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Dr. Ingo Froböse

Was ist dran am Mythos Winterspeck?

Von Prof. Dr. Ingo Froböse
Aktualisiert am 25. Nov. 2018
Mythos Winterspeck

In der kalten Jahreszeit nehmen die meisten Menschen zu – das scheint eine Art Naturgesetz zu sein. Doch woher kommt der Winterspeck? Und wie können wir ihn überlisten? Fitness-Doc Ingo Froböse kennt die Antwort!

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Inhaltsverzeichnis

Winterspeck als Kälteschutz?
Winterspeck durch Winter-Blues?
Winterspeck durch Weihnachts-Gelage
Winterspeck vorbeugen
Mythos Winterspeck – Wissen zum Mitnehmen

Durchschnittlich 0,8 Kilo zusätzlichen Speck nehmen wir aus der Weihnachtszeit mit ins neue Jahr. Das ergab eine Studie mit 3.000 Teilnehmern aus dem Jahr 2016. Die finnische Forscherin Elina Helander stattete ihre Probanden ein Jahr lang mit digitalen Waagen aus, die die Gewichtsentwicklung aufzeichneten. In Deutschland schnellte die Körpergewichtskurve am auffälligsten während der Weihnachtsfeiertage nach oben – durchnschnittlich nahm jeder Studienteilnehmer in dieser Zeit 0,8 Kilogramm zu. Die Hälfte der Pfunde schmolz im Laufe des Januars – doch 400 Gramm blieben bis zum Sommer und darüber hinaus erhalten (1).

Spricht diese Studie nun dafür, dass wir im Winter automatisch an Gewicht zulegen, liebe EAT SMARTER-Leser? Teilweise, so lautet die Antwort. Fest steht: Winterspeck, wie wir ihn aus dem Tierreich kennen, lagert der Mensch nicht an. Denn bei Bär, Igel und Murmeltier beginnt die „Massephase“ bereits im Spätsommer. Im Winter geht es dann nur darum, die Stoffwechselprozesse möglichst niedrig zu halten, um gesund über den Winter zu kommen.

Merke!

Zwischen Weihnachten und Neujahr legen die Deutschen am meisten an Gewicht zu.

Winterspeck als Kälteschutz?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Zusatzkilos im Winter ein Relikt aus der Evolution sind, die uns vor winterlichen Temperaturen schützen sollen – wie es zum Beispiel bei Robben der Fall ist. Doch bei Säugetieren, die an Land leben, ist es in der Regel das Fell und nicht das Fett, das für die nötige Isolierschicht sorgt. Beim Menschen sind zudem die Extremitäten die kälteempfindlichsten Körperteile. Da läge die Vermutung nahe, dass wir eher an Armen und Beinen statt am Bauch Fettpolster für die Wärmedämmung einlagern sollten.

Merke!

Der Winterspeck dient wahrscheinlich nicht als Wärmeisolierung.

Winterspeck durch Winter-Blues?

Im Winter bekommen wir weniger Sonneneinstrahlung als in den anderen Jahreszeiten. Dadurch geht die Vitamin-D-Produktion des Körpers zurück. Vitamin D wiederum fördert die Produktion von Serotonin im Gehirn (2). Serotonin ist ein Neurotransmitter, der sich auf unsere Stimmung auswirkt: Er dämpft Aggressionen und Impulsivität, Angstzustände und Kummer. Das „Stimmungs-Hormon“ steckt in vielen Lebensmitteln, die nicht eben Leichtgewichte sind, zum Beispiel Schokolade und generell kohlenhydratreichen Speisen und Getränken. Durch den Verzehr wird die vermehrte Produktion und Ausschüttung von Serotonin angeregt.

Merke!

Der Lichtmangel im Winter ist ein Grund dafür, dass wir anders essen als im Sommer.

Winterspeck durch Weihnachts-Gelage

Kommen wir zurück auf die eingangs zitierte Studie: Am meisten Gewicht legen wir zwischen Weihnachten und Neujahr zu. Diese Erkenntnis spricht dafür, dass längst nicht nur ein niedrigerer Serotoninspiegel für das Anfuttern von Extrapfunden zuständig ist.

Viel mehr liegt die winterliche Gewichtszunahme in der oft absurd hohen Kalorienzufuhr während der Weihnachtstage begründet. In Deutschland besteht das Weihnachtsfest häufig aus einer Aneinanderreihung von Mahlzeiten, begleitet von reichlich Alkohol. Bewegung kommt in dem Familien-Marathon zu kurz. Da kommt einiges zusammen, was der Körper mit „Hüftgold“ quittiert!

Merke!

Schuld am Winterspeck ist in erster Linie ungezügeltes Essverhalten in Kombination mit Inaktivität.

Winterspeck vorbeugen

Um kein zusätzliches Gewicht ins Neue Jahr zu schleppen, kommt es also hauptsächlich auf das Ess- und Bewegungsverhalten während der Weihnachtstage an. Doch will man sich in dieser geselligen, gemütlichen Zeit wirklich beschränken? Führt man sich vor Augen, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren sich das Körpergewicht allein durch die „Weihnachtspfunde“ um vier Kilo erhöht, sollte man seine Feiertagsgewohnheiten zumindest hinterfragen.

Konkret können Sie folgendes tun, um die Gewichtszunahme über die Feiertage – aber auch in der kalten Jahreszeit allgemein – gering zu halten

1. Achten Sie auf ausreichend Schlaf

Im Winter werden wir schneller müde. Diesem erhöhten Schlafbedürfnis sollten Sie nachgeben. Der Körper benötigt die Pausen zur Regeneration. Wenn der Körper nicht genügend Zeit zur Regeneration bekommt, wird unter anderem vermehrt das Hormon Ghrelin ausgeschüttet, das den Appetit anregt.

2. Essen Sie regelmäßig

Zum Mittag nur ein Apfel, damit Sie abends bei der Weihnachtsfeier so richtig zulangen können? Keine besonders gute Idee. Denn wer sich Mahlzeiten verkneift, riskiert Heißhunger, isst schneller und mehr. Achten Sie daher darauf, dreimal am Tag zu essen – dafür sollten zwischen den Mahlzeiten vier bis fünf Stunden liegen, in denen Sie keine Kalorien zu sich nehmen.

Wem am Abend eine Weihnachtsfeier mit opulentem Mahl bevorsteht, der sollte Mittags Nährstoffen und Eiweiß gegenüber Kohlehydraten den Vorzug lassen. So unterstützen Sie Ihren Organismus bei der Verarbeitung. Zudem ist Eiweiß wunderbar sättigend.

3. Bewusster Genuss statt naschen zwischendurch

Plätzchen, Stollen, Glühwein, Gans, Ente, Knödel... All diese Köstlichkeiten sollen Sie sich in der Advents- und Weihnachtszeit bitte nicht verkneifen! Genuss gehört zum Leben dazu. Allerdings sollten Sie all diese leckeren Dinge nicht nebenbei naschen, sondern sie ganz bewusst zelebrieren. Also nicht im Vorbeigehen in die Keksdose greifen, sondern sich beispielsweise mit einer Tasse Tee hinsetzen und genüsslich drei, vier Kekse knabbern. Auf diese Weise vermeiden Sie Heißhunger auf bestimmte Speisen und schaffen sich selber kleine Genuss-Inseln in der hektischen Adventszeit.

Wer noch disziplinierter vorgehen möchte, der sollte Plätzchen, Stollen und Co. als Nachtisch genießen und nicht als Zwischenmahlzeit.

4. Wasser am Morgen

Wasser ist unser Stoffwechselmotor Nummer eins. Gewöhnen Sie sich daher an, noch vor dem Frühstück ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Das Wasser beschleunigt die Ausscheidung von Abbaustoffen, die der Körper bei der nächtlichen Regeneration bildet. Zudem wird der Stoffwechsel sanft in Schwung gebracht. Und ein aktiver Stoffwechsel ist Ihr bester Verbündeter, um keine überschüssigen Winterpfunde anzusammeln.

5. Raus an die (kalte) Luft

Nutzen Sie im Winter jede Gelegenheit, um vor die Tür zu gehen. Denn die tägliche Portion UV-Licht ist jetzt besonders wichtig, damit der Körper Vitamin D bilden kann. Zudem regt der Aufenthalt im Freien die Blutzirkulation und den Kreislauf allgemein an. Raffen Sie sich auf – Sie werden feststellen, dass schon ein kurzer Spaziergang in flottem Tempo Sie ausgeglichener und fitter macht als ein Stückchen Schokolade.

Fit im Winter: 7 Tipps

Ihr Ingo Froböse

Mythos Winterspeck – Wissen zum Mitnehmen

Laut einer Studie nimmt jeder Deutsche im Winter 0,8 Kilogramm zu. Die größte Gewichtszunahme fällt dabei in die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr.

Dieses zusaätzliche Körperfett wird nur teilweise wieder abgebaut, sodass wir im Laufe der Jahre immer mehr Kilos mit uns herumschleppen.

Verantwortlich für den Winterspeck sind weniger Relikte aus der Evolution, sondern eher die veränderten Licht- und AKtivitätslevel im Winter. Einen großen Anteil an den zusätzlichen Speckröllchen haben wir jedoch selbst, da vor allem in der Adventszeit die normalen Essgewohnheiten häufig außer acht gelassen werden. Wer es schafft, auf bewussten Genuss statt auf das beiläufige Naschen zu setzen, beugt dem Winterspeck aktiv vor. Auch Bewegung – am besten an der frischen Luft – hilft beim Kampf gegen die zusätzlichen Pfunde.

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