Dr. Ingo Froböse

Guter Vorsatz: Endlich realistische Vorsätze!

Von Prof. Dr. Ingo Froböse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Gute Vorsätze_Ingo Froböse

Alle Jahre wieder fassen wir zum Jahreswechsel Vorsätze – die wir zu 90 Prozent nicht durchhalten. Wer sein Leben nachhaltig gesünder und aktiver gestalten möchte, geht anders vor. Fitness-Doc Ingo Froböse gibt Tipps, wie Sie Ziele richtig formulieren.

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Fanden Sie auch, dass dieses Jahr rasend schnell vorbeiging, liebe EAT SMARTER-Leser? Nun steht schon 2020 vor der Tür – ein neues Jahr, eine neue Chance.

Für viele von uns markiert der Jahreswechsel eine Art Zäsur, bei der quasi der Reset-Knopf gedrückt und das Leben zumindest in Teilen umgekrempelt werden soll. Klassische Vorsätze, wie dies geschehen soll: Abnehmen, Sport, weniger Stress, Geld sparen.

Doch schon nach wenigen Wochen ist oft alles beim Alten. Das Geld wird ausgegeben, das Frühstück morgens beim Bäcker gekauft, die Überstunden angehäuft. Die Folge: schlechtes Gewissen und das Gefühl, etwas nicht durchgezogen zu haben. Dabei ist die Mehrzahl aller guten Vorsätze quasi unmöglich durchzuhalten! Warum das so ist und wie Sie realistische Ziele formulieren, darum soll es in meinem heutigen Blogbeitrag gehen.

1. Die meisten Vorsätze sind vage

„Sport machen“ und „Geld sparen“ mögen zwar hehre Ziele sein – doch was bedeuten sie konkret, und wie lässt sich das jeweilige Vorhaben in die Tat umsetzen? Gehen Sie ins Detail, schreiben Sie auf, was „Sport machen“ für Sie bedeutet. Und schon steht da „zweimal die Woche 25 Minuten joggen“. Das klingt doch schon viel greifbarer.

2. Viele Vorsätze decken sich nicht mit den eigenen Wünschen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel die gefassten Vorsätze mit Ihnen selbst zu tun haben? Wollen Sie beispielsweise abnehmen, weil Sie sich unwohl fühlen? Oder weil man das eben so macht in der Zeit nach den Feiertagen? Möchten Sie vielleicht generell Ihren Körper besser und achtsamer behandeln? Dann denken Sie über Ihren Vorsatz nach und passen Sie ihn Ihren Wünschen an. Wichtig ist, dass der Vorsatz IHNEN guttut – alles andere ist erst einmal unwichtig.

3. Viele Ziele sind zu schwer zu erreichen

Bleiben wir beim Beispiel Abnehmen. Wie viel möchten Sie abnehmen, und in welchem Zeitrahmen? „10 Kilo in einem Jahr“ klingt erst einmal toll – aber ist völlig unrealistisch! Zerlegen Sie Ihr Ziel in kleine Häppchen. Setzen Sie sich Etappenziele, auf die Sie hinarbeiten und die Sie feiern können. Ein gesundes Abnehmtempo sind 500 Gramm im Monat – richten Sie Ihre Meilensteine danach aus.  

4. Der Vorsatz passt nicht zum Leben

Sie haben sich vorgenommen, zweimal die Woche morgens vor der Arbeit schwimmen zu gehen. Die nächste Schwimmhalle liegt jedoch wenig verkehrsgünstig eine halbe Stunde entfernt. Wie häufig werden Sie tatsächlich Ihre Bahnen ziehen? Um mehr Aktivität ins Leben zu bringen, bieten sich sicherlich auch Alternativen an, die sich leichter in den Alltag integrieren lassen – zum Beispiel der Sportverein um die Ecke.

5. Der Vorsatz wird nicht eingeplant

Auch wenn Sie einen konkreten Vorsatz gefasst haben, der zu Ihren Wünschen und zu Ihrem Leben passt, ist noch lange nicht gesagt, dass Sie ihn wirklich in die Tat umsetzen. Wichtig ist, dass Sie den Vorsatz ganz konkret im Leben verankern. Nehmen Sie sich Ihren Terminkalender, tragen Sie ein, wann Sie sich Zeit beispielsweise für den Sport, den Einkauf auf dem Wochenmarkt oder den Check der Finanzen nehmen wollen. Versuchen Sie, feste Zeiten einzuhalten – so hat der gute Vorsatz die Chance, wirklich zu einer festen Größe in Ihrem Leben zu werden und nicht wie eine Silvester-Rakete in der Ferne zu verglühen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Jahreswechsel!

Ihr Ingo Froböse

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