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Morbus Bechterew: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Krankheit

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Mär. 2019

Morbus Bechterew (auch Spondylitis ankylosans oder Spondyloarthritis genannt) betrifft geschätzt ein Prozent aller Deutschen. Die seltene Krankheit wird leider immer noch häufig zu spät diagnostiziert. Häufiges Symptom sind nächtliche Rückenschmerzen.

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Frau dehnt ihren Rücken

Bis die Diagnose „Morbus Bechterew“ gestellt wird, haben viele Patienten schon eine jahrelange Odyssee hinter sich: Vom Hausarzt zum Physiotherapeuten, verschiedene Medikamente und Therapien, alle nur mit kurzfristigem Erfolg. Häufig wird fälschlich ein „Hexenschuss“ behandelt.

Dabei hat Morbus Bechterew ganz andere Ursachen: Es handelt sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung mit schmerzhaften Gelenkentzündungen vor allem im Bereich der Wirbelsäule und des Kreuzbeins. Unbehandelt kann die Krankheit zu einer allmählichen Versteifung der Wirbelsäule führen. In schweren Fällen verkrümmt sich die Wirbelsäule so stark, dass die Betroffenen kaum noch ihren Blick vom Boden heben können. Auch weitere entzündliche Erkrankungen können in Folge auftreten, zum Beispiel am Auge, im Darm, an den Sehnen und an verschiedenen Gelenken.

Morbus Bechterew: Symptome erkennen und schnell handeln

Nicht immer, aber sehr häufg können chronische Rückenschmerzen auf eine Erkrankung mir Morbus Bechterew hinweisen. Diese Rückenschmerzen seien vor allem dann verdächtig, wenn sie bei Patienten unter 45 Jahren aufträten, so Dr. Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes deutscher Rheumatologen e.V., auf der Website „Internisten im Netz“.

Doch die Krankheit kann sich auch in anderen Anzeichen bzw. Merkmalen äußern. Die häufigsten hat die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. auf Ihrer Website (www.bechterew.de) zusammengestellt:

  • Zwischen rechts und links wechselnde Gesäßschmerzen verbunden mit einer Bewegungseinschränkung in der Lendenwirbelsäule und Ausstrahlung in die Oberschenkel
  • Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten
  • Andauern der Beschwerden über mehr als 3 Monate
  • Auftreten der Steifigkeit und der Schmerzen vor allem in den frühen Morgenstunden
  • Unsymmetrische Entzündung einzelner Gelenke (z.B. Hüftgelenk, Kniegelenk)
  • Fersenschmerzen oder eine andere Sehnenansatz-Entzündung
  • Regenbogenhautentzündung im Auge
  • Schmerzen über dem Brustbein, Einschränkung der Brustkorbdehnung ohne erkennbare Ursache
  • Eindeutige Besserung durch ein cortisonfreies entzündungshemmendes Medikament innerhalb von 48 Stunden und Wiederkehr der Schmerzen nach Absetzen des Medikaments.

Diagnose von Morbus Bechterew

Ergibt sich aus den oben genannten Symptomen ein Verdacht auf Morbus Bechterew, so sollten diese möglichst bald mit einem Facharzt für rheumatische Erkrankungen abgeklärt werden. Im Röntgenbild lässt sich die Krankheit erst einige Jahre nach dem Einsetzen der Krankheit erkennen.

Der Arzt befragt den Patienten zunächst zu seiner Krankheitsgeschichte, familiären Vorbelastungen und akuten Symptomen. Die weitere Diagnostik erfolgt häufig mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT). Durch dieses bildgebende Verfahren lassen sich Entzündungen, typischerweise in den Sakroiliakalgelenken (Kreuzbein-Darmbein-Gelenken), bereits sehr früh erkennen. Zusätzlich wird bei Verdacht auf Morbus Bechterew ein Bluttest auf ein Gen namens HLA-B27 durchgeführt.

Morbus Bechterew: Die Krankheit bleibt

Morbus Bechterew begleitet Betroffene deren Leben lang. Dabei kann die Schwere des Verlaufs variieren: Von einem kaum merklichen Krankheitsverlauf bis hin zu Beschwerden, die das tägliche Leben stark beeinträchtigen.

Gegen die Entzündungen werden vielfach nichtsteroidale Antirheumatika eingesetzt: Medikamente gegen rheumatische Erkrankungen, die kein Cortison enthalten. Welches Medikament in Frage kommt, muss mit dem Arzt abgestimmt werden, da die verschiedenen Präparate bestimmte Nebenwirkungen haben können.

Neuerdings werden besonders bei ausgeprägteren Krankheitsverläufen auch sogenannte TNF-alpha-Blocker eingesetzt. Sie blockieren das entzündungsfördernde Gen TNF-alpha.

Besonders wichtig für Morbus Bechterew-Patienten ist jedoch Bewegung. Die Rückenmuskulatur muss durch gezielte krankengymnastische Übungen gestärkt werden. Hintergrund: Die Beweglichkeit soll erhalten bleiben. Je mehr die Wirbelsäule sich versteift, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Rücken sich verkrümmt. Hier kann mit konsequenter Durchführung der Übungen gegengesteuert werden.

Morbus Bechterew: Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Eine „Heil-Diät“ gibt es nicht. Doch verschiedene Studien sprechen dafür, dass die Vermeidung bestimmter Lebensmittel Symptome von Morbus Bechterew lindern können.

So wird empfohlen, nur zwei Fleischmahlzeiten die Woche zu sich zu nehmen und fettes Fleisch nur in Ausnahmen zu verzehren. Täglich sollten 0,5 Liter fettreduzierte Milch oder Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Quarkspeise verzehrt werden. Fettreiche Fische wie Thunfisch, Makrele oder Hering haben zudem eine entzündungshemmende Wirkung. Einen ebenso positiven Effekt kann die in Lein-, Raps- und Walnussöl enthaltene Linolensäure bewirken.

Ernährung bei Rheuma

Morbus Bechterew: Austausch mit Betroffenen

Auf www.bechterew.de können sich Betroffene und Angehörige umfassend informieren und austauschen.

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