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STUDIENSCHAU

Studie deckt auf: Denken wir langsamer bei Hitze?

Von Sina Brenneker
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Langsamer denken bei Hitze

In unserer Studienschau stellen wir Ihnen regelmäßig einen interessanten Fakt zum Thema Ernährung, Gesundheit, Abnehmen oder Fitness vor. Aufgrund der hohen Temperaturen sind wir auf eine besonders spannende Studie gestoßen, bei der die kognitive Leistung bei hohen Temperaturen untersucht wurde. Welchen Einfluss hat die Hitzewelle auf unser Denkvermögen und denken wir tatsächlich langsamer bei Hitze? Finden Sie es hier heraus.

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Egal ob jung oder alt, krank oder gesund – die Hitzewelle macht vor niemandem halt. Eine aktuelle Studie der Harvard T.H Chan School of Public Health belegt nun, dass die kognitive Leistung von Menschen je nach Raumklima unterschiedlich ausfällt. Die Ergebnisse von Studierenden, die bei der Hitze in einem nicht-klimatisierten Raum lebten, fielen deutlich schlechter aus, als die von Studierenden, deren Räume mit einer Klimaanlage ausgestattet waren. Alle Studierenden waren körperlich gesund.

Hitze ist gesundheitsschädlich

Extreme Hitze hat vielfältige Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit und ist eine der häufigsten klimabedingten Todesursachen in den USA. Da sich ein durchschnittlicher Erwachsener etwa 90 Prozent seiner Zeit in Räumen aufhält, wollte die Studie ermitteln, wie sich die Raumtemperatur auf die Gesundheit auswirken kann und ob Menschen langsamer bei Hitze denken. Die Ergebnisse sind auf Deutschland übertragbar.

Ablauf der Studie

Für die Studie untersuchten Forschende 44 Studierende, die um die 20 Jahre alt waren. Etwa die Hälfte wohnte in einem Gebäude aus den 1990er, welches mit einer zentralen Klimaanlage ausgestattet war. Die andere Hälfte bewohnte ein Haus, welches ohne Klimaanlage zwischen 1930 und 1950 erbaut wurde. Die Forschenden untersuchten die Temperatur, die Feuchtigkeit, den Kohlenstoffdioxidgehalt und den Geräuschpegel sowie die körperliche Aktivität und Schlafgewohnheiten der Studierenden.

Die Werte wurden während des Hitze-Rekord-Sommers 2016 für zwölf Tage erfasst. An den ersten fünf Tagen entsprachen die Temperaturen den gewöhnlichen saisonalen Schwankungen, anschließend kam es zu fünf besonders heißen Tagen, gefolgt von zwei Tagen der Abkühlung. Jeden Tag haben die Studierenden zwei kognitive Tests direkt nach dem Aufwachen an ihrem Handy absolvieren müssen. Hierbei sollten sie die Farbe der Wörter auswählen. Dieser erste Test sollte die kognitive sowie die Reaktionsgeschwindigkeit des Gehirns widerspiegeln. Im zweiten Test sollte durch das Lösen leichter Rechenaufgaben die Gedächtnisleistung ermittelt werden.

Auch gesunde Menschen sind betroffen

Die Testergebnisse zeigen, dass Studierende aus nicht-klimatisierten Räumen während der Hitzewelle etwa 13 Prozent länger brauchten beziehungsweise schlechter abschnitten, als Studierende, die in klimatisierten Zimmern wohnten. Interessanterweise waren die Unterschiede der Ergebnisse an den kühleren Tagen nach der Hitzewelle am stärksten. Die Temperaturen waren in den Räumen ohne Klimaanlage noch immer erhöht, während die Temperaturen draußen nachließen. Wir denken also tatsächlich langsamer bei Hitze!

Abfallende Temperaturen nicht verharmlosen!  

Laut einem Forschenden würden auch die Gefahren, die nach einer Hitzewelle auftreten unterschätzt. Die hohen Temperaturen seien zwar offiziell vorbei, die Hitze in den Räumen besteht aber nach wie vor und dies wirkt sich negativ auf den Schlafrhythmus aus. Insbesondere in kühleren Regionen seien die Gebäude so konstruiert, dass die Wärme gespeichert würde. Nach einer Hitzewelle dauert es daher umso länger, bis sich die Raumluft ebenfalls abkühlt.

Der Klimawandel betrifft uns alle

Mit dieser Studie wurde erstmals bestätigt, dass auch gesunde und junge Menschen von hohen Temperaturen beeinflusst werden und langsamer bei Hitze denken. Somit wird auch deutlich, dass sich die allgemeine Klimaerwärmung weitreichend negativ auf den gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung auswirken kann.

Zur Studie ►

Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt müsste nun untersucht werden, ob es durch die reduzierte Aufmerksamkeit beispielsweise auch das Risiko für Unfälle steigen würde, so zwei Experten der Universität Köln. Sie seien nicht von den Ergebnissen überrascht. Schlaf- und Wassermangel trage zur Verringerung der kognitiven Leistung bei (1).

Geben Sie auf sich Acht!

Um Ihre Leistungsfähigkeit auch während der heißen Tage aufrecht zu erhalten, sollten Sie ausreichend Trinken, auf schwere Mahlzeiten verzichten und idealerweise an den kühleren Stunden des Tages arbeiten.

Und auf welche Mythen Sie bei dieser Hitze nicht hereinfallen sollten, verraten wir Ihnen hier.

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