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Der Good-Food-Blog

Mehltype: Was bedeutet eigentlich die Zahl auf der Mehltüte?

Von Dr. Alexa Iwan
Aktualisiert am 12. Nov. 2018
Mehltype

Wenn es um Brot oder Backwaren geht, dann höre ich im Zusammenhang mit „gesund“ oft den Satz: „Wir essen ja eh nur Dinkelbrot.“ Aha ... Nur, dass die Tatsache, dass Dinkelmehl verbacken wurde, noch nichts über den gesundheitlichen Wert eines Brotes oder eines Kuchens aussagt. Warum nicht? Weil weniger die Getreidesorte, sondern vielmehr der Ausmahlungsgrad des verwendeten Mehles bestimmt, ob ein Brot gesund oder nicht so gesund ist.

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Den Ausmahlungsgrad eines Mehles erkennen Sie an der Zahl, die auf der Mehltüte steht. Da gibt es zum Beispiel „Weizenmehl 405“ oder „Dinkelmehl 630“ oder „Roggenmehl 1150“. Wenn Sie bislang dachten, diese Zahlen haben etwas mit der Feinheit des Mehles zu tun, dann lagen Sie leider falsch. Denn diese Zahlen beziffern den Aschegehalt des Mehles (in Milligramm) bezogen auf 100 Gramm Mehl:

  • Weizenmehl Type 405 enthält also 405 Milligramm Mineralstoffe pro 100 Gramm
  • Roggenmehl Type 1150 enthält 1150 Milligramm Mineralstoffe pro 100 Gramm

Höhere Typenzahlen gesünder

Und damit ist klar, dass die Mehlsorten mit den höheren Typenzahlen die Besseren sind, da sie mehr Mineralstoffe enthalten. Weizenmehl Type 405 dagegen ist ein sogenanntes „ausgemahlenes Mehl“ oder „Auszugsmehl“, weil vor dem Mahlen der Getreidekörner sämtliche Getreiderandschichten und der Keim entfernt wurden.

Auszugsmehl

Dadurch entsteht ein sehr helles Mehl, welches fast ausschließlich aus den Kohlenhydraten des Mehlkörpers besteht und fast keine Mineralstoffe mehr enthält. Die Mehltüte, die sie kaufen, enthält also nur einen Teil (=Auszug) des Getreidekorns, deshalb die Bezeichnung „Auszugsmehl“.

Bei Dinkelmehl ist der höchste Ausmahlungsgrad die Type 630. Das liegt daran, dass Dinkel von Natur aus etwas mehr Mineralstoffe enthält als Weizen. Insofern mag helles Dinkelbrot etwas besser sein als helles Weizenbrot, aber der Unterschied ist marginal.

Teilauszugsmehl

Besser beziehungsweise gesünder sind die Mehlsorten mit Typenzahlen >1000. Diese Mehle sind auch farblich schon etwas dunkler/kräftiger. Man nennt sie Teilauszugsmehle, weil vor dem Mahlen ein Teil der Getreideschalen wieder zugegeben und mit vermahlen wird. Dadurch steigt der Mineralstoffgehalt.

Echte Vollkornmehle haben Typenbezeichnungen von 1700 – 1800. Das heißt, der Mineralstoffgehalt von Vollkornmehl liegt bei 1700 – 1800 Milligramm pro 100 Gramm Mehl. Und man muss nun kein Mathegenie sein, um zu erkennen: das ist mehr als viermal so viel als helles Weizenmehl an Mineralien bietet und dreimal so viel als helles Dinkelmehl enthält.

Insofern: Schauen Sie bei Getreideprodukten künftig genauer hin – nämlich auf die Typenzahl des verwendeten Mehles – und lassen Sie sich nicht einfach nur durch den Aufdruck „mit Dinkel“ blenden.

Herzlichst

Dr. Alexa Iwan
Dipl. Ökotrophologin

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