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Chew and Spit, Drunkorexia, Binge Eating: Was steckt dahinter?

Von Lina Nagel
Aktualisiert am 11. Sep. 2018
Essstörungen Chew and Spit

Gestörtes Essverhalten hat neben den bekannten Krankheiten wie Magersucht oder Bulimie viele Gesichter. Die folgend dargestellten Essstörungen sind noch relativ unbekannt, aber nicht weniger unheilvoll.

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Die meisten Essstörungen beginnen schleichend und harmlos. Mal mit dem Verzicht auf das Abendessen, mal mit dem Verschlingen von Eis und Schokolade in Stressphasen, mal mit dem Vorsatz, auf ungesunde Lebensmittel zu verzichten – um nur drei Beispiele zu nennen.

Warum sich das Essverhalten bei einigen Menschen nur phasenweise extrem ist, während andere in die Krankheit abgleiten, hat vielerlei Ursachen. Damit sich eine Essstörung ausbildet, müssen verschiedene Risikofaktoren zusammentreffen. Dabei spielen genetische und neurobiologische Faktoren ebenso eine Rolle wie individuelle und kulturelle Einflüsse.  

Es gibt nicht „die eine“ Ursache für Essstörungen – genau so wenig, wie es „die eine“ Essstörung gibt. Neben Magersucht und Bulimie existieren andere, nicht weniger gesundheitsschädliche Ausprägungen.

Chew and Spit: Kauen und Ausspucken

Essen in den Mund nehmen, kauen und wieder ausspucken charakterisiert die Essstörung namens „Chew and Spit“. Häufig sind die Lebensmittel, die gekaut und ausgespuckt werden, von sehr hoher Qualität und/oder besonders kalorienreich.

Werden sie vor dem Verschlucken ausgespuckt, so verhindern Betroffene die Aufnahme von Kalorien, haben aber trotzdem den erwünschten Geschmack.

Zu Chew and Spit existieren noch nicht viele Studien. Eine Metastudie von vier australischen Wissenschaftlern ergab jedoch, dass Menschen, die eine „Chew and Spit“-Essstörung haben, häufig auch zu anderen Essstörung wie Binge Eating neigen (1). Auch Menschen, die sich an eine kalorisch restriktive Ernährung halten müssen, wie beispielsweise Leistungssportler, Bodybuilder, aber auch Menschen mit einem Magen-Bypass, können eine Chew and Spit-Störung entwickeln.

Die Essstörung wird häufig von Schamgefühl und Ekel begleitet und kann zur sozialen Isolation führen. Noch ungeklärt ist die Frage, was passiert, wenn dem Gehirn durch die Geschmacksrezeptoren signalisiert wird, dass Nahrung kommt, und dann die Nährstoffe ausbleiben.

Binge Eating Disorder: Schlingen, bis nichts mehr geht

Binge Eating ist ein noch relativ wenig erforschtes Feld der Essstörungen. Betroffene verschlingen dabei große Mengen von Lebensmitteln, ohne dass sie Hunger verspüren. Der Essprozess verselbständigt sich, die Kontrolle geht verloren. Anders als bei der Bulimie erbrechen sich Binge Eater nicht, sodass die aufgenommenen Kalorien im Körper verbleiben. Gegessen wird heimlich.

Phasen des Binge Eating können sich mit Phasen der Restriktion abwechseln. Viele Menschen, die an der Binge Eating-Störung leiden, sind übergewichtig. Bei ihnen scheint die Wahrnehmung von Sättigungs- und Hungermechanismen gestört zu sein.

Häufig werden Lebensmittel mit einer hohen Kalorien- und geringen Nährstoffdichte gewählt, zum Beispiel Kuchen oder Eis. Diese lassen sich gut herunterschlingen. Durch die einseitige Ernährung kann Binge Eating mit Nährstoff- und Vitaminmangel einhergehen.

Orthorexie: Der Zwang, gesund zu essen

In Zeiten von Superfoods, Clean Eating und dem Verbannen von Zucker, Fleisch und Gluten scheint eine Essstörung namens Orthorexie nur folgerichtig. Betroffene fixieren sich übersteigert auf gesunde Lebensmittel. Im Gegensatz zu den anderen Essstörungen ist für sie nicht die Menge der Nahrungsmittel entscheidend, sondern die Qualität. Orthorektiker teilen Lebensmittel willkürlich in "gesund" oder "ungesund" ein und erlegen sich selbst strenge Regeln auf. Dadurch fühlen sie sich anderen Menschen überlegen.

Ein Regelverstoß führt bei ihnen zu Schuldgefühlen und Selbstbestrafungen mit immer strikteren Essensregeln. Bisweilen ist der Übergang zu anderen Essstörungen wie der Magersucht fließend. Bisher gibt es nur wenige wissenschaftliche Daten über diese Form von Essstörungen. 

Drunkorexie: Für Alkohol auf Essen verzichten

Alkohol trinken und dabei dünn sein – um diese zwei gesellschaftlichen „Ideale“ zu vereinen, ist vor allem unter Studentinnen ein Phänomen namens „Drunkorexie“ zu beobachten. Drunkorexie hat verschiedene Ausprägungen (2):

  • Vor einem Party-Abend wenig oder gar nichts essen
  • Alkohol mit kalorienfreien (Light-)Getränken mischen
  • Extremer Sport und/oder Diät nach dem Alkoholexzess

Ziel ist, durch den Alkoholkonsum nicht zuzunehmen. Lange galt das Verhältnis von zu wenig Essen und zu viel Alkohol als eine Art studentischer Mythos. Doch das Verhalten ist problematisch, weil es ein Kompensationsverhalten für den Alkoholkonsum darstellt. Dieses Kompensationsverhalten ist Anzeichen für ein Abhängigkeitsverhältnis. Zum anderen gelangt beim Trinken der Alkohol schneller ins Blut, wodurch das Risiko für Filmrisse, aber auch für Folgeschäden im Organismus steigt.

Wie Sie Essstörungen erkennen, lesen Sie auf tk.de

Auf der Website der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung finden Betroffene, ihre Familie und Freunde Hilfe: https://www.bzga-essstoerungen.de/

 

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