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Wenn die Mandeln wehtun

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Mandelentzündung erkennen: Ärztin tastet den Hals ab

Bei einer Mandelentzündung schmerzt jedes Schlucken höllisch, und wenn man nicht aufpasst, kann so eine Tonsillitis fiese Folge-Erkrankungen nach sich ziehen. Wann die Mandeln entfernt werden müssen und ob Eis tatsächlich ein gutes Hausmittel ist, erfahren Sie im Live Smarter-Blog.

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Unauffällig baumeln die Mandeln tief in unserem Rachen; doch die kleinen Gewebeinseln rackern jeden Tag, um unseren Körper vor Viren, Bakterien und anderen Erregern zu bewahren.

Die Tonsillen, wie die Gaumenmandeln medizinisch bezeichnet werden, gehören zu einem Ring von Immungewebe, der den Rachenraum umschließt. Sie bestehen aus ein bis zwei Zentimeter dickem Gewebe, dessen Oberfläche von Senken durchzogen ist. Dadurch haben die Mandeln eine große Oberfläche, auf der sich in geringen Mengen Viren, Bakterien und Speisereste sammeln. Die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) in den Mandeln machen mit diesen Erregern normalerweise kurzen Prozess.

Das Immunsystem der Mandeln ist zudem lernfähig: Regelmäßig werden die Senken oder Spalten entleert, damit sich neue Bakterien ansiedeln können und die Immunabwehr möglichst umfassend wird. Doch auch das stärkste Abwehrsystem macht manchmal schlapp; dann entzünden sich die Mandeln und verursachen Beschwerden durch eine Mandelentzündung.

Die Gründe für eine Mandelentzündung

Besonders häufig leiden Kinder und Jugendliche an einer Mandelentzündung. Das liegt daran, dass bei ihnen das Immunsystem der Mandeln noch nicht so ausgebildet ist wie bei Heranwachsenden und Erwachsenen. Erwachsene sind dann anfällig, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch Stress und einen schlechten Allgemeinzustand.

Der häufigste Grund, weshalb sich die Mandeln entzünden, ist eine Ansteckung mit Viren. In etwa 30 Prozent der Fälle sind jedoch auch Bakterien – meist die sogenannten A-Streptokokken – die Übeltäter.

Mandelentzündung ist eine ansteckende Krankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, zum Beispiel beim Husten, Niesen, durch einen Kuss oder ein Gespräch. Bei Mandelentzündung heißt es daher: Bitte zu Hause bleiben und die Krankheit nicht im Kindergarten, in der Schule oder am Arbeitsplatz weiterverbreiten!

Wie Sie eine Mandelentzündung erkennen

Obwohl die Mandeln nur wenige Zentimeter groß sind, kann eine Entzündung schlimme Beschwerden hervorrufen. Bei einer akuten Mandelentzündung fühlt man sich richtig krank, hat häufig schnell auf über 38,5 Grad Celsius ansteigendes Fieber. Kinder leiden häufig auch unter Bauchschmerzen und Erbrechen.

Der Rachen ist bei einer Mandelentzündung gerötet, die Mandeln angeschwollen und unter Umständen mit punktförmigen oder länglichen Eiterstippchen belegt. Ein unangenehmer Geschmack im Mund sowie Mundgeruch können ebenfalls hinzukommen.

Das Hauptsymptom sind jedoch starke Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen und jedes Schlucken zur Qual machen. Die Lymphknoten können geschwollen sein, der Kopf schmerzen.

Während Kinder und Jugendliche sagen können, was ihnen fehlt, ist es bei kleinen Kindern komplizierter. Sie verweigern bei einer Mandelentzündung manchmal das Essen und haben eine erhöhte Speichelbildung.

Treten Mandelentzündungen in kurzen Abständen immer wieder auf, werden sie als chronisch bezeichnet. Eine chronische Mandelentzündung, die durch eine dauerhafte Entzündung des Mandelgewebes verursacht wird, kann unter Umständen ohne die typischen Zeichen einer akuten Mandelentzündung verlaufen. Die Beschwerden können sich dann auf Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, unangenehmen Geschmack im Mund sowie Mundgeruch beschränken.

Mandelentzüdung behandeln

Bei allen Formen von Mandelentzündung können Bettruhe, feuchtwarme Umschläge, schmerz- und fiebersenkende Mittel, Lutschtabletten und Mundspülungen (zum Beispiel mit Salbeitee) hilfreich sein. Auch das alte Hausmittel Eis lindert den Schmerz, da es kühlt.

Ist die Mandelentzündung durch Viren verursacht, können Sie außer den oben genannten Maßnahmen nicht viel ausrichten. Nach einigen Tagen ist die Entzündung meist wieder abgeklungen.

Anders liegt der Fall bei bakteriellen Mandelentzündungen, die zumeist von Streptokokken hervorgerufen werden. Hier kommt ein Antibiotikum zum Einsatz, um Folgeerkrankungen an Herzen, Nieren und Gelenken vorzubeugen.

Weil Sie selbst nicht wissen können, ob Bakterien oder Viren der Auslöser sind, gehen Sie bei Symptomen einer Mandelentzündung bitte zum Arzt! Er kann mit speziellen Tests eine Diagnose stellen und die richtige Behandlung einleiten.

Bei einer chronischen Mandelentzündung verbessert häufig erst die Entfernung der Gaumenmandeln die Beschwerden.

Wann müssen die Mandeln raus?

Mandeln werden heute wesentlich seltener entfernt als noch vor 30 Jahren, da ihre Funktion als Immunschild stärker in den Fokus gerückt ist.

Machen die Mandeln jedoch dauerhaft Zicken, müssen sie entfernt werden, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Als Richtwert gelten mehr als drei bis sechs Krankheitsepisoden pro Jahr. Der Eingriff ist eine der meist durchgeführten HNO-Operationen in Deutschland. 

Heutzutage ist es in verschiedenen Fällen sogar möglich, nur einen Teil der Mandeln zu entfernen. Inwieweit eine Operation notwendig ist, entscheidet der Arzt zusammen mit dem Patienten von Fall zu Fall.

Nach der Operation müssen die Patienten für einige Zeit überwacht werden, da es in etwa einem bis vier von 100 Fällen zu Nachblutungen kommt. Diese können unter Umständen nur schwierig zu stoppen sein. Aus diesem Grund wird empfohlen, dass die Patienten nach dem Eingriff noch für einige Tage im Krankenhaus bleiben.

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