Wissenschaftlich geprüft
Dezember 2019, University of Toronto, Kanada u. a.

Vollmilch oder fettarme Milch?

Von Cornelia Brammen
Aktualisiert am 02. Okt. 2020
© Pexels/Fa Romero
© Pexels/Fa Romero

Ob Kuhmilch für Menschen überhaupt günstig ist, bleibt eine viel diskutierte Frage. Immer mehr Erwachsene steigen mittlerweile auf Pflanzenmilch um. In Nordamerika trinken Kinder täglich Milch. Und es gibt ein erhebliches Adipositas-Problem. Besteht ein Zusammenhang und ist Vollmilch oder fettarme Milch gesünder?

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Worum ging es in der Studie?

  • Um das Adipositas-Problem in den Griff zu bekommen, empfehlen Gesundheitsprogramme in den USA und Kanada Kindern ab zwei Jahren, fettreduzierte Milch (0,1-2 Prozent) statt vollfette Kuhmilch zu trinken, um das Risiko von Fettleibigkeit zu reduzieren.
  • Möglicherweise führt diese Empfehlung zum Gegenteil dessen, was sie erreichen möchte, nämlich zu mehr Übergewicht. Denn unser Gehirn spielt bei der Ernährung eine große Rolle. Halbfettprodukte betrügen das Gehirn. Es registriert Milch, erwartet eine bestimmte Nährstoffdichte und bekommt weniger. Also löst es den Reflex aus, mehr zu konsumieren.
  • Vollmilch hingegen betrügt das Wahrnehmungssystem nicht und ist – sofern Kinder überhaupt Milch trinken, die ja kein Getränk ist und als Lebensmittel einen schlechten ökologischen Fußabdruck hat – somit möglicherweise besser als fettreduzierte Milch.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Kann es sein, dass es sich positiv auf das Gewicht von Heranwachsenden auswirkt, wenn sie statt fettreduzierter Milch Vollmilch trinken?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Aus 5862 bisherigen Studien wurden 28 als geeignet herausgefiltert. Sie untersuchten jeweils gesunde Kinder zwischen einem und 18 Jahren aus insgesamt sieben Ländern.

Welche Methode wurde angewandt?

  • Es handelt sich um eine Meta-Anlayse vorhandener Studien.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Im Vergleich zu Kindern, die fettreduzierte Milch trinken, sind Kinder, die Vollmilch trinken, seltener adipös.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • The Canadian Institutes of Health Research (CIHR) Institute of Human Development, Child and Youth Health.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


BEGRIFFE: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Wieso überhaupt Milch? Milch ist in jeder Hinsicht ein problematisches Lebensmittel: ökologisch, ethisch, medizinisch. Anstatt zu untersuchen, wodurch täglicher Milchkonsum von Kindern ersetzt werden könnte, was viele Probleme in dieser Welt entschärfen würde, wird viel Geld dafür ausgegeben zu schauen, ob halbfette oder vollfette Milch negativere Auswirkungen auf das Gewicht hat.
  • Magerer Output: Die Forscher räumen selbst ein, dass es noch vieler weiterer Studien bedarf, um das Ergebnis zu validieren. Außerdem habe diese Meta-Analyse viele Einschränkungen.

EAT SMARTER-Relevanz-Score
50
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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