Rosenkohl, Innereien und Co.

8 Lebensmittel, die wir hassen oder lieben

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 03. Mär. 2022

Rosenkohl, Innereien, Koriander: Schon allein beim Gedanken an diese Lebensmittel stellen sich vielen Menschen die Nackenhaare auf. Viele Gerichte polarisieren: Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Wir haben die Top Acht der deutschen "Hass-Liebes-Gerichte" zusammengestellt und erkundet, was den Ekel-Faktor ausmacht.

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Ungeliebte Organe: Innereien
  2. Hass-Essen aus Kindertagen: Kohl
  3. Angeborene Abscheu: Koriander
  4. Wie Kauen auf Fahrradschläuchen: Meeresfrüchte
  5. Gereifter Gestank: Käse
  6. Geschmackskiller: Dill
  7. Nichts für Phobiker: Bananen
  8. Gesunder Gaumenschreck: Kümmel
  9. Wissen zum Mitnehmen

1. Ungeliebte Organe: Innereien

Während in vielen anderen Kulturen Innereien als Delikatessen gelten, ekeln sich die meisten Deutschen vor ihnen. Unbeliebter ist nur Pferdefleisch. Das war nicht immer so: In den Achtzigerjahren standen Nierchen, Leber oder auch fast vergessene Gerichte wie Kutteln noch auf vielen Speisekarten. 

Woher rührt der Ekel vor Innereien? Einige Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von "Invisibilisierung": Zwar wollen wir Fleisch essen, nur soll es weder so aussehen noch schmecken wie Fleisch. Und Innereien verraten nun mal untrüglich, woher sie stammen – vom Tier. 

Daher sind in Deutschland mittlerweile fast nur noch Muskelfleisch, Brust und Filet verkäuflich. Dabei sind Innereien durchaus gesund: Leber beispielsweise ist ein guter Kalium- und Eisenlieferant.

Merke!
Innereien sind gesund und können bedenkenlos mit verspeist werden. Leber liefert dem Körper beispielsweise reichlich Eisen und Kalium.

2. Hass-Essen aus Kindertagen: Kohl

"Schokolade ist Gottes Entschuldigung für Rosenkohl", sagte mir ein Freund unlängst. Mit Grauen erinnern sich viele Menschen an die bitteren kleinen Kohlköpfchen, die in ihrer Kindheit vor ihnen auf dem Teller lagen und einfach nicht weniger wurden. 

Und auch unsere Eltern und Großeltern rümpfen beim Gedanken an Kohl oft die Nase, galt er doch als "Arme-Leute-Essen", dessen muffiger Geruch die Flure von Mietshäusern erfüllte. So ist der Ekel vor Kohl wohl eine Mischung aus beidem: die Erfahrung unserer Eltern (die mit Kohl-Gerichten Zeiten der Entbehrung verbinden) und die Abscheu vor dem typischen Kohlgeruch.

Der besonders ausgeprägte Ekel vor Rosenkohl rührt übrigens oft daher, dass die kleinen zarten Knollen bitter werden, wenn man sie zu lange kocht. Wer Rosenkohl noch eine Chance geben möchte, sollte ihn gebraten oder gebacken genießen: So behält das überaus gesunde Gemüse seinen Biss, ist aber milder im Geschmack. 

Hier gibt es leckere Rosenkohl-Rezepte.

Merke!
Probieren Sie Rosenkohl in der gebratenen oder gebackenen Variante, dadurch wird er weniger bitter und bleibt angenehm bissfest.

3. Angeborene Abscheu: Koriander

Für die einen ist Koriander das i-Tüpfelchen in Suppen und Salaten – für die anderen schmeckt das Kraut einfach nur nach Seife. Ob man Koriander hasst oder liebt, soll teilweise in den Genen liegen: Ein Erbgutabschnitt, der für den Bau der menschlichen Geruchsrezeptoren verantwortlich ist, scheint darüber zu bestimmen, ob wir Koriander lecker oder ekelhaft finden. 

Rund 17 Prozent der Europäer lehnen den Geschmack von Koriander ab, in Asien sind es erstaunlicherweise mit 21 Prozent noch mehr. Eine gute Nachricht: An Koriander kann man sich trotz genetisch veranlagter Abscheu gewöhnen. Für viele Skeptiker ist zum Beispiel eine Reise nach Asien die Initialzündung, dem gesunden Gewürz doch noch eine Chance zu geben. 

Merke!
Wenn Sie keinen Koriander mögen, kann dies an den Genen liegen. Trotzdem kann man sich an den Geschmack gewöhnen – probieren Sie es aus!

4. Wie Kauen auf Fahrradschläuchen: Meeresfrüchte

Ganz klar: Die Auster führt die Hass-Liebes-Skala der Meeresfrüchte an. Während es unter Gourmets als schick gilt, das glibberige Muschelfleisch mit einem Spritzer Zitrone wegzuschlürfen, überfällt viele Menschen schon beim Gedanken an Austern das nackte Grauen.

Auch bei Miesmuscheln, Calamari und Jakobsmuschel ist, ähnlich wie bei der Auster, eher die Konsistenz als der Geschmack der Kern des Ekels. "Da kann ich gleich auf einem Fahrradschlauch herumkauen", lautet ein häufiger Kommentar zu Calamari Fritti – viele Menschen wiederum lieben die besondere Konsistenz eines gegrillten Calamar. 

Ganz abgesehen vom (eventuellen) Ekelfaktor können Meeresfrüchte auch starke allergische Reaktionen hervorrufen – Stichwort Histaminintoleranz

Merke!
Die Konsistenz hält viele vom Verzehr von Meeresfrüchten ab. Außerdem können diese Speisen auch starke allergische Reaktionen hervorrufen, beispielsweise wenn Sie unter einer Histaminintoleranz leiden.

5. Gereifter Gestank: Käse

Tilsiter, Limburger, Appenzeller: Viele Käsesorten haben das Potenzial, den ganzen Kühlschrank zu verpesten und einem die Tränen in die Augen zu treiben. Je stinkender der Käse, desto besser der Geschmack – das schwören zumindest Käse-Liebhaber. Bei vielen Menschen verursacht allein der Gedanke, Stinkekäse oder auch Schimmelkäse zu essen, Brechreiz. 

Verantwortlich für das Käse-Aroma sind Mikroorganismen wie Schimmel-pilze oder Bakterien. Sie bauen Fett und Eiweiß zu kleineren Verbindungen ab; dabei entstehen teils unangenehm riechende Stoffe wie Schwefel.

Die schlimmsten Stinker sind übrigens die mit Rotkultur gereiften Käsesorten. Dieses Bakterium ernährt sich vom Eiweiß der Milch, so entstehen Ammoniak, Amine und Schwefelderivate. Schon eine winzige Menge reicht aus, um dem Käse seine markante Note zu verleihen. Den Weltrekord als stinkendster Käse hält der Vieux-Boulogne, ebenfalls mit Rokulturen gereift. 

Hier finden Sie leckere Käse-Rezepte.

Merke!
Viele mögen ihn nicht: stark riechenden Käse! Den Geruch erhält der Käse durch Mikroorganismen wie Schimmelpilze, die Fett und Eiweiß zu kleineren Verbindungen abbauen, was zu stark riechenden Stoffen wie Schwefel führt.

6. Geschmackskiller: Dill

Die ätherischen Öle, die für den charakteristischen Anisgeschmack bei Fenchel oder Dill sorgen, werden von vielen Menschen geschmacklich als unangenehm empfunden.

Der Ekel vor Fenchel mag auch daher rühren, dass Kinder bei fast allen Krankheiten grundsätzlich mit Fencheltee traktiert werden. Diese traumatische Erfahrung wirkt zum Teil bis ins Erwachsenenalter nach. 

Merke!
Dill enthält ätherische Öle, die dem Dill seinen Anisgeschmack verleihen, der von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird.

7. Nichts für Phobiker: Bananen

Einen Horrorfilm, einen nächtlichen Spaziergang über den Friedhof – viele Dinge würden Bananophobiker in Kauf nehmen, um nur nicht mit einer Banane in einem Raum sein zu müssen. Bananophobie, die Angst vor Bananen, gibt es tatsächlich, und für Betroffene ist sie alles andere als lustig.

Die gute Nachricht für alle Bananophobiker: Eine Hypnosetherapie kann helfen, die tief verwurzelte Angst zu überwinden – schließlich gehören Bananen zu den gesündesten Obstsorten. 

Merke!
Bananophobie – die Angst vor Bananen sorgt dafür, dass der Geruch von Bananen bei einigen Menschen Angst auslöst.

8. Gesunder Gaumenschreck: Kümmel

Kümmel im Brot, Kümmel im Sauerkraut, Kümmel auf dem Zwiebelkuchen – muss das sein? Beim Biss auf eine Kümmelfrucht ist für viele Menschen der Genuss schlagartig vorbei. Die enthaltenen ätherischen Öle sind zweifelsohne gesund und regen die Verdauuung an, spalten aber geschmacklich die Gemeinde. 

Für Kümmelhasser, die blähende Gerichte "entschärfen" wollen, gibt es aber glücklicherweise Alternativen: Cumin, die orientalische Schwester des Kümmels, macht Speisen genauso bekömmlich, ist aber milder im Geschmack. 

Merke!
Kümmel trifft nicht jedermanns Geschmack, obwohl die ätherischen Öle gesund sind und die Verdauung anregen. Wer etwas gegen die blähende Wirkung von manchen Gerichten tun möchte, kann statt zu Kümmel auch zu Cumin greifen.

Wissen zum Mitnehmen

Es gibt so einige von ihnen – Lebensmittel und Gerichte, bei denen sich die Geister scheiden. Das kann daran liegen, dass sich das Essverhalten verändert hat oder man eine empfindliche Nase hat und deshalb zum Beispiel stark auf den Geruch von Käse reagiert.

Allerdings fehlt einigen Menschen auch ein Erbgutabschnitt, welcher für den Bau der menschlichen Geruchtsrezeptoren verantwortlich ist und somit darüber entscheidet, ob man Koriander mag oder nicht.

Bei manchen Lebensmitteln ist es aber auch möglich, eine andere Zubereitungsart auszuprobieren. Dies gilt zum Beispiel für Rosenkohl, welcher durch das Backen oder Braten milder im Geschmack wird.

 
Es gibt tatsächlich nicht ein Hass-Lebensmittel für mich. Klingt komisch, aber ich esse alles, wenn es gut zubereitet/gewürzt ist.
 
Ich glaube ich esse ALLES, würde zumindest (fast) alles erst mal probieren (ausser Suppe mit lebenden Aalen...) und mag auch diese 8 Lebensmittel sehr gerne. Ich denke dass viele Deutsche von den angebotenen Lebensmitteln auch zu verwöhnt sind. Wer will schon Innereien wenn es Filet so günstig gibt? Ich bin es von meinem Opa noch von früher gewohnt dass geschlachtet und fast alles verwertet wurde. Ich denke dass es auch viele gibt die solche Gerichte erst gar nicht probieren, reine Kopfsache.."iiih, Innereien!" und Kohl gehört für mich jeden Winter fast täglich in den Topf! Das Gemüse hat wenigstens Geschmack, im Gegensatz zu wässrigen Tomaten, Gurken oder Auberginen und macht satt!
 
Den Artikel "8 Lebensmittel, die wir hassen oder lieben" fand ich gut und aufschlussreich. Ich mag alle 8 Lebensmittel sehr gern. Seit meiner Kindheit gehört z. B. der Rosenkohl zu meinem Lieblingsgemüse. Vielleicht hatte ich Glück und meine Mutter hat ihn damals schon (ich bin 1956 geboren) nicht zu lange gekocht oder ich mag das "etwas bittere", was tatsächlich auch heute noch so ist. Aber ich brate den Rosenkohl nach dem blanchieren heute trotzdem. Innereien mag ich sehr gern, schade, dass das meiste davon heute zu Tierfutter verarbeitet wird. Aber die meisten Menschen um mich herum (nicht in meiner Familie) mögen Vieles aus der Liste tatsächlich nicht.
 
Ich selbst mag überhaupt keine Pilze. Überall suche ich die raus. Mag da einfach nicht draufbeißen. Geschmacklich hab ich aber nix gegen Pilze. Ich kenn jemanden der Fisch weder riechen noch essen mag. Und mein Freund ist der Meinung, das man Oliven entweder liebt oder hasst.
 
Auf meinem Platz 1der Hass-Liste steht definitiv Ziegenkäse. Selbst wenn er noch so mild ist und mir alle versichern, da schmeck man die Ziege gar nicht raus - für mich geht da gar nix. Korinder gehört auch nicht so zu meinen Lieblingskräutern, aber Korinaderkörner finde ichwunderbar. Und Dill gehört zu meinen absoluten Favoriten!
  • 1
  • 2
Schreiben Sie einen Kommentar