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Salzige Ernährung schadet Gehirn und Gefäßen

Von Aaron Jöcker
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Zu viel Salz in der Ernährung fördert die Entstehung von Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch steht eine salzreiche Ernährung ebenfalls in einem direkten Zusammenhang mit einem erhöhten Demenzrisiko und zerebrovaskulären Erkrankungen. Eine neue Studie gibt Anlass zur Besorgnis.

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Studie zur Ernährung

Zu viel Salz ist ungesund

Viele Menschen wissen, eine zu hohe Speisesalzzufuhr ist nicht gut für unsere Gesundheit. Grade wer unter Bluthochdruck oder Arteriosklerose leidet, sollte sich salzarm ernähren. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als 6 Gramm Salz pro Tag zu konsumieren.

Das entspricht etwa einem Teelöffel. Wirklich keine große Menge, wenn man sich vor Augen führt, dass sich diese Empfehlung auf alle Mahlzeiten des Tages verteilt, verarbeitete Produkte wie Brot und Käse mit eingeschlossen.

Die durchschnittliche Speisesalzzufuhr liegt in Deutschland mit 8-10 Gramm pro Tag, jedoch deutlich über den Empfehlungen. 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer essen sogar mehr als 15 Gramm Salz pro Tag (1).

Auf die Gesundheit kann dies negative Auswirkungen haben. Eine salzreiche Ernährung erhöht bei vielen Menschen den Blutdruck. Diese Auswirkung ist besonders recht kritisch zu sehen, da Bluthochdruck zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört.

Sie stehen auf Platz 1 der häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2015 waren 39 Prozent aller Todesfälle in Deutschland auf eine Herz-/Kreislauferkrankung zurückzuführen und die Zahlen steigen weiter an (2).

 

Die Auswirkungen von Salz auf das Gehirn

Die Auswirkungen von Salz auf die Gesundheit des Menschen werden in der Fachwelt heftig diskutiert und weiterhin erforscht. Im Mittelpunkt des Interesses amerikanischer Forscher, des Weill Cornell Medical College in New York, standen im Besonderen die Auswirkungen auf das Gehirn. Untersucht wurden diese an Mäusen, deren Nahrung die verhältnismäßig gleiche Kochsalzmenge, wie die von Menschen in Industrienationen auswies.

Die Studie zeigte, dass es bei den Mäusen, in Folge der salzigen Nahrung, zu einer Störung der Gefäßfunktion kam. Die Blutgefäße konnten sich nicht mehr richtig weiten, was einen gestörten Blutfluss zum Gehirn zur Folge hatte.

So konnten die Forscher signifikante kognitive Einschränkungen bei den Nagern beobachten. Schon längst bekannte Gegenstände wurden nach einigen Wochen von den Mäusen wieder so aufmerksam untersucht und beschnuppert, als seien diese völlig neu für sie.

Wie kommt zur Salzstarre der Gefäße?

Eine hohe Kochsalzaufnahme veranlasst die Immunzellen TH17, welche sich im Dünndarm befinden, vermehrt den Entzündungsbotenstoff IL17 ins Blut abzugeben. Trifft IL17 im Blut auf die Innenseite eines Blutgefäßes, wird dessen normale Funktion gestört. Eine so genannte „endotheliale Dysfunktion“ kann entstehen.

Hier wird unter anderem auch die Regulation der Gefäßerweiterung negativ beeinträchtigt.  Sogenanntes Stickoxid (NO), welches die Zellen der Gefäßwand normalerweise produzieren, um sich weitzustellen, kann nicht mehr ausreichend hergestellt werden.

Die Folge: Das Gefäß bleibt starr und verengt. Sauerstoff und wichtige Nährstoffe, die bei einer kognitiven Aufgabe dringend benötigt werden, gelangen in nicht ausreichendem Maße ins Gehirn. Das Gehirn ist unterversorgt. Auf lange Sicht sehen die Wissenschaftler einen Zusammenhang, zwischen einem hohen Salzkonsum und einem erhöhten Risiko an zerebrovaskulären Krankheiten und Demenz zu erkranken.

Schon eine einzige kochsalzreiche Mahlzeit schädigt Arterien

Nicht nur der langfristige Verzehr von reichlich gesalzenem Essen hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit, wie die folgende Studie zeigt (3). Eine einzige salzige Mahlzeit hatte innerhalb von dreißig Minuten einen nachweisbaren, negativen Effekt auf die Funktion von ansonsten völlig gesunden Arterien. Der Salzgehalt der verwendeten Mahlzeit entsprach im Übrigen dem einer durchschnittlichen westlichen Mahlzeit.

Dieses Ergebnis ist unabhängig von der blutdruckerhöhenden Wirkung, die zu viel Salz auf den Organismus hat (4). Salz schadet dem Körper also schon ab dem ersten Bissen und nicht erst nach vielen Jahren, wie viele Menschen immer noch annehmen.

Salziges Essen ganz einfach abgewöhnen

Grund genug also, den eigenen Kochsalzverzehr kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu reduzieren. Durch den Verzicht auf überwürzte Fertigprodukte und Salz in der eigenen Küche gewöhnt sich der Körper schnell um.

So schmecken die Mahlzeiten nur wenige Wochen etwas fade, bis sich die Geschmacksrezeptoren umgewöhnt haben. In der Zwischenzeit verhelfen Rezepte mit frischen Kräutern, aromatischen Gewürzen und geschmacksintensiven Gemüsesorten dem Essen zu mehr pepp.

Zur Originalstudie ►

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