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Leinöl

Von Katrin Koelle und Marieke Dammann
Aktualisiert am 12. Dez. 2018

Es soll Leute geben, die Leinöl für ein Lebenselixier halten. Und tatsächlich zeigen moderne Forschungsergebnisse, dass das dickflüssige gelbe Öl aus Leinsamen viele günstige Einflüsse auf die Gesundheit haben kann. Wir haben aber noch eine gute Nachricht: Leinöl schmeckt auch klasse!

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Interaktive Infografik zu Leinöl

Sie möchten mehr über die einzelnen Punkte der folgenden Infografik erfahren? Dann klicken Sie einfach auf den entsprechenden Plus- oder Minuspunkt.

 

Leinöl ...

  • ... liefert wertvolle Fettsäuren: Leinöl enthält so viel Alpha-Linolensäure wie kaum ein anderes Pflanzenöl. Je nach Herkunft der Pflanze bringt kaltgepresstes Leinöl es auf bis zu 70 Prozent von dieser 3-fach ungesättigten Omega-3-Fettsäure und überrundet damit sogar Rapsöl (ca. 9 Prozent) oder Lachs (ca. 4 Prozent) mit gigantischem Abstand.
  • ... schützt das Herz: Alpha-Linolensäure kann die Blutgerinnung fördern und die Blutgefäße erweitern. Sie reguliert dadurch Blutdruck sowie Cholesterinspiegel und wirkt vorbeugend gegen Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • ... stärkt das Gehirn: Mit seinem hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure und anderen Omega-3-Fettsäuren kann Leinöl erwiesenermaßen auch die „grauen Zellen“ stärken und das Denkvermögen sowie die Konzentrationsfähigkeit erhöhen (1).
  • ... soll Krebs vorbeugen: In Studien zeigte sich, dass die Alpha-Linolensäure aus Leinöl in die Zellmembranen eingebaut und dort zum Teil zu anderen wichtigen Omega-3-Fettsäuren umgebaut wird. Leinöl wirkt dadurch entzündungs- hemmend und schützt die Körperzellen gegen schädliche freie Radikale – das kann u.a. vorbeugend gegen Krebserkrankungen wirken.
  • ... ist kalt gepresst am besten: Leinöl gibt es zwar auch raffiniert, aber die großen gesundheitlichen Pluspunkte liefert vor allem kalt gepresstes, naturbelassenes Leinöl. Man erkennt es sofort an der satt dunkelgelben Farbe und der dickflüssigen Konsistenz.
  • ... hebt die Stimmung: Wer zu Stimmungstiefs neigt, sollte ruhig öfter zu Leinöl greifen: Studien haben ergeben, dass seine Fettsäuren offenbar für angenehme Gefühle sorgen und sogar Depressionen oder Ängste lindern können.
  • ... schmeckt nicht jedem: Gerade kalt gepresstes Leinöl hat einen eigenwilligen Geschmack – leicht bitter und etwas „strohartig“. Wer das weniger mag, kann Leinöl aber gut mit einer neutralen Sorte wie z.B. kalt gepresstem Rapsöl mischen.
  • ... darf nicht erhitzt werden: Leinöl verliert beim Erhitzen einen Großteil seiner gesundheitlichen Pluspunkte. Man sollte es also nur für Salate und andere kalte Speisen nehmen oder es erst direkt vor dem Essen an warme Speisen geben.

Das sollten Sie über Leinöl wissen

Kaum zu glauben, dass Leinöl fast vergessen war: Es sieht aus wie flüssiges Gold, fließt dick vom Löffel und schmeckt intensiv nussig und herzhaft. Früher war das hochwertige Fett aus den reifen Samen des (übrigens wunderhübsch blühenden) Flachs hingegen buchstäblich in aller Munde. Als sehr alte Kulturpflanze begleitete sie bereits vor 10.000 Jahren die Menschen. Besonders die weniger Wohlhabenden unserer Vorfahren schätzten Leinöl als ebenso billiges wie nahrhaftes Lebensmittel.

Das vermutlich berühmteste Gericht mit Leinöl sind Pellkartoffeln mit Quark, der mit dem aus Leinsamen gewonnenem goldgelben Fett verfeinert wird – in Schlesien und in der Gegend rund um Berlin ein traditionsreiches Gericht mit Kultstatus, das in den letzten Jahren nicht nur von vielen Veggies neu entdeckt wird. Gerade die Kombination aus dem hochwertigen Leinöl in Kombination mit Quark sorgt für eine intensive Emulgierung des Fettes, wodurch es für den Körper besonders gut verfügbar ist und verdaut werden kann.

Herkunft: Die ursprüngliche Heimat der Leinpflanze liegt in Ägypten, Syrien, der Osttürkei und dem Iran. Heute wächst Lein längst auch in Europa. Zu den berühmtesten Anbaugebieten gehört die Lausitz: Seit 1924 baut man dort Lein an; der Name „Lausitzer Leinöl“ ist inzwischen gesetzlich geschützt.

Die Pflanzen werden zwar auch in Europa angebaut, die Hauptanbaugebiete liegen jedoch in Kanada, den USA, Argentinien, Indien und China.

Geschmack: Nicht jeder mag den typischen, intensiv nussigen und etwas an Heu erinnernden Geschmack von Leinöl. Kein Problem: Man kann Leinöl gut mit neutraler schmeckendem Öl mixen!

Alles über Leinöl in diesem Video:

Wie gesund ist eigentlich Leinöl?

Wenn es um „gutes“ und gesundes Fett geht, liegt Leinöl einsam an der Spitze: Es enthält so viel von der 3-fach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (die nach dem griechischen Wort „linos“ für Lein benannt wurde) wie kaum ein anderes Pflanzenöl. Je nach Herkunft der Pflanze bringt kaltgepresstes Leinöl es auf bis zu 70 Prozent davon und überrundet damit sogar zu Recht als Omega-3-Fettsäuren-Stars gepriesene Lieferanten wie Rapsöl (ca. 9 Prozent) oder Lachs (ca. 4 Prozent) mit gigantischem Abstand.

Das ist darum so bedeutsam, weil zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen: Alpha-Linolensäure kann Entzündungen hemmen, die Blutgerinnung fördern und die Blutgefäße erweitern. Sie reguliert Blutdruck und Blutfette und wirkt damit vorbeugend gegen Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Forscher fanden außerdem heraus, dass die Alpha-Linolensäure aus Leinöl in die Zellmembranen eingebaut und zum Teil zu anderen wichtigen Omega-3-Fettsäuren umgebaut wird.

Viele Ernährungsmediziner sind auch der Ansicht, dass die Fettsäure sogar vorbeugend gegen Krebs wirken kann (2). Und sogar der Seele soll Leinöl gut tun: Mehrere Studien legen die Vermutung nahe, dass Leinöl zum Beispiel psychische Störungen wie Depressionen oder Ängste lindern kann. Nicht verwunderlich, wenn man weiß: Eine zu geringe Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren kann nicht nur das Denkvermögen beeinträchtigen, sondern auch zu Verhaltensänderungen und sogar zu einem Mangel an Gefühlen und Emotionen führen. 

Nährwerte von Leinöl pro 100 Gramm  
Kalorien 922
Eiweiß 0 g
Fett 98 g
Kohlenhydrate 0 g
Ballaststoffe 0

Leinöl – gut zu wissen:

Es gibt auch Leinöl aus Warmpressung bzw. raffiniertes Leinöl, welches eine leicht bräunliche Färbung hat und länger haltbar ist – geschmacklich und gesundheitlich kann es aber mit kaltgepresstem Leinöl nicht mithalten. Gerade bei Leinöl lohnt es sich übrigens besonders, Bio-Ware zu bevorzugen.

Einkaufs- und Küchentipps für Leinöl

Einkauf: Bevorzugen Sie grundsätzlich kaltgepresstes Leinöl, welches aus den reifen Samen des Flachs gewonnen wird, und kaufen Sie immer nur kleine Mengen, da Leinöl rasch verdirbt und nur frisch richtig gut schmeckt. Achten Sie zudem darauf, Leinöl in kleinen und dunklen Flaschen zu kaufen, welches unter Luftabschluss gepresst wurde und im besten Fall ungefiltert ist – so erhalten Sie Leinöl von bester Qualität.

Lagerung: So wertvoll der hohe Anteil von Alpha-Linolensäure das leckere Leinöl macht – leider führt es auch dazu, dass Leinöl besonders schnell oxidiert. Im Klartext: Leinöl wird rasch ranzig, wenn es in Kontakt mit Licht und Luft kommt. Außerdem bildet sich leicht ein Peptid, das dem Öl einen bitteren Beigeschmack gibt. Bewahren Sie darum Leinöl möglichst kurz auf und lagern Sie es dunkel und kühl (am besten im Kühlschrank), denn so hält es sich für etwa zwei Monate.

Auch eingefroren können Sie das wertvolle Öl lagern – hierbei sollte die Temperatur -25°C betragen, damit sich das Leinöl für etwa ein halbes Jahr hält. Sobald es fischig oder ranzig riecht, sollte Leinöl nicht mehr zum Essen verwendet werden. Zum Wegwerfen ist es aber auch dann noch zu schade: Nehmen Sie es ruhig noch für die Pflege von Holz! Leinöl zählt zu den schnell trocknenden Ölen, da es unter dem Einfluss von Luftsauerstoff einen festen Film bildet, der das Holz schützen kann.

Zubereitungstipps für Leinöl:

Ganz klar, wer ihn noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall den Klassiker Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl probieren! Es schmeckt nämlich nicht nur richtig lecker, sondern ist außerdem besonders gesund, denn die gesundheitlich positiven Effekte von Leinöl erhöhen sich in Kombination mit pflanzlichem Eiweiß sogar noch.

Wer den Geschmack von Leinöl mag, kann es auch pur oder mit neutralem Pflanzenöl gemischt für Salatsaucen oder für ein Pesto nehmen. Erhitzen sollten Sie Leinöl nie; zum Braten und Kochen ist es also ungeeignet. Das Verfeinern von fertig gekochten Gerichten wie Suppen oder Gemüse mit 1 bis 2 Teelöffeln Leinöl ist aber kein Problem und bringt selbst simplen Speisen das „gewisse Extra“.

Rezepte mit Leinöl:

Rezepte mit Leinöl finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

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Bisherige Kommentare

 
Ich hatte bislang immer in der Winterzeit EXTREM!!! trockene Haut und rissige Lippen. Ich habe erst in diesem Jahr das Leinöl für mich entdeckt (wegen einer Studie zur Verbesserung der Denkfähigkeit) und kann mich, zu meiner Verwunderung, überhaupt nicht mahr über trockene Haut beschweren. Dabei trage ich auch gar keine Köperlotion oder Salbe mehr auf! Ich kann es noch gar nicht so richtig fassen und möchte jedem der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, Leinöl (natürlich absolute Qualitätsware!) wärmstens zur REGELMÄßIGEN Anwendung empfehlen. Ich nehme täglich mind. 2 volle Eßlöffel und dazu noch geschrotete Leinsamen im Salat. (Ich glaube das mit der Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit sitmmt ebenfalls.) Ich möchte jedenfalls nie wieder ohne Leinöl sein. Das ist für mich fast schon Zauberei nach fast 30 Jahren Leidensweg mit der Haut!
 
Wieviel ( Löffel ) Leinöl sollten täglich eingenommen werden, um eine Blutfettverbesserung zu erreichen? Welche spezielle Sorte Leinöl sollte man kaufen? Danke
 
Ist Leinöl brennbar, bzw. leicht entzündlich - sehr niederer Flammpunkt?
 
wenn man 2 esslöffel leinöl pro tag zu sich nimmt, ab wann merkt man eine besserung des körpers???
 
bei mir war es schon nach 2 Wochen und es war deutlich spürbar! Besonders bei meiner sonst recht trockenen Haut. Auch meine Denkfähigkeit war deutlich "freier" als davor. Natürlich MUSS das Öl von feinster Qualität sein und die Ernährung sollte grundsätzlich vernünftig sein. (Also möglichst KEINE Weizen- Milch- und Fleischprodukte! Es gibt genug Alternativen die sich als viel besser für unseren Köper heraus stellen als die drei.)

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