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Der Good-Food-Blog

Das Phänomen Ernährungs-Verwirrung

Von Dr. Alexa Iwan
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Frau hat die Wahl zwischen Apfel und Muffin

Es wird unglaublich viel geschrieben und gepostet zum Thema Ernährung. Von Experten, Halb-Experten, Nicht-Experten sowie völlig Unwissenden. Denn Essen tut jeder jeden Tag. Und deshalb hat auch jeder eine Meinung und vor allem: persönliche Erfahrung! Letzteres wird gerne als Expertise hingestellt, sollte aber nicht damit verwechselt werden.

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Das Ergebnis ist ... allgemeine Verunsicherung. Sobald ich zum Beispiel ein Foto einer Linsensuppe mit Würstchen auf meinem facebook-Profil hochlade, werde ich gefragt, wieso ich denn Würstchen esse, die seien doch ungesund. Wenn ich etwas zum Thema Milch schreibe, kann ich Wetten abschließen wie lange es dauert bis die Milch-Gegner dagegen wettern. Und das Bild meiner abendlichen Lasagne wurde kommentiert mit den Worten „Du isst abends Kohlenhydrate?!“.

Was ich bei diesen ganzen Diskussionen nicht verstehe, ist Folgendes: wieso fällt es so vielen Menschen leichter sich bestimmte Lebensmittel gänzlich zu verbieten (weil Trend X oder Y das so vorschreibt), als einfach das vorhandene Angebot an natürlichen Lebensmitteln zu genießen und einfach nur den Industriekrempel so weit wie möglich weg zu lassen? Ein anständiges Wiener Würstchen, das von einem anständigen Metzger aus anständigem Fleisch hergestellt wurde, welches von Tieren stammt, die anständiges Futter bekommen haben, ist sicher kein gesundheitliches Problem.

Industriewürstchen aus Massentierhaltung dagegen schon. Aber anstatt auf den Unterschied zu achten, wird das Würstchen per se schlecht gemacht. Aus meiner Sicht spricht auch überhaupt nichts gegen Milch von gesunden Bio-Kühen. Im Gegenteil: gerade in jüngster Zeit haben wieder einige Studien gezeigt, dass das Fettsäureprofil von Vollmilch (ja sogar von Butter!) das Risiko für koronare Herzerkrankungen senkt.

Wogegen allerdings eine Menge spricht, sind die ganzen völlig überzuckerten und mit Aromastoffen versetzen Milchmischgetränke, die man allerorts in den Kühlregalen der Supermärkte findet. Und wer nicht gerade dringend abnehmen möchte, der braucht sich auch nicht mit no-carb oder low-carb rumschlagen – bei Kohlenhydraten entscheidet die Qualität über gesund oder ungesund. Das heißt: Vollkornbrot – ja bitte; Weißbrot & Zuckerteilchen – nein danke. Bevor Sie also das nächste Mal irgendeinem Trend folgen, der Ihnen so einen Unsinn unterjubeln will wie „Abends sollte man keinen Salat essen, denn der ist schwer verdaulich“, gucken Sie genau hin, wer die vermeintliche Weisheit von sich gibt. Und seien Sie im Zweifelsfalle ihr eigener Experte – und zwar der mit dem gesunden Menschenverstand.

Herzlichst, Ihre Alexa Iwan (Dipl. Ökotrophologin)

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