Petersilienwurzel

Von Katrin Koelle
Aktualisiert am 11. Jun. 2020
Nicht nur für die Suppe: Petersilienwurzel
Nicht nur für die Suppe: Petersilienwurzel

Im Suppengrün kennt sie jeder, aber als Gemüse fristet die Petersilienwurzel ein Schattendasein. Sehr schade, denn sie kann kulinarisch viel mehr als Brühen und Suppen Geschmack zu geben! Und gesundheitlich ist sie auch nicht zu verachten, wie unsere Warenkunde zeigt.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Interaktive Infografik zu Petersilienwurzeln
  2. Das sollten Sie über Petersilienwurzeln wissen
    1. Herkunft
    2. Saison
    3. Geschmack
  3. Unsere liebsten Petersilienwurzel-Rezepte
  4. Wie gesund sind eigentlich Petersilienwurzeln?
  5. Einkaufs- und Küchentipps für Petersilienwurzeln
    1. Einkauf
    2. Lagerung
    3. Vorbereitung
  6. Zubereitungstipps für Petersilienwurzeln
  7. FAQs – die häufigsten Fragen
    1. Wie lange müssen Petersilienwurzeln kochen?
    2. Kann man Petersilienwurzel auch roh essen?
    3. Wo ist der Unterschied zwischen Petersilienwurzel und Pastinake?

Infografik zu Petersilienwurzeln

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann finden Sie mehr Informationen unterhalb der Grafik. 

Petersilienwurzeln...

  • ...enthalten heilsame Stoffe: Je nach Sorte enthält Petersilienwurzel zwischen 0,3 und 0,7 % ätherische Öle. Einige sorgen für den typischen Geschmack, andere haben eine heilsame Wirkung. Als besonders wirksam gelten in der Naturheilkunde Apiol (Petersilienkampfer) und Myristicin, die in der Naturheilkunde bei Blasen-entzündung und anderen Erkrankungen der Harnwege eingesetzt werden.
  • ...lindern Magenschmerzen: Durch die ätherischen Öle kann Petersilienwurzel einen gereizten Magen beruhigen. Besonders bei akuten Beschwerden wie Magenschmerzen isst man sie am besten gekocht und püriert - so belastet sie nicht und lässt sich noch leichter verdauen.
  • ...unterstützen das Immunsystem: Mit 41 mg steckt in 100 g Petersilienwurzel so viel Vitamin C, dass schon eine Portion von etwa 200 g den durchschnittlichen Tagesbedarf zu gut zwei Dritteln deckt.
  • ...machen im Winter fit: Als typisches Wintergemüse war die Petersilienwurzel früher besonders wichtig, um in der kalten Jahreszeit die leeren Vitamin-speicher zu füllen. Aber auch heute lohnt es sich, die würzige Wurzel öfter mal zuzubereiten, denn sie hat neben reichlich Vitamin C auch mehrere Vitamine aus der B-Gruppe sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Terpene, Furanocumarine und Phenylpropane zu bieten.
  • ...lassen sich komplett verwenden: Auch wenn Petersilie und Wurzelpetersilie nicht dasselbe sind - eng verwandt sind beide trotzdem, und man kann die Blätter von Petersilienwurzeln im Prinzip genauso einsetzen wie „normale“ Petersilie. Sie schmecken sogar besonders intensiv, weil sie die meisten ätherischen Öle enthalten.
  • ...CO2-Bilanz gut: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Petersilienwurzeln gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen.
  • ...können Kranken schaden: Wer an einer Nierenerkrankung oder an Herzrhythmus-störungen leidet, sollte wegen des hohen Apiolgehalts Petersilienwurzel (wie übrigens auch Petersilienblätter) nur mit großer Vorsicht bzw. nur nach Absprache mit dem Arzt genießen.
  • ...sind für Schwangere riskant: So gesund Petersilienwurzel sonst ist - werdende Mütter sollten darauf verzichten. Das Apiol kann eine unvorhersehbare Wirkung auf die Gebärmutter-muskeln haben und schlimmstenfalls zu einer Fehlgeburt führen.

Das sollten Sie über Petersilienwurzeln wissen

Wer einen Bummel über den Wochenmarkt macht, sollte mal Ausschau nach den würzigen Wurzeln halten. Mit etwas Glück entdecken Sie sicher beim einen oder anderen Gemüsestand welche, denn in den letzten Jahren hat es sich nicht nur in Biobauern-Kreisen herum gesprochen, dass Petersilienwurzel wieder gefragt sind. Wie so häufig haben kreative Profiköche dem uralten Gemüse ein glanzvolles Comeback beschert. Aus gutem Grund: Petersilienwurzeln schmecken intensiv-würzig und dabei dennoch fein; sie sind rasch gar, passen zu fast allem und sind vielseitig zuzubereiten.

Botanisch gehören Petersilienwurzeln übrigens zu den Doldenblütlern; mit der Blattpetersilie sind sie eng verwandt. Solange ihre glatten Blätter jung und zart sind, kann man sie ähnlich wie „echte“ Petersilie gehackt über so ziemlich jedes Gericht streuen.

Herkunft

Die Petersilienwurzel ist zwar in Ost- und Nordeuropa besonders beliebt, stammt aber ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde schon von den Römern als Kraftkost nicht nur für die Gladiatoren geschätzt.

Saison

Petersilienwurzel gehört zu den klassischen Wintergemüsesorten: Man bekommt sie ab Ende Oktober bis in den Februar hinein.

Geschmack

Wer es aufgrund des Namens schon vermutet hat, liegt richtig: Petersilienwurzel schmeckt stark nach Petersilie und hat ein sehr würziges Aroma.

Unsere liebsten Petersilienwurzel-Rezepte

Hier gelangen Sie zu allen Petersilienwurzel-Rezepten.

Wie gesund sind eigentlich Petersilienwurzeln?

Die zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffe der Petersilienwurzel bewogen sogar Karl den Großen, ihren Anbau per Dekret zu befehlen. Neben B-Vitaminen, Eiweiß, Kalzium und Eisen enthalten die gelblich-weißen bis hellbraunen Wurzeln vor allem eine dicke Portion Vitamin C: Mit einer Portion Petersilienwurzel (200 g) decken wir unseren täglichen Bedarf schon zu über 80 %! Ihr intensiv würziges Aroma stammt übrigens von ätherischen Ölen, die das Gemüse – im Gegensatz zu manch anderem Wintergemüse – besonders gut bekömmlich machen und unter anderem auch die Funktion der Nieren unterstützen.

Nährwerte von Petersilienwurzeln pro 100 Gramm  
Kalorien 40
Eiweiß 2,9 g
Fett 0,5 g
Kohlenhydrate 6 g
Ballaststoffe 4 g

Einkaufs- und Küchentipps für Petersilienwurzeln

Einkauf

Seien Sie bei Petersilienwurzel ruhig pingelig. Denn im Suppengrün mag ja eine schlappe Petersilienwurzel für Nicht-Puristen eben noch angehen. Wenn man das Gemüse aber zum Hauptdarsteller machen möchte, sollten die würzigen Wurzeln schön fest, glatt und knackig sein. Sonst noch wissenswert: Kleine Wurzeln machen zwar etwas mehr Arbeit beim Putzen und Schälen, dafür schmecken sie aber besonders zart.

Lagerung

In ein feuchtes Tuch gewickelt hält sich Petersilienwurzel gut bis zu etwa 1 Woche frisch.

Vorbereitung

Alles was Sie brauchen, ist ein Sparschäler – damit schälen Sie die Petersilienwurzel zunächst am dünnen, unteren Ende und dann am oberen, dicken Ende mit dem Sparschäler rundherum gründlich ab. Danach noch die Enden abschneiden und zum Schluss die Petersilienwurzel kurz abspülen, leicht trockenschütteln - und je nach Rezept in Scheiben, Stifte oder Würfel schneiden. Sie wollen sich das mal ganz genau ansehen? Da empfehlen wir unser Kochschul-Video!

Die Schale der Petersilienwurzel, auch genannt Wurzelpetersilie, kann übrigens auch mitgegessen werden. Dann sollten Sie die Rübe vor dem Verzehr aber gründlich putzen.

Zubereitungstipps für Petersilienwurzeln

Ob als Cremesuppe, glasiert mit Honig zu Wild und Geflügel, mit Crème fraîche püriert – das typische Wintergemüse macht was her und sorgt bei Gästen für angenehme Überraschung. Äußerlich ähneln die eher unscheinbaren Wurzeln den Pastinaken, ihre Form erinnert außerdem an Möhren – und ganz ähnlich kann man sie auch zubereiten. Zum Beispiel: Einfach putzen, in dünne Scheiben schneiden und in wenig Wasser mit Butter dünsten – noch etwas gehackte Petersilie drüber und fertig ist eine feine Beilage zu Geflügel oder zum Kotelett. Eine besonders köstliche und raffinierte Variante bekommt man, wenn man das Gemüse zum Schluss in etwas Zucker karamellisiert oder mit Honig glasiert und mit Weinessig abschmeckt.

Kombiniert man die würzigen Wurzeln mit Kartoffeln, hat man im Handumdrehen ein leckeres Püree als Begleitung zu Fisch, Fleisch, Geflügel oder Ei: Für 4 Portionen 10 Petersilienwurzeln und 3 große Kartoffeln schälen, grob würfeln und mit wenig Flüssigkeit (halb Salzwasser, halb Milch) 15 Minuten weich garen. Butter dazugeben, salzen, pfeffern, mit frischem Muskat abschmecken und zu Püree zerstampfen.

Gewusst? Um die gesundheitlichen Vorteile der Petersilienwurzel und ihrer ätherischen Öle zu nutzen, können Sie auch einen Tee daraus zubereiten. Dazu die klein geschnittene Wurzel mit kochendem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen.

FAQs – die häufigsten Fragen

Wie lange müssen Petersilienwurzeln kochen?

Je nach Größe ist das Wurzelgemüse innerhalb von 10 bis 20 Minuten gar gekocht.

Kann man Petersilienwurzel auch roh essen?

Na klar! Geraspelt im Salat oder einfach zu Sticks verarbeitet, ist die Wurzelpetersilie auch roh sehr lecker.

Wo ist der Unterschied zwischen Petersilienwurzel und Pastinake?

Auch wenn sich die beiden Rüben sehr ähnlich sehen, gibt es in Aussehen und Geschmack entscheidende Unterschiede. Während die Petersilienwurzel bis zum Kopf schmal bleibt und einen herausragenden Blattansatz hat, wird die Pastinake zum Kopf hin sehr dick mit einem eingesunkenen Blattansatz. Geschmacklich ist die Pastinake eher süßlich, was sie zu einem beliebten Gericht für Kinder macht, während die Petersilienwurzel intensiv würzig schmeckt.

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