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Der Good-Food-Blog
18. Februar 2015

Ein Nährstoff wird vom Feind zum Freund

Seit Jahrzehnten wird es den Amerikanern, den Briten und auch uns Europäern eingetrichtert: Fett macht fett, tierische (gesättigte) Fette sind ungesund, pflanzliche (ungesättigte) Fette sind gesund.

BUtter

Seit Jahrzehnten empfehlen Fachgesellschaften auf der ganzen Welt: Leute, esst weniger Fett. Und: Leute, esst vor allem weniger tierisches Fett. Seit Jahrzehnten werden die Menschen in den USA, England und Deutschland allerdings trotzdem immer dicker und auch die Zahl der Herzkranken und Herztoten sinkt nicht.  

„Vom Feind zum Freund“ betitelte ein dänischer Forscher kürzlich seinen im American Journal of Clinical Nutrition (ein richtig wichtiges Magazin!) erschienenen Artikel – und nahm Bezug auf aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema gesättigte Fettsäuren.

Was war geschehen?
Die Empfehlungen der mächtigen „American Heart Association“, möglichst wenig gesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen, basieren auf Studien eines einzelnen amerikanischen Wissenschaftlers aus den 50er und 60er Jahren. Er hatte vermeintlich nachgewiesen, dass tödliche Herzerkrankungen in Zusammenhang mit der aufgenommenen Menge an tierischem Fett (bzw. gesättigten Fettsäuren) stehen. Der Mann wird als überaus charismatisch und überzeugend beschrieben. Seine Theorie setzte sich durch. Seit 1977 steht in den offiziellen US-Ernährungsrichtlinien, dass man nicht mehr als 30% der täglich aufgenommenen Energie in Form von Fett zu sich zu nehmen sollte, davon max. 10% in Form von gesättigten Fettsäuren. 1983 wurden die gleichen Empfehlungen in England zum Dogma und auch bei uns waren (sind?!) diese Zahlen seit Jahrzehnten offizielle Lehrmeinung.

Gleichwohl gibt es (ebenfalls seit Jahrzehnten!) einzelne Wissenschaftler auf der ganzen Welt, die den Zusammenhang anzweifeln. Offenbar hatten und haben die Auswertungen jenes besagten amerikanischen Forschers aus den 50ern/60ern eklatante Lücken und Fehler. Ich erspare Ihnen an dieser Stelle jetzt die Einzelheiten der wissenschaftlichen Auseinandersetzung -- auf jeden Fall liegen anno 2015 nun endlich genug „Gegenbeweise“ in Form von Studien vor, die zeigen, dass eben doch kein direkter Zusammenhang zwischen der Aufnahme von gesättigten Fetten und Herzkrankheiten besteht.

Und dass es auch nicht das Fett per se ist, das uns dick macht. Die Fette in Vollmilch, Butter, Eigelb und durchwachsenem Fleisch – die bislang als Gesundheitsfeinde Nr. 1 galten, weil sie angeblich den Cholesterinspiegel in Höhe treiben – haben allenfalls gar keinen – wahrscheinlich in Teilen aber sogar einen positiven – Einfluss auf unsere Blutfettwerte. Wohingegen klar ist, dass ein anderer Nährstoff, nämlich raffinierter Zucker, bestimmte Cholesterinfraktionen im Blut in die Höhe treibt, die sich besonders negativ auf die Gesundheit auswirken. Und es ist an allererster Stelle ebenfalls der Zucker (auch Fruchtzucker!), der zu Übergewicht führt. Die Studien zeigen, dass Menschen, die mit einer low-fat-Diät ihr Gewicht zu reduzieren versuchen, nicht mehr oder schneller abnehmen als Menschen, die auf low-carb setzen. Letztere weisen allerdings die besseren Blutfettwerte auf.

Man kann die ganze Diskussion in zwei kurzen Sätzen zusammenfassen: Zuviel oder vermeintlich falsches Fett ist nicht unser Problem. Unser Problem ist zu viel Zucker!

Also, wenn Sie das nächste Mal einen Latte macchiato bestellen: nehmen Sie ihn ruhig mit Vollmilch, aber ohne den zweiten Löffel Zucker. Wenn Sie morgens Ihr Frühstücksei köpfen: Tun Sie es ohne schlechtes Gewissen, aber essen Sie keinen weißen Toast dazu. Wenn Sie zum Grillen eingeladen sind: Nehmen Sie das Steak, aber halten Sie sich beim Baguette zurück. Und wenn Sie einkaufen gehen: Kaufen Sie Butter anstelle von Margarine. 

Herzlichst, Ihre
Alexa Iwan

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Bisherige Kommentare

 
Dann veröffentlicht doch mal eine Rubrik: Zuckerarme Rezepte,besonders Desserts und Kuchen,Also nicht Low-carb oder Low-fat sondern Low-sugar
Bild des Benutzers EAT SMARTER
Hallo Vroni66, danke für den Vorschlag! Wir werden sehen, ob und wie wir Ihren Vorschlag umsetzen können. Viele Grüße von EAT SMARTER
 
Das weiß man längst, das Butter gesund ist und Zucker ungesund, also nichts Neues. Wenn man seinen Verstand einsetzt und nicht jedem, von der Margarinenunion gesponserten Arzt glaubt, dann ernährt man sich auch gesund.