Neuer Trend?!

Bulletproof Coffee soll fit machen und beim Abnehmen helfen

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 14. Jan. 2019
Bulletproof Coffee

Latte Macchiato, Vanilla Latte oder der schlichte Filterkaffee bekommen Konkurrenz. Zumindest wenn es nach dem Erfinder des Bulletproof Coffee geht. Denn dieser soll wach machen, lange sättigen und so beim Abnehmen helfen. Die Zutaten klingen allerdings gewöhnungsbedürftig, denn in einen echten Bulletproof Coffee kommen Filterkaffee, Butter und Kokosöl.

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Die Tradition von Butter in heißen Getränken geht auf das Volk der Sherpas zurück, die im Himalaya leben. Der Amerikaner und Biohacker Dave Asprey zog beim Bergsteigen in Tibet seine Kraft vor allem aus Tee mit Butter und brachte diese Idee mit nach Silicon Valley, erfand dort seinen Bulletproof Coffee, zu deutsch „kugelsicherer Kaffee“.

Das Getränk verspricht Energie zum Bäume ausreißen am Morgen und ein Sättigungsgefühl, welches bis zum Mittagessen anhält. In Amerika sind Heißgetränke und Kaffee mit einer üppigen Sahnehaube und süßem Sirup dank einer großen Coffeeshop-Kette nichts ungewöhnliches, doch Filterkaffee mit Butter (natürlich die gute Weidelandbutter von grasgefütterten Kühen, z.B. von Kerrygold oder Primal Ghee) und MCT-Öl (z.B. als Kokosöl)?

Warum liefert der Bulletproof Coffee Energie?

Genau diese drei Komponenten – verrührt mit einem Stabmixer­ ­– bilden den so genannten Bulletproof Coffee, der laut seinem Erfinder bis zu sechs Stunden Energie liefert und das Frühstück daher problemlos ersetzen kann. Das Geheimnis dahinter: Der Kaffee ist durch die Butter und das Öl sehr cremig und liefert dem Körper sofort Energie, da Kokosöl hauptsächlich mittelkettige Triglyceride enthält und diese schnell in die Leber gelangen.

Alles was das Organ nicht benötigt, wandelt es in Ketone um. Die langkettigen Triglyeride der Butter benötigen hingegen Verdauungsenzyme und Gallsäure. Durch das Fett gelangt das Koffein aus der Kaffeemaschine oder dem Espressokocher langsamer ins Blut.

Bulletproof Coffee: Ist die Begeisterung berechtigt?

Besonders Anhänger der Paleo-Diät schwören auf die Kaffeekreation von Dave Asprey als Energielieferant, der in den letzten 10 Jahren 45 Kilo abgenommen hat – angeblich auch mithilfe des Bulletproof Coffees.  Dabei ist so ein Bulletproof Coffee keine leichte Kost. Eine Tasse Butterkaffee (200 ml) enthält mindestens 235 Kalorien und 26 Gramm Fett, davon 21,5 Gramm gesättigte Fettsäuren.  Im Internet lassen sich zahlreiche Erfahrungsberichte zu Bulletproof Coffee lesen. Die Meinungen reichen von „lecker“, „Ich hatte noch nie so viel Energie“ bis hin zu „ekelig“ und „Hunger hatte ich trotzdem“. 

Die positiven Erfahrungsberichte stammen zudem meist von Menschen, die in der Regel wenig frühstücken. Der Körper reagiert dann logischerweise auf das kalorische Getränk mit einem nicht gekannten Energieschub, der sich wohl auch nach einem gesunden Haferflockenfrühstück einstellen würde. Außerdem reagiert jeder Stoffwechsel anders auf solch eine enorme Menge Fett am Morgen. Menschen, die den Kaffee testen möchten,sollten daher die Fettdosis langsam steigern.

Der Selbsttest

Doch wie schmeckt eigentlich Bulletproof Coffee und macht er wirklich so lange satt? Wir haben den Kaffee zubereitet und verköstigt.   

Gemeinsam mit meiner Kollegin Isabelle teste ich den Kaffee, natürlich muss sie das Getränk auch zu sich nehmen – geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Mit unserer Kaffeemaschine brühen wir uns zuerst einen kräftigen Kaffee auf. Normalerweise mögen wir den nur mit Milch. Heute kommt statt dieser Kokosöl in die Tasse. Das Öl hat sich im Nu im Kaffee aufgelöst, es lassen sich an der Oberfläche erste kleine Fettaugen erkennen – das kann ja heiter werden.

Bulletproof Coffee

Dann geben wir die Butter hinzu. Der Kaffee bekommt nun eine hellere Farbe, fast so, als wäre Milch enthalten. Die Butter verrühren wir kräftig, schließlich wollten wir nicht am Ende eine Kokos-Butter-Mischung auf dem Grund der Tasse finden. Doch dazu sollte es nicht kommen.

Mutig nehmen wir gleichzeitig den ersten Schluck von unserem Bulletproof Coffee. Der Kokosgeschmack ist gar nicht so übel, wenn man Kokos generell gerne mag. Das viele Fett macht die Lippen weich und breitet sich in unserem Mund aus. Ziemlich mächtig so ein Kaffee. Nach zwei weiteren Schlucken ist Schluss, wir kapitulieren – wir bekommen die Tasse nicht runter und haben Angst, dass unser Magen rebellieren könnte. So viel Fett ist er am Morgen nicht gewöhnt, denn normalerweise essen wir zum Frühstück Porridge aus Haferflocken mit Apfel oder Schwarzbrot.

Eine Stunde später sitzen wir im Büro und in unserem Magen rumpelt es ganz schön, kann das wirklich sein, nach nur ein paar Schlucken Bulletproof Coffee? Fakt ist: jeder Körper reagiert anders und dieser Kaffeetrend ist im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen. Nach diesem Experiment sind wir uns jedenfalls einig: die Butter schmieren wir uns lieber auf Brot.

Für weitere Kaffee-Trends lesen Sie unseren Artikel zum Cold Brew Coffee!

 (chil)

 
der trick ist langsam das fett hochzufahren. wie schon gesagt, der körper muss sich daran gewöhnen, wenn man eher kohlenhydrate isst und nicht auf die paleo-fettverbrennung umgestellt ist. und ganz wichtig: das ganze mit einem milchaufschäumer oder pürierstab ordentlich mixen! damit sich alles schön verbindet, denn fettaugen zu trinken kann ja nicht schmecken ;) wer mag kann seinen butterkaffee noch ein bissl xucker (xylithol) oder zimt verfeinern. wohl bekomms.
 
Der Name ist neu, aber ich trinke den Kaffe schon seit Jahren so und er ist sehr bekömmlich.

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