Cornelia Polettos Kochschul-Blog

Im Supermarkt: Gute Lebensmittel erkennen

Von Cornelia Poletto
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Im Supermarkt gute Lebensmittel erkennen

So viel Spaß es auch macht, auf dem Wochenmarkt einzukaufen: Für die alltäglichen Besorgungen ist meistens doch der Supermarkt die erste Anlaufstelle. Allerdings fühle ich mich dort von der schieren Masse des Angebots oft förmlich erschlagen, und ich weiß von vielen anderen, denen es genauso geht. Wie kann man also im Supermarkt gute Lebensmittel erkennen?

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Durchblick beim Olivenöl

Allein die zwanzig, dreißig Sorten Olivenöl! Hier herauszufinden, welches die guten Produkte sind, kommt einem manchmal wie eine unlösbare Aufgabe vor. Zum Glück gibt es zumindest ein paar Anhaltspunkte dafür, hinter welchem Etikett sich Qualität verbirgt. 

Der wichtigste Qualitätsunterschied ergibt sich aus der Art der Pressung. Die höchste Güteklasse ist "natives Olivenöl extra", das häufig auch die italienische Bezeichnung "extra vergine" trägt. Es wir direkt aus den Oliven gepresst, und weil die Temperatur dabei unter 40 Grad bleiben muss, sind im Öl noch sämtliche wertvolle Inhalts- und Geschmacksstoffe enthalten. 

Auch "natives Olivenöl" (ohne den Zusatz "extra") wird so gewonnen, kann allerdings Geschmacksfehler haben. Ich benutze ausschließlich Olivenöl "extra vergine". Im Supermarkt stellt sich dabei allerdings ein Problem: Fast jedes Öl trägt diese Bezeichnung. Welche Kriterien gibt es also sonst noch? 

Natürlich ist auch Olivenöl Geschmackssache. Der eine mag am liebsten eine Sorte, die pfeffrig schmeckt, die andere das mildere. In welche grobe Richtung das Öl geht, kann man schon erkennen, bevor man die Flasche geöffnet hat, falls die Herkunftsregion darauf angegeben ist. Als Faustregel gilt nämlich: Je mehr Sonne die Oliven abbekommen haben, desto milder ist das aus ihnen gepresste Öl. 

Im Supermarkt gute Lebensmittel erkennen

Deshalb schmecken Sorten aus Norditalien (zum Beispiel aus Ligurien) in der Regel pfeffriger als solche aus dem Süden, beispielsweise Kalabrien. Natürlich steht die Herkunftsregion nicht immer auf dem Etikett, aber auch das ist für mich ein Kriterium, denn solche Flaschen lasse ich gleich stehen. Nur allzu häufig befindet sich darin Öl, das billig irgendwo zusammengekauft und zusammengemischt wurde. 

Das kann übrigens auch der Fall sein, wenn das Etikett zwar "Toskana" verspricht, dort aber lediglich der Abfüller zu Hause ist. Hier ist ein bestimmtes Siegel tatsächlich eine Kaufhilfe: Trägt ein Öl das runde, rot-gelbe Emblem "Geschützte Ursprungsbezeichnung", dann bedeutet das, dass alle Produktionsschritte in der angegebenen Region stattgefunden haben. 

Mit einem Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum stelle ich außerdem fest, wie frisch das Öl ist. Liegt das Datum noch ein Jahr oder sogar mehr in der Zukunft, trage ich mit hoher Sicherheit kein muffiges Öl nach Hause, sondern frisches aus der letzten Ernte.

Andere Öle

Neben Olivenöl habe ich immer auch ein paar andere Pflanzenöle da, denn die bringen eine tolle Aromenvielfalt in die Küche. Dazu ist es notwendig, aromatisierte Öle wie Zitronen-, Orangen- oder Basilikumöl zu kaufen: Häufig finden sich darin nämlich Aromastoffe, die mit den echten ätherischen Ölen der Geschmacksgeber wenig zu tun haben (dass auch Trüffelöl aus dem Supermarkt selten einen Trüffel gesehen hat, zeigt schon der Preis). Viel besser ist es, ein neutral schmeckendes Öl wie Raps- oder Distelöl frisch mit Kräutern oder abgeriebener Zitrusfruchtschale zu würzen. 

Abgesehen davon liefern verschiedene kalt gepresste Nussöle, Kürbiskern- und Traubenkernöl reichlich Abwechslung, nicht nur für Salat. Auch Leinöl benutze ich gerne. Mit seinem hohen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren tut es dem ganzen Körper gut. 

Guten Essig erkennen ▶︎

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