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Ernährung bei Krankheiten

Wenn der Darm streikt – Ernährung bei Morbus Crohn

Ernährung bei Morbus Crohn ist kein Buch mit sieben Siegeln. Bei den erfolgreichsten Therapieformen spielt sie neben Medikamenten die Hauptrolle – und erreicht, was Arzneien alleine nicht schaffen.

Ernährung bei Morbus Chron Ernährung bei Morbus Chron

Diagnose Morbus Crohn – was passiert in meinem Körper?

Morbus Crohn ist eine chronische Darmerkrankung. Die Entzündung kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten, also von der Mundhöhle bis zum After. Die meisten Betroffenen leiden allerdings unter dem Befall des unteren Dünndarms und des Dickdarms. Da die Krankheitsursache weitgehend unbekannt ist, können Mediziner sie bisher nur symptomatisch behandeln. Eine große Rolle spielt bei den erfolgreichsten Therapieformen die Ernährung bei Morbus Crohn.

Realistische Ziele schaffen Klarheit

Die derzeitig gängige Therapie des Morbus Crohn ist eine Mischform aus Diät und Medikamenten. Sie soll den Allgemeinzustand des Patienten verbessern, die Symptomatik und den Verlauf der Krankheit optimieren. Möglichst lange, beschwerdefreie Intervalle und eine geringe Rückfallrate sind im Idealfall das Resultat. Patienten müssen zu Anfang lernen, in kleinen Schritten Richtung Erfolg zu gehen. Realistische Ziele beim Aufbau der Ernährung bei Morbus Crohn helfen, den Frust der oft langwierigen Behandlung zu reduzieren.

Ernährung bei Morbus Crohn – individuelle Diätpläne

Je nach dem Zustand des Betroffenen und der Phase der Erkrankung raten Experten zu unterschiedlichen Möglichkeiten der Ernährung bei Morbus Crohn. Nahrungsberaterin Silke Hölzer aus Hamburg zum Beispiel legt wert darauf, die Folgen der Therapie individuell zu beobachten und die Diät zu optimieren. „Der Patient muss in seinen Körper hinein horchen und ausprobieren, was ihm gut tut.“

In beschwerdefreien Phasen rät die diplomierte Ökotrophologin grundsätzlich zu einer leichten Vollkost. Diese richte sich nach der bekannten Ernährungspyramide: Fünf mal täglich Obst und Gemüse, vier mal Brot, Reis oder Nudeln, drei mal Milchprodukte, zwei mal Fleisch oder Fisch, höchstens ein mal etwas Süßes.

Der Darm braucht Erholung

Dass Betroffene nicht „normal“ essen sollten, obwohl sie temporär keine Beschwerden bemerken, hat folgenden Grund: Nach einer akuten Phase muss der Magen-Darm-Trakt sich langsam wieder an die Nahrungszufuhr gewöhnen. Hier hilft der „Kostaufbau“ als Richtlinie der Ernährung bei Morbus Crohn. Er ist Teil einer Diät, bei der stufenweise die Lebensmittel- und Nährstoffzufuhr erweitert wird. Zunächst sollten Patienten leichtverdauliche, Lebensmittel zu sich nehmen. Diese dürfen nahezu kein Fett enthalten. Empfehlenswert sind in solche Phasen der Ernährung bei Morbus Crohn zum Beispiel Zwieback, Honig, Reis und zarte Gemüsesorten wie Karotten, Spinat und Blumenkohl. Ernährungsexpertin Silke Hölzer: „Auch Tee können Betroffene schon in dieser Phase trinken. Sie sollten ihn allerdings nicht lange ziehen lassen und auf scharfe Inhaltsstoffe wie Ingwer verzichten.“ Stufe um Stufe könnten die Betroffenen dann sowohl die Menge an Nahrung steigern als auch eiweiß- und, zum Schluss, fetthaltige Lebensmittel konsumieren.

Künstliche Zufuhr sichert Nährstoffversorgung

In Phasen, in denen die normale Nahrungsaufnahme wegen Unverträglichkeiten im Verdauungstrakt kaum möglich ist, kann künstliche Ernährung bei Morbus Crohn die Nährstoffversorgung sichern. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass der Verdauungstrakt sich „ausruhen“ kann und keinen Belastungen ausgesetzt ist.

Parenterale und enternale Ernährung bei Morbus Crohn

Es gibt verschiedene Arten der künstlichen Ernährung: Bei der parenteralen Ernährung erreichen die Nährstoffe über die Blutbahn unmittelbar den Stoffwechsel – sie gelangen über einen Venenkatheter in den Körper. Diese Art der Ernährung bei Morbus Crohn erfolgt in Kliniken. Sie muss überwacht werden, da es durch den Katheter zu Infektionen kommen kann. Im schlimmsten Fall reichen die Komplikationen bis zu Blutvergiftungen oder einer Thrombose.

Die Sonde vermeidet Komplikationen

Die enterale Ernährung hingegen erfolgt mit einer Sonde. Patienten sollten sie in einer Klinik oder mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes zu Hause durchführen lassen. Per Sonde gelangt die flüssige Nahrung in den Magen, den Dünndarm oder den Zwölffingerdarm. Diese Ernährung bei Morbus Crohn eignet sich besonders bei Patienten mit Dünndarmbefall. Im Gegensatz zur parenteralen Therapie entfallen die möglichen Komplikationen durch den Katheter.

Ernährung bei Morbus Crohn – der Patient hilft sich selbst

Basis der gängigen Therapien sind zwar Medikamente, welche die Entzündung im Darm behandeln. Die Ernährung bei Morbus Crohn aber ist mitentscheidend: Sie lässt sich durch den Patienten selbst verbessern, wodurch dieser aktiv bei der Behandlung seiner Erkrankung mitwirken kann.

 

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