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Experten-Interview

Wie gesund und sinnvoll sind Vitaminpräparate?

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 06. Sep. 2018

Fit und gesund dank Brausetabletten und Pillen? Das klingt für viele verlockend: Fast jeder dritte Deutsche nimmt regelmäßig Vitaminpräparate ein. Aber haben die Mittel wirklich die versprochene Wirkung? Oder sind sie vielleicht sogar gefährlich? Experte Dr. Jürgen Reimann erklärt das große Geschäft mit den kleinen Pillen.

Vitaminepräparate
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Wir haben Dr. Jürgen Reimann (Mitglied der Gesellschaft für angewandte Vitaminforschung (GVF) und Sachverständiger für Nahrungsergänzungsmittel) die wichtigsten Fragen gestellt. 

In der dunklen Jahreszeit möchten viele ihren Vitaminhaushalt pushen und greifen zu Multivitamintabletten und anderen Vitaminpillen. Ist das sinnvoll?

Wer sich ausgewogen ernährt, braucht die Präparate nicht. Ausgewogen heißt: fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. In Deutschland leben 36 Prozent der Gesamtbevölkerung in Einzelhaushalten. Man kann sie als Risikogruppe bezeichnen, die sich oft wegen verschiedener Faktoren nicht vielseitig genug ernährt. Dazu zählen auch Berufstätige. Wer von ihnen schafft es zum Beispiel, täglich frisch zu kochen und sich Vitamine auf natürlichem Wege zu holen? Wobei es gewiss nicht unmöglich ist, sich bedarfsdeckend zu ernähren. Dem steht nur Zeit und Bequemlichkeit entgegen.

Für wen kommen Vitaminpillen in Frage?

Es gibt Risikogruppen wie Menschen, die unter Stress stehen, Raucher, Sportler und jene, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Für sie macht es bei einem nachgewiesenen Vitaminmangel Sinn, auf die von einem Arzt empfohlenen Präparate zurückzugreifen.

Kann ich denn mit einer Pille rundum versorgt sein und so mein falsches Ernährungsverhalten ausgleichen?

Das geht so natürlich nicht. Nahrungsmittelergänzungen können nur bedingt einen Beitrag leisten und einen Teil zu einer gesunden Ernährung beisteuern. Wobei ich aber denke: Wer Vitaminpillen zu sich nimmt, der hat in der Regel schon einen gesünderen Lebensstil. Weil er anfängt aufgrund einer ungenügenden Versorgung, die er beheben möchte, über seine Verpflegung nachzudenken. Das Nonplusultra bleibt aber eine vielseitige Ernährung.

Das heißt, dass Vitaminpillen gar nicht so viel bringen – außer am Ende ein leeres Portemonnaie?

Klar, wer etwas verkauft, will auch daran verdienen. Es ist aber nicht nur Geldmacherei. Denn Menschen, die wirklich unter einer
mangelden Versorgung leiden, sind auf die Pillen angewiesen. 

Was ist besser: Drogerie oder Apotheke?

Präparate aus der Drogerie und der Apotheke können gleichwertig sein. Auf eigene Faust herumexperimentieren sollte man jedoch nicht. In der Apotheke erwarte ich zumindest eine Beratung. Ich rate deswegen auch dazu, nicht im Internet zu bestellen. Da kursieren teils ominöse Angebote. Besser ist es, von nam­haften deutschen Herstellern zu kaufen. Deren Mittel sind geprüft.

Gibt es denn Unterschiede bei Präparaten in Tabletten-, Kapsel- oder Beutelform? 

Nein. Egal welche Form ich wähle – die Wirkung ist am Ende immer dieselbe. Bei Brausetabletten bekomme ich die Vitamine schon in einer gelösten Form. Das heißt, dass ich sie dann schneller aufnehmen kann. In der Regel werden die künstlichen Vitamine aller großen Hersteller aber im Körper freigesetzt. Da spielt die Darreichungsform keine Rolle. 

Und wie sieht es mit Kombipräparaten aus? Gerade während der kalten Jahreszeit ist etwa Vitamin C mit Zink ja ein Renner.

Singuläre Mängel entstehen eher selten. Man muss sich das so vorstellen: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente funktionieren wie Räder in einem Uhrwerk. Sie greifen inei­nander. Ein Bedarf nach Vitamin C und Zink kann durchaus für geraume Zeit auch mal höher sein. Ich empfehle allerdings, sich beraten oder auf eine Unterversorgung testen zu lassen, bevor man wahllos zu Präparaten greift. 

Welche Risiken entstehen bei der Einnahme von Vitaminpräparaten?

Wer als Raucher hochdosiertes Betacarotin nimmt, sollte vorsichtig sein. Es kann unter Umständen zu einem erhöhten Lungenkrebs­risiko führen, wie eine finnische Studie zeigt.

Eine Überdosierung von Vitamin A kann zu Herz-Kreislauf-Problemen führen – und zu viel Calcium zu Verstopfung. Alle Risiken sind aber noch längst nicht erforscht – genau wie das gesamte Spektrum der Vitamine. Bei allen
Vitaminpillen ist zu beachten: Wer sie kauft, der sollte sie in einer vernünftigen Dosierung zu sich nehmen.

Interview: Nina Holley

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