Wissenschaftlich geprüft
Oktober 2019, Trinity College Dublin

Vitamin-D-Mangel schwächt die Muskeln

Von Beeke Hedder
Aktualisiert am 29. Mai. 2020
© Unsplash/Becca Matimba
© Unsplash/Becca Matimba

Eine Analyse von Untersuchungen einer großen britischen Längsschnittstudie zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und einer beeinträchtigten Muskelkraft. Trotz großer Teilnehmerzahl können die Ergebnisse nur auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe projiziert werden.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Worum ging es bei dieser Studie?

  • Die Studie untersuchte Ergebnisse aus der English Longitudinal Study of Aging. Die Forscher befassten sich dabei mit dem weit verbreiteten Phänomen des Vitamin-D-Mangels, das insbesondere bei älteren Menschen feststellbar ist.
  • Vitamin D wird zu einem großen Teil mithilfe des Sonnenlichts vom Körper selbst hergestellt; so kann gerade bei Menschen ein Mangel entstehen, die sich nicht häufig draußen aufhalten. Zusätzlich haben weitere Faktoren, unter anderem das Alter, einen Einfluss auf die Vitamin-D-Produktion.  
  • Das Ziel der Analyse war die Bestimmung einer Verbindung zwischen dem Vitamin-D-Status im Blut und einer beeinträchtigten Muskelfunktion bei älteren Erwachsenen, die in Wohngemeinschaften leben.
  • Als sekundäre Forschungsfrage wurde der Zusammenhang der Sturzhäufigkeit und der Muskelfunktion untersucht.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Besteht ein Zusammenhang zwischen einer beeinträchtigten Muskelfunktion und dem Vitamin-D-Status im Blut von in Wohngemeinschaften lebenden Senioren?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Die Daten von insgesamt 4157 Senioren aus England, von denen 1874 männlich und 2283 weiblich waren und ein Durchschnittsalter von 69,8 Jahren hatten, wurden für die Analyse herangezogen.

Welche Methode wurde angewandt?

  • Die Studie basiert auf einer Analyse von Daten aus der English Longitudinal Study of Aging (ELSA), in der Menschen im Alter ab 60 Jahren im Zeitraum von 2012 bis 2013 untersucht wurden.
  • Um die Muskelkraft der Probanden zu bestimmen, wurde die Griffkraft der dominanten Hand dokumentiert (HGS-Test). Zusätzlich wurde die Mobilität der Teilnehmer mit der Short Physical Performance Battery (SPPB) getestet: Dabei werden in kurzen Tests Kraft, Gleichgewicht und Gehgeschwindigkeit als Mobilitätskriterien erfasst (1).
  • Als Vergleichsdaten zur Muskelkraft und Mobilität wurde der Status des 25-Hydroxy-Vitamin-D (Vorstufe des aktiven Vitamin D3) durch Blutproben bestimmt. Alle Proben wurden doppelt entnommen.
  • Eine Konzentration von unter 30 nmol/L des 25-Hydroxy-Vitamin-D wurde als Vitamin-D-Mangel klassifiziert.

Leckere vitaminreiche Rezepte

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • 30,6 Prozent der Studienteilnehmer wiesen eine geringe Griffkraft auf und 12,7 Prozent zeigten eine sehr eingeschränkte Mobilität.
  • Die Probanden mit dem geringsten Vitamin-D-Status (<30 nmol/L) wiesen die höchste Rate für eine beeinträchtigte Muskelkraft (40,4 Prozent) und Mobilität auf (25,2 Prozent).
  • Damit geht ein signifikanter Zusammenhang eines Vitamin-D-Mangels (<30 nmol/L), einer geringen Griffkraft (HGS-Test) und einer eingeschränkten Mobilität (SPPB) einher.
  • Der Vitamin-D-Status konnte nicht mit der Sturzhäufigkeit assoziiert werden.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Die Studie wurde durch ein Stipendium des Irish Research Council finanziert. Die Grundlage dieser Studie ist die Längsschnittstudie ELSA, welche primär vom National Institute on Aging finanziert wurde.(2) An der Analyse waren das Trinity College Dublin (Niamh Aspell, Eamon Laird, Maria O’Sullivan, Brian Lawlor) und das Department of Biochemistry des St James’s Healthcare Campus Dublin (Martin Healy) beteiligt.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


Begriffe: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Staatliche Finanzierung der Studie: Sowohl die Ausgangsstudie ELSA als auch die daraus hervorgehende Analyse zu dieser Studie wurden von staatlichen Institutionen finanziert. Da der Staat keine wirtschaftlichen Interessen verfolgt, ergeben sich vermutlich auch keine Interessenkonflikte.
  • Große Teilnehmerzahl: Eine Stärke dieser Studie ist die gut definierte, zu untersuchende Bevölkerungsgruppe und eine hohe Anzahl an Probanden, die den Auswahlkriterien entsprechen (n=4157).
  • Fehlender Bevölkerungsquerschnitt: Da sich die Studie lediglich auf diese sehr definierte Bevölkerungsgruppe bezieht, sind die Ergebnisse nicht für die Gesamtbevölkerung aussagekräftig.
  • Weitere Untersuchungen nötig: Um die Ergebnisse dieser Studie zu festigen und die Ursache und Wirkung in einen tatsächlichen Zusammenhang zu bringen, sind weitere Interventionsstudien notwendig, die einen Vitamin-D-Mangel der älteren Bevölkerung analysieren.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten
Schreiben Sie einen Kommentar