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Ernährung bei Colitis ulcerosa

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 18. Okt. 2018
Ernährung bei Colitis ulcerosa

Die Autoimmunerkrankung Colitis ulcerosa gehört hierzulande neben Morbus Crohn zu einer der häufigsten chronischen Darmerkrankungen. Wie Sie sich bei Colitis ulcerosa in der akuten Phase, aber auch in der Ruhephase am besten ernähren und somit die beschwerdefreie Zeit nach Möglichkeit sogar verlängern können, erklärt EAT SMARTER.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Colitis ulcerosa?
Symptome von Colitis ulcerosa
Diagnose von Colitis ulcerosa
Behandlung von Colitis ulcerosa
Die richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa
Wissen zum Mitnehmen

Was ist Colitis ulcerosa?

Der Großteil der Menschen macht einen großen Bogen um das Thema der eigenen Darmfunktion, doch für die Betroffenen gehört dies zum Alltag. Colitis ulcerosa kann den gesamten Tagesverlauf bestimmen, wenn ein Krankheitsschub vorhanden ist. 

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die meist im Enddarm beginnt und sich von dort aus auf den Dickdarm ausbreitet. Bei der in Schüben auftretenden Krankheit kommt es zu einer Entzündung der Darmschleimhaut, was eitrige Geschwüre hervorrufen kann. Dies führt zu Durchfall und häufig auch zu Bauchschmerzen.

Am häufigsten tritt Colitis ulcerosa zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, die Krankheit kann aber auch jüngere sowie ältere Menschen treffen.

Die Ursachen sind bis heute nicht vollkommen geklärt. Es wird aber vermutet, dass unter anderem Umwelteinflüsse, die Vererbung zu einer Neigung zu Darmentzündungen, psychische Belastungen sowie eine gestörte Immunabwehr einen Einfluss auf die Entstehung sowie den Verlauf der Krankheit haben können.

Merke!

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in Schüben verläuft.

Symptome von Colitis ulcerosa

Die Symptome der Krankheit sind vielfältig und Colitis ulcerosa kündigt sich meist schleichend an. Es kann zu häufigen Durchfällen kommen, die oftmals blutig und gegebenenfalls sogar mit Schleim versetzt sind.

In extremen Fällen ist es möglich, dass die betroffene Person bis zu 40-mal am Tag die Toilette aufsuchen muss.

Ein Colitis-ulcerosa-Schub geht zudem oftmals mit Bauchschmerzen im linken Unterbauch, manchmal krampfartig, einher. Auch Fieber und ein körperliches Schwächegefühl sind möglich. Durch den ständigen Stuhlgang verliert der Körper neben Wasser und Blut auch wichtige Mineralstoffe und Vitamine, was zu einem Mangel an Nährstoffen und dies wiederum zu weiteren Symptomen, welche den Nährstoffmangel betreffen, führen kann.

Möglich sind hierbei beispielsweise eine Anfälligkeit für Infekte oder auch Gewichtsabnahme. Wer über Jahre von Colitis ulcerosa betroffen ist, hat zudem ein erhöhtes Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken.

Merke!

Bei einem Schub leidet die betroffene Person oftmals unter blutig-schleimigen Durchfällen, krampfartigen Bauchschmerzen und einem Schwächegefühl. Durch den Stuhlgang kommt es neben dem Wasser- und Blutverlust auch zu einem Nährstoffmangel.

Diagnose von Colitis ulcerosa

Um festzustellen, ob der Betroffene unter Colitis ulcerosa leidet, wird zunächst ein Blutbild erstellt. Hierbei können sich ein erhöhter CRP-Wert (C-reaktives Protein) und auch eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit bereits als Anzeichen für eine Entzündung äußern.

Ebenso können ein Nährstoffmangel sowie eine eventuelle Blutarmut Aufschlüsse darüber geben, ob eine Erkrankung an Colitis ulcerosa vorliegt.

Weiterhin wird eine Stuhlprobe genommen und auf einen gegebenenfalls vorhandenen bakteriellen Infekt hin untersucht. Eine Darmspiegelung ist zudem unerlässlich, da sich durch diese Untersuchung eitrige Beläge oder Geschwüre an der Darmschleimhaut erkennen lassen.

Auch wird hierbei eine Gewebeprobe entnommen, um die Krankheit besser zu diagnostizieren und gegebenenfalls Morbus Crohn, eine ebenfalls chronisch-entzündliche Darmerkrankung, auszuschließen.

Merke!

Um Colitis ulcerosa zu diagnostizieren, sind die Untersuchungen des Blutbildes, einer Stuhlprobe und des Darms mithilfe einer Darmspiegelung nötig.

Behandlung von Colitis ulcerosa

Häufig wird bei Colitis ulcerosa etwa Kortison, das die Entzündungen hemmt, oder auch Mesalazin, welches das Risiko an Darmkrebs zu erkranken senkt, verabreicht. Diese Medikamente können aber vor allem bei Einnahme über einen längeren Zeitraum abhängig machen und zu Nebenwirkungen führen.

In der alternativen Medizin, der Naturheilkunde, werden oftmals Bittermittel und Gerbstoffe, wie sie beispielweise in Kamille oder Myrrhe vorkommen, gegen eine Entzündung des Darms angewandt. Colitis ulcerosa ist zudem auch durch Ernährung beeinflussbar.

Hierbei wird versucht, die Zeit, in der keine Beschwerden vorliegen, so lange wie möglich auszudehnen und die Zusammensetzung der Speisen wird je nach Phase (Akut- oder Ruhephase) angepasst.

Bei Colitis ulcerosa muss allerdings auch immer bedacht werden, dass Körper und Seele laufend zusammenspielen. Das bedeutet, auch wenn der Körper auf dem Wege der Besserung sein mag, solange die Seele etwas belastet, kann immer wieder ein Schub ausgelöst bzw. sogar durch ein seelisches Ungleichgewicht begünstigt werden.

Damit die Ernährung bei von Colitis ulcerosa Betroffenen richtig wirken kann, darf der seelische Stress also nicht überwiegen, da psychischer Stress negativ auf den Verlauf der Krankheit wirkt.

Merke!

Die oftmals verabreichten Medikamente können auf lange Sicht zu Nebenwirkungen führen. Die Krankheit kann aber auch durch die Ernährung beeinflusst werden. Psychischer Stress kann zu Rückschlägen führen.

Die richtige Ernährung bei Colitis ulcerosa

Vitamine und Ballasstoffe in der Ruhephase

Befindet sich der Darm in der Ruhephase, wird empfohlen, auf eine leichte Vollkost zu setzen. Hierbei gilt es darauf zu achten, dass ausreichend Kalorien, Vitamine und Ballaststoffe (sehr ballaststoffreich sind beispielsweise Flohsamenschalen) zu sich zu nehmen. Hierzu zählen unter anderem Vollkornprodukte, mildes Obst, viel Gemüse oder Nüsse.

Auch sollten Betroffene vermehrt entzündungshemmende Lebensmittel zu sich nehmen, die einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel Leinöl) oder Antioxidantien (beispielsweise Blaubeeren) aufweisen.

Kaffee ist erlaubt

Kaffeeliebhaber müssen zudem nicht auf ihr geliebtes Heißgetränk verzichten – bis zu drei Tassen frischer Kaffee können ebenso entzündungshemmend wirken. Auch probiotische Milchsäurebakterien sind dabei behilflich, die beschwerdefreie Zeit zu verlängern.

Viel trinken

Zudem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich. Um einen Flüssigkeitsverlust zu verhindern wird empfohlen, mindestens 2-3 Liter über den Tag verteilt zu trinken. Geeignet sind hier insbesondere milde Tees ohne Zucker (Kamille, Fenchel oder grüner Tee) sowie Wasser ohne Kohlensäure. Aufgrund der entzündungshemmenden Stoffe kann auch Heidelbeersaft hilfreich sein.

Um zudem einen Elektrolyt-Verlust zu vermeiden, können Traubenzucker oder Kochsalz ins Getränk gegeben werden. Um einem Nährstoffmangel, unter anderem von Vitamin D und B 12, Eisen oder Kalzium, entgegenzuwirken, können nach Rücksprache mit dem Arzt Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Leicht verdauliche Lebensmittel in der Akutphase

Liegt eine Entzündung des Darms vor, verträgt der Körper oft nur wenige und sehr milde Nahrungsmittel. Auch wenn man gehemmt ist und Angst vor erneutem Stuhlgang hat, sollte darauf geachtet werden, abwechslungsreich zu essen, um den Körper weiterhin mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen und den entzündeten Dickdarm zu entlasten.

In einer Akutphase sollten deshalb wenig Ballaststoffe und leicht verdauliche Kohlenhydrate (zum Beispiel Weißbrot) gegessen werden. Auch pürierte Suppen entlasten den Darm und liefern wichtige Nährstoffe. Der Verzehr von gekochten Eiern oder im Ofen gegartem Fisch versorgt den Körper mit ausreichend Proteinen.

Diese Speisen sollten Sie vermeiden

Generell sollte, unabhängig davon, ob gerade ein Schub der Krankheit vorhanden ist oder die betroffene Person sich in der Ruhephase befindet, auf frittierte, fette oder zu stark gewürzte Speisen sowie geräuchertes oder paniert gebratenes Essen, aber auch zu heiße oder kalte Gerichte verzichtet werden.

Während der Akutphase der Colitis ulcerosa sollten Nahrungsmittel konsumiert werden, welche den Darm entlasten, wie zum Beispiel schnell verdauliche Kohlenhydrate oder pürierte Speisen, aber auch entzündungshemmende Stoffe. Auch ist das Trinken äußert wichtig – hier wird vor allem auf milde Tees und stilles Wasser, gegebenenfalls mit Kochsalz oder auch Traubenzucker, gesetzt.

Merke!

Je nach Krankheitsverlauf wird eine gezielte und individuelle Ernährung empfohlen. Während der Ruhephase sollten vor allem viele Kalorien, Vitamine und Ballaststoffe, entzündungshemmende Lebensmittel sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Wissen zum Mitnehmen

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in Schüben  verläuft . Bei einem Schub leidet die betroffene Person unter häufigen, oftmals blutig-schleimigen Durchfällen sowie unter krampfartigen Bauchschmerzen, Schwächegefühl und gegebenenfalls auch Fieber.

Durch den vermehrten Stuhlgang kann es neben dem Wasser- und Blutverlust auch zu einem Nährstoffmangel kommen. Viel Trinken ist hier äußerst wichtig.

Um Colitis ulcerosa zu diagnostizieren, sind die Untersuchung des Blutbildes, einer Stuhlprobe und des Darms mithilfe einer Darmspiegelung nötig.

Colitis ulcerosa kann aber auch durch die Ernährung beeinflusst werden, wobei die Speisen je nach Phase angepasst werden. Wichtig ist zudem, dass kein psychischer Stress vorhanden ist, da dieser zu Rückschlägen führen kann.

Je nach Krankheitsverlauf wird eine andere Ernährung empfohlen. Während der Ruhephase sollten vor allem viele Kalorien, Vitamine und Ballaststoffe, entzündungshemmende und antioxidationsreiche Lebensmittel sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Während der Akutphase der Colitis ulcerosa sollten Nahrungsmittel konsumiert werden, welche den Darm entlasten, beispielsweise schnell verdauliche Kohlenhydrate oder pürierte Speisen, aber auch entzündungshemmende Stoffe.

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