Sojadrinks im Test: Oft zu viele Schadstoffe und Keime

Von Marleen Wrage
Aktualisiert am 06. Mär. 2019

Das Fazit der Stiftung Warentest beim Test für Sojadrinks ist überraschend, denn jeder dritte Sojadrink fällt durch. Grund dafür sind die erstaunlich hohen Werte an Nickel, Kadmium und Chlorat. Gute Nachrichten: Sieben Sojadrinks bekommen die Note "Gut"!

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Stiftung Warentest hat 15 Sojadrinks getestet (1), unter anderem Marken wie Alpro, Handels- und Drogeriemarken und ein Getränk aus einem Asiamarkt. Testkategorien hierfür waren beispielsweise Geschmack, Nähr­werte und der Anteil an Schad­stoffen.

Vorteile der pflanzlichen und veganen Alternativen 

Eigentlich haben Sojadrinks im Vergleich zu Kuhmilch viele Vorteile. Laut einer Nährstofftabelle der Stiftung Warentest (2) gewinnt der Sojadrink ganz klar in Kategorien wie Eisengehalt, Magnesiumgehalt, Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Ungesüßte Sojadrinks haben auch weniger Zucker als Kuhmilch und sind cholesterinärmer sowie natriumärmer.

Jeder dritte Sojadrink mangelhaft

Doch der große Schreck kam kürzlich bei dem Produkttest der Stiftung Warentest: Jeder dritte Sojadrink wurde als "mangelhaft" bewertet. Der Sojadrink Calcium von dm wurde sogar vom Markt genommen – dieser enthielt den Keim Cellulosimicrobium cellulans, welcher bei Menschen mit sensiblem Darm zu Unwohl­sein führen kann.

Die anderen als "mangelhaft" eingestuften Sojadrinks wiesen hohe Nickel- oder Chloratgehalte auf. Laut Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit reiche bereits ein Glas des belasteten Sojadrinks am Tag aus, um die gerade noch akzeptable Menge an Nickel oder Chlorat aufzunehmen.

Wie kommt Nickel in den Sojadrink?

Dies bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass die Sojadrinks bei der Produktion mit Schadstoffen in Kontakt gekommen sind: Die Sojapflanze nimmt Stoffe wie Nickel aus dem Boden auf. Grundsätzlich ist Nickel ein lebenswichtiges Spurenelement für Pflanzen. Ist die Bodenbelastung jedoch beispielsweise durch eine metallverarbeitende Industrie, durch Müllverbrennungsanlagen oder durch Kraftwerke über einem gewissen Standard, so nehmen die Pflanzen zu viel Nickel auf (3).

Sojadrink oder Sojamilch?

Wussten Sie schon, dass Getränke auf Sojabasis in der Europäischen Union seit 1987 nur unter anderen Bezeichnungen, wie Sojadrink, Sojatrunk oder Sojagetränk, verkauft werden dürfen? Die Bezeichnung "Milch" ist laut europäischer Verordnung "ausschließlich dem durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnene Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug, vorbehalten“ (4).

Pflanzliche Ersatzprodukte – Täuschung?

Jegliche vegane Ersatzprodukte, die sich an tierische Produkte wie Sahne, Butter, Käse oder Joghurt anlehnen, dürfen also nicht so heißen. Die Verbraucher sollen nämlich nicht getäuscht werden. Allerdings eine recht fragwürdige Annahme, denn wer denkt beim Kauf von "veganem Käse" denn, sie würden einen Camembert bekommen? Oder wer kauft eine Hafermilch und denkt, sie würde Kuhmilch enthalten?

Den Testbericht der Stiftung Warentest finden Sie hier.

Wussten Sie übrigens, dass es kinderleicht ist, eigene Pflanzenmilch herzustellen? Ob Hafer, Soja, Reis oder Mandeln: Alles was Sie brauchen ist die Basis für Ihre Milch, etwas Wasser, ein Nussmilchtuch und einen Pürierstab oder Mixer.

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