Dr. Ingo Froböse

Pulsuhr und Trainings-Apps: Was brauche ich wirklich?

Von Prof. Dr. Ingo Froböse
Aktualisiert am 07. Jan. 2019
Frau schaut beim Joggen auf ihre Pulsuhr

Trainings-App, Wearable oder klassische Pulsuhr: Welche Ausrüstung hilft beim Fitwerden, und was ist Spielerei? Fitness-Doc Professor Ingo Froböse erklärt, worauf es bei Fitness-Gadgets ankommt.

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Statt Ihre Belastung beim Laufen durch herkömmliches Pulszählen zu kontrollieren, können Sie auch moderne Technik einsetzen, liebe EAT SMARTER-Leser. Schon lange werden dafür Pulsuhren verwendet; aber in den letzten Jahren ist mit der zunehmenden Verbreitung des Smartphones eine unendliche Vielfalt von Tools entwickelt worden, die die Werte zahlreicher Körperfunktionen messen können.

Dabei reicht die Auswahl von kostenlosen Apps für das Smartphone bis hin zu teuren High-Tech-Pulsuhren und Fitnessarmbändern, den sogenannten „Wearables“. Längst nicht jedes dieser Produkte wird Sie beim Laufen weiterbringen und manche verwirren mehr als dass sie nützen.

Klassiker Pulsuhr

Eine Pulsuhr tragen Sie wie eine Armbanduhr am Handgelenk, dazu aber einen flexiblen Gurt unterhalb der Brust. Darin integrierte Hautelektroden messen die elektrischen Signale des Herzens. Daraus wird ermittelt, wie schnell es schlägt. Per Funksignal wird der aktuelle Pulswert an die Uhr gesendet, die ihn auf dem Display anzeigt. So können Sie unterwegs jederzeit Ihre Herzfrequenz ablesen und gegebenenfalls Ihr Lauftempo zurücknehmen oder steigern, um in Ihrem anvisierten Leistungsbereich zu bleiben. Manche Uhren messen sogar direkt am Handgelenk und erfordern keinen Brustgurt.

Die Preisspanne bei Pulsuhren reicht von etwa 30 Euro bis 300 Euro, weil die Geräte sehr Unterschiedliches bieten. Die meisten der Ausstattungsmerkmale sind für Gesundheits- und Fitnesssportler überflüssig. Selbst ambitionierte Läufer werden viele der High-Tech-Features nicht benötigen.

  • Zielzonenalarm: Sie können ein unteres und ein oberes Limit für die Herzfrequenz einstellen. Überschreitet Ihr Puls eine der beiden Grenzen, hören Sie einen Ton, und die Anzeige sagt Ihnen, dass Sie langsamer oder schneller laufen müssen, um in ihrem Trainingsbereich zu bleiben. Die Funktion ist sinnvoll für alle Läufer, denn sie hilft, Überlastungen zu vermeiden.
  • Durchschnittspuls: Der durchschnittliche Puls während der gesamten Trainingseinheit wird errechnet. Das hilft, die Entwicklung der Fitness langfristig zu beurteilen.
  • Störsicherheit und Codierung: Bei der Übertragung der Daten vom Brustgurt zur Pulsuhr werden die Daten codiert. So können die Werte nur von Ihnen auf der Uhr abgelesen werden. Wenn Sie in der Gruppe, im Fitnessstudio auf dem Laufband oder bei Wettkämpfen laufen, ist diese Funktion unbedingt empfehlenswert.
  • Kalorienverbrauch: Angezeigt wird, wie viele Kalorien Sie beim Joggen verbraucht haben. Die Funktion ist so beliebt wie ungenau! Sie sollten sich darauf nicht verlassen, denn der individuelle Verbrauch liegt oft deutlich niedriger als der errechnete.
  • GPS: Die Laufstrecke wird satellitengestützt aufgezeichnet. Angezeigt werden Distanz sowie aktuelles Tempo und Durchschnittstempo. Damit können Sie gut verschiedene Strecken vergleichen und anderen den Weg beschreiben.
  • Stoppuhr: Damit können Sie Intervalle und Sprints steuern – eine praktische Funktion, die fast alle Modelle bieten.
  • Höhenmesser: Im Unterschied zur Höhenangabe des GPS-Signals ist ein barometrischer Höhenmesser exakter, denn er misst den Luftdruck und berechnet daraus Steigungen und Gefälle. Das Zusatzfeature ist vielleicht für Bergsteiger oder -läufer interessant, für die meisten Jogger aber überflüssig.
  • Wasserdichtigkeit: Sinnvoll, wenn Sie die Uhr nur beim Schwimmen tragen wollen. Alle anderen brauchen dieses (teure) Feature nicht.

Eine Pulsuhr empfiehlt sich für Anfänger, die ihrem Körpergefühl nicht ganz trauen und lieber auf handfeste Daten setzen. Sie bietet die Sicherheit, sich nicht zu überfordern. Wichtig ist gerade für Einsteiger eine sichere Handhabung, denn wenn das Bedienen der Pulsuhr nicht klappt, läuft mancher gar nicht erst los.

Fortgeschrittene mit Ambitionen laufen ohnehin mit Pulsuhr, um ihre Fortschritte und ihr Training zu dokumentieren. Wichtig ist, dass Sie für Ihr Training nicht eventuell vorgegebene, standardisierte Pulswerte nutzen, sondern sich an Ihren individuellen Werten orientieren. Die weichen nämlich oft davon ab.


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