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Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
Frau liegt mit einer Wärmflasche auf dem Bauch im Bett

Eine Blasenentzündung wünscht man wirklich niemandem, doch viele Frauen werden häufig von ihr heimgesucht. Im Live Smarter-Blog lesen Sie, wie Sie eine Blasenentzündung vorbeugen, erkennen und behandeln können.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Wie wird eine Blasenentzündung ausgelöst?
  2. Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?
  3. Bei Beschwerden bitte zum Arzt
  4. Hausmittel gegen Blasenentzündung
  5. Wirkt Cranberry gegen Blasenentzündung?
  6. Wissen zum Mitnehmen

Viele Frauen kennen die Anzeichen einer Blasenentzündung nur zu gut: Sie müssen sehr häufig zur Toilette, es sticht und brennt beim Wasserlassen. Oft schleicht sich eine Blasenentzündung nachts heran, gern auch im Urlaub, wenn der Hausarzt weit entfernt ist. Wer schon einmal eine durchwachte Nacht mit zig Toilettengängen und Schmerzen erlebt hat, lernt Blasenentzündungen zu fürchten und tut alles, um sie zu vermeiden.

Glücklicherweise gibt es einiges, das Frauen selbst unternehmen können, um einer Blasenentzündung und damit der Einnahme von Antibiotika vorzubeugen.

Wie wird eine Blasenentzündung ausgelöst?

Anders als häufig behauptet wird, ist keine Verkühlung, sondern eine bakterielle Infektion der Blase die Ursache für eine Zystitis, wie die Blasenentzündung medizinisch heißt. Über die Harnröhre steigen die Bakterien in die Blase auf, setzen sich dort in der Blasenwand fest und vermehren sich. In der Folge entzündet sich das Gewebe der Blaseninnenwand.

Häufig leiden Frauen einige Zeit nach dem Sex unter Blasenentzündung, denn dabei können Bakterien in die Harnröhre gelangen. Die Anwendung spermienabtötender Verhütungscremes und -gele sowie von Diaphragmen kann das Risiko ebenfalls etwas erhöhen.

Schwangere Frauen bekommen häufiger Blasenentzündungen. Auch Menschen, die einen Blasenkatheter tragen, haben ein erhöhtes Risiko – außerdem Menschen mit anatomischen Veränderungen im Harnwegsbereich, mit Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder urologischen Erkrankungen (1).

Frauen sind viel öfter von Blasenentzündungen betroffen als Männer, da bei ihnen die Harnröhre kürzer ist. Bakterien gelangen deshalb leichter bis in die Blase. Über die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben daran. Wiederum die Hälfte aller Frauen, die eine akute Blasenentzündung hatten, bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere (2).

Merke!
Bei einer Blasenentzündung verursachen Bakterien eine Infektion der Blase. Besonders gefährdet sind Schwangere sowie Menschen mit urologischen Erkrankungen.

Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?

Ein starker Harndrang, mit dem der Körper versucht die Bakterien auszuscheiden, gehört zu den typischen Symptomen einer Blasenentzündung. Dabei kommen trotz starkem Harndrang nur einige Tropfen. Auch Blasenschwäche, Fieber und starke, krampfartige Schmerzen im Unterbauch können weitere Symptome sein.

Beim Toilettengang verspüren Betroffene ein stark brennendes Gefühl während des Wasserlassens. In einigen Fällen färbt sich der Urin trüb und beginnt stark zu riechen. Was die Urinfarbe über die Gesundheit aussagen kann erfahren Sie hier.

Merke!
Eine Blasenentzündung lässt sich meist an einem häufigen Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen erkennen.

Bei Beschwerden bitte zum Arzt

Meistens ist eine Blasenentzündung für die Betroffenen so unangenehm, dass ohnehin schnell ein Arzt aufgesucht wird. Halten die Beschwerden länger als drei Tage an, dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, denn es besteht die Gefahr, dass Bakterien über die Harnleiter weiter bis in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen. Folgende Beschwerden deuten auf ein Übergreifen auf die Nieren hin:

  • Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerzen)
  • Fieber
  • eventuell auch Übelkeit und Erbrechen

Um zu prüfen, welche Bakterien die Blasenentzündung hervorgerufen haben, wird Sie der Arzt auffordern, eine Urinprobe abzugeben. Diese wird auf Bakterien, weiße und rote Blutkörperchen, Eiweiß und Nitrit (ein Salz, das einen indirekten Hinweis auf Bakterien liefert) untersucht.

Ebenfalls kann es sein, dass der Arzt die Nieren und die Harnblase per Ultraschall untersuchen. Diese Untersuchung ist in der Regel nur bei komplizierten Verläufen oder dem Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung sinnvoll.

Ebenfalls sehr selten werden Blasenspiegelungen (Zystoskopien) und Röntgenuntersuchungen durchgeführt – beispielsweise bei schweren Blasenentzündungen, die immer wiederkehren. Bei einer Zystoskopie wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende (Endoskop) durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Die Kamera liefert Bilder, die mögliche Veränderungen an der Blasenwand zeigen.

Verschreibt der Arzt Ihnen Antibiotika zur Behandlung der Blasenentzündung, sollte die empfohlene Einnahmedauer eingehalten werden. Ob Antibiotika wirklich nötig ist, um eine Blasenentzündung zu heilen, hat eine Studie der Universitätsmedizin Göttingen untersucht. Die Ergebnisse können Sie hier nachlesen. 

Merke!
Bei Beschwerden, die länger als drei Tage andauern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um den Urin untersuchen zu lassen.

Hausmittel gegen Blasenentzündung

Wenn sich eine Blasenentzündung ankündigt, können Sie zunächst einige Hausmittelchen ausprobieren, die die Beschwerden lindern oder sogar abklingen lassen. Der wichtigste Rat: Viel trinken! So wird die Blase „durchgespült“ und Bakterien schneller ausgeschieden. Da man bei einer Blasenentzündung oft fröstelt, ist warmer Tee ideal. Spezielle Blasen- und Nierentees sollen die Harnbildung zusätzlich fördern.

Als sehr angenehm werden außerdem warme Sitzbäder empfunden, die die Blasenmuskulatur entspannen, ebenso eine Wärmflasche auf dem Unterbauch. Wenn Sie auf die Toilette müssen, sollten Sie den Harndrang nicht halten, sondern die Blase vollständig entleeren.

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, ist außerdem eine sorgfältige Intimhygiene sehr wichtig. Versuchen Sie außerdem Unterkühlungen zu vermeiden.

Halten die Beschwerden jedoch länger als drei Tage an, dann gehen Sie bitte zum Arzt.

Merke!
Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um die Bakterien über den Urin auszuscheiden.

Wirkt Cranberry gegen Blasenentzündung?

Viele Frauen schwören auf die Einnahme von hoch dosiertem Cranberrysaft oder –kapseln. Der Grund: gewisse antibakterielle Wirkstoffe sollen vor der Infektion mit dem Darmbakterium Escheria Coli schützen.

Eine Studie, die das internationalen Forschungsnetzwerk Cochrane Collaboration im Jahr 2013 an rund 4.500 Teilnehmer/innen durchführte, belegte indes keine Wirkung des Präparates (3). Die Forscher tippten, dass im Falle von Cranberry eher der Placebo-Effekt Wirkung zeige.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Cranberry-Produkte Ihnen helfen – prima. Ähnliches gilt für homöopathische Präparate; hier wirkte sich bei Frauen beispielsweise Kapuzinerkresse und Meerrettich sehr positiv aus. Sie selbst entscheiden, was Ihnen gut tut. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie dennoch Rat bei einem Experten suchen. 

Merke!
In wissenschaftlichen Studien konnte bisher keine Wirksamkeit von Cranberries gegen Blasenentzündung festgestellt werden.

Wissen zum Mitnehmen

Die häufigste Ursache einer Blasenentzündung ist eine bakterielle Infektion der Blase. Starker Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und ein trüber Urin sind typische Symptome.

Bei Beschwerden, die länger als drei Tage andauern, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Ob eine Infektion der Blase besteht, wird dort mittels Urinprobe überprüft.

Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung können bestimmte Hausmittel, wie unter anderem warme Sitzbäder, die Schmerzen lindern. Eine hohe Flüssigkeitszufuhr hilft die Bakterien über den Urin schneller auszuscheiden.

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