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Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse
16. August 2016

Blasenentzündung – was hilft, was nicht?

Von EAT SMARTER

Eine Blasenentzündung wünscht man wirklich niemandem, doch viele Frauen werden häufig von ihr heimgesucht. Oft hilft dann nur noch ein Antibiotikum. Im Live Smarter-Blog lesen Sie, mit welchen Verhaltensregeln Sie einer Blasenentzündung vorbeugen können.

Frau liegt mit einer Wärmflasche auf dem Bauch im Bett
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Viele Frauen kennen die Anzeichen einer Blasenentzündung nur zu gut: Sie müssen sehr häufig zur Toilette, es sticht und brennt beim Wasserlassen. Häufig schleicht sich eine Blasenentzündung nachts heran, gerne auch im Urlaub, wenn der Hausarzt weit entfernt ist. Wer schon einmal eine durchwachte Nacht mit -zig Toilettengängen und Schmerzen erlebt hat, lernt Blasenentzündungen zu fürchten und tut alles, um sie zu vermeiden.

Glücklicherweise gibt es einiges, das Frauen selber tun können, um einer Blasenentzündung und damit der Einnahme von Antibiotika vorzubeugen.

Wann bekommt man eine Blasenentzündung?

Anders als häufig behauptet wird, ist keine Verkühlung, sondern eine Bakterieninfektion der Blase die Ursache für eine Zystitis, wie die Blasenentzündung medizinisch heißt.

Über die Harnröhre steigen diese Bakterien in die Blase auf, setzen sich dort in der Blasenwand fest und vermehren sich. In der Folge entzündet sich das Gewebe der Blaseninnenwand.

Häufig leiden Frauen einige Zeit nach dem Sex unter Blasenentzündung, denn dabei können Bakterien in die Harnröhre gelangen. Die Anwendung spermienabtötender Verhütungscremes und -gele sowie von Diaphragmen kann das Risiko ebenfalls etwas erhöhen.

Schwangere Frauen bekommen häufiger Blasenentzündungen. Auch Menschen, die einen Blasenkatheter tragen, haben ein erhöhtes Risiko – außerdem Menschen mit anatomischen Veränderungen im Harnwegsbereich, mit Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder urologischen Erkrankungen.

Frauen bekommen viel häufiger eine Blasenentzündung als Männer, da bei ihnen die Harnröhre kürzer ist. Bakterien gelangen deshalb leichter bis in die Blase. Über die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben daran. Wiederum die Hälfte aller Frauen, die eine akute Blasenentzündung hatten, bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere.

Bei Beschwerden bitte zum Arzt

Meistens ist eine Blasenentzündung für die Betroffenen so unangenehm, dass ohnehin schnell ein Arzt aufgesucht wird. Halten die Beschwerden länger als drei Tage an, dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, denn es besteht die Gefahr, dass Bakterien über die Harnleiter weiter bis in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung hervorrufen. Folgende Beschwerden deuten auf ein Übergreifen auf die Nieren hin:

  • Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerzen)
  • Fieber
  • eventuell auch Übelkeit und Erbrechen

Um zu prüfen, welche Bakterien die Blasenentzündung hervorgerufen haben, wird Sie der Arzt auffordern, eine Urinprobe abzugeben. Diese wird auf Bakterien, weiße und rote Blutkörperchen, Eiweiß und Nitrit (ein Salz, das einen indirekten Hinweis auf Bakterien liefert) untersucht.

Ebenfalls kann es sein, dass der Arzt die Nieren und die Harnblase per Ultraschall untersuchen. Diese Untersuchung ist in der Regel nur bei komplizierten Verläufen oder dem Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung sinnvoll. Ebenfalls sehr selten werden Blasenspiegelungen (Zystoskopien) und Röntgenuntersuchungen durchgeführt – beispielsweise bei schweren Blasenentzündungen, die immer wiederkehren. Bei einer Zystoskopie wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende (Endoskop) durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Die Kamera liefert Bilder, die mögliche Veränderungen an der Blasenwand zeigen.

Wichtig: Antibiotika bis zum Ende nehmen!

Verordnet Ihnen der Arzt ein Antibiotikum über drei oder mehr Tage, dann lassen die Schmerzen oft schon nach kurzer Zeit nach. Jetzt das Antibiotikum abzusetzen wäre jedoch falsch! Denn nur, wenn Sie die verschriebene Dosis und Einnahmedauer einhalten, werden die Bakterien nachhaltig abgetötet und weiteren Blasenentzündung vorgebeugt. Bei einigen Frauen treten bei der Einnahme von Antibiotika Nebenwirkungen auf. Dazu zählen Magen-Darm-Probleme (zum Beispiel Übelkeit, Durchfall), Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz.

Hausmittel gegen Blasenentzündung

Wenn sich eine Blasenentzündung ankündigt, können Sie zunächst einige Hausmittelchen ausprobieren, die die Beschwerden lindern oder sogar abklingen lassen. Der wichtigste Rat: Viel trinken! So wird die Blase „durchgespült“ und Bakterien schneller ausgeschieden. Da man bei einer Blasenentzündung oft fröstelt, ist warmer Tee ideal. Spezielle Blasen- und Nierentees sollen die Harnbildung zusätzlich fördern.

Als sehr angenehm werden außerdem warme Sitzbäder empfunden, die die Blasenmuskulatur entspannen, ebenso eine Wärmflasche auf dem Unterbauch. Halten die Beschwerden jedoch länger als drei Tage an, dann gehen Sie bitte zum Arzt!

Blasenentzündung vorbeugen

Hygiene ist das A und O, um die Blase für Bakterieninfektionen zu schützen. Folgende Verhaltensregeln helfen:

  • Wischen Sie nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten ab. So gelangen keine Darmbakterien in die Nähe des Harntraktes.
  • Gehen Sie spätestens eine Viertelstunde nach dem Sex auf Toilette und duschen Sie Ihren Intimbereich gut ab.
  • Wählen Sie Ihr Verhütungsmittel mit Bedacht aus: Während Kondome vor Bakterien schützen, können spermizide Cremes und mechanische Verhütungsmittel wie die Spirale eine Blasenentzündung fördern. Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt beraten.
  • Waschen Sie Ihre Unterwäsche bei 60 Grad. So werden alle Bakterien abgetötet. Achten Sie außerdem darauf, dass die Unterwäsche nicht zu eng ist.
  • Ziehen Sie sich nach dem Bad im Meer, Schwimmbad oder See trockene Kleidung an. So vermeiden Sie eine Unterkühlung des Blasentraktes.
  • Trinken Sir regelmäßig und gehen Sie regelmäßig zur Toilette. Denn wenn der Blasentrakt regelmäßig durchgespült wird, dann werden auch Bakterien einfach mit dem Urin ausgeschieden.

Was ist mit Cranberry?

CranberrysViele Frauen schwören auf die Einnahme von hoch dosiertem Cranberrysaft oder –kapseln. Der Grund: gewisse antibakterielle Wirkstoffe sollen vor der Infektion mit dem Darmbakterium Escheria Coli schützen.

Eine Studie, die das internationalen Forschungsnetzwerk Cochrane Collaboration im Jahr 2013 an rund 4.500 Teilnehmer/innen durchführte, belegte indes keine Wirkung des Präparates (1). Die Forscher tippten, dass im Falle von Cranberry eher der Placebo-Effekt Wirkung zeige.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Cranberry-Produkte Ihnen helfen – prima. Ähnliches gilt für homöopathische Präparate; auch hier berichten viele Frauen von einer guten Wirkung. Sie selbst entscheiden, was Ihnen gut tut. Bei anhaltenden Beschwerden gilt aber dennoch der dringende Rat, Ihren Hausarzt aufzusuchen. 

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