Kinderernährung: Fast Food-Verbot für Eltern!

Von Leonie Busse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Kinderernährung

Fast Food ist bei gesundheitsbewussten Menschen verpönt – doch hin und wieder darf man sich das ja auch gönnen. Aber Vorsicht: Wenn Sie die Lust auf einen Burger oder eine Pizza überkommt, essen Sie das nicht vor Kleinkindern, denn schon Einjährige registrieren gutes und schlechtes Essverhalten! Das ergab jetzt eine neue Studie. EAT SMARTER klärt auf, was dahinter steckt.

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Iiih, bäääh, eklig!

Kinderernährung ist ein wichtiges Thema, gerade für erstmalige Eltern. Was darf das Kind essen und was ist ungesund für die Kleinen? Woran sie dabei oft nicht denken: Auch was sie essen, beeinflusst das Kind. 

Die Eltern prägen nämlich Ihre Kinder. Auch wenn das Kleinkind glücklich seinen Möhrenbrei mampft, nimmt es wahr, wenn Papa genüsslich einen fettigen Cheeseburger isst, beim Gemüse aber das Gesicht verzieht. Von klein auf lernen wir, welche Nahrung wir mögen (sollen) und welche nicht. 

Regionale und soziale Faktoren spielen dabei eine große Rolle: Deutsche haben andere Leibspeisen als Franzosen, Hamburger essen anders als Bayern. Wie unsere Eltern uns erziehen, welche Erfahrungen wir in Bezug auf Essen sammeln und die genetische Veranlagung beeinflussen unser Essverhalten. So entwickelt sich der persönliche Geschmack, der natürlich primär durch die Familie geprägt wird. 

Eine Studie der Cornell University in Ithaca zeigt nun, dass bereits Kleinkinder ab einem Jahr dafür ihre Fühler ausfahren. „Wenn Babys jemanden essen sehen, lernen sie nicht nur etwas über das Essen, sie lernen auch, wer mit wem isst,“ erklärt eine der Forscherinnen.  

Für die Studie wurden 200 Babys verschiedene Essenssituationen per Video gezeigt. In einem Video waren sich die Menschen offenbar fremd und unterhielten sich in unterschiedlichen Sprachen. Im anderen Video wirkten die Schauspieler vertraut und sprachen dieselbe Sprache. 

Beide Gruppen verliehen Ihrer Empfindung dem Essen gegenüber deutlich Ausdruck: Schmeckte es ihnen, schauten sie begeistert, lehnten sie es ab, verzogen sie das Gesicht. Besonders hingezogen fühlten sich die Babys zu dem Video, in dem die Menschen vertraut miteinander umgingen. Auffallend war, dass die Kleinkinder bei deutlichem Ekel automatisch erwarteten, dass alle den Ekel teilen würden.

Kinderernährung

Das Auge isst mit

Der Ekel vor bestimmten Gerichten ist ursprünglich die Schutzfunktion unseres Körpers: Er warnt vor potenziellen Krankheitserregern. Die Anthropologin und Epidemiologin Valerie Curtis von der London School of Hygiene und Tropical Medicine ist der Meinung, dass Ekel sich im Laufe der Evolution entwickelt hat und fest in unseren Genen verankert sei. 

Ekel äußert sich bei Menschen weltweit mit dem gleichen Gesichtsausdruck: Oberlippe hochziehen, Nase rümpfen, manchmal sogar Augen verengen. Diese Mimik nehmen Kleinkinder wahr und kategorisieren das Essen – der Studie zu Folge – ebenfalls als abstoßend. 

Also: Vorsicht beim Essen, wenn Kleinkinder mit am Tisch sitzen. Kinderernährung ist nicht nur, was das Kind zu essen bekommt, sondern auch, was die Eltern vor dem Kind essen. Denn schon Einjährige registrieren Ekel oder Zufriedenheit der Menschen um sich – wer beim Burger friedlich dreinschaut und beim Gemüse die Nase rümpft, legt also erziehungstechnisch einen schlechten Grundstein. 

(lebu)


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