauen Stress sowie Schmerzen ab und sorgen für Schmetterlinge im Bauch.

Mit dem Zungenspiel wird zudem die Durchblutung der Gesichtshaut angekurbelt. Dadurch werden Teint und Lippen rosiger. Auch ist für diejenigen Küssen gesund, die unter Heuschnupfen leiden, da weniger IgE ausgeschüttet werden und sich das Zytokinmuster in eine bessere Richtung verschiebt. Und zu guter Letzt: Ein dreiminütiger Kuss verbrennt etwa 12 Kilokalorien.


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