Dr. Ingo Froböse

Schlank und entspannt im Urlaub

Von Prof. Dr. Ingo Froböse
Aktualisiert am 27. Dez. 2018
Schlanke blonde Frau hoch in der Luft auf einer Schaukel

Der Sommerurlaub steht vor der Tür! Traumhafte Wochen des Nichtstuns, um Körper und Seele zu entspannen. Wie Sie sich im Urlaub nachhaltig erholen, ohne zusätzliche Kilos mit nach Hause zu bringen, erklärt Ihnen Fitness-Doc Ingo Froböse.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Erholung ist aktiv
  2. Buffet: Kalorienfalle All-Inclusive
  3. Schlank im Urlaub trotz Buffet
  4. Sport im Urlaub – bringt das etwas?
  5. Nicht im Urlaub auf einmal Vollgas geben!
  6. Buchtipp: Das Fitness-Minimalprogramm

Es könnte so schön sein, liebe EAT SMARTER-Leser: Sie liegen am Strand oder am Pool, arbeiten an der nahtlosen Bräune, lassen die Gedanken schweifen, während aller Alltagsstress von Ihnen abfällt... Nur leider ertappen Sie sich dabei, dass Sie die Ruhe nicht genießen können und vom Faulenzen schnell genervt sind.

Erholung ist aktiv

Gerade wenn wir im Alltag viel unterwegs sind, Termine wahrnehmen und enge Deadlines einhalten müssen, fällt der Wechsel von Vollgas auf Nichtstun schwer. Oder, anders gesagt: Er ist schlicht nicht möglich. Denn unser Körper ist auf das persönliche Aktivitätslevel programmiert; wenn dies auf einmal komplett wegfällt, gerät der Körper paradoxerweise in einen Stresszustand.

Studien belegen: Nur Faulenzen im Urlaub ist für den Körper eigentlich Stress – und ungesund. Denn vor den Ferien ist der Stresspegel meist besonders hoch. Vieles muss bedacht werden, der Schreibtisch leergeräumt und der Koffer noch gepackt werden. Gefährlich lebt, wer sich dann im Urlaub plötzlich von Null auf Hundert herunterfährt. Ohne Aktivität geraten Körper und Seele in eine Disbalance, weil alle Zellstrukturen ihre Funktionen zurückfahren. 

Erholung ist also immer ein aktiver Prozess! Nach einem erholsamen, aktiven Urlaub hat man bis zu zehn Wochen lang nachweisbar weniger Stresshormone im Körper und ist somit stressresistenter. Zudem wird das Immunsystem gestärkt und ist widerstandsfähiger gegen Bakterien und Viren im Alltag. Beim Sport werden außerdem Glückshormone wie zum Beispiel die Endorphine freigesetzt, die den Körper entspannen lassen. Das lässt sich durch reines Faulenzen nicht erreichen. Der Erholungswert eines Aktivurlaubs ist drei- bis viermal so groß wie bei Ferien, an denen Ihre Hauptaktivität darin besteht, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und gelegentlich Sonnenmilch nachzulegen.

Für diejenigen, die lieber ans Meer reisen: natürlich lässt sich auch der Urlaub am Strand aktiv gestalten! So sind zum Beispiel Surfen, Barfuß Joggen und Walken durch den Sand oder Schwimmen ebenfalls eine gute Möglichkeit, den Urlaub auf der Südseeinsel aktiv zu gestalten. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie den Tag mit einer Viertelstunde Schwimmen im Meer oder im Pool beginnen und sich danach ein schönes Frühstück gönnen? 

Keine Angst: „Aktivurlaub“ bedeutet nicht, dass Sie täglich mehrere Stunden Wildwasserrafting, Aerial Yoga oder Mountainbike-Touren absolvieren müssen. Ganz im Gegenteil: Quälen Sie sich nicht, sondern genießen Sie sanfte Bewegung!

Fest steht aber: Wer nur auf der faulen Haut liegt, kommt weniger erholt nach Hause, als jemand, der sich eine aktive Auszeit nimmt. Wenn Sie sich jeden Tag auch nur ein Stündchen bewegen, sind Körper und Geist angeregt und entspannt. 

Buffet: Kalorienfalle All-Inclusive

Verschiedene Speisen am Buffet

Würstchen, Speck, süße Waffeln, Schokocroissants, Käse und Aufschnitt – gerade bei All-Inclusive-Angeboten quillt das Buffet schon beim Frühstück über. All diese leckeren Sachen möchten Sie natürlich probieren! Inklusive einem Saft und einem Latte Macchiato ist Ihr Kalorienkonto dann allerdings schon nach dem Frühstück gut gefüllt. „Ist doch Urlaub“, sagen Sie sich zur Beruhigung – um zu Hause doch traurig zu sein über neue ­(wenn auch gebräunte) Speckröllchen.

Schlank im Urlaub trotz Buffet

Zum Glück gibt es einige Tricks, um dem All-Inclusive-Buffet ein Schnippchen zu schlagen und dennoch mit Genuss zu essen:

  • Verzichten Sie auf leere Kalorien aus Zucker, Weißmehl, Reis und Nudeln. Die meisten Hotels bieten mittlerweile zumindest Vollkorntoasts und ungezuckerte Haferflocken an. Fruchtjoghurts sehen gesund aus, sind allerdings mit viel Zucker versetzt – greifen Sie lieber zu Naturjoghurt oder –quark mit frischem Obst. Das erfrischt und macht lange satt.
  • Tomaten, Gurken, Salat: Greifen Sie zu beim (leider oft raren) Gemüse am Buffet. Die enthaltenen Ballaststoffe beschäftigen Ihre Verdauung, sättigen und haben kaum Kalorien.
  • Halten Sie sich beim Buffet an ein Gericht. Dann laufen Sie weniger Gefahr, zu viel zu essen. Warum das so ist, erklärt EAT SMARTER-Bloggerin Alexa Iwan hier.
  • Halten Sie die drei Hauptmahlzeiten ein. So vermeiden Sie Heißhungerattacken und sparen sich den nachmittäglichen Gang zum Kuchenbuffet. Bedenken Sie: Auch Kaffee mit Milch, Säfte und süße Cocktails sind aus ernährungsphysiologischer Sicht eine Mahlzeit!
  • Besonders in der Sommerhitze sollten Sie immer genug Wasser mit sich herumtragen und darauf achten, ausreichend zu trinken.
  • Auch wenn Cocktails noch so lecker sind: Allein in einem Glas Piña Colada verstecken sich bis zu 750 Kalorien! Greifen Sie lieber zu Weinschorle oder, wenn es sein muss, zu Longdrinks. Ein Gin Tonic beispielsweise hat nur knapp 150 Kalorien. 

Sport im Urlaub – bringt das etwas?

Urlaub

Nach dem Motto „so viele Kalorien kann ich ohnehin nicht abbauen“ verzichten viele Urlauber komplett auf Bewegung. Doch jede Bewegung ist besser als gar keine! Zumal nur Faulenzen für den Körper mehr Stress bedeutet als ein aktiver Urlaub.

Auch wenn das Hotel nicht über einen Fitnessraum verfügt, können Sie gezielt Ihre Muskeln und Ausdauer trainieren. Eine prima Übung, die sich jederzeit durchführen lässt, ist das Treppen-Workout: Gehen Sie konsequent alle Treppen zu Fuß und nutzen Sie sie als Trainingsgerät! Im Hotel, wo alle den Fahrstuhl benutzen, haben Sie freie Bahn. Wie die Treppe zum Workout-„Gerät“ wird, lesen Sie hier.

Auch das Hotelzimmer kann zum Fitnessstudio werden. Dafür eignen sich besonders Übungen, die das Eigengewicht des Körpers nutzen. In nur neun Minuten tragen Sie dazu bei, dass Ihr Stoffwechsel auch im Urlaub auf höchster Stufe läuft und sich nicht auf die faule Haut legt.  

Nicht im Urlaub auf einmal Vollgas geben!

Neben den Pool-Chillern finden sich auch immer Urlauber, die in einer Woche nachholen möchten, was sie das ganze Jahr an Sport ausgelassen haben. Wakeboarding, Beachvolleyball, Mountainbike-Touren in der Mittagshitze: Die Herausforderung kann gar nicht groß genug sein. Vorsicht, kann ich da nur sagen. Wenn von Null auf Hundert geschaltet wird, dann machen Muskeln, Gelenke und Sehnen schnell schlapp. Lassen Sie es also schön langsam angehen und nutzen Sie die Freude an der Bewegung als Impuls, auch im Alltag mehr Sport zu treiben.

Ich wünsche Ihnen einen tollen Urlaub mit viel aktiver Erholung!

Ihr Ingo Froböse


Buchtipp: Das Fitness-Minimalprogramm

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